Rebekka kniff die Augen zusammen. Drückte ihre Stirn gegen die Brustmuskulatur von Konrad und fühlte ihren Atem vibrieren, als sie versuchte sich zu beruhigen. Sie hörte das er etwas sagte, aber was, das konnte sie nicht verstehen. In ihren Ohren rauschte das Blut.
Warum Konrad. Hatte er schon damals für Kathleen gearbeitet? Die Deutsche schniefte und inhalierte seinen Geruch. Ihre Stirn runzelte sich und sie atmete bewusster seinen Duft ein. Männlich, Moschus, Holz und Kupfer. Das gefiel ihr. Aber es sagte ihr noch was anderes. Gerade der Kupfergeruch sagte ihr mehr als er wohl zu wissen vermochte. Ruhig schob sie sich mit den Händen von Konrads Brust, suchte seinen Blick erneut und merkte wie er ihr auswich.
Mit zitternder Hand, griff sie nach seinem Kinn, zog seinen Kopf herum und zwang ihn dann nach oben, bis das Licht sein Gesicht ausleuchtete. "Du hast dich geschlagen." sagte sie ruhig und langte hinter sich. Bekam ein Handtuch zu fassen und tunkte es in das Waschbecken das mit kaltem Wasser gefüllt war. Ihre linke Hand hielt sein Kinn dabei fest im Griff - erstaunlich fest für eine so zarte Frauenhand. Sogar Bekka war davon überrascht, beachtete es aber nicht weiter, sondern begann mit ihrer rechten und dem Handtuch darin, das Gesicht von Konrad abzutupfen. Das hingegen tat sie mit einer bemerkenswerten Behutsamkeit und mit viel Gefühl. Betrachtete seine Haut und lächelte.
"Was ist da schief gelaufen?" fragte sie leise und reichte ihm dann das Handtuch um sich selber das Gesicht weiter zu waschen. Trat dann einen Schritt zur Seite und merkte wie seine Augen von ihrem Gesicht und ihrer Bewegung, auf ihre Brüste rutschte. Sie bemerkte auch wie ihm das sofort klar wurde und seine Wangen sich einen Tick röter färbten und er sofort wegsah.
Bekka grinste leicht und legte den Kopf schief. Nahm die Bluse und schlüpfte geübt hinein. Schloss die Knöpfe an der Vorderseite und begann dabei mit den unteren. Ließ Konrad dabei aber nicht aus den Augen. Erst als sie in der Mitte ankam wurde ihr klar, dass das schon sehr provokant und eigentlich unprofessionell war.
Sie lachte leise und schüttelte den Kopf über sich selber. Nahm die Hose und schlüpfte mit einem Bein hinein, balancierte dabei geschickt ihre Gewicht aus und wankte nicht mal.
"Also." begann sie schließlich und nickte einmal. "Wir verschwinden von hier. Zu unsicher, wenn schon einer aus der Liste entdeckt wurde. Kein Kontakt mehr zu Geheimdienstquellen und Material. Wir verlassen uns auf das was wir haben." sagte sie leise und schlüpfte ins zweite Hosenbein. "Uns steht alles was Gladio hat zur Verfügung. Und das müsste reichlich sein."
Als sie endlich fertig war stopfte sie die Bluse in den Hosenbund und schloss den Gürtel. "Wir brauchen eine gefälschte Identität für dich. Und wir brauchen Waffen." sagte sie etwas leiser. "Und dann will ich wissen wer dabei war, als Kathleen erschossen wurde." sie sah Konrad an. Ihr Grinsen wölfisch und fast nekrophil, ihre Augen kalt und hart. "Ich will jemanden umbringen, dafür."



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