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Thema: Elfenruine nahe Orzammar

  1. #31
    Rookie Avatar von Xydia
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    Es war, als ob ein Wirbelwind sie traf, als Rowen sie packte und hinter sich herzog bis das er selbst das Gitter hinter sich gelassen hatte und es schnell wieder ins Schloß fallen ließ um die Spinne auszusperren. Xydia hätte nicht erwartet gehabt, dass er sich um sie kümmern würde, doch genau das hatte er getan. "Danke, Rowen." Dies war ehrlich gemeint, sie hätte die Kraft nicht gahabt.

    Das Zweite was sie wahrnahm war sein Lächeln. Es ließ jung erscheinen, seine Züge schienen sanft. Es tat gut zu sehen, dass in ihm, Rowen, noch herzliches war, er sich freuen konnte. Es freute sie, dass er etwas gefunden hatte. Was es war ging sie nichts an, wichtig war nur, das er sich freute.

    Als sie wieder bei Atem war, ging sie hinüber zur anderen Türe und warf eine Blick hindurch. Dieser Raum war anders, als der vorherige. Hier waren keine Gemälde mit Jagdszenen, hier gab es Bilder von Schlachten und eine Art von Ahnengalerie. Merkwürdigerweise waren die Gesichter der meisten Portraits unkenntlich gemacht oder herausgehauen worden. Der Raum zog sie trotzdem an. Langsam, gemessenen Schrittes betrat Xydia die Halle. Die Säulen waren gut erhalten. Im Gegensatz zu den anderen Hallen, hatte hier keine Pflanze ihren Weg hinein gefunden. Die schwerbeschädigten Statuen in der Mitte, vier an der Zahl, stellten wohl Krieger da und schienen etwas schützen zu wollen, das in ihrer Mitte stand.

    Sie näherte sich der Stele in der Mitte und blieb dann erstaunt stehen. In der Mitte auf der ihr nun zugewandten Seite der Stele war ein Spiegel. Er wies keinerlei Zeichen des Gebrauchs oder all der Jahre hier ohne Pflege auf. Ihr Blick fing sich im Spiegel. Stumm und starr stand sie da, dann sackte sie zusammen.

  2. #32
    DA-FRPG only Avatar von Rowen Teravis
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    Als sich die Elfe bei ihm bedankte, drehte sich Rowens Kopf leicht zur Seite und von dem erbeuteten Schmuckstück weg. Seine Augen funkelten und zum ersten Mal überhaupt stand ihm nicht die Ablehnung ins Gesicht geschrieben, die sich sonst immer beim Anblick dieser Elfe zeigte. Diesmal war es die gleiche schelmische Freundlichkeit, die er gegenüber seinen alten Diebeskollegen gezeigt hatte. „Ach, vergiss es“, schob er das ganze einfach beiseite. „Gewöhn dich nur nicht dran.“

    Die Elfe ging an ihm vorbei und verschwand in den nächsten Raum. Rowen drehte seinen Kopf mit und guckte ihr nach, bis sie außer Sicht war. Dann fuhr er erst einmal damit fort, vorsichtig und behutsam den Ring zu säubern den er erbeutet hatte. Es schien sich tatsächlich um echtes Gold zu handeln, ein ziemlich massives Monstrum das sich ein zartes kleines Menschenfräulein vermutlich nicht an den Finger gesteckt hätte. Nach einer Weile kamen auch noch irgendwelche Gravuren zum Vorschein. Zwergisch... wenn er sich nicht irrte. Lesen konnte er es nicht. Aber das Ding wirkte ziemlich alt und wertvoll. Dann musste Rowen es nur noch irgendwo loswerden...

    Seine feinen Ohren fingen ein dumpfes Geräusch aus dem Nebenraum auf, das als Echo an den Wänden entlang hüpfte. Erst jetzt sah Rowen wieder auf und löste den Blick von seinem Beutestück. Was war das denn jetzt gewesen? Ihm fiel auf, dass die Elfe noch nicht wieder zurückgekommen war. Hm. Er ließ den Ring in einer seiner Taschen verschwinden und lugte vorsichtig um die Ecke in den Raum hinein. Ein ziemlich großer, weitläufiger Raum, ausnahmsweise mal ohne Unkraut. Dafür war das Inventar umso stärker beschädigt. Und irgendwo in der Mitte des Raumes lag der dunkle Umriss einer gewissen Elfenmagierin, flach und reglos auf dem Boden ausgestreckt. Hatte sie letzten Endes doch den Kampf gegen Erschöpfung und Verletzungen verloren? Unwahrscheinlich, gerade eben hatte sie eigentlich noch ganz fit gewirkt. Also... was war dann passiert? Rowen guckte sich neugierig von seinem Platz aus weiter um und schlich sich dann, nachdem er nichts sehen konnte, ganz bedächtig, langsam und vorsichtig weiter vor. Und dann fiel ihm ein weiterer Fremdkörper auf. Ein... Spiegel? Irgendein hässlicher und übertrieben kitschiger Standspiegel, wie ihn vielleicht irgendwelche dekadenten reichen Frauen in ihrem Haus stehen hatten. Diese Art von Kitsch hatte Rowen inzwischen gelernt, was als elfisch einzustufen. Es passte zur restlichen Gestaltung dieser Bruchbude hier. Aber irgendwas störte ihn an diesem ganzen Bild. Irgendwas hier weckte sein Misstrauen, er blieb stehen wo er war und merkte, wie sich die feinen Härchen an seinem Nacken aufstellten. Irgendwas an diesem Spiegel... er wirkte viel zu neu... viel zu frisch, so als wäre er gerade erst angefertigt und hier aufgestellt worden. Und doch... der Spiegel zeigte kein Spiegelbild. Sondern... Leere? Irgendeinen schwarzen Abgrund? Nein, es war Dunkelheit, die stille schwarze Dunkelheit einer mondlosen Nacht und ein paar Formen zeichneten sich darin ab... Formen... ganz bestimmte Formen... Rowen merkte wie seine Haut anfing zu kribbeln und wie er erstarrte. Nur wenige Sekunden hatte er in die Schwärze gestarrt und doch war ihm nun zumute, als hätte eisige Pranke gerade sein Herz gepackt und zerrte daran um es herauszureißen. Er merkte wie sein Atem immer schneller ging, er stolperte ein paar Schritte rückwärts und schrammte dabei mit dem Rücken an die Wand. Es reichte aber um den Sichtkontakt zum Spiegel zu unterbrechen und Rowen sank keuchend gegen die Wand. Er zitterte.

  3. #33
    DA-FRPG only Avatar von Rhaego Alcaryen
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    Ein lauter Knall riss Rhaego aus der Betrachtung des elfischen Reliefs. Es klang, als ob irgendwo in der Ruine ein Tor mit Schwung zugeschlagen worden wäre. Überrascht merkte er erst jetzt, dass er sich allein in dem großen, von Wurzel durchdrungenen Raum befand. Die beiden Elfen mussten alleine die Ruine erkunden gegangen sein. Nun, ihre Schuld, wenn sie nicht in der Lage waren, die Schätze direkt vor ihren Augen zu erkennen. Wäre das Relief nicht so verwittert gewesen, hätte er sicher mehr über die alten, magischen Techniken des Volkes lernen können, denn das – so vermutete er – war hier festgehalten.

    Doch die zuschlagende Tür oder was immer diesen Lärm verursacht hatte, beunruhigte ihn doch ein wenig. Von Xydia war anzunehmen, dass sie mit der angemessenen Vorsicht mit all den alten Relikten umging, die man hier finden konnte, doch Rowen würde sicher alles einzupacken versuchen, was nicht niet- und nagelfest war.

    Er schulterte seinen Rucksack und verließ den Saal, vage in die Richtung streunend, aus der der Knall gekommen sein musste. In dem Gang traf er auf Alrik. Der Bursche war noch ein wenig durcheinander, der Lärm schien ihn aus dem Schlaf geschreckt zu haben. Generell hatte Alrik schon besser ausgesehen, obwohl er Schmutz und Staub an der kleinen Quelle aus Gesicht und Händen gewaschen hatte. Sein Hemd wies mehrere Risse auf, seine Haare waren durcheinander und die ersten Bartstoppel verdunkelten den unteren Teil seines Gesichtes.
    Unwillkürlich fuhr Rhaego sich über Mund und Wangen. Ja, auch er hatte bereits wieder einen stoppeligen Bart. Den alten Myrddin würde das sicher aufregen, dass ein Magier so unansehnlich durch die Gegend lief. Ganz zu schweigen von dem verknoteten blonden Haar. Im Turm war das schulterlange Haar ein Protest gegen die Templer gewesen...

    Rhaego vertrieb die Gedanken mit einem kurzen Kopfschütteln. Dann trat er zu Alrik und gemeinsam machten sie sich in die Richtung auf, aus der der Knall gekommen war.

  4. #34
    Rookie Avatar von Xydia
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    Sie lief durch den Wald. "Papa! Mama!" Aufgeregt war sie, das kleine Mädchen, es wurde dunkel und niemand schien in irher Nähe zu sein. Abrupt blieb es stehen. Ihr Blick wanderte zwischen den Bäumen hin und her, doch ausmahcen konnte sie niemanden. "Glückskind?" Sie wirbelte herum und sah eine wunderschön Frau aus dem Baum links von ihr treten.Unwillkürlich wich sie einen Schritt zurück. "Du musst keine Angst haben, Kind ich will dir nichts böses." Die Frau musterte sie. "Du bis deiner Mutter Tochter, du kannst Dinge tun, die anderen nicht möglich sind, nciht wahr?" Sie nickte nuschelte ein. "Ja." Die Dryade lächelte. "Nun, dann werde ich über dich wachen, bis deine Eltern hier sind." "Woher weißt du wer ich bin?" "Du bist ein Abbild deiner Mutter, Kind." Das Mädchen staunte nicht schlecht. "Woher kennst du meine Mutter?" Gerade, als sie ansetzen wollte zu antworten, war das Getrappel von Wildhirschen zu vernehmen. Sie wandte sich um und was sie sah, ließ ihr Herz höher schlagen. Die Frau sprang vom Rücken des Wildschirsches, lief auf das kleine Mädchen zu, nahm sie in den Arm, wog sie hin und her. Wieder und wieder flüsterte sie den Namen, streichelte sie. "Du bist sicher." Mama nahm sie an die Hand und richtet sich auf, sie verneigte sich in Richtung der Dryade. "Hab dank, dass Du mein Kind beschützt hast." Dann wandte sie sich um, hob die Kleine auf den Rücken des Wildhirsches, stieg danach selbst auf. Das Kind schmiegte sich an ihre Mutter, genoss die Geborgenheit, die sie so sehr brauchte.

    Was sie sah war ihr eigener Wunsch nach Geborgenheit, nach Liebe, Zuneigung weg von all dem was sie hatte durchleben müssen. Die Szene war so echt, dass ihr vor Glück schwindlig wurde. Xydia verlor das Gleichgewicht, sank zu Boden.
    Geändert von Xydia (06.11.2017 um 16:22 Uhr)

  5. #35
    DA-FRPG only Avatar von Rowen Teravis
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    Rowen brauchte eine Weile um sich davon zu überzeugen, dass das gerade eben wieder nur Einbildung gewesen war. Der ganze Schrotthaufen hier wollte ihn nur fertigmachen. Bestimmt weil er nicht elfisch genug war, oder so. Tief durchatmen. Nur Einbildung. Nur Blödsinn. Nichts weiter. sagte sich der Dieb immer wieder. Nur ein Haufen dummer Magie, die sich über mich lustig machen will. Nur ganz allmählich beruhigte er sich wieder und bekam auch endlich das Zittern seiner Hände in den Griff. Langsam hatte er das Gefühl, unter diesem alten Gemäuer zu ersticken. Er wollte endlich hier raus, irgendwo hin wo es... Zivilisation gab. Oder Menschen. Ganz egal. Diese letzte Überraschung hatte ihm gerade schon wieder gereicht. Rowen wandte sich ab und verließ den Raum, ohne noch einen Gedanken an Xydia zu verschwenden. Wie ging es hier raus? Vielleicht könnte er durch eines der Löcher in der Decke klettern... Besonders weit kam der Dieb nicht, denn er hörte fremde Schritte die näherkamen. Er blieb stehen und sah sich kurz darauf Blondie und Bürschchen gegenüber. „Na, fertig mit Wände anstarren?“ stichelte er halbherzig, aber er war mit den Gedanken sichtlich woanders. Er hatte nicht einmal Lust so wirklich auf eine Antwort zu warten. Langsam schlurfte er weiter den Gang entlang, von den beiden weg, und versuchte sich zu orientieren. „Falls ihr die Elfe sucht, die liegt irgendwo da drin. Ich geh da nicht nochmal rein.“ Rowen guckte kurz in Richtung des ungückseligen Raumes, dann schweifte sein Blick wieder an Wänden und Decke entlang. Wenn er ein hirnverbrannter und gelangweilter Elf wäre, wo würde er einen Ausgang verstecken?

  6. #36
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    Ihr Brustkorb hob und senkte sich gleichmässig.

    Die Frau setzte sie ab, was nicht ohne Schwierigkeiten geschah, denn sie, das kleine Kind, schmiegte sich fest an ihre Mutter. Erst danach schwang sichdie Elfe selbst vom Wildhirschen. "Komm, Du wirst Hunger haben und müde sein." Das Mädchen hielt die Hand der Mutter fest, ja sie klammerte sich geradezu daran. "Ich bin bei Dir, mein Augenstern und werde es auch bleiben. Das Mädchen sprach nicht, drückte die Hand nur noch fester. Ein Elt trat auf die beiden zu. "Ich bin froh Euch zu sehen. Du hast also Erfolg gehabt mit Deiner Suche, anders als ich, aber wichtig ist nur, dass Du hier bist, bei uns, Tochter." Ihre Augen strahlten so, wie die des Elfen. "Papa!" Sie ließ die Hand ihrer Mutter los und stürmte auf ihn zu. Er fing sie auf, hob sie hoch drehte sich mit ihr im Kreis. Einen Kuß auf die Stirn und eine lange Umarmung folgten.

    Es war so schön und genau diese Schönheit des Traumes oder was es auch war, drückte wie eine Last auf ihrer Brust.

    Die Elfe japste nach Luft, versuchte zu atmen. Ihre Lungen brannten wie Feuer. Luft, sie brauchte Luft. Der Schmerz in ihren Lungen ließ sie hoch schrecken. Unsicher schaute sie sich um. Der Raum... der Spiegel... Xydia kroch aus dem Raum, die wenigen Habseligkeiten, die ihr geblieben waren. Nichts war schöner gewesen als diese Wärme und Elternliebe zu spüren und doch hatte es sie gelähmt.

    Endlich hatte sie den Zugang zum Raum erreicht. Langsam und extrem vorsichtig zog sie sich hoch am steinernen Türrahmen. "Niemand sollte den Raum mehr betreten... niemand. Er ist gefährlich, gefährlicher noch für jemanden mit schwachenn Geist, denn er tötet durch Liebe..." Sie holte tief Luft. "Ausgang... wir sollten einen Ausgang finden."Auf ihren Zauberstecken sich stützend trat sie zu den anderen.
    Geändert von Xydia (21.11.2017 um 07:57 Uhr)

  7. #37
    DA-FRPG only Avatar von Rhaego Alcaryen
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    Als Alrik mit Rhaego im Schlepptau um die nächste Ecke bog, stießen sie fast mit Xydia zusammen, die halb an dem steinernen Türrahmen hing, durch den sie gerade in den Flur getreten war.
    „Niemand sollte den Raum mehr betreten... niemand. Er ist gefährlich, gefährlicher noch für jemanden mit schwachen Geist, denn er tötet durch Liebe...Ausgang... wir sollten einen Ausgang finden."
    Er tötet durch Liebe? Was bitte soll das denn heißen? Rhaego versuchte, an der Elfe vorbei in den Raum zu schauen. Ein Zug an seinem Ärmel hielt ihn zurück. Es war Alrik, ein Arm vorsichtig stützend unter Xydias Ellbogen.
    „Hast du nicht gehört, was sie gesagt hat? Da drin ist es gefährlich! Und wenn sogar eine Magierin das sagt...“ Der Bursche schüttelte sich.
    Und was bin ich? Etwas kein Magier? Er würde schon damit fertig werden. Ein erneutes Zupfen an seinem Arm. „Lass uns endlich herausfinden, wo wir sind. Und vielleicht wieder in die Zivilisation finden.“
    Rhaego hob die Augenbrauen. „Das hier ist Zivilisation, Alrik. Die Errungenschaften – insbesondere die magischen – der alten elfischen Völker überragen die der Menschen um weites. Gerade in den Dales...“
    „Das mag ja sein“, unterbrach ihn Alrik, während er ihn am Ärmel in Richtung des Saales schob, wo sie übernachtet haben, mit der anderen Hand noch immer Xydia stützend, die nun schon deutlich aufrechter lief und kaum mehr auf ihn angewiesen war. „Aber das hilft uns nicht weiter. Wir wissen ja nicht einmal, wo genau wir gerade sind.“

    Rhaego hielt das nicht für das schwerwiegendste Argument, doch hatten sich Alrik und Xydia deutlich sichtbar schon entschieden. Sie kehrten in den großen Raum, wo sie geschlafen hatten, um ihre Sachen zu holen. Kurz davor stießen sie auf Rowen, der auch ganz zufrieden schien, die Ruinen zu verlassen.
    Geschichtsbanausen, dachte Rhaego. Diese einzigartige Chance, mehr über die alten Errungenschaften zu lernen, einfach so abzutun!

    Mürrisch folgte er den anderen, die scheinbar einem Luftzug oder ähnlich folgten. Er hätte fast darauf gewettet, dass sie sich trotzdem in den Ruinen verlaufen würden, doch bald wurde der breite Gang vor ihnen heller und eine eingestürzte Seitenwand gab einen Blick auf einen steilen Abhang frei, dicht mit uralten Bäumen bewachsen. In der Ferne, weit jenseits des Abhangs, stachen dunkle Schatten in die Höhe und gingen scheinbar übergangslos in die Wolken über. Rhaego brauchte einen Moment, bis er erkannte, dass es Berge waren, deren schneebedeckte Gipfel nur zum Teil hinter den Wolken sichtbar waren.

    Wie weit mochte es wohl bis dorthin sein? Eine Tagesreise? Eine Woche? Rhaego vermochte die Entfernung nicht richtig einzuschätzen. Tatsache hingegen war, dass unter der Ruine lediglich der dichte Wald wartete. Und das nennen sie Zivilisation.
    Wenigstens hatte man von dem erhöhten Punkt aus, auf dem die Ruine errichtet war, der Spitze eines sanften, rollenden Hügels, einen guten Blick auf die Umgebung. Es musste doch irgendwie möglich sein, sich zu orientieren...

    Da fiel ihm etwas ein. „Wartet“, sagte er und ging neben seinem Rucksack in die Hocke. Nach einigem Kramen brachte er die Karte zum Vorschein, mittlerweile leicht verknickt, die Myrddin ihm im Turm mitgegeben hatte. Im Stillen dankte er der Voraussicht seines alten Mentors, während er die Karte glatt strich und so hielt, dass alle sie sehen konnten.

    „Nun, wir müssen irgendwo in der Nähe von einem Gebirge sein“, konstatierte Alrik das Offensichtliche, während er auf das Pergament stierte.
    Rhaego nickte. „Die Frage ist nur, in welcher Richtung.“ Er sah sich suchend um. „Wo bitte ist denn hier Norden?“

  8. #38
    DA-FRPG only Avatar von Rowen Teravis
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    Entgegen aller Erwartungen wankte die Elfenmagierin doch wieder aus dem verfluchten Raum heraus. Rowen hatte aber keine Lust mehr zu warten bis die Dreiergruppe ihr Geplapper abgeschlossen hatte. Er wollte hier raus. Es reichte ihm und er konnte dieses Gemäuer nicht mehr sehen. Während der Dieb seinem Bauchgefühl folgte und eine Richtung einschlug die ihm vielversprechend erschien, bekam er nur einzelne Gesprächsfetzen mit. Zivilisation, pah. Das hier? Typisch Elfenfanatiker. Und das Schlammloch von Gesindeviertel in dem ich gelebt habe, wär das dann eine Metropole für ihn?

    Am Ende kam die ganze Truppe wieder zusammen und überraschenderweise war auch Blondie dabei. Sieh an, es gibt ja doch Menschen die ein bisschen Vernunft besitzen! Und endlich! Endlich fanden sie einen Weg ins Freie! Kurz geblendet nahm Rowen einen Arm vor die Augen als er nach draußen trat. Es fühlte sich an als würde eine große Last von ihm abfallen. Endlich draußen! Doch die kurze Freude währte nicht lange, denn als sich seine Augen an das Licht gewöhnten folgte die Ernüchterung. Und die Resignation hielt Einzug mit der Gewalt eines Hammerschlags. Nichts. Nur. Wald. Rowens Blick schweifte über die undurchdringliche Masse aus Unkraut, die von hier aus so groß wirkte wie ein ganzer Ozean. Es gab nichts, nicht einmal eine Straße oder sonst etwas. Nur... Wildnis. „Wir sind ja am Arsch der Welt“, brach es mit einem leicht verzweifelten Unterton aus ihm heraus. Natürlich musste es Wildnis sein. Verdammt, er war für solche Umgebung nicht geschaffen! Er HASSTE die Wildnis. Die einzige Wildnis mit der er etwas anfangen konnte, war der unbarmherzige Dschungel von Gassen, Dächern und düsteren Ecken in denen sich kriminelle Gestalten wie er natürlicherweise bewegten. Das war sein natürlicher Lebensraum, keine Wälder und schon gar keine dämlichen Elfenruinen!
    Der Dieb ließ sich auf einem Stein nieder, weil ihn seine Beine plötzlich kein Stück mehr tragen wollten, und schlug beide Hände vors Gesicht. Fuhr sich mit den Fingern durchs Haar und wirkte mehr und mehr verzweifelt. Normalerweise ließ er sich nur schwer unterkriegen, aber so allmählich hatte er seine Belastungsgrenze erreicht. Er seufzte resigniert.

    Und Blondie mit seiner Karte wirkte auch alles andere als vertrauenserweckend.
    Geändert von Rowen Teravis (28.11.2017 um 17:59 Uhr)

  9. #39
    Rookie Avatar von Xydia
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    "Danke." Xydia bedanke sich für die Stütze, die ihr geboten wurde. Ohne ein Wort war sie den anderen gefolgt und hatte versucht, sie so wenig wie nur möglich zu behindern. Der Spiegel war gefährlich, das stand für sie fest, doch sie hatte weder den Mut noch die Kraft die Zerstörung in Angriff zu nehmen.

    Endlich draußen! Sie atmete die frische Luft tief ein. Die Elfe hörte was Alerik sprach. "Die Richtung kann man bestimmen durch den Moosbesuchs an den Bäumen."

    ihre Augen suchten nach Rowen, für ihn wäre die Schönheit nichts und die frische Luft nichts. Ihm wäre eine Stadt lieber gewesen.

  10. #40
    DA-FRPG only Avatar von Rhaego Alcaryen
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    Na toll. Die beiden Elfen waren wirklich keine Hilfe. Immerhin sind sie doch Elfen! Sollten sie sich da nicht in all der Wildnis zurecht finden?
    Gut, Xydia kam aus dem Zirkel, wo man zugegebenermaßen recht wenig Gelegenheiten hatte, sich in irgendeiner Wildnis zu orientieren. Aber wenigstens Rowen könnte doch dazu in der Lage sein. Selbst in einer Stadt wäre es doch ganz nützlich, ab und an die Himmelsrichtungen zu kennen? Stattdessen bekam er nun eine Sinnkrise auf dem Stein, auf den er sich hatte fallen lassen..

    „Die Richtung kann man bestimmen durch den Moosbewuchs an den Bäumen.“
    Das hatte auch Rhaego schon einmal gelesen. In nördlicher Richtung wuchs mehr Moos, da dort weniger Sonne hin schien. Er ließ die Karte sinken und stapfte zum nächsten Baum, der am Rande des Abhangs stand. Der Stamm war gleichmäßig auf allen Seiten mit Moos bewachsen.
    So viel zu dieser Theorie. Er schnaubte.

    Alrik, der ihm gefolgt war, warf einen Blick auf den Stamm, auf den Stamm daneben und dann noch auf einen weiteren Baum. Dazwischen sah er immer wieder zum Himmel auf.
    „Nun, ähm, Norden ist, nun ja, ähm, Norden ist da. Ja, genau da!“ Er streckte einen Arm aus.
    Rhaego stöhnte innerlich. Der Bursche klang nicht wirklich überzeugend. Eher so, als müsse er zuallererst einmal sich selbst überzeugen. Nun, das hatte er anscheinend geschafft. Mit sichererer Stimme wiederholte er: „Genau dort ist Norden.“

    Solange Rhaego keine Ahnung hatte, ob es stimmte, konnte er der Annahme auch einfach folgen. Die anderen beiden sahen genauso wenig überzeugt aus wie er, doch auch sie widersprachen nicht. Also öffnete Rhaego seine Karte erneut. „Dann sind wir westlich von den Bergen...“, murmelte er und suchte auf der Karte. Die nächsten Worte blieben in seiner Kehle stecken. In seiner Karte Fereldens gab es nur ein Gebirge, das dem gewaltigen Bergzug vor ihnen entsprechen konnte. Und das lag im äußersten Westen Fereldens. Also... befanden sie sich außerhalb Fereldens! Er schluckte. Und auch das stimmte nur, wenn es sich tatsächlich um das Frostgipfelgebirge handelte und kein anderes, das irgendwo in Thedas – oder gar jenseits davon – liegen konnte.

    „Wo sind wir dann, Rhaego?“, fragte Alrik, der sich neben ihn drängte, um einen Blick auf die Karte zu erhalten. Stumm deutete der Magier auf die Dales. Es würde sogar Sinn machen, redete er sich ein, natürlich, eine alte elfische Ruine befand sich natürlich mit höchster Wahrscheinlichkeit in den Dales. Und waren hier nicht überall Hügel um sie herum?

    „Das ist ja schön!“, strahlte Alrik. „Dann ist das dort das Frostgipfelgebirge? Da wollten wir ja sowieso hin. Da hat uns dieser Zauber ja ein gutes Stückchen Weg erspart.“ Er grinste die anderen an, die sich von seiner Überschwänglichkeit nicht wirklich anstecken lassen wollten. „Wir müssen nur bis zu den Bergen kommen, dann finden wir sicher einen der Eingänge nach Orzammar! Immerhin liegt unser Schatz irgendwo bei den Zwergen verborgen. Lasst uns rasch dorthin aufbrechen!“

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