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  1. #1
    Kuhjunge Avatar von Vargo
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    Standard Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Fazit



    Story

    9 Jahre nach dem Angriff auf die Mother Base, erwacht Big Boss aus dem Koma. Angeleitet von einem enigmatischen Begleiter, flieht er aus dem Krankenhaus. Ein neuer Schurke ist auf der Bildfläche erschienen: Skull Face. Die Ziele des bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Mannes bleiben im Dunkeln, während er Big Boss (der sich nun Punished „Venom“ Snake nennt) eine immer größere Verschwörung aufdeckt und dabei neue Bekanntschaften schließt, wie z. B. Mit der stummen Scharfschützin Quiet.

    Bodenständig war die Geschichte der Metal Gear-Reihe noch nie. Es gab stets eine wilde Mischung aus Nanomaschinen, Sci-Fi-Technologien und Anleihen beim Mystizismus. Was nun hier aber geboten wird, grenzt schon an Albernheit, jedoch derart bierernst vorgetragen, dass man sich gelegentlich wirklich fragt, welche Kräuter Kojima während der Entwicklung geraucht hat.

    Die Erklärung für die Handlung der Charaktere sind bestenfalls irritierend, schlimmstenfalls vollkommen Banane. So ist die Erklärung weshalb Quiet kaum Kleidung trägt keine psychologische, wie es im Vorfeld immer wieder überlegt wurde, sondern eine biologische. Zuviel will ich dahingehend aber nicht vorweg nehmen. Eine große Rolle spielen auch Parasiten und deren Effekt, wobei man sich bei der Erklärung nur die flache Hand an die Stirn schlagen kann. Ganz zu schweigen von den enervierend langatmigen Erläuterungen einer Figur namens Code Talker, die über Kassetten ewige Vorträge zu dem Thema hält und zwar in einer furchtbar monotonen Tonlage.

    Ich hatte wirklich gehofft, dass Kojima aus The Phantom Pain das Breaking Bad der Videospiele macht. Eine langsame Veränderung von Big Boss zum Schurken von Outer Heaven und Zanzibar. Wirklich der Fall ist dies nun nicht, aber darüber kann man hinweg sehen, denn die Inszenierung ist trotz der schrägen Story sehr gelungen. Die Zwischensequenzen sind wahre Hingucker und liefern eine coole Actionchoreograph nach der anderen.

    An die Größen der Serie kommt The Phantom Pain aber nicht heran. Dort rangiert für mich weiterhin Snake Eater als uneingeschränkte Nummer 1, gefolgt von MGS 4 und The Twin Snakes. Was die Story betrifft, muss sich The Phantom Pain sehr weit hinten einreihen.



    Gameplay

    Wo die Story enttäuscht, bläst das Gameplay einen mit seiner Vielfältigkeit förmlich vom Hocker. Durch die offene Spielwelt hat man zahlreiche Möglichkeiten vorzugehen. Agiere ich nun als Sniper? Oder gehe ich aggressiv in die Offensive? Will ich doch lieber im Nahkampf agieren und leise meine Feinde neutralisieren? Die Möglichkeiten sind groß, aber der leise und nicht tödliche Weg ist der profitabelste, auch da man durch das Fulton-System so die Feinde für die eigenen Reihen rekrutieren kann.

    Die eigene Basis ist dabei ein Ort, der einem zwar ans Herz wächst, aber recht wenig wirkliche Spielmöglichkeiten bietet. Das Ausbauen bringt überwiegend Vorteile im Feld, die Basis selbst zu erkunden ist recht unergiebig. Es gibt zwar hin und wieder einzigartige Videosequenzen, aber davon abgesehen gibt es bis auf Sammelobjekte keinen Anreiz die eigene Basis zu durchstreifen. Cool ist es jedoch, dass man sie mit eigener Symbolik verzieren kann, in individuellen Farbschemen erstrahlen lassen kann und das die Objekte, die man im Feld sammelt (stationäre Maschinengewehre, Mörser, Luftabwehrgeschütze, PKWs, etc.) dort auftauchen.

    Eine große Neuerung sind auch die Buddies. Dabei handelt es sich um Begleiter, die man ins Feld mitnehmen kann. Insgesamt gibt es vier Stück, die sehr unterschiedliche Vor- und Nachteile bringen. D-Horse ist zum Beispiel gut dafür schnell von einem Ort zum anderen zu kommen. D-Dog dagegen erschnüffelt Feinde und kann diese später sogar ablenken oder attackieren. Quiet liefert Schützenhilfe und kundschaftet feindliche Basen aus. Und schließlich gibt es noch einen sogenannten Walker Gear: Einen steuerbaren Roboter, den man mit Waffen individualisieren kann, wodurch er entweder zum Schleichwerkzeug oder zur gnadenlosen Killermaschine wird.

    Einen Minuspunkt gibt es ausgerechnet in dem Gebiet, das die Serie so groß gemacht hat: Bosskämpfe. Es gibt zwar durchaus welche, aber keiner davon kommt an die Originalität älterer Teile heran. Man liefert sich zwar z. B. Scharfschützenduelle, aber diese werden nie so intensiv wie der Kampf gegen The End in MGS 3. Da wäre definitiv mehr drin gewesen. Schade.

    Cool ist es dagegen, dass man zahllose Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Anzüge durch die Entwicklungsabteilung der Basis entwickeln lassen kann. Später kann man auch die Waffen individuell anpassen, wodurch für jeden Spieltypen etwas dabei ist.



    Grafik

    Das Spiel ist wunderhübsch. Durch die Thematik bleibt zwar alles im militärischen, leicht tristen Rahmen, aber die Details was Uniformen, Umgebungen, Tierwelt, Technologien und vieles mehr betrifft, sind schlicht weg fantastisch. Die Gesichter der Figuren sind ausdrucksstark animiert und die Animationen der Bewegungen geschmeidig. Snake wechselt flott zwischen liegen, ducken und stehen und legt auch rasche Sprünge ins Unterholz hin. Durch ihre glaubhafte grafische Inszenierung, wachsen einen der Hund und das Pferd ans Herz, weshalb ich schon mit extremer Aggression reagiert habe, als jemand meinen armen Köter angeschossen hat.



    Sound

    Durch die Kassetten gibt es zahlreiche Hits aus den 1980iger Jahren. Darunter Interpreten wie Billy Idol, Europe und mehr. Gehört habe ich die Songs aber eigentlich nur, wenn ich auf der Mother Base unterwegs war und dort Diamanten und dergleichen einsammelte. Es gibt daneben aber natürlich auch wieder einen eigenen Soundtrack, der aber nicht ganz an die Größen der Serie heranreicht. Dennoch fällt die Musik teilweise emotional, teilweise treibend aus, wodurch man sich nicht wirklich beklagen kann.

    Toll sind auch die Waffensounds, die druckvoll aus den Boxen erschallen. Daneben machen die Sprecher einen sehr guten Job. Speziell Kiefer Sutherland hat als Snake aber relativ wenig zu sagen, da dieser sich meist schweigend im Hintergrund hält und Ocelot (die Allzweckwaffe Troy Baker) oder Miller das Sprechen überlässt. Negativ fiel mir speziell die vorher schon erwähnte Figur des Code Talkers auf. Der Sprecher versucht die Sprachweise der Ureinwohner Amerikas zu imitieren, wird dadurch aber unglaublich monoton. Man hört ihm einfach nicht gerne zu.

    Fazit

    Als Magnus Opus und Abschiedsgeschenk von Hideo Kojima, der mit diesem Teil der Serie den Rücken kehrt, ist MGS5 eine kleine Enttäuschung, allerdings auf sehr hohem Niveau. Gerade das Gameplay ist über jeden Zweifel erhaben und erlaubt Schleichen in vollkommen neuen Dimensionen. Die Story liefert zwar wieder einige Twists, diese sind aber entweder nicht durchweg glaubwürdig oder reißen einfach nicht vom Hocker.

    8.5 von 10 Punkten
    Geändert von Vargo (20.09.2015 um 14:27 Uhr)


  2. #2
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    Eines der besten Games, die ich je gespielt hatte. Kann ich nur jedem empfehlen.

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