Unser System ist halt ohne Folter ausgelegt, logischerweise denn sonst kann man jeden für praktisch verknacken lassen, irgendwann knickt jeder ein und gibt auch nicht begangene Taten zu.
Dass das für viele nicht nachzuvollziehen, dass eben die Gesetze für alle gelten, auch wenn er eben ein Verbrecher ist, so muss es juristisch eben ablaufen und ich finde das okay, wenn mir das Rechtssystem absolut nicht gefällt, dann muss man eben entweder über Parteien das System ändern oder auswandern.
Der Prozess war im Grunde nur eine Farce, bei der dieser Typ sowieso noch draufzahlen musste, aber wer weiß, wie er das sieht?
Möglicherweise lacht sich der ja ins Fäustchen auch wenn er draufzahlen muss? Man weiß ja nie was so jemanden durch den Kopf geht.
Um das was germi schon so richtig gesagt hat nochmal hervorzuheben: Was fühlen die Angehörigen von Jakob dabei?
Ich glaube kaum, dass es sonderlich angenehm ist den Mörder seines Kindes triumphieren zu sehen, auch wenn der Triumph trügerisch ist.
Jedenfalls hat solch ein Mensch seine Menschlichkeit durch ein Verbrechen dieser Art verwirkt.
Es gibt nichts absolut NICHTS auf dieser Welt, das einem Menschen das Recht gibt einem Anderen und vor allem einem mit so wenig Lebenserfahrung das Leben zu nehmen.
Ein Mensch der sowas tut ist in meinen Augen schlimmer als jedes Tier. Denn sogar Tiere töten nur, wenn sie Hunger haben oder diverse Instinkte anspringen. (Haie zum Beispiel haben eine sonderbare Art was kennen zu lernen. Die beißen da einfach beherzt reinDie wenigsten Menschen sterben durch direkte Haiangriffe, sondern meißt an den Folgen dieser "Test"bisse.)
Aber beim "intelligentesten" Lebewesen auf diesen Planeten sollte man meinen, dass er durch seine Intelligenz wobei ich die emotionale und moralische Intelligenz anspreche, in der Lage sein sollte vorher zu erkennen, wenn etwas falsch ist oder im Nachhinein zumindestens dazu zu stehen und vor alle es zu bereuen.
Aber den Radau und die Pauken die er mit dem Prozess um Schmerzensgeld gemacht hat, sprechen nicht gerade für seine Reue.
Das Rechtsystem und die Gesetze der modernen zivilisierten Gesellschaft sind zwar Richtlinien an die ich mich halte, aber ich respektiere sie in keinster Weise, weil man die emotionalen Schäden nicht berücksichtigt, die möderische Taten mit sich tragen, außerdem bekommt man den Eindruck, dass Gerichtsverfahren nur finanzielle Spielereien sind.
Ich kann mir nicht einmal ausmalen wie es sich anfühlt sein Kind zu verlieren, aber keine Strafen die von Menschen vergeben werden können, sind in der Lage einen solchen Verlust aufzuwiegen.
Das Schlimmste ist, dass dieser Mörder nicht einmal den Wert von Gefühlen zu kennen scheint und somit auch gar nicht nachvollziehen kann, wie sich die Angehörigen fühlen, ansonsten hätte er es nicht gewagt ein für die Hinterbliebenen so beleidigendes Gerichtsverfahren durchzuziehen, ansonsten hätte er gar nicht psychisch bedrängt werden müssen, ansonsten hätte er das Kind gar nicht umgebracht.
Für mich gehört der in eine Zwangspsychatrie und seine Gefühle gehören auf Vordermann gebracht. Solange er offenabr keine Reue empfindet, bleibt er ein potentielles Risiko.
Er sollte von einem Psychiater ordentlich durchleuchtet werden, um dafür zu sorgen, dass die kranken Persönlichkeitszüge die einem Menschen dazu befähigen sowas zu tun geheilt werden.
Denn auch wenn er schlimmer ist als ein Tier, hat er immer noch das Recht zu leben.
Und sollte er sich tatsächlich bessern, in der Lage sein Reue zu empfinden und zu erkennen, dass es falsch ist was er tat und es zutiefst bedauert, dann wären die Menschen bestimmt in der Lage ihm zu verzeihen.
So funktioniert "Menschlichkeit"...
Geändert von ENC (06.08.2011 um 21:49 Uhr)
Es gibt einige menschen die gestehen eine Tat ohne sie begangen zu haben, einfach weil sie im verhör so unter druck gesetzt werden dass sie praktisch alles zu geben. Ich denke dass diese zahl sich mit androhung von Folter erhöhen könnte. Also nein eine Androhung Folter sollte nicht drinnen sein.
Wie gesagt, im Fall Gäfgen ging es ja nicht um das Geständnis. Dass er den Jungen von Metzler entführt hat, hat Gäfgen ja schon nach seiner Verhaftung zugegeben. Er hat aber auch gesagt, dass der Junge noch lebte, und dass er qualvoll verdursten wird, weil nur er, also Gäfgen, das Versteck kannte.
Im Prinzip kann ich die Aktion des Polizisten verstehen, es musste angenommen werden, dass das Kind noch lebte und daher finde ich auch, dass es angemessen war, alles zu tun um es zu retten.
Dass Jakob von Metzler zu der Zeit schon tot war, wusste ja ausser Gäfgen, der nichts sagte, keiner.
Klar kann man mir jetzt wieder mit Menschenrechten, Grundgesetz und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit kommen, aber ich frage mich, was ein größerer Verstoß gegen das Grundgesetz ist: Einem Verdächtigen Gewalt ANZUDROHEN, um das Leben eines Entführungsopfers zu retten, oder das Leben eines Entführungsopfers zu opfern, um die Unversehrtheit des Verdächtigen zu retten. Steht Unversehrtheit über Leben? Ich weiss nicht genau...
Wie schon gesagt wurde, die Tat hatte er ja bereits gestanden. Man hatte das Lösegeld bei ihm gefunden. Er wurde nach der Übergabe ja direkt beschattet, als er dann aber sich anstatt um Jakob zu kümmern, an den Flughafen Frankfurt fuhr und Tickets kaufte, wurde er direkt verhaftet.
Es ging nur um die Preisgabe der Information wo der Junge versteckt wurde, da man davon ausging, dass der Junge noch lebt. Ihnen würde aber die Zeit davonlaufen, da der Junge wahrscheinlich ohne Nahrungsmittel und Wasser in dem Versteck liegen würde, und wahrscheinlich verdursten würde.
Dann kam ja auch erst raus, dass Gäfgen den Jungen bereits direkt nach der Entführung ermordet hatte. Das hat Gäfgen getan um zu verhindern dass Jakob mitteilt, dass eben Gäfgen ihn entführt hatte. Die Tötung war von Anfang an geplant um seine Straftat zu verdecken. Die zwei kannten sich, denn Gäfgen hatte damals Jakob Nachhilfestunden erteilt. Der Typ ist eiskalt, mit dem sollte man auch kein Mitleid haben....solche Leute gehören eigentlich nie mehr auf die Straße gelassen.
Aus Gäfgen wäre ansonsten soweit wohl nichts rauszuholen gewesen, im Gegenteil, er war noch so dreist in der U-Haft die Polizei und die Eltern des Opfers zu erpressen...also hat man diese Methode angewandt um eben das Versteck zu erfahren.
Geändert von germi (07.08.2011 um 22:15 Uhr)
Er mag ein Kindermörder sein, doch er nutzt das deutsche Rechtssystem aus und zeigt uns, wieder einmal, wie hirnrissig doch die deutsche Rechtspolitik voranschreitet.
Er hat es nicht ausgenutzt, es blieb beim Versuch!
Eben weil unser Rechtssystem auch mit solchen Fällen fertig wird. Den Prozess mag er gewonnen haben, aber das Urteil hat ihn nicht weitergebracht, ganz im Gegenteil! Sein Schuldenberg hat um einiges zugelegt. Das hat er sich sicherlich anders vorgestellt...![]()
Puh, was man hier so liest ist ganz schön harter Tobak. Deutsche Rechtspolitik schreitet hirnrissig voran? Soso, dann sind Menschenrechte und das Verbot von Folter also nicht fortschrittlich oder essentiell für eine freiheitliche, rechtsstaatliche Demokratie?
Das Gericht hat absolut und zu einhundert Prozent richtig entschieden. Die Richter haben mehrmals die Arbeit der Beamten (und auch deren Verhalten) gewürdigt und gelobt, aber ein Abweisen der Klage hätte einen Präzedenzfall geschaffen, das Folter jeglicher Art Tür und Tor geöffnet hätte.
Folter ist grundgesetzwidrig:
Der Mann ist ein Unmensch, keine Frage, und er hat jegliche Strafe verdient, allerdings rechtfertigt das keinen Verfassungsbruch.Zitat von Art. 104 GG
Aber wir kennen ja alle das alte Spiel. Mistgabeln und Fackeln sind schnell zur Hand. Das nächste Mal aber bitte daran denken, in was für einem Staat wir leben, bevor man den Strick rausholt, um Herrn Gäfgen am nächstbesten Baum hängen zu lassen![]()
We had a good ride. - The best.