Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben die Techniker bei Hewlett Packard erstmals ein mathematisches und physisches Muster des intelligenten Widerstands erstellt. Damit könnten die Tage von Festplatten und konventionellem Arbeitsspeicher im IT-Bereich ein für alle Mal gezählt sein. Der Memristor gilt als das vierte elektronische Grundelement neben Widerstand, Kondensator und Induktor. Professor Leon Chua hatte den Begriff an der US-Universität Berkeley geprägt. Bisher hatte es jedoch niemand geschafft, den Memristor in die Praxis umzusetzen. Das revolutionäre an der neuen Technologie ist die Fähigkeit, sich Daten auch im ausgeschalteten Zustand "merken" zu können.
Konventioneller DRAM verliert seine gespeicherten Daten, wenn der Strom abgestellt wird. Beim nächsten Bootvorgang müssen diese erst wieder von der Festplatte eingeladen werden. Mit dem Memristor könnte man also in Zukunft Computer bauen, die nie wieder booten müssen. "Wenn Sie Ihren Computer einschalten, wird er unverzüglich so starten wie er war, als Sie ihn ausgeschaltet haben. Das ist ein sehr interessantes potentielles Anwendungsgebiet und zudem ein sehr realistisches.", erklärt Entwicklungsleiter Stanley Williams die Möglichkeiten der neuen Technik. Auch unter Umweltaspekten betrachtet hat der Memristor gewaltiges Potential. So könnte man in Zukunft jedes Speichermodul je nach Bedarf ein- und ausschalten und somit - global gesehen - erheblich Betriebskosten einsparen.