Tagchen!
Habe vor Jahren mit Begeisterung die Nordland Triologie gespielt, und hole sie immer mal wieder auf die Platte. (in Emulatoren^^)
Auf Drakensang hatte ich mich sehr gefreut, denn mit AD&D basierten Rollenspielen konnte ich mich nie so richtig anfreunden. Liegt am System, zu viel Kampf, und Magie eher mies umgesetzt (nach jedem Kampf erstmal 8 Stunden schlafen und nicht alle Zauber auswählen können usw., dazu die zwar Computergünstige, aber in meinen Augen blöde Rüstungswertung. Plattenrüstung hat hohen Wert, wird also selten getroffen....).
Das DSA System, mit mehr Liebe zum Detail und zum "Realismus" (AT PA System, zuzüglich echte Rüstungswerte und Behinderung, schwerer, aber viel stimmiger).
Bei Drakensang fällt dann zuerst auf, das man seinen Charakter nicht wirklich bauen kann, das beginnt beim Aussehen (kann ich aber gut mit leben) und wird im "Expertenmodus", wo ich kaum etwas verändern kann (speziell Vor- und Nachteile), recht lästig. Dann stört mich das nach und nach Auftauchen von den Mitstreitern sehr, weil man sie dadurch nicht richtig entwickeln kann (man muß ja am Anfang auch eine brauchbare Gruppe haben). Soll heißen, ich muß den Hauptchar und die ersten Anfangsbegleiter "verskillen", weil die richtigen Leute für den Job erst später auftauchen. Dann das "Lehrerproblem" das mit dem eigentlichen Problem des Gruppenbaus eng verbunden ist: ich kann in einmal besuchte Orte nicht zurück, habe aber auch keine Möglichkeit meine Gruppe vor Ort zu ändern. Das führt dazu, das ich bestimmte Lehrer nur mit den aktuell gewählten Leuten besuchen kann, die anderen können die entsprechenden Fähigkeiten/Talente/Zauber erstmal gar nicht. Der einzige Ort, wo das anpassen der Gruppe wirklich funktioniert ist demnach Ferdok.
Zum Kampf muß ich sagen, ich liebe taktische Kämpfe, allerdings sind sie bei Drakensang eher schlecht umgesetzt: Das liegt weniger an der Echtzeit mit Pause, auch wenn hier die nicht richtig einstellbare Autopause das erste Manko ist, sondern hier kommt zuerst die schlechte Kameraführung zum tragen (manchmal kann man mit den Fernkämpfern bestimmte Gegner einfach nicht anwählen...) und auch die mangelnden Hilfsmittel (mit der "o" Taste kann ich zwar Anzeigen einstellen, aber die sind rudimentär, werden nicht gespeichert und helfen nicht beim auswählen), die mir nicht einmal bei der "Gegnerverwaltung" helfen sind wichtige Faktoren. Hinzukommt, das es keine richtige Kollissonsabfrage gibt, die Gegener stehen oft direkt ineinander, da ist anwählen natürlich unmöglich.
Die schwäche, seine "Tanks" richtig zu nutzen, das sie die Gegner effektiv binden ist damit vorprogrammiert. (kann man mit bestimmten Fähigkeiten aber teilweise ausgleichen, siehe Rundumschlag)
Gut ist dagegen gelöst, das die eigenen Leute nicht gegen mich arbeiten, z. B. lassen sie automatisch Gegner in Ruhe, welche ich eingeschläfert habe.
Als eher DSA untypisch erwies sich die Macht von Spezialangriffen, vor allem im Gegenzug zur Magie, was sich nur durch die superschnelle Regeneration von AsP ausgleichen ließ. Ebenso sind mir die Unmengen an Tränken eher negativ aufgestoßen (und der Zwang sie mehr oder weniger auch zu nutzen)
Der fehlende Tag/Nachtwechsel (bzw. die fehlende Zeit), das Nichtvorhandensein von der Notwendigkeit zu essen, trinken, schlafen und das "unkaputtbar sein" der Ausrüstung beraubt mich ebenfalls eines großen Teils des Spielgefühls, vor allem im Vergleich zur Nordlandtriologie (wobei ich da mit "Schatten über Riva" schon meine "Probleme" hatte, da ich nur auf Riva beschränkt blieb, ergo keine Reisen)
Das führt u. a. dazu, das Stabzauber in Drakensang ebenfalls nicht eingebaut wurden zusammen mit allem Anderem , was Zeit erfordert, abgesehen vom Handwerk und da ist das Ergebnis zwar nett, aber lächerlich. (klick, bitteschön, 20 meisterlich geschmiedete Säbel)
Gerade hier hätte das System mit Spielerhaus und mehr Leuten als für die Gruppe notwendig Sinn gemacht (die "Handwerker" bauen zu Hause Sachen fertig, reparieren usw. wärend die anderen unterwegs sind)
Zu guter Letzt ist mir die Verteilung von Lehrern auch etwas sehr negativ aufgestoßen, speziell die Verfügbarkeit von gewissen Zaubern: bei der Charaktererstellung hat man ja schon überhaupt keinen Einfluß darauf, und bis ich im Spiel z. B. einen Foramen lernen kann, dauert es meiner Meinung nach viel zu lange. Wozu muß ich zwingend immer einen Char mit hohem Schloßknacken Talent mitnehmen, wenn ich Zauberer dabei hab?
Sehr schade finde ich auch, das man sehr viele Talente gar nicht berücksichtigt hat, und vor allem scheint es auch kaum Wissenstalente zu geben, was dazu führt, das z. B. Klugheit deutlich weniger wichtig ist (sich kaum lohnt zu steigern, nichtmal für Magier) als eben Mut, Konstitution und Körperkraft. Auch verstehe ich nicht, warum man Heilkunde Krankheiten wegließ und dann z. B. Wundbrand zum Gift schustern mußte.
Abgesehen davon ist das Spiel sehr gut, die Story gefällt bisher, die nur Teilweise Vertonung empfinde ich als nicht schlimm (normal lese ich schneller als die Sprecher labern, bei Vollvertonung nervt mich das auf Dauer bei jedem Satz :-))
Die im Spiel vorhanden Erklärungen zu Talenten usw. sind auch recht gut, wenn auch für lese- und denkfaule zu kompliziert geraten, was aber am DSA System an sich liegen dürfte. (ich mags so)
Jorg.















