deutschsprachige Zeitungen
"Süddeutsche Zeitung": "Lahms finaler Zaubertrick - Dass den Deutschen die Favoritenrolle nicht behagte, war in der achten Minute erstmals zu sehen. Lehmanns Schreien half erst einmal gar nichts. Die deutsche Elf starrte weiterhin gebannt auf die türkischen Zauberer, die einen Trick nach dem anderen zeigten, schließlich auch den beliebten Trick namens Tor. Es war eine zum Ende hin dramatische Partie gewesen, deren Ausgang bedeutet, dass die Deutschen am Sonntag in Wien das EM-Finale bestreiten dürfen."
"Berliner Kurier": "Erst völlig lahm, dann LAAAHHHHM - Jungs, habt ihr Nerven! Nicht jeder Fan hat ein so gut trainiertes Herz. Viele haben bei diesem Krimi gelitten, sie haben Blut und Wasser geschwitzt und ein Angst-und-Bange-Spiel erlebt. Eines, bei dem der Puls zwischen Hochleistungs-180 rast und Ich-fass-es-nicht-45 hindämmert. Es sind 90 Minuten, die Bundestrainer Jogi Löw schweißdurchtränkt erlebt, weil er an der Seitenlinie hüpft, tobt, gestikuliert wie sonst nur sein türkischer Kollege Fatih Terim. Dieses Duell hat Löw gewonnen, aber das Spiel ist für ihn die Hölle."
"Taz": "Rüstü patzt kurz vor Wien - Eine Turniermannschaft bleibt im Turnier, das ist doch logisch. Und weil auf der deutschen Mannschaft das Siegel Turniermannschaft klebt wie das Chiquita-Logo auf einer Banane, ist am Mittwochabend im Basler St.-Jakob-Park eben passiert, was passieren musste. Doch so leicht, wie sich das fast alle Experten vor dem Match gedacht hatten, war's nicht. Vor allem in der ersten Halbzeit tat sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw erstaunlich schwer gegen die ballsicheren und taktisch clever eingestellten Türken. Das effektivere Team des Abends zieht nun ein ins Halbfinale."
"Ostsee Zeitung": "DFB-Elf lahmt ins Finale - Trotz enttäuschender Leistung hat die DFB-Auswahl das Finale der Europameisterschaft erreicht. Während die durch die Ausfälle von neun verletzten oder gesperrten Spielern personell arg geschwächten Türken respektlos in die Partie gingen, ließ die in Bestbesetzung spielende deutsche Elf jegliche Ordnung vermissen."
"Frankfurter Rundschau": "Glück gehabt - Wer hätte das gedacht: Die deutsche Mannschaft hat es gegen ein arg dezimiertes türkisches Team ins Finale geschafft. So weit ist also alles gut gegangen, und dafür können all' die dankbar sein, die sich über Erfolge der deutschen Mannschaft freuen. Denn es sind genau solche Spiele wie das gegen die Türkei, an denen eine Mannschaft schnell mal scheitern kann."
"Tagesspiegel": "Deutschland siegt türkisch - Die Deutschen sind wieder da. Die guten alten Deutschen, die sich mit Glück und Kampf durchmogeln, so wie gestern im EM-Halbfinale von Basel. Selten hat man die deutschen Spieler so kraftlos gesehen, so ideenlos. Bundestrainer Joachim Löw bekam an der Seitenlinie einen Wutanfall nach dem anderen und zeigte dabei sehr viel mehr Engagement und Leidenschaft als sein kickendes Personal."
"Neue Züricher Zeitung": "Starker deutscher Finish - Die mäßigen, aber glückhaften Deutschen gewinnen den am Ende turbulenten Halbfinal gegen die Türkei. Einmal mehr rückte im attraktiven ersten EM-Halbfinal die Psychologie in den Vordergrund. Wie ist das mit den Ankündigungen? Was wird kundgetan? Die arg dezimierten Türken kamen jedenfalls fidel auf den Platz, suchten von Beginn weg ihre Chancen, das Tor und schürten die Verunsicherung des Widersachers, der auf fast allen Positionen fast einen Kopf größer war."
"Kurier.at": "Ungeliebte Favoritenrolle - Deutschland steht im Finale. Doch haben die bisherigen Spiele gezeigt: In der Rolle des vermeintlichen Siegers kann die DFB-Elf nur scheitern. Lahm war auch ein Held, dessen Einzelleistung die Effizienz der gesamten deutschen Mannschaft widerspiegelte. Sie pendelte irgendwo zwischen genial und katastrophal, zwischen himmelhochjauchzend und zutiefst betrübend. Ja, die Deutschen sind ohne Zweifel das Chamäleon dieser EM. Kein anderes Team passt sich dem im Vorfeld vermuteten Niveau des Gegners so perfekt an."
"Handelsblatt": "Nationalelf erreicht EM-Finale - Es war ein schweißtreibendes Spiel. Von Beginn an standen ihnen die Türken in Form einer überhängenden Wand entgegen. Die Deutschen schwammen, das Zentrum, Hitzlsperger und Rolfes, irrte in Ermangelung fest zugeordneter Gegner kopflos durchs hintere Mittelfeld, Ballack hatte alle Mühe, seinen Hinterleute Orientierung zu geben."
"Hamburger Abendblatt": "Lahms Last-Minute-Schuss ins Glück - War das ein hartes Stück Arbeit. Doch mit dieser Leistung wird es am Sonntag (20.45 Uhr) gegen die Spanier oder Russen sehr, sehr schwer. Die DFB-Auswahl war gegenüber dem starken Viertelfinalspiel gegen Portugal nicht wieder zu erkennen. Die Spieler von Joachim Löw fanden nie ihren Rhythmus, es fehlte zu Beginn an Zweikampfstärke und an spielerischen Ideen gegen das arg dezimierte Team der Türkei, das früh attackierte und kompakt verteidigte, dabei aber trotzdem nach vorn spielte."
türkische Blätter
"Sabah" und
"Vatan" titeln mit: "Gönüllerin Sampiyonu" - "Sieger der Herzen"
"Hürriyet" schlagzeilt: "Üzülmeyin. Biz kazandik" - "Seid nicht traurig: Wir haben gewonnen." Und setzt hinzu: "Yari finalde Almanya'ya kaybettik ama dünyadan alkis aldik" - "Das Halbfinale gegen Deutschland haben wir verloren, aber den Beifall der Welt haben wir gewonnen."
Ein herzliches "Tesekkürker cocuklar" - "Danke, Jungs" - von
"Radikal".
Die Wirtschaftszeitung "Referans": "Milli Takim'in direnci ve umudu Türkiye'nin marka olmasini saglar." - "Der Einsatz und die Hoffnung des Nationalteams hat die Türkei zu einer Marke gemacht."
Das Massenblatt
"Posta": "Sizi cok seviyoruz" - "Wir lieben euch sehr!"
Die Sportzeitung
"Fanatik" hält eine Ansprache: "Bayanlar, baylar ... Karsinizda dünya futbolunun tüm zamanlarda gelmis, gecmis en balli takimi: Almanya" - "Meine Damen und Herren, das beste und uns am nächsten gekommene Team der Welt: Deutschland."