Osama bin Laden von US-Spezialkräften in Pakistan getötet
USA - Der Terrorführer Osama bin Laden ist tot. "Heute kann ich bekanntgeben, dass die USA eine Operation durchgeführt haben, bei der Osama bin Laden getötet wurde", sagte US-Präsident Barack Obama am späten Sonntagabend in einer aus dem Weißen Haus in Washington übertragenen Fernsehansprache. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan", sagte er.
Bin Laden sei schon vor geraumer Zeit in Pakistan aufgespürt worden, berichtete der US-Präsident. Schon im August sei er von einer "Spur" zu Bin Laden unterrichtet worden. Nachdem sich die Hinweise auf den Aufenthaltsort des Terrorführers verdichtet hätten, habe er vergangene Woche die US-Sicherheitskräfte beauftragt, bin Laden "der Gerechtigkeit zuzuführen".
Bin Laden sei in einer gezielten Aktion nach einem Feuergefecht getötet worden, seine Leiche befinde sich in US-Gewahrsam. Bei der Aktion seien keine US-Amerikaner zu Schaden gekommen und man habe danach getrachtet, zivile Opfer zu vermeiden. Obama betonte, dass die Tötung bin Ladens nicht gegen den Islam gerichtet sei. "Die USA werden nie in einen Krieg mit dem Islam treten. Bin Laden war kein Islamistenführer, er war ein Massenmörder."
Pakistanische Sicherheitskräfte an Operation beteiligt
Der pakistanische Geheimdienst hat den Tod des Al-Kaida-Führers bestätigt. Der Kopf des Terrornetzwerkes sei in einer "Geheimdienstoperation" getötet worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AFP in Islamabad.
US-Präsident Barack Obama sagte, dass pakistanische Sicherheitskräfte an der US-Kommandoaktion gegen Osama bin Laden beteiligt gewesen seien. Obama lobte diesbezüglich ausdrücklich den Beitrag des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari. In seiner Fernsehansprache bezeichnete es der US-Präsident als "bedeutsam", dass sich Pakistan weiterhin am Kampf gegen den Terrorismus beteilige.
Spontane Freudenfeiern in den USA
Die schon zuvor vom Fernsehsender CNN verbreitete Nachricht löste spontane Freudenfeiern in den USA aus. Hunderte Menschen versammelten sich vor dem Weißen Haus, wo sie US-Fahnen schwenkten und den Tod des Terrorpaten bejubelten. "Das ist der schönste Tag in der US-Geschichte", zitierte CNN die Aussage eines Bürgers.
Bin Laden gilt als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, die sich heuer zum zehnten Mal jähren. In New York und Washington waren damals knapp 3.000 Menschen ums Leben gekommen, als Al-Kaida-Terroristen Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers und das Pentagon steuerten.
Auf Anwesen bei Islamabad getötet
Laut CNN wurde Bin Laden auf einem Anwesen außerhalb der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getötet. US-Präsident George W. Bush (2001-2009) hatte sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 jahrelang vergeblich bemüht, Bin Laden aufzuspüren. Er meldete sich immer wieder in Video- und Audiobotschaften zu Wort und rief seine Anhänger zum Heiligen Krieg gegen den Westen auf. In jüngster Zeit war es aber still um Bin Laden geworden, als Sprachrohr des Terrornetzwerks fungierte sein Stellvertreter Ayman al-Zawahri (Sawahiri).
Der Tod bin Ladens gilt als großer Erfolg für US-Präsident Obama. Nach seinem Amtsantritt hatte er den Schwerpunkt des Anti-Terror-Kampfes auf Afghanistan gelegt und die US-Truppenstärke dort massiv erhöht. Obama hatte seinem Vorgänger im Wahlkampf vorgeworfen, nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 nicht entschlossen genug in Afghanistan gegen das Terrornetzwerk Al Kaida vorgegangen zu sein und die Chance ausgelassen zu haben, Bin Laden dort aufzuspüren. Die USA hatten ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar (16,8 Mio. Euro) auf bin Laden ausgesetzt. (APA)