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Thema: Elfenruine nahe Orzammar

  1. #31
    Newbie Avatar von Xydia
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    Es war, als ob ein Wirbelwind sie traf, als Rowen sie packte und hinter sich herzog bis das er selbst das Gitter hinter sich gelassen hatte und es schnell wieder ins Schloß fallen ließ um die Spinne auszusperren. Xydia hätte nicht erwartet gehabt, dass er sich um sie kümmern würde, doch genau das hatte er getan. "Danke, Rowen." Dies war ehrlich gemeint, sie hätte die Kraft nicht gahabt.

    Das Zweite was sie wahrnahm war sein Lächeln. Es ließ jung erscheinen, seine Züge schienen sanft. Es tat gut zu sehen, dass in ihm, Rowen, noch herzliches war, er sich freuen konnte. Es freute sie, dass er etwas gefunden hatte. Was es war ging sie nichts an, wichtig war nur, das er sich freute.

    Als sie wieder bei Atem war, ging sie hinüber zur anderen Türe und warf eine Blick hindurch. Dieser Raum war anders, als der vorherige. Hier waren keine Gemälde mit Jagdszenen, hier gab es Bilder von Schlachten und eine Art von Ahnengalerie. Merkwürdigerweise waren die Gesichter der meisten Portraits unkenntlich gemacht oder herausgehauen worden. Der Raum zog sie trotzdem an. Langsam, gemessenen Schrittes betrat Xydia die Halle. Die Säulen waren gut erhalten. Im Gegensatz zu den anderen Hallen, hatte hier keine Pflanze ihren Weg hinein gefunden. Die schwerbeschädigten Statuen in der Mitte, vier an der Zahl, stellten wohl Krieger da und schienen etwas schützen zu wollen, das in ihrer Mitte stand.

    Sie näherte sich der Stele in der Mitte und blieb dann erstaunt stehen. In der Mitte auf der ihr nun zugewandten Seite der Stele war ein Spiegel. Er wies keinerlei Zeichen des Gebrauchs oder all der Jahre hier ohne Pflege auf. Ihr Blick fing sich im Spiegel. Stumm und starr stand sie da, dann sackte sie zusammen.

  2. #32
    DA-FRPG only Avatar von Rowen Teravis
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    Als sich die Elfe bei ihm bedankte, drehte sich Rowens Kopf leicht zur Seite und von dem erbeuteten Schmuckstück weg. Seine Augen funkelten und zum ersten Mal überhaupt stand ihm nicht die Ablehnung ins Gesicht geschrieben, die sich sonst immer beim Anblick dieser Elfe zeigte. Diesmal war es die gleiche schelmische Freundlichkeit, die er gegenüber seinen alten Diebeskollegen gezeigt hatte. „Ach, vergiss es“, schob er das ganze einfach beiseite. „Gewöhn dich nur nicht dran.“

    Die Elfe ging an ihm vorbei und verschwand in den nächsten Raum. Rowen drehte seinen Kopf mit und guckte ihr nach, bis sie außer Sicht war. Dann fuhr er erst einmal damit fort, vorsichtig und behutsam den Ring zu säubern den er erbeutet hatte. Es schien sich tatsächlich um echtes Gold zu handeln, ein ziemlich massives Monstrum das sich ein zartes kleines Menschenfräulein vermutlich nicht an den Finger gesteckt hätte. Nach einer Weile kamen auch noch irgendwelche Gravuren zum Vorschein. Zwergisch... wenn er sich nicht irrte. Lesen konnte er es nicht. Aber das Ding wirkte ziemlich alt und wertvoll. Dann musste Rowen es nur noch irgendwo loswerden...

    Seine feinen Ohren fingen ein dumpfes Geräusch aus dem Nebenraum auf, das als Echo an den Wänden entlang hüpfte. Erst jetzt sah Rowen wieder auf und löste den Blick von seinem Beutestück. Was war das denn jetzt gewesen? Ihm fiel auf, dass die Elfe noch nicht wieder zurückgekommen war. Hm. Er ließ den Ring in einer seiner Taschen verschwinden und lugte vorsichtig um die Ecke in den Raum hinein. Ein ziemlich großer, weitläufiger Raum, ausnahmsweise mal ohne Unkraut. Dafür war das Inventar umso stärker beschädigt. Und irgendwo in der Mitte des Raumes lag der dunkle Umriss einer gewissen Elfenmagierin, flach und reglos auf dem Boden ausgestreckt. Hatte sie letzten Endes doch den Kampf gegen Erschöpfung und Verletzungen verloren? Unwahrscheinlich, gerade eben hatte sie eigentlich noch ganz fit gewirkt. Also... was war dann passiert? Rowen guckte sich neugierig von seinem Platz aus weiter um und schlich sich dann, nachdem er nichts sehen konnte, ganz bedächtig, langsam und vorsichtig weiter vor. Und dann fiel ihm ein weiterer Fremdkörper auf. Ein... Spiegel? Irgendein hässlicher und übertrieben kitschiger Standspiegel, wie ihn vielleicht irgendwelche dekadenten reichen Frauen in ihrem Haus stehen hatten. Diese Art von Kitsch hatte Rowen inzwischen gelernt, was als elfisch einzustufen. Es passte zur restlichen Gestaltung dieser Bruchbude hier. Aber irgendwas störte ihn an diesem ganzen Bild. Irgendwas hier weckte sein Misstrauen, er blieb stehen wo er war und merkte, wie sich die feinen Härchen an seinem Nacken aufstellten. Irgendwas an diesem Spiegel... er wirkte viel zu neu... viel zu frisch, so als wäre er gerade erst angefertigt und hier aufgestellt worden. Und doch... der Spiegel zeigte kein Spiegelbild. Sondern... Leere? Irgendeinen schwarzen Abgrund? Nein, es war Dunkelheit, die stille schwarze Dunkelheit einer mondlosen Nacht und ein paar Formen zeichneten sich darin ab... Formen... ganz bestimmte Formen... Rowen merkte wie seine Haut anfing zu kribbeln und wie er erstarrte. Nur wenige Sekunden hatte er in die Schwärze gestarrt und doch war ihm nun zumute, als hätte eisige Pranke gerade sein Herz gepackt und zerrte daran um es herauszureißen. Er merkte wie sein Atem immer schneller ging, er stolperte ein paar Schritte rückwärts und schrammte dabei mit dem Rücken an die Wand. Es reichte aber um den Sichtkontakt zum Spiegel zu unterbrechen und Rowen sank keuchend gegen die Wand. Er zitterte.

  3. #33
    DA-FRPG only Avatar von Rhaego Alcaryen
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    Ein lauter Knall riss Rhaego aus der Betrachtung des elfischen Reliefs. Es klang, als ob irgendwo in der Ruine ein Tor mit Schwung zugeschlagen worden wäre. Überrascht merkte er erst jetzt, dass er sich allein in dem großen, von Wurzel durchdrungenen Raum befand. Die beiden Elfen mussten alleine die Ruine erkunden gegangen sein. Nun, ihre Schuld, wenn sie nicht in der Lage waren, die Schätze direkt vor ihren Augen zu erkennen. Wäre das Relief nicht so verwittert gewesen, hätte er sicher mehr über die alten, magischen Techniken des Volkes lernen können, denn das – so vermutete er – war hier festgehalten.

    Doch die zuschlagende Tür oder was immer diesen Lärm verursacht hatte, beunruhigte ihn doch ein wenig. Von Xydia war anzunehmen, dass sie mit der angemessenen Vorsicht mit all den alten Relikten umging, die man hier finden konnte, doch Rowen würde sicher alles einzupacken versuchen, was nicht niet- und nagelfest war.

    Er schulterte seinen Rucksack und verließ den Saal, vage in die Richtung streunend, aus der der Knall gekommen sein musste. In dem Gang traf er auf Alrik. Der Bursche war noch ein wenig durcheinander, der Lärm schien ihn aus dem Schlaf geschreckt zu haben. Generell hatte Alrik schon besser ausgesehen, obwohl er Schmutz und Staub an der kleinen Quelle aus Gesicht und Händen gewaschen hatte. Sein Hemd wies mehrere Risse auf, seine Haare waren durcheinander und die ersten Bartstoppel verdunkelten den unteren Teil seines Gesichtes.
    Unwillkürlich fuhr Rhaego sich über Mund und Wangen. Ja, auch er hatte bereits wieder einen stoppeligen Bart. Den alten Myrddin würde das sicher aufregen, dass ein Magier so unansehnlich durch die Gegend lief. Ganz zu schweigen von dem verknoteten blonden Haar. Im Turm war das schulterlange Haar ein Protest gegen die Templer gewesen...

    Rhaego vertrieb die Gedanken mit einem kurzen Kopfschütteln. Dann trat er zu Alrik und gemeinsam machten sie sich in die Richtung auf, aus der der Knall gekommen war.

  4. #34
    Newbie Avatar von Xydia
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    Sie lief durch den Wald. "Papa! Mama!" Aufgeregt war sie, das kleine Mädchen, es wurde dunkel und niemand schien in irher Nähe zu sein. Abrupt blieb es stehen. Ihr Blick wanderte zwischen den Bäumen hin und her, doch ausmahcen konnte sie niemanden. "Glückskind?" Sie wirbelte herum und sah eine wunderschön Frau aus dem Baum links von ihr treten.Unwillkürlich wich sie einen Schritt zurück. "Du musst keine Angst haben, Kind ich will dir nichts böses." Die Frau musterte sie. "Du bis deiner Mutter Tochter, du kannst Dinge tun, die anderen nicht möglich sind, nciht wahr?" Sie nickte nuschelte ein. "Ja." Die Dryade lächelte. "Nun, dann werde ich über dich wachen, bis deine Eltern hier sind." "Woher weißt du wer ich bin?" "Du bist ein Abbild deiner Mutter, Kind." Das Mädchen staunte nicht schlecht. "Woher kennst du meine Mutter?" Gerade, als sie ansetzen wollte zu antworten, war das Getrappel von Wildhirschen zu vernehmen. Sie wandte sich um und was sie sah, ließ ihr Herz höher schlagen. Die Frau sprang vom Rücken des Wildschirsches, lief auf das kleine Mädchen zu, nahm sie in den Arm, wog sie hin und her. Wieder und wieder flüsterte sie den Namen, streichelte sie. "Du bist sicher." Mama nahm sie an die Hand und richtet sich auf, sie verneigte sich in Richtung der Dryade. "Hab dank, dass Du mein Kind beschützt hast." Dann wandte sie sich um, hob die Kleine auf den Rüken des Wildhirsches, stieg danach selbst auf. Das Kind schmiegte sich an ihre Mutter, genoss die Geborgenheit, die sie so sehr brachte.

    Was sie sah war ihr eigener Wunsch nach Geborgenheit, nach Liebe, Zuneigung weg von all dem was sie hatte durchleben müssen. Die Szene war so echt, dass ihr vor Glück schwindlig wurde. Xydia verlor das Gleichgewicht, sank zu Boden.

  5. #35
    DA-FRPG only Avatar von Rowen Teravis
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    Rowen brauchte eine Weile um sich davon zu überzeugen, dass das gerade eben wieder nur Einbildung gewesen war. Der ganze Schrotthaufen hier wollte ihn nur fertigmachen. Bestimmt weil er nicht elfisch genug war, oder so. Tief durchatmen. Nur Einbildung. Nur Blödsinn. Nichts weiter. sagte sich der Dieb immer wieder. Nur ein Haufen dummer Magie, die sich über mich lustig machen will. Nur ganz allmählich beruhigte er sich wieder und bekam auch endlich das Zittern seiner Hände in den Griff. Langsam hatte er das Gefühl, unter diesem alten Gemäuer zu ersticken. Er wollte endlich hier raus, irgendwo hin wo es... Zivilisation gab. Oder Menschen. Ganz egal. Diese letzte Überraschung hatte ihm gerade schon wieder gereicht. Rowen wandte sich ab und verließ den Raum, ohne noch einen Gedanken an Xydia zu verschwenden. Wie ging es hier raus? Vielleicht könnte er durch eines der Löcher in der Decke klettern... Besonders weit kam der Dieb nicht, denn er hörte fremde Schritte die näherkamen. Er blieb stehen und sah sich kurz darauf Blondie und Bürschchen gegenüber. „Na, fertig mit Wände anstarren?“ stichelte er halbherzig, aber er war mit den Gedanken sichtlich woanders. Er hatte nicht einmal Lust so wirklich auf eine Antwort zu warten. Langsam schlurfte er weiter den Gang entlang, von den beiden weg, und versuchte sich zu orientieren. „Falls ihr die Elfe sucht, die liegt irgendwo da drin. Ich geh da nicht nochmal rein.“ Rowen guckte kurz in Richtung des ungückseligen Raumes, dann schweifte sein Blick wieder an Wänden und Decke entlang. Wenn er ein hirnverbrannter und gelangweilter Elf wäre, wo würde er einen Ausgang verstecken?

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