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  1. #1
    Muskelkater Avatar von Sargnagel
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    Standard Die Wahl in Berlin 2011

    Sieg für Wowereits SPD - Piraten entern Parlament, FDP draußen

    Die SPD hat ihre Stellung als stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus verteidigt. Koalieren könnte Klaus Wowereit künftig mit Grünen (18 Prozent) oder CDU (22 Prozent). Erstmals vertreten im Parlament ist die Piratenpartei, die rund acht Prozent erreichte. Die FDP hingegen scheiterte an der Fünfprozenthürde.

    Die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Klaus Wowereit, der seit 2001 Berlin regiert, erreichten nach ersten Prognosen etwa 30 Prozent und mussten damit im Vergleich zur Wahl 2006 (30,8 Prozent) leichte Verluste hinnehmen. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Frank Henkel konnte sich hingegen leicht verbessern. Sie erreichte gut 22 Prozent, das ist etwa ein Prozentpunkt mehr als 2006 ( 21,3 Prozent).

    Die Linkspartei, bisheriger Koalitionspartner der SPD, verlor nach den ersten Prognosen mehr als zwei Prozentpunkte und kam nach 13,4 Prozent im Jahr 2006 nun nurmehr auf gut zehn Prozent. Deutliche Zugewinne von etwa fünf Prozentpunkten konnten die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin Renate Künast verzeichnen. Sie erreichten etwa 18 Prozent (2006: 13,1 Prozent). Die FDP, die 2006 noch 7,8 Prozent der Stimmen erreichte, wird dem neuen Abgeordnetenhaus nicht mehr angehören. Sie verlor mit ihrem Spitzenkandidaten Christoph Meyer etwa fünf Prozentpunkte. Mit etwa drei Prozent scheiterte sie klar an der Fünf-Prozent-Hürde.
    Rot-Grün oder große Koalition?

    Hingegen schaffte die Piratenpartei bei ihrer ersten Teilnahme an einer Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus auf Anhieb den Sprung ins Landesparlament. Mit ihrem Spitzenkandidaten Andreas Baum erreichten sie etwa acht Prozent.

    Der Regierende Bürgermeister und stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Klaus Wowereit kann damit die bisherige rot-rote Koalition nicht mehr fortführen. Zwei Möglichkeiten bieten sich ihm: Rot-Grün oder eine große Koalition mit den Christlichen Demokraten als Juniorpartner. Rot-Grün ist in den Umfragen mit Abstand die beliebteste Bündniskonstellation der Wahlberechtigten. Wegen starken Widerstands vor allem aus den eigenen Reihen hatten die Grünen ihren zunächst auch in Richtung CDU offenen Wahlkampf zugunsten einer Koalitionsaussage für die SPD geändert.

    Die FDP hatte gehofft, nach den zuletzt leicht verbesserten Umfragewerten im Bund doch noch den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus zu schaffen. Sie warb für sich mit dem Slogan: „Berlin-Wahl ist auch Euro-Abstimmung.“ Das gute Ergebnis der Piratenpartei wird auch dem als enttäuschend wahrgenommenen Wahlkampf der Grünen zugeschrieben, die zunächst als Favoriten galten, dann aber in den Umfragen rasch hinter die SPD zurückfielen.
    Grünen überholen Linke

    2006 landete die SPD mit 30,8 Prozent deutlich vor der CDU, die auf 21,3 Prozent kam. Die Linke erhielt 13,4 Prozent, die Grünen lagen mit 13,1 Prozent knapp dahinter auf dem vierten Platz. Die FDP erreichte 7,8 Prozent. Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen zeichnete sich eine vergleichsweise geringe Wahlbeteiligung ab.

    Insgesamt standen 22 Parteien zur Wahl. Zusammen mit dem Abgeordnetenhaus wurden die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Berliner Bezirke neu gewählt. Dabei dürfen auch 43.000 Berliner, die 16 und 17 Jahre alt sind, sowie hier ansässige EU-Bürger ihre Stimme abgeben, so dass es insgesamt 2,66 Millionen Wahlberechtigte gibt. 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 58 Prozent.
    Geringe Wahlbeteiligung

    Bei schlechtem Wetter gaben bis 12 Uhr lediglich 19,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Damit lag die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt um 3,2 Prozentpunkte niedriger als bei der Wahl 2006 (22,3 Prozent). Insgesamt standen 22 Parteien zur Wahl. Zusammen mit dem Abgeordnetenhaus wurden die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Berliner Bezirke neu gewählt. Dabei durften auch 43 000 Berliner, die 16 und 17 Jahre alt sind, sowie in der Bundeshauptstadt ansässige EU-Bürger ihre Stimme abgeben, so dass es insgesamt 2,66 Millionen Wahlberechtigte gab.

    Im Wahlkampf haben sich auch die Spitzen der jeweiligen Bundesparteien engagiert. Wowereit trat am Freitag gemeinsam mit dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel und dessen Stellvertreterin Manuela Schwesig sowie dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer auf dem Potsdamer Platz auf. Wowereit hatte einen Brief mit einer positiven Regierungsbilanz an 1,3 Millionen Haushalte schicken lassen. Den CDU-Spitzenkandidaten Frank Henkel unterstützte Kanzlerin Merkel mit einem Auftritt im bürgerlichen Steglitz-Zehlendorf. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Renate Künast, wurde bei einem Fest am Freitagabend auf dem Schönefelder Winterfeldplatz vom Stuttgarter Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und von der Parteivorsitzenden Claudia Roth unterstützt. Die Linkspartei legte ihre Abschlusskundgebung mit dem Spitzenkandidaten, Wirtschaftssenator Wolf, und dem Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Gregor Gysi, auf den Köpenicker Schlossplatz, weit im Südosten der Stadt.
    http://www.faz.net/artikel/C32306/wa...-30688585.html

    Wow, was für eine Wahl! Die FDP ist völlig am Boden, die Piraten sind auf jeden Fall im Landtag, und die großen Parteien können keine 30 % sammeln...

  2. #2
    kruziik vokun staadnau Avatar von tenochtitlan
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    ARD-Hochrechnung 18:14 Uhr • SPD 29,2%, CDU 23,4%, GRÜ 17,9%, LIN 11,6%, PIR 8,6%, FDP 1,8%
    Gratulation an die Piraten, wenn ich auch ihre Programmatik abseits des Internets für absoluten Blödsinn halte ist eine neue demokratische Kraft in den Parlamenten eine gute Nachricht.

  3. #3
    What are you doing kiddo? Avatar von Couga
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    Zitat Zitat von tenochtitlan Beitrag anzeigen
    ist eine neue demokratische Kraft in den Parlamenten eine gute Nachricht.
    Dafür verschwindet derzeit ja eine andere demokratische Kraft in der Bedeutungslosigkeit.

  4. #4
    Muskelkater Avatar von Sargnagel
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    Die Piraten haben noch andere Themen?

    Naja, jeder fängt mal klein an, und ich bin jetzt echt gespannt, wie sich das entwickelt. Ein eigenes Amt für den Internetminister wird es aber wohl nur virtuell geben..

  5. #5
    Stop. Drop. Roll. Avatar von Gruumsh
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    Ich habe gehört, dass laut der Prognose "Die Partei" (Satirepartei von Martin Sonneborn) mehr Stimmen als die FDP bekommen haben soll.

    Habe dazu jetzt aber keine Quelle im Internet gefunden.

  6. #6
    kruziik vokun staadnau Avatar von tenochtitlan
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    Zitat Zitat von Couga Beitrag anzeigen
    Dafür verschwindet derzeit ja eine andere demokratische Kraft in der Bedeutungslosigkeit.
    Was ich übrigens nicht gut finde, aber zur Zeit absolut verdient ist.
    Zitat Zitat von Sargnagel Beitrag anzeigen
    Die Piraten haben noch andere Themen?
    Ja, dieser ganze Quatsch wie bedingungsloses Grundeinkommen ohne den Hauch einer Gegenfinanzierungs-Idee - wobei ohne unfinanzierbare Wunschträume in Berlin wohl politisch nicht zu gewinnen ist

    Zitat Zitat von Gruumsh Beitrag anzeigen
    Ich habe gehört, dass laut der Prognose "Die Partei" (Satirepartei von Martin Sonneborn) mehr Stimmen als die FDP bekommen haben soll.

    Habe dazu jetzt aber keine Quelle im Internet gefunden.
    Die aktuellen Prognosen kennen alle nach der FDP nur noch "Sonstige", also mit weniger Stimmen.

  7. #7
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    Ob das Sinn macht, das eine Partei, deren Parteipolitik im Absondern von unmöglich umzusetzenden "Forderungen" besteht, nun im Parlament ist, bleibt abzuwarten. Die wollen doch selbst nicht wirklich Politik machen und können das auch garnicht.
    Gewählt wurden sie, weil viele Menschen einfach nichts mehr mit dem derzeitigen Hickhack in der Politik anfangen können. Nur - besser wird das mit einer Piratenpartei auch nicht. Eher schlimmer, weil die zwar nun die Möglichkeit haben, alles und jeden in der Politik mit ihren Stimmen anzufechten, sich dadurch aber vieles hinziehen und nichts wirklich umgesetzt werden kann. Das wid die Menschen in Zukunft nur noch mehr verunsichern.
    Gerade jetzt hätte es Sinn gemacht, eine große Partei seiner Wahl zu stärken, was ich zum ersten Mal auch getan habe. Keine Grünen wie sonst immer, denn die sind mir durch ihre Eitelkeiten im letzten Jahr mehr als unsympatisch geworden, sondern die SPD. Leider dachten wohl nicht viele so wie ich und es wird bei dem Hickhack in der Politik bleiben.

  8. #8
    kruziik vokun staadnau Avatar von tenochtitlan
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    Die Piraten sind ja schließlich erstmal in der Opposition, da können sie Schritt für Schritt den Alltagsbetrieb lernen. Und wenn sie was für Transparenz tun, würde mich das auch nicht stören - denn bei den Piraten hat man immerhin aktuell im Gegensatz zu den alten Parteien noch die Möglichkeit, den Entscheidungsprozess live mitzuverfolgen.

  9. #9
    kruziik vokun staadnau Avatar von tenochtitlan
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    Hier die Prognose-Daten für alle Parteien - FDP auch hinter der NPD: http://www.wahlen-berlin.de/wahlen/B...abtitel=Berlin

  10. #10
    Cave Johnson Avatar von monDschatTen
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    Ich weiß nicht so recht was ich von der Wahl halten soll. Das die FDP immer noch Staub frisst finde ich nicht unbedingt schlecht. Bezüglich der Piraten ist tenos Meinung sehr interessant. Mehr Parteien können auf jeden Fall nen Vorteil bieten, frischer Wind mag auch nicht schlecht sein. Mein Problem damit ist aber, das unsere Demokratie so weit ist, das die Menschen aus Verzweiflung/fehlendem Interesse schon eine Partei wählen die nur zu einem winzigen Teil der Politik überhaupt ein Programm/eine Meinung hat. Ich möchte hier auch keine Symphatiesanten der Piraten beleidigen! "Logischerweise" finde ich als Internetmensch ihre Ziele auch nicht schlecht, aber solang mir diese Partei nicht zu Allem (oder fast Allem) eine Meinung/Richtung bieten kann, kann ich sie als Partei einfach nicht ernst nehmen.
    Seltsam finde ich die "Enttäuschung" der Grünen von wegen Künast als Bürgermeisterin und Wunsch stärkste Partei zu werden nicht erfüllt. Im Vergleich zu ihrer Geschichte haben sie in den letzten 1-2 Jahren doch ein unglaubliches Wachstum hingelegt und mal ganz nebenbei verdrängt man nicht die beiden alteingessenen großen Parteien in Deutschland. Rot-Grün ist doch für sie nach der Senior Partnerschaft in irgendeiner Kolation (Grün-Rot vor Allem) die es krasserweise jetzt erstmalig gegeben hat (BaWü) noch immer sehr gut.

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