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  1. #71
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    Tagchen!
    Habe vor Jahren mit Begeisterung die Nordland Triologie gespielt, und hole sie immer mal wieder auf die Platte. (in Emulatoren^^)
    Auf Drakensang hatte ich mich sehr gefreut, denn mit AD&D basierten Rollenspielen konnte ich mich nie so richtig anfreunden. Liegt am System, zu viel Kampf, und Magie eher mies umgesetzt (nach jedem Kampf erstmal 8 Stunden schlafen und nicht alle Zauber auswählen können usw., dazu die zwar Computergünstige, aber in meinen Augen blöde Rüstungswertung. Plattenrüstung hat hohen Wert, wird also selten getroffen....).
    Das DSA System, mit mehr Liebe zum Detail und zum "Realismus" (AT PA System, zuzüglich echte Rüstungswerte und Behinderung, schwerer, aber viel stimmiger).

    Bei Drakensang fällt dann zuerst auf, das man seinen Charakter nicht wirklich bauen kann, das beginnt beim Aussehen (kann ich aber gut mit leben) und wird im "Expertenmodus", wo ich kaum etwas verändern kann (speziell Vor- und Nachteile), recht lästig. Dann stört mich das nach und nach Auftauchen von den Mitstreitern sehr, weil man sie dadurch nicht richtig entwickeln kann (man muß ja am Anfang auch eine brauchbare Gruppe haben). Soll heißen, ich muß den Hauptchar und die ersten Anfangsbegleiter "verskillen", weil die richtigen Leute für den Job erst später auftauchen. Dann das "Lehrerproblem" das mit dem eigentlichen Problem des Gruppenbaus eng verbunden ist: ich kann in einmal besuchte Orte nicht zurück, habe aber auch keine Möglichkeit meine Gruppe vor Ort zu ändern. Das führt dazu, das ich bestimmte Lehrer nur mit den aktuell gewählten Leuten besuchen kann, die anderen können die entsprechenden Fähigkeiten/Talente/Zauber erstmal gar nicht. Der einzige Ort, wo das anpassen der Gruppe wirklich funktioniert ist demnach Ferdok.

    Zum Kampf muß ich sagen, ich liebe taktische Kämpfe, allerdings sind sie bei Drakensang eher schlecht umgesetzt: Das liegt weniger an der Echtzeit mit Pause, auch wenn hier die nicht richtig einstellbare Autopause das erste Manko ist, sondern hier kommt zuerst die schlechte Kameraführung zum tragen (manchmal kann man mit den Fernkämpfern bestimmte Gegner einfach nicht anwählen...) und auch die mangelnden Hilfsmittel (mit der "o" Taste kann ich zwar Anzeigen einstellen, aber die sind rudimentär, werden nicht gespeichert und helfen nicht beim auswählen), die mir nicht einmal bei der "Gegnerverwaltung" helfen sind wichtige Faktoren. Hinzukommt, das es keine richtige Kollissonsabfrage gibt, die Gegener stehen oft direkt ineinander, da ist anwählen natürlich unmöglich.
    Die schwäche, seine "Tanks" richtig zu nutzen, das sie die Gegner effektiv binden ist damit vorprogrammiert. (kann man mit bestimmten Fähigkeiten aber teilweise ausgleichen, siehe Rundumschlag)
    Gut ist dagegen gelöst, das die eigenen Leute nicht gegen mich arbeiten, z. B. lassen sie automatisch Gegner in Ruhe, welche ich eingeschläfert habe.

    Als eher DSA untypisch erwies sich die Macht von Spezialangriffen, vor allem im Gegenzug zur Magie, was sich nur durch die superschnelle Regeneration von AsP ausgleichen ließ. Ebenso sind mir die Unmengen an Tränken eher negativ aufgestoßen (und der Zwang sie mehr oder weniger auch zu nutzen)

    Der fehlende Tag/Nachtwechsel (bzw. die fehlende Zeit), das Nichtvorhandensein von der Notwendigkeit zu essen, trinken, schlafen und das "unkaputtbar sein" der Ausrüstung beraubt mich ebenfalls eines großen Teils des Spielgefühls, vor allem im Vergleich zur Nordlandtriologie (wobei ich da mit "Schatten über Riva" schon meine "Probleme" hatte, da ich nur auf Riva beschränkt blieb, ergo keine Reisen)
    Das führt u. a. dazu, das Stabzauber in Drakensang ebenfalls nicht eingebaut wurden zusammen mit allem Anderem , was Zeit erfordert, abgesehen vom Handwerk und da ist das Ergebnis zwar nett, aber lächerlich. (klick, bitteschön, 20 meisterlich geschmiedete Säbel)
    Gerade hier hätte das System mit Spielerhaus und mehr Leuten als für die Gruppe notwendig Sinn gemacht (die "Handwerker" bauen zu Hause Sachen fertig, reparieren usw. wärend die anderen unterwegs sind)

    Zu guter Letzt ist mir die Verteilung von Lehrern auch etwas sehr negativ aufgestoßen, speziell die Verfügbarkeit von gewissen Zaubern: bei der Charaktererstellung hat man ja schon überhaupt keinen Einfluß darauf, und bis ich im Spiel z. B. einen Foramen lernen kann, dauert es meiner Meinung nach viel zu lange. Wozu muß ich zwingend immer einen Char mit hohem Schloßknacken Talent mitnehmen, wenn ich Zauberer dabei hab?

    Sehr schade finde ich auch, das man sehr viele Talente gar nicht berücksichtigt hat, und vor allem scheint es auch kaum Wissenstalente zu geben, was dazu führt, das z. B. Klugheit deutlich weniger wichtig ist (sich kaum lohnt zu steigern, nichtmal für Magier) als eben Mut, Konstitution und Körperkraft. Auch verstehe ich nicht, warum man Heilkunde Krankheiten wegließ und dann z. B. Wundbrand zum Gift schustern mußte.

    Abgesehen davon ist das Spiel sehr gut, die Story gefällt bisher, die nur Teilweise Vertonung empfinde ich als nicht schlimm (normal lese ich schneller als die Sprecher labern, bei Vollvertonung nervt mich das auf Dauer bei jedem Satz :-))
    Die im Spiel vorhanden Erklärungen zu Talenten usw. sind auch recht gut, wenn auch für lese- und denkfaule zu kompliziert geraten, was aber am DSA System an sich liegen dürfte. (ich mags so)

    Jorg.

  2. #72
    Taschenbillard-Spieler Avatar von flow7
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    Bin ich eigentlich der einzige der auf der Seite der Inquisitoren spielt?

    Jede Questbeschreibung was man im Internet findet hat derjenige auf der Seite der Hexen gespielt!

  3. #73
    Spammer Avatar von Thalin Argelion
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    Zitat Zitat von flow7 Beitrag anzeigen
    Bin ich eigentlich der einzige der auf der Seite der Inquisitoren spielt?

    Jede Questbeschreibung was man im Internet findet hat derjenige auf der Seite der Hexen gespielt!
    Hab auch ein schönes Bannstrahler Hemdchen an

  4. #74
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    Drakensang hat genausoviele Kämpfe, wenn nicht sogar mehr, als AD&D Abenteuer. Kaum Quests, wo man wirklich nicht kämpfen musste und wenn, dann waren es Botengänge. Die Geschichte ist leider auch wieder "Retten wir die Welt vor irgendwas"-Schema... Leider. Etwas einfallslos, allerdings ganz nett umgesetzt, wenn ich von den störenden Elementen absehe. Hatte vor 2 Jahren Planescape Tourment gespielt. Die Grafik absolut altbacken, aber die Atmosphäre und die Geschichte waren bisher das beste, was ich erleben durfte. Sicher gab es dort auch Kämpfe, aber es kam mir weniger vor. Es war keine Vollvertonung (viel zu lesen) und selbst bei dem Ende hatte man die möglichkeit auch ohne Kampf auszukommen. Von den drei Punkten war Drakensang nur mit der Grafik besser, aber die ist nicht entscheidend für ein Rollenspiel. Was Geschichte und Atmosphäre angeht waren Welten dazwischen. Drakensang versucht eine Atmosphäre aufzubauen, verhindert diese durch sinnlose Kämpfe aber immerwieder, dazu kommen die fehlenden Interaktionen der Teammitglieder untereinander.

    Ich konnte mich auch nie wirklich in den Charakter hineinversetzen. Ich muss betonen, das das Spiel für Leute, die Kämpfe mögen und nicht so viel Wert auf RP-Gespräche, Gefühle und was noch alles zu RP gehört wert legen, bestimmt gut ist. Nur für mich war vom einen zuviel und von dem anderen zuwenig. Rätsel waren in Ordnung, hätten mehr sein können. Auf Grafik lege ich nicht viel Wert, muss aber zugeben, das Drakensang sehr gut aussah.

    Es gab auch Sachen, wo ich nur mit dem Kopf schütteln könnte. Genauso gab es auch Momente, die mir gefielen. Ich denke aber, das wichtigste in einem Rollenspiel muss immer sein, das man sich in einen Charakter hineinversetzen kann und das auch alle Gefühle glaubwürdig rüberkommen. Es gab tatsächlich ein paar Andeutungen in Drakensang diesbezüglich, aber es kam mir vor als würde jemand eine Pseudoausrede benutzen, was mir zwangsläufig als unglaubwürdig vorkam. Kaum 2 Sätze weiter war das vorhergehende schon wieder vergessen falls es überhaupt noch erwähnt wurde. Die Musik war leider auch nicht immer passend. Das fiel mir besonders an einer Stelle auf, weil sie mich mehr störte als die Atmosphäre zu unterstützen.

    Vielleicht liegt es aber auch wirklich an dem Thema "Rette die Welt" was mich nervt. Ich kann nur hoffen, das sich die Autoren und auch das Entwicklungsteam beim 2. Teil eines besseren besinnen. Insgesamt gesehen würde ich Drakensang als befriedigend bewerten. Es gab ja auch nette Sachen und ich gestehe einem Team auch zu, das es Fehler macht. Aber falls die Geschichte von Teil 2 ebenfalls in diese Richtung mit dieser Kampflastigkeit geht, dann lasse ich meine Finger davon.

  5. #75
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    Zitat Zitat von Thalin Argelion Beitrag anzeigen
    Hab auch ein schönes Bannstrahler Hemdchen an
    Spoiler:
    *meld* ich auch.
    Liegt aber daran, das ich ja einen Stadtmenschen als Hauptchar spiele und sie daher nicht soviel mit Hexen und ihrem Naturkram anfangen kann. Wenn ich irgendwann mal eine Elfe oder Magier spiele, wird sie sicherlich mit den Hexen gemeinsame Sache machen.
    Geändert von tommyd2 (12.08.2008 um 18:51 Uhr)

  6. #76
    Bleibt zu Hause Avatar von alceleniel
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    Dürfte ich euch daran erinnern, dass hier keine Spoiler gepostet werden sollen. Außerdem geht es um die Meinung zum Spiel, nicht welcher Gruppe man angehört.

  7. #77
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    Zitat Zitat von Shenjee Beitrag anzeigen
    Vielleicht liegt es aber auch wirklich an dem Thema "Rette die Welt" was mich nervt. Ich kann nur hoffen, das sich die Autoren und auch das Entwicklungsteam beim 2. Teil eines besseren besinnen. Insgesamt gesehen würde ich Drakensang als befriedigend bewerten. Es gab ja auch nette Sachen und ich gestehe einem Team auch zu, das es Fehler macht. Aber falls die Geschichte von Teil 2 ebenfalls in diese Richtung mit dieser Kampflastigkeit geht, dann lasse ich meine Finger davon.
    Ja, das ist ein beliebtes Szenario. Andererseits gibt es wohl auch nicht so viele andere Grundstories, die sich für so ein Spiel eignen, wo man einen Helden hochzüchtet. Zumindest war das bei BG, Gothic, der NLT usw. ebenfalls das Thema. Die von Planescape kenne ich (noch) nicht, aber die ist glaube ich wirklich etwas anders oder?

  8. #78
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    Also zumindest in BGII war die Grundtendenz nicht unbedingt "Rette die Welt". Man hat den am Anfang mysteriösen Gegenspieler (wie hiess er noch gleich?) und es lief doch da eher auf eine persönliche Fehde hinaus, auch weil er ja die langjährige Freundin Imoen gekidnapped hatte.
    Gothic original war eigentlich auch keine Geschichte dieser Art. Hier war doch das Grundgerüst, das sich der Held aus der Minenkolonie befreien wollte und es wurde erst gegen Ende dann etwas dramatischer.
    Planescape Torment gar hat eine völlig anders geartete Geschichte zu bieten. Das solltest Du aber schonmal gespielt haben, deshalb sag ich zu dieser jetzt mal nichts (läuft auch noch auf aktuellen Systemen, wenn man nicht unbedingt eine Grafikkarte von NVidia sein Eigen nennt, die Infinity-Engine hat mit den aktuellen Geforce-Karten Probleme).
    Nur in Drakensang wird man halt im Gegensatz zu den genannten Spielen von Anfang an nicht darüber in Zweifel gelassen, das man der auserkorene Held ist, der schaffen soll, was noch niemand vor ihm geschafft hat.

  9. #79
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    Wann im Spiel klar wird, dass man die Welt oder sonstwas rettet, darum ging es mir auch nicht. In Drakensang tut man das aber auch nicht von Anfang an. Da wird auch nach und nach erst klar, dass es um was größeres geht (was aber der Großteil der Bevölkerung nicht mal mitbekommen wird, auch im Boten wird das eher Nebensache sein, denke ich.

  10. #80
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    Zitat Zitat von GTStar Beitrag anzeigen
    Ja, das ist ein beliebtes Szenario. Andererseits gibt es wohl auch nicht so viele andere Grundstories, die sich für so ein Spiel eignen, wo man einen Helden hochzüchtet. Zumindest war das bei BG, Gothic, der NLT usw. ebenfalls das Thema. Die von Planescape kenne ich (noch) nicht, aber die ist glaube ich wirklich etwas anders oder?
    Ja, sie ist anders und die schönste Geschichte, die ich bisher gelesen habe... denn es ist sehr viel zu lesen. Es geht nicht um die Weltrettung, sondern man muss herausfinden, warum der Charakter so ist, wie er ist und es ist einfach faszinierend.

    Aber wie du aber schon geschrieben hast, die meisten benutzen leider das Thema, obwohl es nach meiner Meinung viel bessere Themen gibt. Und ich finde das mittlerweile sowas von langweilig...

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