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  1. #1
    Let's Player Avatar von Karrzun
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    Standard Lichtgeschwindigkeit überboten?

    Neutrinos schneller als Licht?
    Einstein muss zittern
    Eine Konstante für die Ewigkeit: die Lichtgeschwindigkeit. Einsteins Relativitätstheorie baut darauf, unser ganzes Weltbild sogar. Physiker haben jetzt neu gemessen und festgestellt: Es geht auch schneller - mit Neutrinos. Eine unerklärliche Anomalie?

    Von Manfred Lindinger


    Licht setzt Maßstäbe: Nichts im Universum sollte schneller sein als Licht, stellte Albert Einstein fest. Sollte es daran Zweifel geben?Licht setzt Maßstäbe: Nichts im Universum sollte schneller sein als Licht, stellte Albert Einstein fest. Sollte es daran Zweifel geben?

    Die Nachricht kam in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in die Welt und schlug ein wie eine Bombe. Eine europäische Forschergruppe habe im italienischen Untergrundlabor Gran Sasso in der Nähe von Rom gemessen, dass Neutrinos eine Strecke von 730 Kilometern schneller zurücklegt hätten als Licht.

    Die ungeladenen Elementarteilchen, die am europäischen Forschungszentrum Cern bei Genf gestartet waren, seien zwar nur sechzig Milliardstel Sekunden (Nanosekunden) eher ans Ziel gekommen, für die Physiker bedeutet diese geringe Diskrepanz - sollte sich der Effekt als richtig herausstellen - aber den Umsturz einer Weltanschauung. Denn die Neutrinos hätten damit den absoluten Geschwindigkeitsrekord gebrochen und ein Dogma verletzt, das noch immer als unerschütterlich gilt: die Relativitätstheorie von Albert Einstein. Danach kann sich nichts schneller ausbreiten als Licht, das im Vakuum ein Tempo von 300 000 Kilometer pro Sekunde besitzt.

    Als Maximaltempo der Speziellen Relativitätstheorie setzt die Lichtgeschwindigkeit gewissermaßen die Grenze zwischen Vergangenheit und Zukunft, würde das Grundprinzip, dass die Ursache stets der Wirkung vorausgeht, durcheinandergewirbelt, wenn man sich schneller fortbewegen würde als Licht. Doch kein noch so ausgeklügeltes Experiment hat bislang nachweisen können, dass das Grundprinzip der Relativitätstheorie verletzt ist.
    Wissenschaftler noch zurückhaltend

    Die Forschergruppe des Experiments Opera, die ihre Ergebnisse auf arxiv.org, einer der wichtigsten Online-Plattformen für wissenschaftliche Vorabdrucke, veröffentlicht hat, ist daher selbst äußerst zurückhaltend, was die Interpretation ihres Befunds betrifft. Schließlich ist man sich in der aus hundert Physikern bestehenden Gruppe untereinander selbst noch nicht einig, welche Schlüsse zu ziehen sind. Dennoch läuft die Spekulationsmaschine bereits auf Hochtouren, und in den einschlägigen Blogs wird bereits munter spekuliert.

    Vor allem aber dominiert die Ratlosigkeit. "Die gesamte moderne Physik beruht auf der Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie", sagt Christian Weinheimer von der Universität Münster, der den Ergebnisse eher skeptisch gegenübersteht. "Würden sich Neutrinos tatsächlich schneller ausbreiten als Licht, wäre das natürlich eine Sensation." Aber die experimentellen Details sind so komplex, dass sie auch Experten für Neutrinoforschung wie Weinheimer nur schwer verstehen können.

    Was sind Neutrinos?

    Neutrinos, von denen es drei Sorten gibt, sind die rätselhaftesten Elementarteilchen, die die Teilchenphysiker kennen. Sie sind ungeladen, reagieren kaum mit Materie und besitzen eine geringe Masse, wie man erst seit kurzem weiß. Deshalb können sie sich ineinander umwandeln. Routinemäßig werden Myon-Neutrinos, die sich nur schwer nachweisen lassen, am Forschungszentrum Cern erzeugt, indem man energiereiche Protonen auf eine Graphitfolie schießt.

    Für ihren Flug zu den beiden 730 Kilometer entfernten Opera-Detektoren, die zum Schutz vor Höhenstrahlung im Gran-Sasso-Massiv sitzen, benötigt man keine Strahlrohre. Von den rund 1018 Myon-Neutrinos pro Jahr erreicht nur ein Bruchteil die mehrere hundert Tonnen schweren Detektoren, worin sie ihre Spuren hinterlassen. Während sich die Forscher von Opera normalerweise dafür interessieren, ob sich ein Myon-Neutrino in ein Tau-Neutrino umwandelt, haben sie sich diesmal darauf konzentriert, wie schnell die Teilchen unterwegs sind. Aufgrund ihrer Masse sollten sich die Neutrinos allenfalls langsamer als Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, auf keinen Fall schneller. Um das zu testen, haben die Wissenschaftler in vielen Versuchen die Flugzeit der Neutrinos gemessen.

    Dem Licht um Jahre voraus?

    Den Effekt, den man jetzt aufgetan hat, ist beachtlich. Die Neutrinos würden sich um 0,0025 Prozent schneller ausbreiten als Licht, schreiben die Forscher in ihrer Vorabveröffentlichung. Bei einer Supernova, die mehr als hunderttausend Lichtjahre entfernt ist, wäre der Effekt drastisch. Die Neutrinos, die der explodierende Stern freisetzt, wären die Geisterteilchen einige Jahre früher auf der Erde als der Lichtblitz der Supernova.

    "Die Jungs haben ihr Bestes getan, aber bevor sie Einstein vom Sockel werfen, sollte noch ein unabhängiges Experiment die Ergebnisse von Opera überprüfen", sagte John Ellis, Cheftheoretiker des Cern der "New York Times". Die Forscher von Opera setzen auf das Neutrino-Experiment Minos, das in der ehemaligen Soudan-Mine in Minnesota untergebracht ist und von Neutrinos aus dem 735 Kilometer entfernten Fermilab bei Chicago beschossen wird. Nachdem die Forscher bislang weniger Glück hatten mit der bislang vergeblichen Suche nach dem Higgs-Teilchen, könnte die Teilchenphysik nun unerwartet wieder frischen Wind bekommen.

    Text: F.A.Z.
    Quelle, 24. September 2011


    Ist zwar noch nichts sicher und bisher nur ein einmaliges Testergebnis, aber natürlich ist bereits das äußerst verwunderlich, denn wie sonst hätte dieses Ergebnis zu Stande kommen sollen?
    Haltet Ihr tendenziell an Einstein und seiner Relativitätstheorie fest oder glaubt Ihr , dass am neuen Maß aller Dinge in Sachen Geschwindigkeit was Wahres dran ist?

    So lange es bei diesem einem Testergebnis bleibt, sehe die momentan geltenden Maßstäbe nicht gefährdet. Sollte das Ergebnis allerdings wiederholt werden (können), muss alles überdacht und -arbeitet werden... würde ja doch mehr oder minder alles über den Haufen werfen.
    Kaum vorzustellen, dass Einsteins Formeln nur Näherungswerte liefern könnten.

  2. #2
    Spieler-Gott Avatar von Cyrcle
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    Es ist auf alle Fälle ein ganz erstaunlicher Forschungsbeitrag. Zu Thema gibt es auch einen Artikel der Bild der Wissenschaft

    Diese Abhandlung hält allerdings ein paar Erklärungen bereit, die mit der Relativitätstheorie konform gehen. Die wichtigste Frage, die in diesem Beitrag aufgestellt ist: Warum kommen Neutrinos, die von einer Supernova stammen, zeitgleich mit dem Licht der Supernova an und nicht deutlich früher, wenn diese doch schneller als das Licht sein sollen ...
    Gewalt ist die Waffe der Schwachen (Mahatma Gandhi)

  3. #3
    Spammer Avatar von cyberpirate
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    Was mich immer verwundert sind die Wissenschaftler selbst. Denn
    es kommt ja doch ab und an mal vor das bestehende Gesetze dann
    doch nicht mehr gültig sind. Und das es Überlichtgeschwindigt geben
    kann ist eben auch nur wieder mal ein Beleg dafür das nichts für
    immer ist.

  4. #4
    All I did was dream Avatar von General-Osiris
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    Bevor das nicht (experimentell) bewiesen werden kann, gehe ich bei der Sache von einem schlichten Messfehler aus. Cyrcle hat ja schon auf einen der Widersprüche hingewiesen und soweit ich mich richtig erinnere, sind die Messinstrumente nicht exakt, sondern haben einen gewissen Toleranzbereich.
    We had a good ride. - The best.

  5. #5
    Black Angel Avatar von hexenking
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    Solche Forschungen sind interessant, aber solange wir keinen Nutzen daraus erzielen können, halte ich sowas für reine Geldverschwendung.

  6. #6
    What are you doing kiddo? Avatar von Couga
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    Ohne Grundlagen Forschung, ergibt sich auch keine weiterführende Forschung die dann mal zu Dingen führt aus dennen wir einen Nutzen ziehen.

  7. #7
    Spieler-Gott Avatar von Cyrcle
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    Zitat Zitat von hexenking Beitrag anzeigen
    Solche Forschungen sind interessant, aber solange wir keinen Nutzen daraus erzielen können, halte ich sowas für reine Geldverschwendung.
    Also so um 1930 die theoretische und experimentelle Physik Forschungsgelder für die Quantenphysik zum Fenster hinaus geworfen hat, hatte zu dieser Zeit kein Mensch etwas von den Ergebnissen dieser Forschung.

    Es ist nun aber so, dass es ohne Quantenphysik weder Computer noch Internet geben würde weil die gesamte Halbleitertechnik auf der Quantenphysik aufbaut.

    Wer also so denkt wie du, der gönnt künftigen Generationen keinen Fortschritt
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  8. #8
    What are you doing kiddo? Avatar von Couga
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    Nur das 1941 bereits ein gewisser Konrad Zuse den ersten Computer gebaut hat.
    Der hatte mir sicherheit noch nichts mit Quantenphysik zu tun.

    Aber prinzipiel hast du schon recht.

  9. #9
    Spieler-Gott Avatar von Cyrcle
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    Zitat Zitat von Couga Beitrag anzeigen
    Nur das 1941 bereits ein gewisser Konrad Zuse den ersten Computer gebaut hat.
    Der hatte mir sicherheit noch nichts mit Quantenphysik zu tun.

    Aber prinzipiel hast du schon recht.
    Aus diesem Grund habe ich auch von der Halbleitertechnik gesprochen. Ein Smartphone mit Röhren- und Relaistechnik stelle im mir so richtig prickelnd vor
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  10. #10
    Moderator Avatar von germi
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    Das war aber erst der Z3, der hat vorher schon Computer gebaut. Im Endeffekt sind das aber elektromechanische Computer die mit Relais arbeiten, der Z3 hatte 2000 Stück. Dann kamen die Geräte mit Röhren (z.B. ENIAC), dann mit Transistortechnik und mit integrierten Schaltungen wie wir sie heute noch benutzen.

    Selbst ein moderner programmierbarer Taschenrechner hat ein vielfaches der Leistung des Z3. Der hat gerade mal 5,3 Hz, dafür wiegt er eine Tonne und frisst 4000 Watt. Dazu kostete er damals 50.000 RM.

    Heute hat aber auch selbst ein Auto mehr Rechenleistung drin als damals für die Apollo 11 Mondlandemission zur Verfügung stand.

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