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  1. #221
    ME FRPG Only Avatar von Rebekka v. Tannberg
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    Rebekka kniff die Augen zusammen. Drückte ihre Stirn gegen die Brustmuskulatur von Konrad und fühlte ihren Atem vibrieren, als sie versuchte sich zu beruhigen. Sie hörte das er etwas sagte, aber was, das konnte sie nicht verstehen. In ihren Ohren rauschte das Blut.
    Warum Konrad. Hatte er schon damals für Kathleen gearbeitet? Die Deutsche schniefte und inhalierte seinen Geruch. Ihre Stirn runzelte sich und sie atmete bewusster seinen Duft ein. Männlich, Moschus, Holz und Kupfer. Das gefiel ihr. Aber es sagte ihr noch was anderes. Gerade der Kupfergeruch sagte ihr mehr als er wohl zu wissen vermochte. Ruhig schob sie sich mit den Händen von Konrads Brust, suchte seinen Blick erneut und merkte wie er ihr auswich.

    Mit zitternder Hand, griff sie nach seinem Kinn, zog seinen Kopf herum und zwang ihn dann nach oben, bis das Licht sein Gesicht ausleuchtete. "Du hast dich geschlagen." sagte sie ruhig und langte hinter sich. Bekam ein Handtuch zu fassen und tunkte es in das Waschbecken das mit kaltem Wasser gefüllt war. Ihre linke Hand hielt sein Kinn dabei fest im Griff - erstaunlich fest für eine so zarte Frauenhand. Sogar Bekka war davon überrascht, beachtete es aber nicht weiter, sondern begann mit ihrer rechten und dem Handtuch darin, das Gesicht von Konrad abzutupfen. Das hingegen tat sie mit einer bemerkenswerten Behutsamkeit und mit viel Gefühl. Betrachtete seine Haut und lächelte.
    "Was ist da schief gelaufen?" fragte sie leise und reichte ihm dann das Handtuch um sich selber das Gesicht weiter zu waschen. Trat dann einen Schritt zur Seite und merkte wie seine Augen von ihrem Gesicht und ihrer Bewegung, auf ihre Brüste rutschte. Sie bemerkte auch wie ihm das sofort klar wurde und seine Wangen sich einen Tick röter färbten und er sofort wegsah.

    Bekka grinste leicht und legte den Kopf schief. Nahm die Bluse und schlüpfte geübt hinein. Schloss die Knöpfe an der Vorderseite und begann dabei mit den unteren. Ließ Konrad dabei aber nicht aus den Augen. Erst als sie in der Mitte ankam wurde ihr klar, dass das schon sehr provokant und eigentlich unprofessionell war.
    Sie lachte leise und schüttelte den Kopf über sich selber. Nahm die Hose und schlüpfte mit einem Bein hinein, balancierte dabei geschickt ihre Gewicht aus und wankte nicht mal.
    "Also." begann sie schließlich und nickte einmal. "Wir verschwinden von hier. Zu unsicher, wenn schon einer aus der Liste entdeckt wurde. Kein Kontakt mehr zu Geheimdienstquellen und Material. Wir verlassen uns auf das was wir haben." sagte sie leise und schlüpfte ins zweite Hosenbein. "Uns steht alles was Gladio hat zur Verfügung. Und das müsste reichlich sein."

    Als sie endlich fertig war stopfte sie die Bluse in den Hosenbund und schloss den Gürtel. "Wir brauchen eine gefälschte Identität für dich. Und wir brauchen Waffen." sagte sie etwas leiser. "Und dann will ich wissen wer dabei war, als Kathleen erschossen wurde." sie sah Konrad an. Ihr Grinsen wölfisch und fast nekrophil, ihre Augen kalt und hart. "Ich will jemanden umbringen, dafür."

  2. #222
    ME-FRPG ONLY Avatar von Li-Ann Herlock
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    Es war Weißbrot, ungetoastet. Das saftige Grün des Salates stach hervor und konkurrierte mit faden Blassrosa des Truthahns um die Vorherrschaft. Das Ei lag irgendwo dazwischen. Mayonnaise quoll zwischen den beiden Brotscheiben hervor. Die Folie umschloss das Kunstwerk.
    Sie starrte es an. Lange. Innerlich fragte sie sich, wann sie das letzte Mal etwas gegessen hatte. Die Frage nagte an ihr. Sie fasste sich langsam an ihren Bauch. Nichts. Kein Grummeln und schon gar kein Hungergefühl. Brauchte sie überhaupt etwas zu essen? Sie war sich unschlüssig. Langsam lehnte sie sich zurück, nur um im nächsten Moment wie von der Tarantel gestochen wieder nach vorn zu schießen. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Das Sandwich lag noch immer auf dem Tisch. Sie betrachtete es weiter.
    Die Form faszinierte sie. Dreieckig in perfekter Proportion. Ein rechtwinkliges Dreieck. Zwei fünfundvierzig Grad Winkel und ein neunzig Grad Winkel. Nichts schien hierbei dem Zufall überlassen zu sein. Die Kruste war entfernt worden. Ein Sandwich, dass keine Wünsche offen ließ.
    Dann fielen ihr die vielen Makel auf. Teilweise wies der Salat angelaufene Stellen auf. Das Brot schien trotz der der unendlich vielen Mayo trocken, genau wie das Fleisch. Die Verpackung warf Blasen und war an einer Stelle schon eingerissen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum war um mindestens eine Woche überschritten und das Ei hatte bestimmt auch mal bessere Zeiten erlebt.
    Das Dreieck war überseht von Rundungen und Wölbungen und die Winkel stimmten bei näherem Hinsehen auch nicht.
    Langsam öffnete sie den Mund, nur um ihn im Anschluss sofort wieder zu schließen und die Lippen fest aufeinander zu pressen. Sie spürte den Schmerz, den sie sich selbst bereitete. Ihre Lippen waren rau, blass und an vielen Stellen aufgeplatzt. Dennoch überkam keine Äußerung von Schmerz ihre äußeren Grenzen.
    Horatio blickte sie irritiert an. Dann bemächtigte sie sich des Sandwiches und wog es in der Hand. Li-Ann wippte es einige Male auf und ab. Es hatte für die geringe Größe ein außerordentliches Gewicht.
    NEIN!“, brüllte sie entsetzt. Dann überprüfte sie das Sandwich auf seine Flugeigenschaften.
    Die allerdings gefielen ihr. Das Sandwich hielt gut durch. Durchschnitt die Luft wie Butter, schaffte es aber nicht genügend kinetische Energie aufzubringen, um acht Zentimeter dickes Sicherheitspanzerglas zu durchdringen. Es war somit überhaupt nicht Kampftauglich. Gedanklich notierte Li-Ann diesen Fakt, fügte aber noch hinzu, dass sich der Belag gut dafür eignen würde, um potentielle Verfolger zumindest für einige Sekunden zu blenden.
    Horatio sprang auf, schritt um den Tisch zog die Pilotin an sich heran. Sofort fing er sich heftige Kratzer im Gesicht. Das Mädchen hatte Krallen und sie machte ohne Unterlass Gebrauch davon.
    „Lass mich los! Fass mich nicht an!“, flehte sie aufgelöst, ehe der alte Mann nachließ und Li-Ann wieder auf den Boden sank.

  3. #223
    ME-FRPG only Avatar von Konrad_Richter
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    „Mhm!“, brummte Konrad etwas protestierend, als Rebekka ihn am Kinn packte und sein Gesicht zu ihm drehte; ihn also dazu zwang, sie anzusehen.
    „Du hast dich geschlagen“, stellte die Agentin fest und Konrad zog eine Augenbraue hoch, brummte dann jedoch wieder, diesmal zustimmend. Mit ihren kräftigen Fingern auf seinen Backen konnte er eh nichts anderes von sich geben. Stattdessen blickte er ihr direkt in die Augen, während Rebekka mit einem nassen Handtuch über die Schürf- und Kratzwunden seines Gesichts wischte. Ihre verschiedenfarbigen Augen huschten über seine Gesichtszüge und das Glänzen in ihnen ließen den Ex-Polizisten für einen Moment das leichte Brennen der Wunden gänzlich vergessen.
    „Was ist da schief gelaufen?“, fragte sie schließlich und reichte ihm das Handtuch.
    „Ein Köter ist mir in die Quere gekommen.“ Konrad nahm es entgegen und stellte sich neben sie vor den Spiegel, um sich selbst um die Kratzer zu kümmern, wo bei ihm erneut die Unterwäsche seines Gegenübers auffiel. Sein Blick wanderte südwärts.
    Guter Mann, sie glotzen!
    Konrad sah sofort zur Seite, einen Tick zu ruckartig, wie ihm danach auffiel, doch er versuchte, den Coolen zu geben und sich nichts anmerken zu lassen – vergebens, natürlich. Ein paar Mal strich er noch über die Kratzer in seinem Gesicht, ehe er das Handtuch weglegte und sich wieder zu Rebekka umdrehte, die mittlerweile in eine Bluse geschlüpft war und gerade dabei war eine Hose anzuziehen. Ihren Blick hatte der Ex-Polizist dabei ständig in seinem Rücken gespürt, was ihm ein kaum sichtbares Schmunzeln ins Gesicht trieb. Er atmete einmal tief durch, zwang sich so zu mehr Professionalität und Ruhe, lehnte sich schließlich an dem Waschbecken an und verschränkte Beine, wie Arme, während die Agentin grob ihren Plan ausbreitete.
    „Und dann will ich wissen, wer dabei war, als Kathleen erschossen wurde.“
    Konrad, der bis gerade eben noch seine Stiefelspitzen fixiert und auf seiner Unterlippe gekaut hatte, dabei sporadisch genickt hatte, während er Rebekka zugehört hatte, sah jetzt auf und legte die Stirn in Falten. Das Grinsen der Agentin erinnerte ihn an das Fletschen von Zähnen, nicht an einen Ausdruck der Freude und auch ihr Blick war seltsam. Er hatte an Schärfe verloren und war irgendwie weniger faszinierend, wie sonst, wenn Konrad in diese Augen sah. Sie sahen kalt aus. Leer.
    „Ich will jemanden umbringen dafür.“
    Konrads einzige Reaktion darauf war ein Hochziehen beider Augenbrauen, vorerst zumindest. Er blickte sie einen Moment an, sog dann leise Luft zwischen den Zähnen ein, um sich schließlich mit einem „Also gut“ von dem Waschbecken abzustoßen.
    „An Waffen haben wir ein paar Kleinigkeiten hier“, begann der Ex-Polizist, wobei er der Agentin die Ironie in seiner Stimme keineswegs verheimlichte und sie mit einem Winken zurück ins Schlafzimmer und damit zum Eingang des Arsenals führte, „das sollte vorerst reichen, bis wir uns irgendwo bei Gladio niederlassen.“
    Rebekka gab ein bestätigendes Geräusch von sich, das ihn irgendwie an das Schnurren einer Katze erinnerte, und betrat das Arsenal, um sich den ein oder anderen Ausrüstungsgegenstand etwas genauer anzusehen. Hier und da strichen ihre eleganten, filigranen Finger, von denen Konrad jetzt wusste, dass sie auch kräftiger zugreifen konnten, über das kühle Metall eines Gewehrs, das im Regal an der Wand verstaut war; so wie es dem Ex-Polizisten vorkam, schienen sie dabei bekannte Formen, Kanten und Schlitze erfühlen zu wollen und nach ein paar Augenblicken, in denen er der Agentin schweigend dabei zusah, drehte sie sich wieder um und kam zurück zu Konrad.
    „Die Sache mit der neuen Identität überlasse ich dir. Wenn ich mit Passfälschern zu tun hatte, war bisher eigentlich immer ein Haftbefehl im Spiel, also…“, er lächelte zurückhaltend und zuckte mit den Schultern, als die beiden langsam zur Tür des Schlafzimmers und damit auch der Treppe hinunter ins Wohnzimmer kamen.
    „Was Neskas Ermordung angeht: ich weiß nicht, wer daran alles beteiligt war. Sie hat mich zu Horatio gebracht, sich dort von uns getrennt und nachdem wir hier mit Henrietta aufgeschlagen waren, habe ich von ihrem Tod durch die Nachrichten erfahren. Die ausführliche Version gibt es, wenn wir etwas mehr Zeit haben.“
    Er und Rebekka erreichten die Tür und zischend öffneten sich die beiden Flügel.
    „Bekka“, schaltete sich Konrad ein letztes Mal ein, hielt die Agentin sogar sachte an ihrem Oberarm fest, stockte dann jedoch mitten im Satz. Deine Schwester… Sarah. Sie denkt, ich… dass du…
    Er verfluchte sich selbst. Nicht einmal in Gedanken bekam er einen ordentlichen Satz zusammen für das, worum es ihm eigentlich ging. Glücklicherweise entschied sich das Mädchen im Erdgeschoss für irgendeine Showeinlage und lieferte dem Ex-Polizisten so einen Grund, das Gespräch abzubrechen und an Rebekka vorbei auf die Treppe zu stürmen.
    „Was zum Teufel ist hier los?“, rief er lauthals hinunter, als er das Handgemenge zwischen Horatio, dem alten Sack und dem umso blutjüngeren Ding, Sol oder wie sie sich nannte, erkannte.
    „Das Mädchen ist völlig durch den Wind“, stellte Horatio fest und kratzte sich etwas ratlos an der Stirn. Er mochte ein guter Agent sein, aber Abseits von Informationsgewinnung schien er sich in zwischenmenschlichen Angelegenheiten ein wenig wie ein Tölpel zu verhalten.
    „Nicht anfassen“, war das einzige, was Sol zusammengesunken auf dem Boden zu der ganzen Sache zu sagen hatte und Konrad kniete sich neben ihr ab. Soweit er es richtig erkennen konnte, war die Kleine nicht verletzt – mal von den Prügelspuren abgesehen – und da sie nicht angefasst werden wollte, entschied sich der Ex-Polizist dazu, die ganze Sache auch so zu handhaben. Er sah wieder zu Rebekka, die das Geschehen wohl von der Treppe aus beobachtet hatte und jetzt mit langsamen Schritt hinunter zu ihnen kam.
    „Wo auch immer du die her hast und was auch immer mit der los ist“, bemerkte er trocken, „wenn wir hier weg wollen, dann müssen wir sie irgendwie beruhigen.“ Und ehrlich gesagt: ich habe nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, wie ich das anstellen soll.
    Geändert von Konrad_Richter (23.11.2012 um 23:47 Uhr)

  4. #224
    ME FRPG Only Avatar von Rebekka v. Tannberg
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    Bekka grinste und schlüpfte in das Jackett, schloss den mittleren Knopf, zum Test und realisierte das die Jacke zu eng war. Öffnete den Knopf wieder und folgte Konrad, der ihr die Waffen zeigte die Bekka selbst hier her gebracht hatte. Sie sagte nichts.
    Sondern ließ ihre Finger über das Metall gleiten. Schloss die Augen und erinnerte sich an bestimmte Waffen die sie in ihrem Leben schon in der Hand gehalten hatte. Lächelte sanft und griff sich dann die MP aus dem Schrank und hackte sie sich an den Gürtel hinten knapp über ihrem Po, dort wo sie gerade noch von dem Jackett verdeckt wurde. In dem zusammengeklappten Stand-By-Zustand war das Ding praktisch nicht zu entdecken. Dann nahm sie eine der Handfeuerwaffen heraus, steckte sie sich in den Halfter unter der linken Achsel.

    Jetzt erst merkte sie das Konrad sie beobachtete hatte und lächelte. Drehte sich mit einem Ruck herum und sah ihn lange an. "Das ist dann wohl nicht die schlechteste Idee. Dafür brauche ich ein paar Sachen - am besten wäre es wenn wir Goldhändchen bei uns hätten." sagte sie und legte den Kopf schief. "Mal sehen was sich da machen lässt."
    Dann hielt sie inne und folgte Konrad der sich auf den Weg nach unten machen wollte, zumindest seiner Körpersprache nach. "Wir müssen sehen wer von Ihren Leuten in die Schusslinie geraten ist - und rausholen, wer uns helfen kann." Bekka schloss die Augen und leckte sich über die Lippen. Sie konnte sich keine Zweifel erlauben. Neska hatte ihr beigebracht auf ihre Instinkte zu hören, und somit kam es genau darauf jetzt an. Sie wusste genau was notwendig war und wie man es tat. Kathleen hatte ihr alles beigebracht. Vielleicht sogar alles was sie selber gewusst und gekonnt hatte für solche Aktionen. Auch wenn Bekka bestimmte Talente fehlten - so wusste sie doch, wie man diese Art von Operation leitete.

    Dann kehrte sie zurück in die Realität und hörte Konrad aufmerksam zu. Was er nicht ahnte, war das Bekka mehr aus seinen Worten schloss, als er gesagt hatte und selber wohl sich im klaren war. Ihr Mundwinkel zuckte kurz. Konrad war nicht hier weil Kathleen ihn wirklich rekrutiert hatte. Er war hier, weil er selber nicht mehr weiter gekommen war und Kathy ihm ein Angebot gemacht hatte, das er nicht hatte ablehnen können. Er war nicht hier um das ganze zu leiten, aber er war eine Variable die der Feind nicht kannte. Und eine Variable, eine neue Spielfigur war so gut wie eine geschlagen geglaubte. Niemand rechnete mit ihr. Und daher war er ihr wohl recht gekommen. Unabhängig davon das er ein aufrichtiger Mensch war, mit einer gesunden Moral.
    "Das macht nichts. Wir finden es raus." mehr sagte sie nicht - sie verschwieg das sie den ersten Verantwortlichen in Scheiben schneiden würde, Stück für Stück.

    Dann hörte auch sie den krach von unten. Konrad war bereits auf dem Weg und sah so nicht wie Bekka mit den Augen rollte. Wann verstanden Männer es endlich, das Frauen nicht unbedingt immer gleich angetatscht werden wollten. Sie folgte ihm, ruhiger und mit gemäßigten Schritten. Blieb mit Abstand stehen und besah sich die Szene. Horatio hatte zwei rote Streifen im Gesicht und war irritiert.
    "Nun, ich denke es würde helfen, wenn man Sol nicht dauernd anfassen würde - gut gemeint oder nicht. Sie scheint's nicht zu mögen, oder?" schloss Bekka und sah Sol länger an. Ignorierte die Männer und sah sich um. Bisher wirkte alles schon zusammen geräumt. Horatio hatte seine Aufgabe gut gemacht. Wenigstens etwas. Dann hing Rebekkas Blick an dem Sandwich. Ihr Magen knurrte laut. Sehr laut und sehr deutlich. Kaum zu überhören. Sie zog eine Schnute und schniefte. Was für eine Verschwendung. Ei und Schinken. Salat. Majonäse . Ihr lief das Wasser im Mund zusammen.
    "Hmpf." machte sie und sah sich um.

    "Also gut. Packt zusammen. Wir verschwinden." sie griff sich die Tasche mit den Akten. "Sol." sagte sie und warf der Frau einen Schlüssel zu den sie aus dem Schrank mit der Kleidung genommen hatte. "Hier. Du fährst. Tiefgarage - P211. Ein unauffälliges Shuttle in Blau." Bei Aufregung und dem Zustand der Auflösung in den Sol gerne zu versinken drohte im Moment, half am besten eine Aufgabe. Eine Aufgabe bei der man gut war und die mach liebte. Fliegen war das offensichtlich für Sol. Also würde ihr auch genau das helfen. Bekka hatte damals viel Zeit mit lesen verbracht und auf dem Trainingsgelände. Sie lächelte aufbauend und nickte einmal, dann zog sie ein Com heraus, das in ihrer Jacke gesteckt hatte. Wählte eine Nummer und gab dann eine Zahl ein.
    Es war ein Reinigungsdienst, wie sie es zu tausenden gab auf der Citadel. Nur das dieser einer war der Grundreinigungen anbot und das sehr gründlich machte. Danach fand nicht mal mehr die C-Sec noch Spuren.

  5. #225
    ME-FRPG ONLY Avatar von Li-Ann Herlock
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    Li-Ann spürte die skeptischen Blicke auf den Gesichtern der beiden Männer, als Rebekka ihr den Schlüssel zuwarf. Offensichtlich waren sie mit der Entscheidung mehr als nur unzufrieden, aber zum Diskutieren blieb keine Zeit. Also griff sich das labile Mädchen den silbernen Bund und richtete sich auf. Mit dem Ärmel wischte sie sich die letzten Tränen aus den Augen und nickte dann sachte. Sie griff sich einige der Sachen, die sie zusammengepackt hatte und ihren Rucksack. Dann schritt sie los. Sichtlich von den verwirrten Blicken der Männer verfolgt, lies sie sich aber nicht beirren und ging Richtung Parkgarage.
    Wie Bekka sagte war es ein blauer Wagen. Unauffälliger als diese riesigen Bonzenschlitten aber immer noch sportlich genug, um nicht durch massive unterpräsenz zu glänzen. Fahrer dieses Typs von Fahrzeug zählten offensichtlich zur Mittelschicht und waren so durchschnittlich wie der Bäckersmann von nebenan oder die Schneidersfrau, die des Morgens auf dem Bäckersmann lag.
    Ein Knopfdruck auf den Funkschlüssel ließ die Türen und den Kofferraum aufspringen. Li-Ann warf ihr Zeugs hinein, ging an dem Wagen vorbei und nahm auf dem Fahrersitz platz. Ihre Hand glitt über die Schulter nach hinten. Sie spürte den Gurt und zog ihn sich über die obere Körperhälfte hinunter auf Hüfthöhe. Das bekannte Klacken zeugte davon, dass sie nun sicher war und starten konnte, doch die anderen ließen sich ziemlich Zeit. Wahrscheinlich sprachen sie noch immer davon, Li-Ann wirklich fahren zu lassen.
    Mit geübten Fingern suchte sie das Armaturenbrett ab. Alle Anzeigen waren vorhanden und gut lesbar angebracht. Wichtig für Lilly war der Tourenmesser. Meist fuhr sie die Maschinen am Limit. Nicht jedes Fahrzeug dankte ihr das, aber dieses machte den Eindruck, dass es gerne mal den oberen Drehzahlbereich erfühlen wollte. Sie startete. Der Motor schnurrte sanft aber katzenhaft. Scheinbar steckte mehr unter Haube, als sich von außen vermuten ließ. Ihr Fuß drückte sanft das Pedal. Der Motor wurde lauter. Dann trat sie es schnell und hart durch. Jetzt heulte die Maschine. So wie sie es sich schon immer gewünscht hatte. Langsam wand sie ihren Kopf hinaus zu den anderen.
    „Können wir los?“

  6. #226
    ME-FRPG only Avatar von Konrad_Richter
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    „Puh“, seufzte Konrad, als dieser sich aufrichtete und dem Mädchen etwas skeptisch hinterherblickte, „sie in diesem Zustand fahren zu lassen… ich weiß nicht.“
    Seine Worte hatte Konrad kaum mehr als geflüstert und an Horatio gerichtet, welcher zustimmend nickte, jedoch sonst nichts weiter dazu sagte. Rebekka hatte jetzt die Zügel in der Hand und deswegen taten die Männer einfach, was ihnen aufgetragen wurde. Horatio weil er es musste, Konrad weil er es wollte. Die Agentin musste mit diesen Sachen wesentlich mehr Erfahrung haben, als er und zudem durch Neska gewiss ausführlicher eingewiesen worden sein. Da war es für den Ex-Polizisten nur vernünftig, ihr das Steuer zu überlassen und selbst in den Hintergrund zu treten.
    „Rüsten Sie sich im Arsenal aus“, sagte Konrad schließlich zu Horatio in einem Tonfall, der deutlich machte, dass die Fahrerfrage hiermit zu den Akten gelegt worden war, „ich kümmere mich um den Rest.“
    Der Kauz verschwand nach oben und der Ex-Polizist in die Küche, wo er erneut den Kühlschrank plünderte. Beladen mit Sandwiches und Trinkflaschen ging er zu seiner Ausrüstung, wo er das Essen in seinem Rucksack verstaute. Rebekka warf er dabei kommentarlos und ohne Vorwarnung eine der versiegelten Packungen zu. Das Magenknurren, wehrte Frau, klang nach mächtig Kohldampf. Er schmunzelte. Nur langsam realisierte er wirklich, dass Rebekka am Leben war. Es war komisch, sie neben sich stehen zu haben und mit ihr zu arbeiten, aber er konnte nicht sagen, dass es Anlass zur Beschwerde gab. Im Gegenteil, er merkte, wie seine alte Lässigkeit wieder ihren Weg zurück in seine Glieder fand und er sich etwas zu entspannen begann.
    Als alles gepackt war, legte Konrad wieder seine Weste und die restliche Ausrüstung an, warf noch einen letzten, prüfenden Blick durch die Wohnung und verließ diese schließlich gemeinsam mit Rebekka und Horatio, der sich mit einer Pistole und ein paar anderen Items ausgerüstet hatte. Irgendwie ein komischer Anblick, aber Konrad dachte sich nichts weiter dabei.
    „Montague“, sprach der Alte Konrad an, „wieso hat Sie dieser Hundeführer eigentlich für jemanden von Cerberus gehalten?“
    Konrad zuckte mit den Schultern und merkte dabei den verwirrten Blick, den Rebekka ihm zuwarf.
    „Ich war bei einem Nevermore-Agenten im Unterschlupf, aber zu spät. Zwei Typen haben ihn umgelegt“, erklärte der Ex-Polizist der Agentin und warf dabei seine Sachen in den Wagen, „daher auch die Kratzer. Hat mir der Köter von einem dieser Typen mitgegeben, aber der hat auch was abgekriegt von mir.“
    Ein Hauch Stolz schwang in Konrads Stimme mit, als er Rebekka von der Schlägerei erzählte und wie chaotisch die ganze Sache überhaupt abgelaufen war.
    „War hundert Pro einer vom Geheimdienst“, schloss der Ex-Polizist seine Ausführungen, „aber keine Ahnung, wie der auf Cerberus gekommen ist. Hab ihn mal in dem Glauben belassen.“
    Das Shuttle hob ab und schoss über die Ausfahrt mit heulendem Motor hinaus in den nächtlichen Verkehr der Citadel. Geschickt lenkte die Fahrerin den Wagen durch die Häuserschluchten und Gegenverkehr verschwamm zu einer gleichmäßigen, verwaschenen Lichtspur, die an ihnen vorbeizischte. Konrad warf einen kurzen Kontrollblick auf den Tacho der Kiste und stieß einen beeindruckten Pfiff aus. Das Mädchen gab mächtig Stoff.
    „So eilig haben wir es dann auch wieder nicht. Gehen Sie mal runter vom Gas“, meinte er trocken zu der Fahrerin. Das letzte, was Konrad jetzt gebrauchen konnte, war eine Verfolgungsjagd mit der C-Sec oder ein Date mit der nächsten Leitplanke.
    „Wenn wir irgendwo untergezogen sind, muss ich dich unter vier Augen sprechen“, flüsterte er unhörbar für die anderen zu Rebekka, nachdem Sol ihm einen flüchtigen Blick über den Rückspiegel zugeworfen hatte und jetzt, wenn auch widerwillig, etwas langsamer fuhr, „ich hab so das ein oder andere rausfinden können und Neska hatte mir gesagt, du hättest Klarnamen besorgen können. Wird Zeit, dass wir mal zurückschlagen.“

  7. #227
    ME FRPG Only Avatar von Rebekka v. Tannberg
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    Bekka fing das Sandwich mit der Hand aus der Luft und sah es lange an. Sah nicht zu Konrad und ignorierte auch die letzten Handgriffe die er und Horatio noch unternahmen. Sie öffnete die Verpackung und zog das Sandwich heraus. Ruhig betrachtete sie den Schinken und das Ei. Den Salat der schon bessere Zeiten gesehen hatte und begann leicht zu lächeln.
    Sie erinnerte sich an lange Abende in Wohnung wie dieser hier. An Bier aus Flaschen, Sandwiches und jeder Menge Ideen. Bekka biss in das Sandwich und sah sich um. Blickte auf die leere Couch und sah dort Kathleen sitzen. Einen Stapel Papiere auf dem Schoß, eine Flasche Bier in der einen Hand und ein Sandwich auf der anderen. Auf dem Tisch stand ein Schachbrett, und die Figuren waren bereits in den Kampf verwickelt.

    Zu ihrer rechten saß Henrietta ein eigenes Sandwich in den kleinen Händen und kauend, schob sie eine der Figuren nach vorne. Bekka betrachtete den Zug und überlegte scharf. Sah in ihre Unterlagen und schüttelte den Kopf. "Dafür haben wir keine Beweise." sagte sie und nahm einen Schluck von ihrem Bier. Eine Bewegung die von Henrietta kopiert wurde, aber mit ihrer Flasche Cola. Das Mädchen erwiderte den Blick aus den identischen Augen wie Bekka und lächelte leicht. Sah Neska an und grinste. "Mami?" der Tonfall suggerierte schon das sie so eine Ahnung hatte, das sie richtig lag.
    Kathleen sah auf und sah zu Bekka dann zu Henrietta und begann zu lächeln. Dieses wissende Lächeln das sie immer hatte.

    Die Deutsche biss in das Sandwich und grunzte. Es. War. Herrlich. Sie kaute und schluckte schneller als sie vermutlich hätten sollen. Mit gierigen Augen sah sie sich um und ließ die Vision zerplatzen. Ging zu dem Kühlschrank, riss ihn auf und packte sich eine Flasche von dem Bier das drin stand. Zog sie heraus und öffnete sie mit einem geschickten hieb an der Arbeitsplatte. Setzte sie an die Lippen und trank gierig. Schließlich setzte sie ab und hielt den Kopf im Nacken und sah die Decke an. "Aaaaah.." dann wanderte erneut das Sandwich in ihren Mund.
    Essend und trinkend stieg sie schließlich auch in das Shuttle ein - das erste Sandwich hatte nur wenige Bissen gehalten, und so hatte sie ungefragt, und mit einem frechen Grinsen sich ein weiteres aus dem Rucksack von Konrad geholt.

    "Ist doch irrelevant was der Knabe denkt." sagte sie im Shuttle und schluckte dabei gleichzeitig hinunter. Auch etwas das sie sich von Neska abgeschaut hatte. Sie saß ruhig auf dem hinteren, rechten Sitz, und sah Sol zu. "Sol - ganz ruhig, wir werden weder gejagt, noch verfolgt." sie nahm einen Schluck Bier. "Du kannst entspannt und ruhig mit dem Verkehr fahren." Bekka beugte sich vor und sah aus dem Frontfenster.
    "Da jetzt rechts." dirigierte sie und lehnte sich zurück. "Wir bleiben in den Bezirken."
    Dann sah sie Konrad an. "In der Tat." sagte sie leise und sah dann wieder auf. Kauend gab sie Sol noch eine Anweisung wo es lang ging und beschrieb ihr gleich den nächsten Weg.

    "Himmel fühlt sich an als hätte ich noch nie was gegessen." seufzte sie und lächelte dann. Für diesen Magen traf das wohl sogar zu. Drauf geschissen.

  8. #228
    ME-FRPG ONLY Avatar von Li-Ann Herlock
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    Genervt nahm sie den Fuß vom Gas, folgte den Anweisung vom Rücksitz. Im Rückspiegel sah sie die geheimen Gespräche, dachte sich aber nichts weiteres. Solange sie sie beschützen, war alles okay. Sie sah die leichten Berührungen zwischen den beiden, sah wie der Mann errötete aber auch Bekka.
    Horatio, der Mann neben ihr, hatte die Augen geschlossen. Es sah aus, als würde er schlafen, wahrscheinlich war es auch so, aber irgendwas an seiner Körperhaltung war anormal. Der Rücken gerade durchgestreckt und eine Hand an der Hüfte. Ob er schlimmes Erwartete oder war er nur gern vorbereitet? Li-Ann konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen. Was sie aber sicher sagen konnte, war, dass sie nun langsam und dem Verkehr angepasst durch die Blechmassen segelte. Ein Teilchen der grauen Masse. Unauffällig. Niemand konnte sagen, wer sie waren, sollten sie angehalten werden. Für außenstehende musste es aussehen, als würde der Großvater auf dem Beifahrersitz dösen, während die Enkelin fährt. Die Tante und der Onkel auf dem Rücksitz fuhren die Vier weitere Familienmitglieder besuchen.
    Sie musste noch einige Male abbiegen, ehe sie das Ziel erreichte. Eine kleine, unscheinbare Behausung. Ein moderates Viertel und ruhige Nachbarn. Ruhig und Anonym. Es war keine Toplage aber auch kein sozialer Brennpunkt. Es war irgendwas dazwischen. Durchschnitt. Man lebte hier Tür an Tür mit dem Nachbarn, lernte ihn aber niemals kennen. Man warf sich hin und wieder ein nettes Lächeln zu aber mehr würde nie passieren. Es war perfekt für das Vorhaben Rebbkas.
    Li-Ann wand den Wagen, fuhr rückwärts in Parklücke in der Tiefgarage und öffnete wieder den Kofferraum. Erst als alle ausgestiegen waren, legte sie den Gurt ab und stieg ebenfalls aus. Der Motor stoppte, die Anzeigen erloschen. Keine Dellen, keine Kratzer, alles war im tadellosem Zustand. So wie Lilly es liebte. Rebekka warf ihr ihren Rucksack zu und bat sie darum einige andere Dinge mitzunehmen. Sie tat es, folgte der blonden Frau in das Haus.
    Wieder dominierte eine große gläserne Wand das Wohnzimmer. Von hier aus konnte man das Präsidium sehen. Es füllte das ganze Fenster aus. Der Turm hing von der Decke hinab. Es war ein atemberaubendes Bild. Li-Ann warf das Zeugs auf den Tisch im Esszimmer. Dann zog es sie zurück ins Wohnzimmer. Sie setzte sich auf den Boden, fokussierte den Turm. Ihre Hände fuhren den hohen Flor des Teppichs ab. Sie legte den Rucksack in ihren Schoß, öffnete ihn. Zittrig förderte sie das Schwert hinaus, legte es vor sich ab. Ein Kartenspiel und Notizzettel folgten. Neben einigen Hygieneartikeln war nur noch etwas Unterwäsche im Rucksack und auch die fand ihren Weg auf den Boden. Alles wurde fein säuberlich vor sich ausgebreitet. Das war nun ihr Reich, ihr Gebiet, ihr Anspruch, ihr Ziel.
    Geändert von Li-Ann Herlock (26.11.2012 um 20:06 Uhr)

  9. #229
    ME FRPG Only Avatar von Rebekka v. Tannberg
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    Die Spionin leerte das Bier und stellte die Flasche in die Halterung, knüllte die Verpackung zusammen und drückte sie in den kleinen Abfallbehälter. "Ohhhh. Das hat gut getan." sie rieb sich den flachen Bauch und lehnte den Kopf auf die Stütze. Schloss die Augen und genoss das warme Gefühl von Essen und Alkohol in ihrem Bauch.
    Der Wagen hielt und Bekka sprang aus dem Shuttle, mit neuer Energie und atmete tief durch. Sie sah nach oben an die Decke und hob die Hand. Neigte leicht den Kopf und lächelte. "Verantwortung zu tragen, das wurde uns nicht gepredigt, das ergab sich einfach in der Gemeinschaft." sagte sie unbestimmt in die Luft.

    Dann hielt Rebekka inne und hob die Augenbrauen, als würde sie auf etwas warten. Schließlich sprang eine der Türen auf und man konnte noch schwere Bolzen hören, die zur Seite glitten. Ein Mann tauchte dort auf, eine MP auf den Boden gerichtet und mit einem schrägen auf den Lippen. "Wir dachten schon.." sagte er und zuckte mit den Schultern. Dann hängte er die MP weg und nickte allen einmal zu. "Die Gräfin erwartet Sie, Capulet." dann sah er sie länger an und grinste breit. "Blond." dann schüttelte er den Kopf. Machte den Weg frei und führte alle nach oben.
    Bekka passierte ihn und tätschelte seine Schulter. "Schon gut..." dann stieg sie die Treppe hoch und nahm dabei zwei Stufen immer auf einmal. "... du würdest dich wundern wie viele Frauen vor Trauer erblonden." gab sie noch zu Protokoll und erreichte die obersten Stufe. Das Wohnzimmer war direkt vor ihr. Mit einem perfekten Blick auf das Präsidium und die Botschaften. Den Feind immer im Blick. Bekka grinse schräg und sah sich um. In der Küche saß hinter einer extra Servierzeile die die Küche von dem Wohnzimmer trennte eine Frau, groß und kräftig, aber ohne männlich oder dick zu wirken. Sie hatte dunkle Haare die mit grauen Strähnen durchsetzt waren. Ihr Gesicht wirkte aristokratisch und strahlte eine ruhige Arroganz aus. Ihr Blick war auf ein paar Datenschirme gerichtet die sie zur Seite legte und auf sah, als Bekka fast vor ihr stand.

    Mit einem Ruck stand sie und zog die kleinere Bekka in ihre Arme. Die Frau war fast zwei Meter groß, ohne Schuhe denn sie lief Barfuss. "Baroness. Endlich..." ihre stimme war tief und fest, aber voller Emotionen. Sie herzte Rebekka und streichelte ihren Rücken. "Ich bin froh das Sie hier sind. Es waren schwere Tage." Die Deutsche löste sich vorsichtig aus den Armen und nickte. Streichelte die Unterarme der Anderen und nickte.
    "Ja. Ich weiß, für alle war es schwer, Gräfin."
    Die Frau nickte und sah zu Horatio, Sol und schließlich zu Konrad. Sie kannte nur Horatio. Der Mann nickte und lächelte schräg. Dann sah er sich um und ging in den Flur, und dann auf die Toilette. Sie nickte über die Schulter zu Sol - die gerade ihr Hab und Gut auf dem Boden verteilte. Bekka hob eine Braue und zuckte dann mit der rechten Schulter. "Sol - eine neue Pilotin." sagte sie.
    Dann nickte sie zu Konrad. "Und Montague - zu letzte angeworben."

    Die Gräfin nickte und sah Sol weiter nicht zu. Sie reichte Konrad die Hand und sah dann wieder Bekka an. "Wie steht es um Nevermore?"
    Bekka legte den Kopf schräg. "Wir stellen uns neu auf."
    Die Frau starrte Bekka an, während sie Konrads Hand noch hielt. "So schlimm."
    Die Deutsche grinste und schüttelte den Kopf. "Bei weitem nicht. Es gibt ein paar Fallleinen die wir eingebaut haben." dann drehte sie sich herum und nickte auf die Treppe. "Wollen wir uns ansehen, was wir haben?"

  10. #230
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    Mit seinem Rucksack am langen Arm und einer Trainingstasche voller Akten lässig über die Schulter geschwungen, folgte Konrad Bekka die Treppe hinauf zu einer Tür, vor der die Agentin schließlich stehen blieb und irgendeine Kennung in die Luft sagte.
    Der Ex-Polizist hätte beinahe seinen Rucksack in den Türrahmen geschleudert und seine Pistole gezückt, als da dieser Typ mit seiner MP auftauchte. Gerade rechtzeitig schätzte Konrad die Situation noch richtig ein und versuchte sich wieder zu entspannen. Sein Herzschlag pochte ihm jedoch noch immer bis zum Hals, als Rebekka dem Mann einen flotten Spruch bezüglich ihrer Haarfarbe entgegenwarf und die Wohnung betrat.
    „Diese Frau liebt es, meinen Blutdruck in die Höhe zu treiben“, murmelte Konrad zu Horatio, der nur tonlos lächelte und den Kopf schüttelte. Der Alte wusste also offensichtlich, wovon er sprach.

    „Baroness… endlich“, dröhnte es dann plötzlich und Konrad sah verwundert zur Seite. Eine wahre Gigantin hatte sich vor ihnen aufgebaut und Rebekka in die Arme geschlossen, ja sie beinahe in sich aufgenommen – Willkommen im Kollektiv… he he he – während die anderen drei daneben standen, beziehungsweise in Sols Fall saßen, und nur dumm glotzen konnten.
    „Ach du liebes bisschen“, flüsterte der Ex-Polizist und erwiderte den Handschlag, als Rebekka ihn vorstellte.
    „Hi“, war das einzige, was er zu dieser Frau, die sich Gräfin nannte, sagen konnte, wobei er seinen Kopf leicht in den Nacken legen musste. Es fühlte sich an, wie vor einer Dampfwalze zu stehen.
    „Wie steht es um Nevermore?“, fragte die Gräfin unbeeindruckt Rebekka, die die Gräfin ins Bild setzte und damit wohl ein wenig schockierte.
    „Bei weitem nicht“, erstickte Rebekka dabei sämtliche Ängste der anderen im Keim, „es gibt ein paar Fallen, die wir eingebaut haben. Wollen wir uns ansehen, was wir haben?“
    „Unbedingt, ja“, schaltete sich Konrad ein, der sich erst jetzt leicht aus dem Handgriff löste und zu Rebekka aufschloss, die bereits auf der Treppe nach oben stand.
    „Brauchen Sie mich oder soll ich mich um das Mädchen kümmern?“, fragte Horatio leise und warf dabei einen bemitleidenden, fast traurigen Blick zu Sol und ihren Krimskrams, den sie um sich herum ausgebreitet hatte. Der Alte schien das Mädchen zu mögen. Vielleicht war sie für ihn die Tochter, die er nie hatte oder er sah in ihr das, was er wegen des Jobs alles verpasst hatte. Konrad lächelte und klopfte ihm auf die Schulter.
    „Ich komme schon klar“, antwortete er schließlich auf die Frage des Alten, „sorgen Sie nur dafür, dass niemand von den anderen Sol anlangt. Hier können wir keinen Nervenzusammenbruch brauchen.“

    Gemeinsam mit Rebekka und der Gräfin ging Konrad hinauf in einen separaten Raum. Beleuchtet wurde dieser nur durch eine einzelne Lampe in der Mitte, die über einem schlichten und sichtbar mitgenommenen Tisch hing und den Rest des Raumes nur in spärliches Zwielicht tauchte. Bis auf einzelne Spinde, Regale und zwei Korktafeln, auf welchen Karten, Notizzettel und diverse Fotos angepinnt waren, verfügte der Raum über keinerlei Dekoration. Halbvolle Aschenbecher waren über den Tisch verteilt und über einen der Stühle, die um ihn herum standen, war eine schwarze Lederjacke geworfen, die bereits erste Furchen und Risse aufzeigte. Wie alles in diesem Raum, wirkte auch sie sehr alt und gebraucht.
    „Dann lasst mich mal hören, was ihr zu bieten habt“, sagte die Gräfin, deutete dabei auf die andern Stühle, um Rebekka und Konrad so zu bitten, sich ebenfalls zu setzen, während sie gleichzeitig auf dem Stuhl mit der Lederjacke Platz nahm, „und wenn ihr es nicht sein lassen könnt, dann steckt euch eine an.“
    Mit einem Schwung glitt einer der Aschenbecher über den Tisch zu Konrad, der bereits eine Zigarette herausgeholt hatte und sie sich in seinen Mundwinkel gesteckt hatte.
    „Was wollen Sie zuerst hören?“, fragte er die Gräfin, wobei er Rebekka beiläufig eine Kippe anbot, „was Nevermore angeht…“ – ein Nicken auf die Trainingstasche auf dem Tisch – „…oder was Capulet von Cerberus klauen konnte?“
    Rebekka nicht bei ihrem echten Namen zu nennen, fühlte sich komisch an. Der Polizist warf einen kurzen Blick zu ihr, sah jedoch dann der Gräfin wieder fest in die Augen.

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