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Fluchend und fauchend drehte Karàsvina sich auf den Bauch und stemmte sich in die Höhe, musste sich aber an der Mauer festhalten um nicht gleich wieder umzukippen. Sie konnte das verdammte Gleichgewicht nicht halten! Bevor sie erneut fiel, knickte sie die Knie ein, setzte eines auf und ließ das andere angewinkelt, derweil sie sich mit einer Hand auf dem Boden abstützte. Bei all der Bewegung verlor sie ortwährend kleine Fellflusen.
Melina betrachtete sie mit einer seltsamen Mischung aus Schrecken und Faszination. Und fragte sie nach ihrem Gestaltwandlertum. die Hexe schaute zurück.
"Nun, ich...", wie sollte sie das denn erklären? Ihre Magie war mehr Instinkt als Handlung, sie hexte aus dem Bauchgefühl heraus, bestimmt von ihren Gefühlen. Sie bewegte probeweise die linke Hand und fühlte vorsichtig nach den Fäden der Magie, den kaum bemerkbaren Energien des Jenseits, welche beständig in ihre Welt strömten. Da, ganz sacht war. Sie fuhr daran entlang wie an den Seiten einer Harfe, dann drehte sie den Oberkörper und den Kopf in einer fließenden Bewegung wieder Melina zu.
"Ich hülle mich in die Fäden der Magie, fühle das Tier und lasse es geschehen." Ein nachdenklicher Ausdruck stahl sich auf ihr Gesicht.
"Aber ich wurde unterbrochen, ehe ich mich ganz eingehüllt hatte. Nun hängen sie an mir wie Spinnweben und ich habe keine Ahnung, wie ich sie wieder loswerde." Sie fuhr langsam mit beiden Händen ihre Körperkonturen nach, ein leichtes Prickeln war geblieben, hatte sie aber nicht gänzlich umschlungen. Sie war halb hier und halb dort, und...
ruderte hilflos mit den Armen, als ihr Gleichgewichtssinn sich erneut verabschiedete. Sie plumpste auf ihre vier Buchstaben und befand, dass es wohl das beste wäre einfach so sitzen zu bleiben, die Arme nach hinten aufgestützt, die Füße weit ausgestreckt.
"Und was nun?"
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Vier gut ausgerüstete Männer, die zu Dewans Wachen gehörten trugen zusammen einen großen Beutel mit sich. Während ein paar Leute ihnen kurz Aufmerksamkeit schenkten, ignorierten es die anderen vollkommen. Vermutlich weil sie dachten es sei eine große Lieferung, die Dewan dort zusammengestellt und von seinen Wachen liefern ließe. Sie gingen zu dem Hinterteil des Bezirks, wo der Abfall im Hafen entsorgt wurde. Dieser Teil des Bezirks stank gewaltig und war alles andere als Sehenswürdig. Es wurde von den meisten Menschen vermieden.
Die Wachen schmissen den Sack in die Abfallmenge und machten sich aus dem Staub. Es wäre sicher nicht das erste Mal, dass hier Leichen entdeckt wurden.
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Hafenbezirk
Chizuri war ein weiteres Mal über den großen Mann erstaunt. Wahrscheinlich hatte er in seinem Leben bereits viel durchmachen müssen und konnte sie daher eher verstehen, als jemand, der in ein gemachtes Bett geboren wurde. Menschen und Zwerge – bei Elfen kam es eher selten dazu – die in einer reichen und anerkannten Familie geboren wurden, deren einzige Aufgabe darin bestand, sich mit anderen, ebenso bekannten Leuten, zu treffen, gemeinsam mit ihnen zu essen und zu tratschen, deren größte Sorge am Abend war, welche Kleider sie am nächsten Tag tragen sollten, konnten sicherlich nicht verstehen, was es bedeutete, Tag für Tag zu hoffen, dass man überhaupt etwas zu essen und ein Dach über den Kopf bekam. Chizuri konnte sich noch an die Zeit erinnern, als ihre Eltern noch am Leben waren. Damals waren sie zwar nicht wohlhabend, aber ihr fehlte auch an nichts und sie hatte keine Vorstellung wie es ohne dem war. Doch die Zeit ist schon lange vorbei. Jetzt war ihr Lebensstil dem eines Barbaren ähnlicher.
Das Mädchen stoppte die überquellenden Gedanken. Sie war hier und jetzt und nicht irgendwo in der Vergangenheit. Und jetzt hatte sie sich darum zu kümmern, dass diese Schriftrolle auf schnellstem Wege zu Naomi Cirtarda kam.
„Kommt“, meinte sie zu Justinus, während sie schon entschlossenen Schrittes losging, da sie nun eine Marschrichtung hatten. „Geben wir die Schriftrolle ab und sehen wir, wie Ihr im Kampf gegen die Dunkle Brut helfen könnt.“
Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so erschien, war es tatsächlich nicht weit, um bis zu dem verzeichneten Haus zu gelangen. Es ging einige hunderte Fuß dem Pier entlang, bevor sie ihr Weg in die Stadt hineinführte. Schon wenige Gassen später, standen sie vor einem halb verfallenen Haus. Trotz der geringen Belastung schmerzte Chizuris verletzter Knöchel, doch sie ließ sich davon nicht ablenken und inspizierte das Haus weiter. Spinnweben waren an den Fensterrahmen und das Glas war von der Salzluft so verdreckt, dass es keinen Blick in das dunkle Innere ermöglichte. Moos wuchs auf den Ziegelsteinen und erhärtete den Eindruck, dass hier niemand wohnte. Doch der eiserne Griff an der schweren Holztür war abgegriffen und blank und zeugte davon, dass die Tür noch regelmäßig geöffnet wurde. Mittig auf der Tür prangte ein großer Klopfring. Chizuri blickte kurz nach beiden Seiten, um sich zu vergewissern, dass sie nicht beobachtet wurden, bevor sie ihn zum Anklopfen benutzte.
Schritte kamen langsam näher und die Türe öffnete sich. Ein altes, runzliges Gesicht erschien. Es gehörte einer Frau, die einen Kopf kleiner als Chizuri war, ihre bucklige Haltung und der Krückstock unterstrichen das hohe Alter.
„Naomi Cirtarda?“
„Was wollt Ihr?“, entgegnete die Frau mit krächzender Stimme, ohne die Frage nach ihren Namen zu beantworten und völlig unbeeindruckt von Justinus, der sie um drei Fuß zu überragen schien.
„Geoffrey Fairfax schickt mich.“
Daraufhin erhellte sich ihre Miene etwas. „Kommt rein, kommt rein, bleibt nicht hier auf der Straße stehen!“
Mit einem überraschend kräftigen Griff zerrte die Alte sowohl Chizuri als auch Justinus in den dunklen Wohnbereich des Hauses. Die Tür fiel mit einem Donnern ins Schloss. Sofort bemerkte Chizuri den Geruch von exotischen Kräutern und Gewürzen. Ganz im Gegensatz zum äußerlichen Eindruck war kein Hauch von Moder oder Alter zu bemerken und es war auch nicht vollkommen finster, sondern mehrere Kerzen spendeten etwas Licht. Die Fenster hingegen waren abgedeckt, darum konnte man auch von außen nichts erkennen.
„Also, warum schickt Euch der alte Geoffrey?“, wollte die Frau wissen.
Beinahe hätte Chizuri schon geantwortet. Doch eine wichtige Lektion aus der Zeit als Botin kam ihr in den Sinn. ‚Versichere dich immer, dass du die Botschaft der richtigen Person zukommen lässt.‘
„Seid Ihr Naomi Cirtarda?“, fragte sie darum nochmals. Dass sie Geoffrey zu kennen schien, war zumindest schon ein sehr gutes Zeichen.
„Jaja, die bin ich. Wollt Ihr meine Geduld auf die Probe stellen oder…“
„Großmutter!“, mischte sich plötzlich eine weitere Stimme ein. Daraufhin trat eine junge Frau aus einem Nebenzimmer ein. Im Gegensatz zu der Alten war sie groß, schlank und hatte, soweit es im trüben Licht zu erkennen war, hübsche Gesichtszüge.
„Ich bin Naomi Cirtarda“, stellte diese sich vor. „Ihr müsst meine Großmutter entschuldigen, sie will immer alles alleine erledigen und vergisst dabei, dass ich kein kleines Kind mehr bin und bevormundet werden muss.“ Der letzte Teil war hauptsächlich an die Großmutter gerichtet, die sich bereits davonmachte. „Geoffrey aus dem Wolfspack schickt euch also. Was kann ich für euch tun?“
‚Ist das nur wirklich die richtige Frau? Wobei sie auch Geoffrey kennt und die Adresse stimmt, also wird es wohl in Ordnung sein.‘ „Ich habe eine Nachricht für Euch.“, antwortete Chizuri und übergab die Schriftrolle, welche Naomi sofort las.
„Interessant“, murmelte Naomi nach kurzer Zeit. „Und beängstigend. Es ist die Dunkle Brut, nicht wahr? Ich habe schon Gerüchte gehört, die nichts Gutes besagen.“
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"Und was nun?", fragte Karàsvina sie. Das war eine gute Frage, auf die Melina so spontan keine Antwort hatte.
"Nun ja...zunächst finde ich es einmal wichtig, dass die Templer uns nicht erwischen. Ich hatte eigentlich andere Pläne in Denerim als die, mich gefangen nehmen zu lassen und vermutlich zu einer Besänftigten gemacht zu werden. Ich weiß nicht inwiefern ich Euch vertrauen kann, doch eins sollt Ihr wissen. Ich bin eine Heilerin und keine Kämpferin. Der Zauber vorhin sollte andere Ausmaße annehmen, aber ich bin in diesen Dingen einfach nicht gut. Es fällt mir schwer anderen Wesen in irgendeiner art und Weise Leid zuzufügen. Ich kam nach Denerim, um zu helfen und zu lernen. Und wer weiß, wohin mich mein Weg sonst noch führen sollte. Ich ahnte allerdings nicht, dass er mich direkt in die Arme einer Hexe führt, die auf offener Straße beginnt Magie zu wirken...zwei Mal." Als Melina diese Tatsache klar wurde, stieg der Ärger in ihr auf.
"warum habt Ihr das überhaupt getan? Es schien, als würdet Ihr Euch selbst nicht unter Kontrolle haben. Lernt man derartiges in der Wildnis nicht?"
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Karàsvinas Augen verengten sich zu Schlitzen.
"Also 'Templer' heißen sie." ihr Stimme war ein Fauchen, Ihre Gestalt wollte einen Katzenbuckel machen, was jedoch an ihrem menschlichen Knochenbau scheiterte und dazu führte, dass ihr Rücken vernehmlich knackte. Es tat zwar nicht direkt weh, war aber auch alles andere als angenehm. Sie spuckte. Dann schaute sie Melina wieder an.
"Ich habe nicht gezaubert auf der Straße. dass du deinesgleichen nicht zu erkennen weißt ist nicht meine schuld und setzt keinerlei Hexerei voraus. Und diesen Templer in der Kneipe?" Sie spie den Namen der Gepanzerten aus wie eine faule Traube.
"Von denen verdient jeder den Tod."
sie schaute in die Leere, schaute zurück durch die Zeit. Irgendwo am Rande des Brecilienwaldes schoss eine Blutfontäne empor, beendete das Leben des einen Mannes, der ihr etwas bedeutet hatte. Und es spritzte auf eine Rüstung. Eine Rüstung mit dem Symbol der Templer, eine Rüstung wie es sie zu tausenden gab um damit Männer zu kleiden, welche dann im Namen der Kirche Blut vergießen konnten.
sie erhob sich auf die Füße und ging nahe an Melina heran, ihre Augen kaum eine Handbreit von denen der kleineren Hexe entfernt.
"Was man in der Wildnis lernt...", ihre Stimme war rau und ihr Blick fest, "ist mit was für Lügen ihr Stadtmenschen lebt. Und die blutige Wahrheit."
sie ließ sich zurückfallen und schaute nun wieder milder. dann legte sie den Nacken schief.
"Aber wie kommst du an dein Essen, wenn du anderen Wesen nie Leid zufügst? Au! Verflucht und Verhext!" Katzenzähne gehörten nicht in einen Menschenmund!
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Das war das erste Mal, dass Melina vor Karàsvina Furcht verspürte. Sie schien nicht zu wissen, was hier in den Städten passierte. Welch grausame Taten die Templer vollführten.
Nachdem die Hexe zurückgewichen war, sackte Melina erschöpft in sich zusammen.
"Nicht alle Stadtmenschen sind Lügner und Lügner gibt es überall in Thedas. Auch ich bin in gewissen Momenten eine Lügnerin. Nie könnte ich gegenüber einem Anhänger der Kirche ehrlich behaupten, dass ich eine Magierin bin. Selbst wenn ich nur über heilende Fähigkeiten verfüge, ist es ihnen egal. Für sie sind wir alle gleich: Abscheulichkeiten, die des Lebens nicht wert sind. Wir leben in geheimen Verbänden, schützen uns vor den Augen der Nicht-Magier. Mischen uns ins hiesige Volk, um nicht aufzufallen und getötet oder gar besänftigt zu werden." Sie seufzte tief.
"Vergebt mir meine rauhen Worte. Ich wollte Euch nicht kränken."
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Karàsvina musste grinsen.
"Du hast mich falsch verstanden, ich meinte nicht das alle Städter Lügner sind, sondern mit Lügen leben.", sie ließ den Kopf zurück in den Nacken sinken und schaute verträumt empor. Wolken hingen vor einem grauen Himmel, vom nahen Hafenviertel jenseits der Stadtmauern drangen Geräusche und Gerüche herüber. zu intensiv, zu viele, aber hier noch erträglich. Ihr Kopf beschrieb einen Kreis, sie schaute erneut an sich herab.
Ich muss diese eigenartige Gestalt loswerden. Gedankenverloren betrachtete sie ihre bepelzte Hand.
"Dass diese Männer mit dem Symbol unser Volk jagen ist mir nicht neu. sie..."
Blut in der Nacht, ein Schrei zerreißt die Stille.
Hämisches lachen, drei gegen einen.
Gut gerüstet sind sie, der Mann kaum eine Bedrohung.
die Hexe schüttelte den Kopf und murmelte leise: "Neinnein, geht weg, lasst mich in Frieden, lasst mich in Ruh." Dann seufzte sie. Und schnippte mit den Fingern.
"Der Alte im Wolfspack." Melina schaute sie nur verdutzt an, aber Karàsvina griff sie schon bei der Hand.
"Ein Verbündeter, ein versteckter Magier. Loslos. er ist mächtig, weiß bestimmt Rat. Komm schon."
Aber die Heilerin hatte ihre Einwände...
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Wolfspack? War das nicht diese kleine Kneipe, in der ich schon zu Beginn des Tages war? Dieser schreckliche Ort? Was soll ich dort?
Ruckartig wurde die junge Magierin von der Hexe mitgezogen. Gedanken schwirrten ihr im Kopf herum.
Ein verbündeter Magier? Vielleicht jemand, der sich erfolgreich vor der Kirche verstecken konnte. Das wäre eine gute Gelegenheit für mich. Ich hoffe nur, dass die Templer die Suche nach uns aufegegeben hab....moment! Hat sich dieser Sack dort gerade bewegt?
Melina riss sich von Karàsvina los und hielt inne. Dort, wo sich die großen Säcke am Hafen häuften, hatte sich doch eben etwas bewegt. Etwa in dem Sack selbst? was könnte es sein? Hundewelpen oder kleine Katzen? Viellciht auch nur Ratten. Egal, was es war, Melina konnte und wollte nicht zulassen, dass diese Lebewesen elendig im Meer zugrunde gingen. Wieder so grausame Menschen, die verantwortungslos mit dem Leben umgingen.
"Wartet kurz...dort...hat sich etwas bewegt. Ich will es mir nur kurz ansehen."
Die Magierin ging langsam auf den Haufen von Säcken zu und mit jedem Schritt, den sie näher darauf zuging, wurde der Geruch unerträglicher. Der beißende Gestank von Verwesung und Tod kroch ihr in die Nase und machte es ihr wahrlich schwer, nicht umzudrehen und wegzulaufen. Doch sie konnte nicht einfach wegsehen und es geschehen lassen. Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis sie den Sack erreichte, von dem sie glaubte, dass sich etwas darin bewegt hatte. Sie zog daran, um ihn von diesem Haufen wegzuschaffen, doch ihre Kraft reichte nicht aus.
Er ist viel zu schwer für Hundewelpen oder gar Ratten...und es kommen auch gar keine Geräusche dort heraus
Plötzlich nahm sie ruckartig ihre Hände zurück und schluckte einmal schwer. Mit zitternden Händen machte Melina sich daran den Sack zu öffnen. Als sie es endlich geschafft hatte, hatte sich ihre schlimmste Vermutung bestätigt. Hier sollten Menschen weggeworfen werden...Menschen, die noch lebten und die dringend Hilfe brauchten. Ihre Hilfe!
"Karàsvina, könntet Ihr mir bitte behilflich sein diesen...Sack hier fortzuschaffen?"
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Sie hatten die Stadtmauer noch nicht einmal erreicht, als Melina sich von Karàsvina los riss und die Hexe damit einmal mehr aus dem Gleichgewicht brachte, denn der fehlte der sonst für Katzen unverzichtbare Schwanz. So ruderte sie hilflos mit den Armen, schaffte es aber auf den Füßen zu bleiben. Da schallte auch schon der Heilerin Stimme herüber:
"Karàsvina, könntet Ihr mir bitte behilflich sein diesen...Sack hier fortzuschaffen?"
Die Hexe hatte den Oberkörper leicht schräg und drehte den Kopf schief zu der anderen Hexe.
"Was ist denn nun schon wieder? Ha---Hatschi!", diese Schnurrbarthaare waren furchtbar. Melina schaute sie nur aus flehenden, alarmierten Augen an, also zuckte die Hexe mit den Schultern und kam herüber. Und zog die Nase kraus.
Sie standen nun am ende der Mauer, die hier in den Hafen überging und vom Wasser begrenzt wurde. Sie hatten Denerim selbst noch nicht betreten, aber alle Gerüche des Hafens wehten herüber: Fisch, Schweiß, Schmutz, Teer, verfaultes Fleisch, bittersüßer Giftgestank, der halb verwandelten Karàsvina schwanden die Sinne. Sie musste sich auf den Sack stützen, an dem Melina sich immer noch abmühte, doch wurde ihre Bewegung abrupt gestoppt, und zwar von ihr selbst. Diese Konturen, was immer in diesem Sack war, fühlte sich an als ob...
Sie riss die Augen auf, stemmte die Füße in den Boden und zerrte mit allem Gewicht an dem Sack. Im nächsten Moment kam dieser ins Rutschen und polterte vor sie, die Hexe stieß sich ab und hing einen Moment beinah im Schneidersitz in der Luft, doch die Landung brachte sie aus dem Tritt, sie knickte um und fiel schon wieder zu Boden. und erschrak:
langes, blondes Haar ragte aus dem Sack. Sie schaute auf zu Melina, die...
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...die Luft tief einsog, um wieder Herrin ihres Verstandes zu werden. Melina war hinter der Hexe hergestolpert, als diese den Sack mit einem Ruck vom Haufen entfernte. Unsicher blickte sie Karàsvina an und vergewisserte sich, dass sie beide dasselbe sahen. Die Magierin hatte einfach kein Verständnis für diese Art der Entsorgung. Die Feiglinge, die diese Leute in Gefahr gebracht hatten, gehörten in ihren Augen hingerichtet.
Hör auf, dir darüber Gedanken zu machen! Hilf ihnen endlich! Melina blinzelte zweimal und holte tief Luft...was sie, aufgrund der hiesigen Sauerstoffverhältnisse vielleicht besser nicht hätte tun sollen. Sie musste husten, begab sich jedoch gleichzeitig in die Hocke, um die Blonde aus dem Sack zu ziehen. Die Heilerin sah sofort eine tiefe Verletzung in der Magengegend, sowie starke Verbrennungen an den Extremitäten. Sie prüfte den Atem bei der noch jung wirkenden Frau. Er war flach, aber vorhanden.
Als nächstes zog Melina den nächsten Körper mit Hilfe von Karàsvina aus dem Sack. Diesmal war es ein Mann. Zumindest vermutete sie dies, aufgrund der Statur, denn sonst war er von Kopf bis Fuß in ein rot-schwarzes Narrengewand gehüllt. Melina nahm ihm die Kapuze ab und bestätigte damit ihre Vermutung. Auch er hatte eine tiefe Wunde und sehr flachen Atem. Ähnlich wie bei der Blonden, waren die Ränder der Stichverletzung, wie Melina erkennen konnte, sehr eitrig. Scheinbar wurden sie vergiftet und sie wusste nicht, wie lange es schon her war. Wenn sie Glück hatte nur wenige Minuten. Wenn nicht...Sie musste sofort handeln. Es würde ihr keine Zeit mehr bleiben die Zwei in ein Lagerhaus zu schaffen. Jede Bewegung würde die Verbreitung des Giftes verschnellern und da Melina nicht wusste, wie weit es schon vorangeschritten war, würde sie die womöglich nur gefährden. Sie wandte sich der Hexe zu.
"Haltet Ausschau nach Menschen und versucht sie von hier fernzuhalten....oder nutzt einen Zauber, der uns vor den Augen Neugieriger schützt, wenn Ihr derartiges beherrscht. Aber bitte achtet darauf, dass kein Templer zugegen ist."
Die Heilerin wandte sich zunächst der blonden Frau zu und schloss ihre Augen. Sie hatte keine Zeit abzuwarten, ob Karàsvina den zauber beherrschte. Sie vertraute nur darauf, dass die Hexe neugierige Blicke abschirmen konnte. Je weniger Menschen in der Nähe waren, desto leichter und zuversichtlicher konnte sie die Heilmagie anwenden. Melina legte ihre Hände über die Stichverletzung der jungen Frau und sprach einige Worte, die ihr das Nichts in den Mund legte. Daraufhin legte sich ein heller Nebel um ihre Hände, dem sie befahl in die Wunde einzudringen und das Gift herauszusaugen. Es dauerte einen Moment, aber als der Nebel wieder herauskam, war er leicht grünlich, was Melina zeigte, dass sie erfolgreich war. Dasselbige wiederholte sie bei dem Narren. Auch dieser Nebel tauchte grünlich wieder auf und verschwand mit der Krankheit im Nichts. Nun verschloss die Heilerin die Stichverletzungen noch mit zwei leichten Wundumschlägen. Wenn alles geklappt hatte, müssten die beiden Verletzten jeden Moment erwachen und sie könnten von hier verschwinden. Melina musste sie etwas ausruhen. Das Wirken kostete immer Kraft, auch wenn man sich an der Macht des Nichts bediente, forderte es seinen Tribut ein. Immer ein wenig mehr...
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"Natürlich, eine Katzenfrau ist ja auch sehr unauffällig, keiner wird etwas bemerken.", zischte Karàsvina zurück, aber Melina schien ihr schon gar nicht mehr zuzuhören. Die Hexe hob empört die Arme und ließ sie mit nachdruck wieder fallen, dann drehte sie den Oberkörper und erst zuletzt die Beine. Zu zwei Seiten konnte sie niemand sehen: einmal war da die Stadtmauer und es würde wohl kaum jemand übers Meer gerudert kommen, zumal Melina noch hinter dem Stapel aus Säcken kauerte, welche unweit des Wassers aufgetürmt lagen. Doch auf der anderen Seite war, unweit ihres Standortes, ein schmaler Durchgang. Dieser lag einen kurzen Abhang hinab und Tagelöhner schleppten Kisten hinein und hinaus. Karàsvina glitt zunächst auf die Knie, dann senkte sich ihr Oberkörper langsam auf den Wiesengrund und sie spähte hinab. Im Moment bestand keine unmittelbare Gefahr, dass sie entdeckt worden, aber was dann?
Sie musste dem vorbeugen. Und sie verfügte sogar über die richtige Magie dazu, doch in ihrem jetzigen Zustand war es vielleicht nicht die beste Idee: Zum Hexen musste sie durch den Schleier reichen, die Essenz des Jenseits dahinter hervorholen und in diese Welt strömen lassen. Doch es hingen Fäden der Magie an ihr, sie war leicht zu erkennen für alles, was sich auf der anderen Seite umher trieb. Geister wie Dämonen. Sie schaute noch unschlüssig hinab.
Fünf Männer, die immer wieder hin und -her laufen, aber keiner guckt auch nur in unsere Richtung. Sie versuchte zu lauschen, aber ihre übergroßen, fellbedeckten Ohren vernahmen der Geräusche viel zu viele: Da waren die Geräusche vom Hafen und die Stimmen, manche lauter manche leiser und immer wieder zerrissen schreie von Möwen alles. Unmöglich, einige wenige Worte daraus heraus zu hören. Sie warf einen Blick über die Schulter, Melina kniet, ihr den Rücken zugewandt, über der Elfe. Karàsvina spürte ein Kribbeln, als sie die Heilerin so ansah und wusste, dass diese Magie wirkte. Und die Hexe nahm an, dass sie damit noch eine ganze Weile beschäftigt sein würde. Mit wachsender Besorgnis wandte sie wieder das Haupt, derweil ihre Schultern unbewegt auf dem Boden ruhten. Drei der Kistenschlepper standen beieinander und schauten immer mal wieder den Hang hinauf, die Gefahr entdeckt zu werden wurde immer bedrohlicher und die Hexe sah keine andere Möglichkeit mehr. Sie robbte zwei Schritt zurück, ließ ein Bein auf dem Boden ruhen und zog das andere an, streckte die Hände nach hinten.
Ihre Finger begannen, nach dem Schleier zu fühlen, doch etwas war anders als sonst: anstatt nur einen hauchdünnen Vorhang zu erfühlen war es, als hätte jemand eine dicke Filzdecke zwischen die Welten gehängt. Sie fühlte mit mehr Nachdruck, bohrte ihre krallenbewährten Hände in den Stoff und durchstieß diesen. Ihren Unterarm entlang strömte die Essenz der Magie, die Hexe fühlte danach, doch das Mana floss nicht so ruhig und regelmäßig wie sonst, es glich einem mit Felsen durchsetzten Bach, dessen Strömung sich ständig änderte. Karàsvina fuhr fort in ihrem Tun und hoffte inständig, dass ein freundlicher Geist lauschte:
"Komm und fließ,
du unstet' Ding.
Komm und forme dich,
mein Wille gibt dir Gestalt." murmelte sie leise.
Überall an den Armen und ihrem Rücken, dem ganzen Oberkörper spannten sich ihre verformten Muskeln an und entspannten sich, das Mana verzweigte sich dort wo noch Reste der Schleierfäden an ihrem Körper klebten und sich in Form von Fellbüscheln, Krallen oder Schnurrbarthaaren manifestiert hatten. Doch es würde kühler, feuchter. Nebel keimte auf, sie wiegte den Körper in langsahmen Kreisen vor und zurück, ihre Hände drehten und die dünnen Arme wandten sich.
"Forme dich zu kreisen,
Wasser werde zu Dunst,
verschleiere der Beobachter Sicht."
Nebelschwaden breiteten sich, ähnlich dem Dampf über einem Kessel in den sie beständig rührte, aus. Sie öffnete die Augen und versuchte, den Riss im Schleier mit nach hinten gestreckten Armen und sanftem Fingerspiel zu schließen, doch es war so anstrengend, Schweiß klebte in Fellbüscheln am ganzen Körper und ihr Atem wurde schwerer.
Das Denken fiel schwerer, doch sie schaffte es, von Dämonen wohl unbemerkt, dem Schicksal sei dank, den Schleier zu schließen. Doch als nun legte sich, zusätzlich zu den hervorgerufenen Nebelschwaden, auch über ihr Denken ein Schleier, alle Gedanken wurden langsamer und sie selbst müde, so unglaublich müde.
Sie drehte den Kopf, verdrehte dabei den Oberkörper, beide Knie blieben auf dem Boden. sie konnte Melinas Rücken gerade ncoh erahnen, die kaum einen Schritt entfernt kniete.
Das muss verschleiert genug sein., bahnte sich ein Gedanke zäh wie ein Siebenschläfer den Weg durch ihren Kopf.
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Schmerzen, das war das einzige was Sie spürte. Ihre Lunge, ihr Mund, eigentlich brannte alles in ihr. Wohl die Wirkungen des Gases. Dann war da noch der Geschmack von zuviel getrocknetem Blut in Mund und Nase.
Müde und schlapp war Luna… aber warum?
Wieso bin ich nicht tot? Die Angreifer hatten Vorteile auf ihrer Seite.
Oder war Sie jetzt gefangen… Scheiße! Von einem Adligen gefangen. Die Elfe kochte vor Wut. Nicht nur weil sie geschlagen worden war. Nein. Es sah auch so aus als hätte man Sie verraten oder Informationen vorenthalten.
Vielleicht weht sich ihr Körper auch nur immens gegen den Tod, um den Mistkerl zu erwischen, der Sie reingelegt hatte.
Dann spürte Luna etwas Neues. Es schien lange zu dauern, doch es kam ihr so vor als wären es Sekunden.
Wärme umfing sie. Drang in Sie. Es kribbelte und zuckte. Sie kannte das. Wenn sie nach den Misshandlungen, durch die Adligen zu ihrer Sklavenzeit, magisch geheilt wurde. Jemand wirkte Magie auf Sie.
Urplötzlich donnerte Atem ihn Luna. Ihre Lungen füllten sich mit Sauerstoff und sie riss die Augen auf. Bereit jeden zu töten der anwesend war.
Ihr Oberkörper schnellte hoch und in einer Bewegung griff Sie nach ihrem Dolch, oder besser gesagt nach der Stelle wo er sein sollte.
Dann kamen ihre all die Dinge zu Gute, die ihr schreckliches Leben ihr beigebracht hatten:
Sie verstand sofort!
Das war nicht das Adligenanwesen. Es roch nach altem Fisch, Salz und Teer. Sie war am Hafen.
Dann schaute Luna zur Seite. Sofort erkannte sie die auffälligen Klamotten von Jester. Er lag am Boden und über ihm war jemand. Ein betörend schönes Wesen. Falls nicht noch mehr hier waren, musste sie es gewesen sein, die die Heilung anwand.
Die Zaubernde bemerkte wohl den Blick in ihrem Rücken, doch unterbrach den Spruch nicht.
Luna war noch zu geschafft um aufzustehen. Doch sie konnte sprechen.
Sie öffnete den Mund. Aus diesem drang ein kratzendes Husten. Dem folgte ein kleiner Schwall Speichel, Blut und Eiter. Sie übergab sich danach, wischte sich beschämt den mund ab und starrte mit müdem, wütendem Blick in die grünen Augen ihrer Helferin.
„Wer bist du!“ krächzte sie, „Darf ich mich bei dir bedanken? Oder muss ich mir Sorgen machen?“
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Die Magerin hatte sich gerade erschöpft neben dem Narren niedergelassen, als sie der blonden Frau in die Augen blickte. Erleichtert atmete sie auf. Ihre heilenden Kräfte hatten sich in diesem Fall also ausgezahlt gemacht.
Melina nickte ihr freundlich zu.
"Ihr müsst Euch nicht sorgen. Meine Hilfe an Notdürftige ist selbstverständlich und ich hoffe es geht Euch besser." Sie blickte noch einmal zu dem Mann im Narrengewand, der noch immer nicht erwacht war.
"Ich schätze die Frage ist zu anmaßend, doch wer tut so etwas Grausames? Ihr seid hier in den Hafen verschleppt worden, verpackt in einen riesigen Sack wie ein Haufen schnöder Kartoffeln."
Kurzzeitig wanderte ihr Blick an der Blonden vorbei hin zu der halb verwandelten Karàsvina. Auch sie schien vollends erschöpft zu sein.
"Verzeiht, aber sie muss sich ebenfalls ausruhen. Vielleicht sollten wir uns an einen weitaus sichereren Ort begeben, als diesen lebhaften Hafen."
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Nach Ende dieses Satzes, drehte sich Luna um, denn die Magierin meinte wohl jemanden hinter ihr. Die Elfe erblickte noch jemanden… und jemand war nicht untertrieben. Sie wusste nicht wer oder was es war, aber sie musste unweigerlich an Schnurren und ihre ehemalige Katze denken.
Leicht verwirrt schüttelte sie den Kopf und dachte über die Worte nach.
Ein Sack?
In einem Sack verschleppt, sagte die Zauberin. Luna blickte sich um und erspähte den großen Stoffbeutel. Sie stand auf, wackelig, unsicher, und um ehrlich zu sein viel zu schwach. Doch Luna war wie immer zu Stolz sich die Blöße zu geben. Ging aufrecht und selbstsicher auf den am Boden liegenden Sack zu.
Ihr war schwindelig und speiübel, und alle Naselang wurde ihr kurz schwarz vor Augen. Doch die eitle Elfe wollte das nicht zeigen.
„Ein sicherer Ort. Ja…“, nahm Sie das Gespräch wieder auf und kramte in dem Stoffbeutel herum. Glücklich ergriff sie etwas. Luna holte erleichtert ihren Drachenknochendolch heraus und danach ihr Schwertsachs. Selbst Jesters Stab war dort.
Kein Zweifel. Die, die sie überfallen hatten, dachten sie wären tot… das war durchaus nicht schlecht. Aber warum haben sie ihren mehr als teuren Dolch nicht behalten? Im Moment egal.
Sie steckte ihre Waffen an und glitt zu Jester und der Fremden. Sie sackte fast zusammen, setzte sich dann aber einfach nur. Sie sah den Narren an, sah zum ersten Mal sein Gesicht, das überhaupt nicht hässlich war, wie sie anfangs dachte. Er lebte.
Luna setzte sich um und sah die Magierin an. Die sich erholte, die Elfe kannte das.
„Danke. Ich weiß zwar immer noch nicht warum du das getan hast aber danke!“ Luna starrte sie wohl etwas zu lange an, bis sie fortfuhr.
„Ich kenne mich in Demerin nicht gut aus, was sichere Plätze angeht“, sie blickte in ihre grünen Augen, „ich kenne nur die Perle. Weiß aber nicht ob das der geeignete Platz für euch ist! Vielleicht kennt ihr etwas Besseres!“
Plötzlich überkam die Elfe wieder der Schmerz. Sie krümmte sich zusammen und würgte trocken.
Tollen Eindruck machst du hier!
Die Elfe guckte zu dem Wesen am anderen Ende des Raumes oder wo auch immer sie waren und dann zu der wieder Magierin.
„Sobald du wieder bereit bist sollten wir gehen!“
Toller Witz, Luana. Du bist wohl die die hier nicht gehen kann. Und der Narr? Den muss ich wohl tragen!
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----->Devans Anwesen
Hafenbezirk
Der Geruch von gebrannten Waffen und fremden Gewürzen. Fremdartige Farben und Formen. Ganz schwach war die Musik zu hören.
Jester hatte das Gefühl zu fallen und je weiter er fiel desto schwächer wurde die Musik und desto wohler fühlte er sich. Jester wehrte sich. Er musste zurück zu dieser Musik die ihn schon so lange begleitete und führte wie er zurückdenken konnte. Er wüsste nicht was er ohne sie täte.
Jester kämpfte und fing an sich unwohl zu fühlen. Ein heißer Schmerz dehnte sich aus aber die Musik wurde lauter.
Sein Körper fühlte sich an als ob er in Flammen stehen würde doch dann gsellte sich ein Kribbeln dazu. Die Hitze schien aus seinem Körper zu ströhmen und seine Nase roch die unverwechselbare Luft des Hafens.
Die verschiedenen Farben und Formen fügten sich sacht zusammen und Gesprächsfetzen über einen `sicheren Platz´ drangen zu ihm durch. Schließlich öffnete Jester die Augen.
Die Musik in seinem Innern schwoll Augenblicklich in einem warnenden Ton an. Jester sah Blondie und eine fremde hübsche Frau und erschrocken riss er seine Augen zur Gänze auf. Seine Maske war nicht mehr an ihrem Platz!
"neinneinneinneinnein!" rief er fast und all den Schmerz und seine Schwäch völlig ignorierend vollführte er einen perfekten Rückwärtzpurzelbaum. Als er dann auch in einer hockenden Position zu Ruhe kam war die Maske wieder an ihrem Platz. Der Harlekin richtete die Maske noch ein wenig zu recht dann nahm er sich Zeit sich umzusehen während die Musik sich deutlich beruhigte.
Neben Blondie saß eine hübsche Brünette deren Grüne Augen fast genau so fesselnd waren wie die Zeichnung darunter und etwas Abseits war etwas das Jester nur als halb Mensch halb Katze einordnen konnte. Sofort hatte er das Bedürfnis das Tier zu streicheln und zu herzen.
Blondie sah erschöpft aus "Hab keine Angst Blondie, wird alles gut" sagte er fröhlich. Etwas träge ging er auf das brünette Mädchen zu und strich dabei übertrieben sein Kostüm glatt.
Bei der Frau angekommen ließ er seinen linken Arm vorschnellen und hatte plötzlich eine Spielkarte in der Hand auf der eine braunhaarige Prinzessin abgebildet war. Kurz rieb er die Karte zwischen seinen Händen. Er nahm die Hände wieder auseinander und die Karte schien wie von Geisterhand dazwischen frei zu schweben. Für ein paar Herzschläge schwebte die Karte dann griff er die Karte quasi aus der Luft und mit einer Handbewegung verwandelte sich die Damen-Karte in eine Joker-Karte. "Magie..." flüsterte er
"Wenn ich mich vorstellen darf schöne Frau: Meister Jester mein Name, Herr der Geistesfreiheit und Anbieter jeglicher Form von Zerstreuung" stellte er sich vor und machte eine übertriebene Verbeugung. Der Schmerz in seiner linken Schulter ließ ihn zusammenzucken und vorsichtig taste er nach der Stelle und erfühlte den Wundverband.
Aus den Augenwinkel erspähte er seinen Stab und ergriff ihn sofort nur um sich dann darauf abzustützen als sein Blick auf die Katzenfrau viel.
"Köpfchen klein,
Streicheln fein,
möcht so gern ein Kätzchen sein.
Katzen können Mäuse fangen,
haben Krallen, scharf wie Zangen,
kriechen durch die Bodenlöcher
und zuweilen auf die Dächer.
Doch es regnete das war nicht schön
Und jagen wär jetzt echt obszön
Und desshalb ein zerzaustes Kätzchen rief
(und hielt dabei ihr Köpfchen schief):
"Lassen wir die Wolken doch erstmal weinen,
wir warten, bis wir sehen die Sonne scheinen,
und dann gehen wir erst wieder auf die Wiesen,
sonst müssen wir noch wegen Kälte niesen!"
Und so gesellte sich zum Katerschnurren
das leise Geräusch vom Magenknurren... "
Er wandte sich wieder an Blondie und Brauni.
"Ein sicherer Ort ist gesucht?
Ich hab mir da was ausgesucht!
Gerne könnt ihr mit mir kommen,
ich werde euch schon satt bekommen.
Schließlich bin ich nicht mehr krank,
ich glaube euch gebührt dafür der Dank
so biet ich euch nun Speiß und Trank!"
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Es bereitete der erschöpften Karàsvina einige Mühe, auf die Füße zu kommen, wurde ihr Körper doch noch immer durch ihre eigenartige Gestalt aus der Balance gebracht. Sie stützte sich nach hinten mit den Händen ab, zog die Knie an und ließ ihren Oberkörper ein nach hinten gebogenen 'S' beschreiben. Sie kam zwar in die Höhe, fiel aber beinahe wieder vornüber. Im letzten Moment fing sie sich und ließ einmal den Blick schweifen. Dichter Nebel wohin sie blickte, gut. Ein zufriedenes Lächeln stahl sich in ihr Antlitz.
Sie wandte sich Melina und den beiden nun Erwachten zu, ging in die Hocke. es kribbelte sie am ganzen Körper als ihr Schweiß sich in denn Fellbüscheln fing. Sie kratzte sich und... kratzte auf Haut? Sie schaute an sich herunter. War es Wunschdenken, oder hatte sie nun wieder weniger Fell an sich als zuvor? Doch ehe sie sich vergewissern konnte, fing der Narr zu reimen an.
sie versuchte ihm zu folgen, doch ihre Gedanken waren noch zu zäh ob der geistigen Anstrengung zuvor durch den Nebelzauber.
Also schaute sie die bunte Gestalt nur entgeistert an, als sie geendet hatte.
"Also habt ihr ein Versteck, wo wir hingehen können?", sie legte den Kopf schief und schaute ihn von unten herauf an.
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Hab keine Angst, äffte sie den Narren in Gedanken nach. Und dann fing er auch wieder an zu dichten.
Eigentlich war Luna mal wieder schwer beeindruckt, wie grazil und hurtig Jester sich bewegte, doch dann fing er wieder an zu dichten.
Luana Bardenmeisterin, Lucille, bat die Elfe damals Panflöte zu lernen. Erstens weil Luna es schon etwas konnte, zweitens: weil eine Flöte zu einer Dalish passt… und drittens und am wichtigsten:
Die engstirnige Elfe hat eine grauenhafte Singstimme. Und dichten konnte sie nur vulgär und ohne jeden Sinn für Metrik.
Das ist wohl der Grund, warum sie das Poem des Narren abstoßend findet. Sei es nun gut oder schlecht, sie mag derlei Kunst nicht… wie so vieles anderes.
Als der Narr fertig war und Luna mal wieder wütend über die letzten Minuten des vergangenen Auftrags nachdachte und unentwegt die Magierin anstarrte, ehr unbewusst, bekam sie nur nebenbei mit, dass Jester ein Versteck hat.
Zeitgleich schien es so, als würde sich das Katzenwesen regen. Welches gar keine Katze war, sondern ein Mensch.
Hier wimmelt’s ja nur so von Magiern!
Luna presste ihre Hände gegen die schmerzenden Stellen an ihrem Körper. Die Zauberin schien gut zu sein, aber dieses Gift war durchaus mächtig.
Lunas Blick wurde schlagartig dunkel und rasend.
„Bist du endlich fertig mit labern, du Kasper“, sagte sie obwohl Jester schon einige Minuten still war, und ohne Grund. Die Elfe war nicht auf ihn sauer, sondern auf die Adligen die sie übermannten.
Mit diesem Semih werde ich auch noch ein paar Wörtchen wechseln!
Sie stand wacklig da und ließ den trüben Blick wandern:
„Können wir dann endlich! Ich könnte echt mal ein Bad vertragen!“
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Hafenbezirk
Naomi Cirtardas Haus
Mit einem dumpfen Geräusch legte Justinus seinen Helm auf einen kleinen Tisch der in der Mitte des Raumes stand.
Der Chaoskrieger schob eine Kerze beiseite und hob voller Neugier eine Schale mit fremden und unscheinbaren Gewürzen auf. Tief sog er den Duft der Schale ein, ein herber aber gleichzeitig auch erfrischender Geruch der ihm sofort zusagte.
Der ausschließlich durch Kerzen erleuchtete Raum hatte etwas heimeliges und druch die, im Kerzenschein, flackernden Schatten wirkte der Raum größer als er vermutlich war.
Justinus richtete seine Aufmerksamkeit auf das Gespräch zwischen Chizuri und der alten Frau, die sowohl nervös als auch aufgeregt den Grund ihres hierseins erfahren wollte,
Als sich kurz darauf herausstellte, dass die Alte nicht der Empfänger war und sich davontrollte kam Justinus ins Grübeln.
Neugierde..... eine besondere Form der Gier, der Gier nach Wissen. Noch gefährlicher und antreibender als die Gier nach weltlichen Dingen bietet sie doch einem Alles an. Geld, Macht, die Erleuchtung und das Wissen wie man all Das erlangen kann.
Lässt die Neugier aber einen auch unvorsichtig, manipulierbar werden? Die Gier nach Gold lässt einen am Ende mit nur noch mehr Gold dastehen während man bei der Gier nach Wissen weiser sein sollte. Neugierige Menschen sind bestimmt gefährlich aber zu anfangs bestimmt unvorsichtig. Diese Leute sollte man besser im Auge behalten!
Justinus konzentrierte sich auf die eigentliche Naomi. Ihre stolzen Gesichtszüge. Ihr bestimmendes Auftreten wie es nur jemand hat der genau bescheid wusste um die eigenen Stärken und Schwächen. Nicht zuletzt ihre Zielstrebigkeit die sie an den Tag legte, die sie dazu antrieb sofort die Nachricht zu lesen ohne überhaupt Interesse an den Überbringern zu zeigen.
„Interessant und beängstigend. Es ist die Dunkle Brut, nicht wahr? Ich habe schon Gerüchte gehört, die nichts Gutes besagen.“
Justinus musste überrascht schlucken "Gerüchte? Die schwachen Verteidiger der Menschen sind mit ihren zerstittenen Kräfte in Ostagar gescheitert! Die Verderbnis frisst sich seither wie ein Geschwür durch Ferelden und niemand scheint Willens zu sein sich ihr entschlossen entgegenzustellen! Stattdessen fliehen sie lieber in ihre erbärmlichen Festungen und verkriechen sich zitternd voll vergeblicher Hoffnung hinter hohen Mauern und schweren Türschlössern und beten darum, dass ein anderer die Verantwortung für ihr Leben und ihre Sicherheit übernimmt! Unbeholfene Narren die bald in ihrem eigenen Blut ertrinken werden!" seine Stimme war voll Bitterkeit.
Naomi sah mit hochgezogener Augenbraue Justinus an wobei ihr Blick gerade noch so über das Blatt Papier ragte. Sie schien einen Moment zu überlegen.
"Wir wollen doch nicht hoffen, das es soweit kommt! Aber sagt mir doch bitte wer ihr seid und woher in Geoffrey kennt?"
"Mein Name ist Justinus und an meiner Seite steht Chizuri Saito..." Der Kultist überlegte kurz ob er lügen sollte und eine Bekanntschaft mit diesem Geoffrey erfinden sollte, entschied sich dann aber dagegen, seine Fähigkeit zur Lüge nicht völlig vertrauend. "...ich persönlich kenne diesen Geoffrey nicht ich begleite lediglich Chizuri und sorge dafür, dass sowohl Chizuri als auch die Nachricht sicher ankommt."
Naomi hatte nun einen undeutbaren Gesichtsausdruck mit dem sie zuerst Justinus und danach Chizuri eindringlich musterte.
"Nun ja, es sind gefährliche Zeiten für unsere.... Freunde. Feinde lauern überall... nicht nur in Form der Verderbnis" Justinus hatte das Gefühl als ob sich eine gewisse Spannung im Raum aufbauen würde.
"Wer immer eure Feinde auch sein mögen, die Dunkle Brut ist derzeit unserer Größter, der nur durch Entschlossenheit aufgehalten werden kann!" beharrte Justinus
"Ich denke es braucht mehr als das um die Brut aufzuhalten! Ich denke..."
"Was ihr zu denken glaubt ist irrelevant Naomi Cirtarda!" unterbrach er die junge Frau "Die Brut! Unwissende, unwürdige Kreaturen in deren Adern unreines Blut fließt! Gelenkt durch den Willen ihres schwachen Herrn ströhmen sie druch das Land und zerstören dabei alles und jeden ohne zu Wissen warum! Darin liegt keine Stärke! An ihnen ist nichts übersinnliches! Einen solchen Gegegner bekämpft man mit eiserner Entschlossenheit. Einer Entschlossenheit die die eigenen Reihen fest zusammenschweißt und die einen nie wanken oder zweifeln lässt!"
"Und ihr verfügt natürlich über diese Entschlossenheit die uns allen fehlt?" fragte Naomi verächtlich
"Eure Arroganz und herablassende Art interessiert mich nicht! Ich habe bereits gegen die Brut gekämpft und weiß daher genau wovon ich rede!" Justinus unterstrich das gesagte mit einer zurückweisenden Handbewegung.
Ein zufriedenes Lächeln, das man eher als angedeutetes Schmunzeln werten konnte zeigte sich auf dem Gesicht Naomis und unterstrich das plötzliche Funkeln in ihrern Augen.
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Überrascht darüber wie schnell der Narr wieder auf den beiden war, hatte sie zunächst gar nicht auf seine Aussage mit dem Versteck geachtet. Ihr war aufgefallen, dass es ihm sehr wichtig zu sein schien, die Maske wieder über das Gesicht zu ziehen. Was er wohl wirklich damit verbergen wollte.
Melina blickte zu Karàsvina, die ebenfalls überraschenderweise vollkommen menschlich war. Wie war das passiert? Sie blickte zu dem Narren.
Ob er sie....nein...da war keinerlei Magie im Spiel. Was für ein seltsamer Mensch.
Dann richtete sich die Magierin wieder auf. Noch ein wenig schwerfällig, aber nicht unsicher.
"Karàsvina geht es Euch gut? Ich hoffe ich habe Euch nicht zu viel abverlangt." Etwas beschämt lächelte sie die Hexe an und hoffte, sie würde ihr verzeihen. Erst dann realisierte sie die Worte `Speis und Trank´und augenblicklich meldete sich ihr Magen. Seit sie Denerim betreten hatte, hatte sie nichts gegessen. Es wurde also Zeit für ein spätes Frühstück.
"Lasst uns gehen. Mich hält hier nichts weiter. Ganz im Gegenteil...der Hafen ist nicht mein bevorzugtes Gebiet. Der Geruch ist nicht gerade anregend." Doch wohin sollte sie wirklich gehen? Mit diesen Fremden, denen sie zwar geholfen hat, aber die sie noch weniger kannte als Karàsvina? Oder sollte sie auf die letzten Worte der Hexe hören und mit ihr gemeinsam einen Alten im Wolfspack aufsuchen? Verunsichert blickte sie zu der Hexe rüber und hoffte, sie würde die Bedeutung dieses Blickes verstehen.
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Das Katzenmädchen, das jetzt mehr Mädchen als Katze zu sein schien sah ihn mit großen Augen an und fragte ob er ein Unterschlupf nun hätte
Hab ich das nicht gerade in aller Deutlichkeit gesagt?
Dann brachte sich Blondie ein, die noch immer einen unentspannten Eindruck machte, und fragte nach einem Bad, einem heißen Bad.
Zu guter Letzt kam Brauni ins Spiel und beschwerte sich über den üblen Geruch hier am Hafen.
Zwar hatte sich Jester die Frage gestellt wie er hierherkam aber er hatte recht schnell eine einleuchtende Begründung gefunden.
Nachdem sich der Stecken in dem Haus in seine Brust gebohrt hatte war er wohl eingeschlafen und zum Hafen gebracht worden wo er dann von Brauni und dem Kätzchen gefunden und heilgemacht worden war.
Es hatte zwar so ausgesehen, als ob sein Freund mit einem Pfeil auf ihn geschossen hätte, aber das konnte nicht sein. Kein Freund würde so etwas tun!
Sich an seinem Stock festhaltend und stützend ging er tief in die Knie als diese anfingen etwas weich zu werden.
Er wandte sich wieder an seine Mitmenschen
"Ja ein Versteck das nen ich mein
Ich nenn es auch mein Heim"
sprach er zu dem Katzenmädchen
"Wir können jetzt auch wirklich gehen
Ich habe hier genug gesehen
Denn angenehm ist die Luft hier wirklich nicht
Wer das als schön empfindet gilt als töricht
Die Luft hier riecht nach Fisch
Die Luft bei mir hingegen frisch"
entgegnete er Brauni
"Und auch mit heißem Wasser kann ich dienen
Allerdings müsst ihr euch dort selbst bedienen"
sagte er zu Blondie gewandt
"Wer ich bin das wisst ihr jetzt
schließlich hab ich mich nun hingesetzt
Darum eine Frage muss noch sein
Was seid ihr für Vögelein?"
fragte er das Katzenmädchen und Brauni und legte nun seinerseits den Kopf schief
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Wieso spricht er denn auschließlich in Reimmustern? Seltsamer Mensch...
Die Magierin blickte den Narren an. Sie fand es schrecklich sein Gesicht nicht erblicken zu können, da sie doch so gern in die Augen desjenigen blickte, mit dem sie sprach. Doch nun gut, er hatte sie höflich in Reimform nach ihrem Namen gefragt und diesen Wunsch wollte sie ihm nicht verwehren.
"Mein Name lautet Melina Terrana. Seid gegrüßt." Sie neigte leicht ihren Kopf. Eine Angwohnheit, die ihr ihre Mutter schon in ihrer Kindheit angeeignet hatte. Melina störte es nicht. Für sie war es eine Höflichkeitsform. Nicht mehr und nicht weniger.
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Weiteres reimendes Rumgeseiere! Vorstellungen! Eventuell noch ein Teekränzchen?!
Luna war wütend. So langsam überstapelten sich ihre Aggressionen.
„Toll! Da ihr euch nun alle so gut kennt können wir ja wohl mal gehen!“
Sie spuckte fast vor Zorn schob sich langsam nach vorne, drückte dabei ihre Brust und atmete schwer. „Ihr könnt euch auch in Jesters Versteck ein Ohr an die Backe labern!“
Die Elfe ging direkt auf Jester zu und stieß ihn unsanft in die Richtung wo sie den Ausgang vermutete und ging dann rasch an ihm vorbei.
„Hast du auch noch die Güte uns den Weg zu zeigen? Ich kenne ihn nicht und bin schneller. Also ab an die Spitze!“, sie kochte, „und verkneif die die Reimerei!“
Alle waren entweder schockiert, gekränkt und verängstigt, Luna konnte das ihm Moment nicht erkennen.
Sie blieb kurz stehen und merkte, dass sich immer noch keiner bewegte. Ihre Agen wurden zu dunkeln Schlitzen. Warum mache ich das hier eigentlich? Alleine bin ich eh immer schneller unterwegs! Aber im Moment…
„Kitty, Narr und…“, sie sah die Magierin an und ihr fiel auf Anhieb kein beleidigender Spitzname ein, „Grünauge! Lasst uns jetzt endlich gehen!“
Und schon wieder beleidigte sie Leute die sie nicht kannte und eigentlich ganz sympathisch wirkten, aber sie war nun mal sehr voreilig und zornig, was Zwischenmenschlichkeiten angeht. Sollen sie mich ruhig hassen! Ich will nur diese Adligen Mistkerle tot sehen!
Sie ging an dem Menschen vorbei, sah sie kurz an und hielt sich dann an einem Stück Holz fest auf das sie sich stützte.
Ich brauche ein Bad und ein Bett… am ehesten ein Bett!
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Karàsvina rieb sich erschöpft über Augen und Schläfen, dabei stellte sie fest dass sie anstelle von Fingernägeln immer noch Krallen und auch einen dünnen Fellflaum auf dem handrücken hatte. Dieser bunte Narr war sehr anstrengend.
Sie fuhr mit der Hand an den Barthaaren entlang und blickte zu der Elfe empor.
"Dafür, dass wir dir soeben das Leben gerrettet haben bist du aber sehr freundlich. Ich bin fasst versucht, dich zum Tee einzuladen."
Nanu, wo kam das denn jetzt her? Das ist doch sonst nicht meine Art zu reden...
die Hexe zuckte mit den Schultern. Hin und wieder hatte sie diese Anwandlungen, als ob ihr jemand anders die Sätze in den Mund legen würde. sie hob eine Schulter, ganz als würde sie an einem Faden an dieser empor gezogen, dann folgte die Hüfte auf derselben Seite -der Linken-, dann das Knie. Und erst zum Schluss der Rest des Körpers, bis sie stand. Und der unhöflichen Elfe in die Augen schaute, wobei sich ihre honiggelben Katzenpupillen zu schmalen Strichen verkleinerten.
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Katzenaugen!
Eindeutig jemand der mit dem Nichts etwas zu tun hat und dann noch dieser enorm zynische Satz…
Ja diese Frau mochte Luana auf Anhieb.
Und zudem hatte Sie Recht. Aber die Elfe war zu erschöpft und zu stolz um einzugestehen, dass sie falsch gehandelt hatte.
Also: Rational gesehen sollte man sich entschuldigen, verlegen dreinblicken… oder zumindest schweigen.
Oder man macht es total falsch:
„Hör mal Kitty!“, sie hielt dem Blick stand, was aber lächerlich wirken musste mit den müden und glasigen Augen, „Ich wurde vor knapp einer Stunde vergiftet, erschlagen und getötet! Ich glaube ich habe mir das Recht verdient stinksauer zu sein!“’
Die Elfe sog den Geruch des Menschen ein: „Such dir jemand anderen beidem du sarkastisch sein kannst!“ und sofort bereute sie ihre Worte, doch sie war zu erschöpft, denn man sah wahrscheinlich ihre Augen wie sie verzeihend zuckten. Doch sie fand schnell wieder ihre unnatürliche und unangebrachte Härte.
„Narr! Vorwärts!“, dann ging sie an der Kätzin vorbei und stieß an ihre Schulter: „Ich streite mich mit dir wenn ich ausgeruhter bin!“
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Hafenbezirk
13:15
Jester starrte fasziniert die Katzenfrau an und hatte seine Behandschuhte Hand ausgestreckt um sie zu berühren als Blondie ihn erneut anherrschte. Alles an dieser Frau war interessant, wie sie aussah, wie sie sprach und vor allem wie sie sich bewegte.
Er zog seine Hand blitzartig zurück. Er konnte nicht sagen warum aber irgendwie fand er diese Unterhaltung und diese Gesellschaft sehr anregend, außerdem fühlte er sich mit jeder verstrichenen Minute besser. Seine rechte Brust tat zwar weh wenn er den Arm arg bewegte aber der Schmerz war auszuhalten solange er es nicht übertrieb.
"Ja! Natürlich, wir wollen ja!" bestärkte er Blondies Absicht, drehte sich einmal schnell im Kreis, blieb dann abbrupt stehen und zeigte in einer der Gassen die aus dem Hafenbezirk hinausführten.
"Da lang! Aufi Gehtsi!"
Den rechten Arm angewinkelt vor sich haltend ging er mit zügigem Schritt durch die Gassen und Straßen, wobei er hier und dort bekannte Gesichter freundlich grüßte bzw zurückgrüßte wie zum Beispiel den freundlichen Gemüsehändler dem er hin und wieder half und der ihm im Gegenzug immer einen Korb mit saftigen Äpfeln hinstellte oder schrullige Schmied der ihn immer beim schmieden zusehen lässt.
Schließlich kamen an einer Wäscherei vorbei und bogen in ein kleines aber lichtdurchflutetes Gässchen dessen Wände stellenweise mit wildem Efeu und anderen Kletterpflanzen überwuchert waren. Jester nahm sich einen Moment Zeit und sog diesen grünen Duft tief ein.
Der Harlekin zeigte schräg nach oben. Zwischen der Wäscherei und dem Nebengebäude lag ein etwa drei Meter breiter Spalt der von einer hohen Mauer versperrt war.
"Folgt mir!" forderte Jester seine Begleitung auf und warf seinen Stab über die Mauer wobei man nicht hörte wie der Stab aufschlug. Jester fixierte die Stange die weit über ihm aus der Wäscherei herausragte. Au weia, das tut jetzt bestimmt weh1
Mit einem wehleidigen seufzen Sprang Jester die Mauer an, stieß sich von ihr ab und erfasste die Stange über ihm. Schon jetzt spürte Jester wie sich die Wunde wieder öffnete und er glaubte auch wieder zu bluten. Mit zusammengebissenen Zähenen holte er Schwung in dem er vor- und zurückpendelte um sich dann mit dem aufgebauten Schwung an der Stange hochzustemmen. In einem Zug bekam er die Stange auf Hüfthöhe und kurz darauf stand er auf dieser. Einen Moment balacierte er sich aus und stieg auf die Mauer.
Er half seinem ersten Gast auf die Mauer und ging dann weiter, in Erwartung, dass die anderen sich gegenseitig halfen.
An der Rückseite der Mauer war kleine Treppe angebracht die in sein Reich führte. Zuerst ging es runter dann um eine kleine Ecke und dann wieder eine Treppe hinauf, auf das Dach der Wäscherei.
Das Gebäude war nicht immer eine Wäscherei gewesen. Ursprünglich hatte es ein großes, verwinkeltes Flachdach gehabt. Später war auf der Hälfte des Daches, auf der der Straße zugewandten Seite, ein Aufbau entstanden während der Rest des Flachdachs scheinbar in vergessenheit geriet.
Jester hatte diesen Ort bereits als kleines Kind entdeckt und ihn für sich bansprucht und über die Jahre sich hier ein zweites Domizil aufgebaut.
Für eine Person gab es hier mehr als ausreichend Platz um sich zu verwirklichen. Der komplette Bereich war überdacht und sogar Wände gab es die vor der Witterung schützten. Die Wärme der Wäscherei unter ihnen war spürbar.
Sie betraten sein Heim durch einen Vorhang aus schwerem Stoff an der Stirnseite. Insgesamt war das Innere seines Heims in zwei Bereiche unterteilt die von einer langen Wand, die aus verschiedensten Materialien bestand, getrennt wurde. In der Wand selbst die mal aus Stein, dann aus Lemziegeln und Holz bestand, waren beidseitig lauter kleine Regale angebracht in denen Jester kuriose und schöne Dinge über die Jahre hinweg gesammelt hatte.
Es fanden sich darin Dinge wie kleine Zinnfiguren, Einhörner aus Speckstein, getrockente Blumen, sogar ein Kaladoskop, Windräder, Münzen einer fremden ihm unbekannten Währung, Muscheln, kleine Fläschchen mit wohlriechenden Ölen, bunte Kreide, schön verziehrte Ringe, Öllampen in Form von Drachen und anderen Sagenfiguren, eine porzelanfigur in Form eines geflügelten Pferdes, wunderschön illustierte Bilderbänder von Geschichten, Mythen und fremden Ländern und vieles mehr. Alles was Jester über die Jahre in Denerim gefunden und gesammelt hatte.
Auf der rechten Seite befanden sich mehrer Truen, zwei Tische die zusammengestellt waren, am entfernten Ende sein großes, selbstgebautes Bett in dessen Mitte seine alter Teddybär lag und daneben ein alter, gebrauchter Schmiktisch dessen Spiegel mit einem Tuch verdeckt war.
Auf der anderen Seite dominierte ein großes, rundes Becken das etwa Hüfthoch war. Über dem Becken verliefen ein paar Rohre die hinter dem Becken aus dem Boden kamen, über das Becken liefen und dann in der Wand wieder in der Wäscherei verschwanden.
Von der Decke hingen Fahnen in verschiedensten größen und Farben. Manche waren einfach nur bunt, andere hatte verschiedenste Wappen die Jester jedoch nicht kannte. Die Fahenen waren das einzige das Jester......weggefunden hatte. Neben den Fahnen hing noch eine Kugel aus zusammengebundenen Metallspänen über seinem Bett.
Rasch machte er ein paar Kerzen an deren warmes Licht vom Holz aufgenommen wurde, die Kugel aus Metallspänen über seinem Bett reflekierte das Licht und brach es in unzählige kleine bunte Punkte die über alle Flächen zu tanzen schienen.
Jester breitete die Arme aus "Tataa!" dann ging er auf eine der Truhen zu und holte einen Korb mit saftigen Äpfeln, einen großen Brotlaib, einen geräucherten Schinken hervor und auch Käse durfte nicht fehlen. Er musste eine Weile kramen bis er alles hervorgeholt hatte aber schließlich fand er auch die runden Holzbretter die man als Teller verwenden konnte,
---->Jesters Domizil im Marktbezirk
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Kaum dass die Elfe ihr den Rücken zugewandt hatte, streckte Karàsvina ihr die Zunge heraus. Dann schaute sie Melina an und hätte sie nicht gewusst, dass diese aus Überzeugung jedem half hätte sie sie wohl als nächstes angefahren, warum sie das unhöfliche Frauenzimmer überhaupt wieder auf die Beine gebracht hatte, aber so lies sie es bleiben. Stattdessen nickte sie nur aufmunternd mit dem Kopf in die Richtung, in die Jester sich davon gemacht hatte und schon bald hatte das Labyrinth der höfischen Gassen die vier verschluckt. So ließen sie auch die von der Hexe hervor gerufenen Nebelschschwaden alsbald hinter sich.
Karàsvina wollte gerade ihre Gugel über den Kopf ziehen, noch zu katzenhaft waren ihre Züge, als ihre Hände ins Leere griffen: Ihre Kleider lagen noch im Umkleidezimmer dieser Kneipe, wo sie und Melina den Templern in die Arme gelaufen waren, sie und die Heilerin trugen noch immer diese Kleider mit den absurd großzügigen Ausschnitten. Also hielt die Gestaltwandlerin das Haupt gesenkt, sie hätte ohnedies auch rasch die Orientierung in dem Gewirr aus Häusern und Gassen verloren. Doch die Fäden des Schicksals wurden in für sie günstigen Bahnen gesponnen, niemand schien ihr allzu große Aufmerksamkeit zu schenken, was zu einem nicht kleinen Teil auch daran liegen mochte, dass die bunte Gestalt, welche sie anführte alle blicke auf sich lenkte. Dann hielten sie.
Und der Narr war mit einer zur Schaustellung seines akrobatischen Könnens rasch verschwunden, während die Frauen sich nur nichtssagende Blicke zuwarfen. Karàsvina rollte mit den Augen, ging zu der Mauer, drehte ihre Beine ehe sie den Oberkörper drehte wieder ihren Begleiterinnen zu und senkte dann die Hüfte, ein bein vorgelagert, auf das sie beide Hände faltete, die Handflächen nach oben.
"Also, wer zuerst?", bot sie die Hexenleiter den anderen beiden an.
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Still folgte die Magierin dem aufgeregten Narren, der sich hier in Denerim scheinbar bestens auskannte. Hie und da erblickte sie Menschen, die ihn grüßten und ihm wohlgesonnen schienen, was Melina durchaus beruhigte.
Als sie an einer Mauer ankamen, an der der Narr emporkletterte, blieb Melina mit der Hexe zurück. Die Elfe hatte es scheinbar wirklich eilig ein Bad zu bekommen. Melina war etwas enttäuscht, dass die blonde Frau so ruppig zu ihr war. Schließlich hatte sie ihr nur helfen wollen. Doch vielleicht konnte sie es einfach nicht so ausdrücken, wie sie es eigentlich wollte.
Indessen hatte Karàsvina sich so hingestellte, dass Melina mit ihrer Hilfe die Mauer erklimmen konnte. Sie ging auf die Hexe zu und hielt sich an ihrer Schulter fest. Die Magierin war beiweiten keine besonders gute Akrobatin und mit derartigen Kunststückchen war sie nur wenig vertraut. Ihre Kindheit hatte nicht unbedingt aus Entdeckung bestanden, sondern um den täglichen Kampf ums Überleben. Langsam und bedächtig setzte sie ihren Fuß auf Karàsvinas Hand und ließ sich von ihr in die Höhe führen.
"Dankesehr!" Das letzte Stück zog sie sich selbst hoch und reichte dann Karàsvina ihre Hand entgegen, damit es auch für die Hexe nicht schwer würde hier hoch zu kommen. Sie beeilte sich dem Narren zu folgen, der schon voraus gegangen war. Letztendlich in seinem Heim angekommen, war Melina wahrlich verblüfft.
"Eine hübsche Unterkunft habt Ihr hier." Begierig schaute sie sich um und ihr entgingen die schönen Dinge, die er hier hatte nicht. Besonders die Öle hatten es ihr angetan. Für diese betörenden Gerüche hatte sie wirklich etwas übrig.
---->Jesters Domizil im Marktbezirk
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Als endlich alle still waren, gingen sie auch los. Jester hinterher, durch Wege, Gassen und über den Markt. Viel bekam sie nicht mit, sie dachte zu sehr nach. Was lief bei dem Auftrag falsch? Hat mich jemand verraten? Wie kann ich am Besten und Schmerzlichsten Rache nehmen?
Irgendwann kam das Quartett an eine Mauer. Luna blickte etwas komisch, die Magie half und so langsam fühlte sie sich besser. Doch gleich wieder akrobatische Tricks damit sie wieder halbohnmächtig wird. Nein danke.
Der Narr hingegen hüpfte auf die Mauer und hielt ihr in Erwartung die Hand zur Hilfe hin. Luna biss sich auf die Zunge bevor sie etwas sagen konnte, wandte den Blick ab und ließ sich hochziehen.
Auf der anderen Seite kam kein danke über ihre Lippen. Stattdessen wartete die Elfe auf den Rest und folgte Jester dann in seine Behausung. Es war eigenartig und auffällig, genau wie Jester selbst.
Sie verkniff sich mit ihrem letzten Maß an Höflichkeit einen bissigen Kommentar. Jester kasperte wieder herum und stand dann ruhig da.
„Nett hier!“, sie versuchte so unironisch wie möglich zu klingen, „wenn du mir jetzt noch zeigst wo ich mich frisch machen kann, wäre ich sogar, eventuell, bereit mich zu bedanken!“
---->Jesters Domizil im Marktbezirk
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Hafenbezirk: Naomi Citardas Haus
„Ihr wisst genau worüber Ihr redet?“, fragte Naomi mit einem ironischen Unterton nach. Gleichzeitig legte sie die Nachricht zur Seite. „Dann seid Ihr wohl ein Grauer Wächter und habt wahrscheinlich auch schon einen Erzdämon besiegt.“ Sie schüttelte missbilligend den Kopf. „Ihr mögt groß und stark sein, das will ich nicht bezweifeln, solange ich Euch nicht kämpfen gesehen habe, aber Ihr versteht die Dunkle Brut nicht, Ihr wisst nicht, was es damit auf sich hat. Der Erzdämon muss besiegt werden und nicht nur seine einfachen Gefolgsmänner.“
Noch bevor Justinus oder Chizuri antworten konnten, machte sie eine abschließende Geste und wurde wieder freundlicher. „Aber genug davon, wir müssen trotzdem zusammenhalten. Unsere Aufgabe wird es nicht sein, den Erzdämon zu besiegen und die Verderbnis zurückzudrängen. Das können wir nicht, das ist Aufgabe der Grauen Wächter. Wir müssen dafür sorgen, dass die Abkömmlinge der Dunklen Brut nicht mordend über unsere Völker herfallen. Wir müssen die Städte und Dörfer beschützen, wir bieten denen Zuflucht, die kein Dach und kein Essen mehr haben und jede helfende Hand, egal ob sie Äcker bepflanzt oder ein Schwert schwingt, ist willkommen.“
Die junge Frau deutete auf die Nachricht. „Wir sollten zum Wolfspack zurückkehren und uns anhören, was Geoffrey plant. Wartet einen Moment, ich hole schnell meine Habe.“ Mit diesen Worten war sie auch schon in ein Nebenzimmer verschwunden und ließ Justinus und Chizuri zurück.
„Sie meinte doch nicht etwa, dass ich Bauernarbeit machen sollte?“ Chizuri sprach die Worte unabsichtlich aus, aber solcherlei Arbeit war ihr zuwider. Da würde sie lieber Seite an Seite mit Kriegern gegen die Brut kämpfen.
„Erzdämon? Das klingt ja immer schrecklicher“, meinte sie daraufhin, um davon abzulenken und sah den großen Mann neben ihr an. „Habt Ihr schon davon gehört?“
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Hafenbezirk: Naomi Citardas Haus
Der Chaosritter bebte vor Zorn. Er ballte die Hände zu Fäusten, so stark, dass sie schmerzten während seine Augen pure Mordlust ausdrückten.
Wie hatte dieser Mensch es wagen können so mit ihm zu reden, ihn zu belehren! Justinus verspürte großes Verlangen danach diese Frau zu packen und wortwörtlich wie ein Stück Papier entzwei zu reißen, mit bloßen Händen. Nur mühsam konnte er sich beherrschen als die Wut auch schon so schnell verpuffte wie sie gekommen war. Er realisierte erst jetzt was sie zu ihm gesagt hatte.
Unsere Aufgabe… Ging seine Rechnung etwa auf? Zumindest hatte sie ihn nicht sofort fortgejagt. Ein Teilerfolg. Zumindest schien er bei den richtigen Leuten gelandet zu sein, Leute die sich dem Schutz und der Hilfe anderer verschrieben hatten. Andere Schützen, Zuflucht bieten und sie speisen…
So abwegig und abstoßend ihm dieser Gedanke auch war, es war das wofür er hergekommen war und Justinus fühlte sich in seinem Bestreben ermutigt.
Naomis Argumente waren nicht falsch, im Gegenteil. Das Töten des Erzdämons würde auch die Brut stoppen. Bis man aber diese Kreatur aufgespürt hatte, hätte man sich bereits durch die Legionen der Brut gemetzelt.
Justinus war ein Mann der Tat, langes studieren war ihm zuwider obwohl in ihm die Erkenntnis reifte, dass wenn er den Kult wieder Erstarken lassen wollte er um das sorgfältige studieren nicht herumkäme.
Naomi verschwand nachdem sie vorgeschlagen oder viel eher bestimmt hatte in die seltsame Schenke und zu den merkwürdigen Leuten zurückzukehren um sich dort mit diesem Geoffrey zusammenzutun.
Ins Wolfspack zurück. Dort würde Justinus wohl seine entschiedenste Schlacht des Tages schlagen müssen. Wieder mit dieser Frau diskutieren der er am liebsten den Schädel einschlagen würde. Sie davon zu überzeugen ihn an ihrer Aktion teilnehmen zu lassen würde eine Herausforderung sein, obwohl dieser Geoffrey wohl die höchste Instanz dieser Gruppe zu sein schien.
Er strich sich durch sein unsauber kurz geschnittenes Haar. Er brauchte Rat und er wusste wo er vielleicht welchen erhalten würde. Der Chaosritter atmete tief ein als ihm bewusst wurde was das bedeuten würde. Es keine Furcht vor dem was er sich vornahm sondern eher das Wissen um die Herausforderung dessen.
„Sie meinte doch nicht etwa, dass ich Bauernarbeit machen sollte?“ gab das exotische Mädchen von sich und erlangte seine Aufmerksamkeit wieder. Er sah sie prüfend an, ihre Körperhaltung. Ohne Ausdruck von Stärke oder Entschlossenheit. Bilder von ihrem aufgeplatzten Schädel drangen auf ihn ein. Er richtete seinen Blick wieder auf die Tür durch die Naomi verschwunden war.
„Wenn ihr sonst zu nichts zu gebrauchen seid, dann ja.“ Er sah wieder zu ihr
„Erzdämon? Das klingt ja immer schrecklicher. Habt Ihr schon davon gehört?“
„Ja, habe ich, obwohl ich bezweifle, dass es sich um einen echten Dämon handelt. Dämonen können sich in unserer Welt nicht permanent manifestieren!“ gab er seinen Kenntnisstand weiter. „Diese Kreatur ist aber genauso unwürdig wie seine schäbigen Diener die er lenkt. Sein Schädel wird irgendwann auch die Spitze eines Pfahls zieren!“ sein Gesicht hatte, genau wie seine Stimme, einen bitteren und ernsten Ausdruck.
„Die Waffen die ihr tragt, könnt ihr damit auch umgehen?“ fragte er Chizuri, ihr solltet euch im Klaren sein, dass wenn ihr der Dunklen Brut gegenübersteht ihr zu allem entschlossen sein müsst!“
Dann erschien auch Naomi wieder. Sie hatte sich einen Kapuzenumhang übergeworfen, unter dem sie vieles verbergen konnte und trug eine Tasche bei sich
„Lasst uns keine Zeit verschwenden und aufbrechen!“ forderte sie die beiden auf als Justinus auch schon wieder seinen Helm aufsetzte.
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Hafenbezirk
‚Ich bin zu Vielem fähig!‘, hätte Chizuri beinahe geantwortet. Feldarbeit wäre ihr einfach zuwider. Doch dann sprach Justinus vom Erzdämon oder der Kreatur, die sich so bezeichnete und stellte anschließend eine weitere Frage.
„Lasst uns keine Zeit verschwenden und aufbrechen!“, kam jedoch Naomi inzwischen, die ihre feinen Gesichtszüge unter einer Kapuze versteckte. Mit einer deutlichen Bewegung scheuchte sie die beiden Gäste aus dem Haus. Chizuri blinzelte, als sie zurück in das helle Tageslicht trat. Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss und Naomi sperrte ab, bevor sie die Führung übernahm. Überhaupt schien sie es gewohnt zu sein, andere Leute zu führen. Aber es war in Ordnung, denn im Gegensatz zu ihren beiden Begleitern kannte sie sich in Denerim aus und wusste bestimmt den kürzesten Weg zurück ins Wolfspack.
„Ja, ich kann mit den Waffen umgehen.“, beantwortete Chizuri endlich die Frage des großen Söldners. „Ich habe sechs Jahre lang tagtäglich mit einem Elfen, der Meister in Umgang mit den Waffen ist, geübt.“ Stolz schwang in ihrer Stimme mit. Doch dieser war nicht ganz unberechtigt. Obwohl sie bei weitem nicht die Kraft eines Kriegers hatte, so hatte Voltaire ihr doch sehr viele Kniffe und Tricks mit den Dolchen und präzises Zielen mit dem Bogen beigebracht. Sie glich die fehlende Stärke durch Geschick und Geschwindigkeit aus. „Mit dem Bogen treffe ich einen Mann auf über fünfhundert Fuß!“
„Habt ihr denn schon einmal einen Mann auf 500 Fuß erschossen oder eure Klingen in den Leib eines anderen gerammt?“, wollte Justinus wissen.
„Ja“, erwiderte Chizuri und Bilder blitzten durch ihr inneres Auge. Bilder von den Leuten, die sie ermordet hatte. Teils in einem offenen Kampf, teils als unerkannte Attentäterin mit der Klinge in den ungeschützten Rücken, teils mit dem Bogen auf große Entfernungen. Es war nicht das, was sie gern getan hatte, doch so konnte sie überleben. „Ich bin dazu fähig.“
Auch Naomi schien zu lauschen. „Das werden wir sicherlich noch sehen.“, meinte sie, ohne sich umzudrehen. „Ihr beide werdet bald Gelegenheit haben, euch zu beweisen, wenn ihr euch für das Schlachtfeld entscheidet.“ Da war wieder dieser herablassende Tonfall.
„Was könnt Ihr überhaupt?“, platzte es aus Chizuri heraus, die nicht immer nur still alles absegnen wollte. „Außer große Reden zu schwingen und andere herumzukommandieren?“
„Ich…“, entgegnete Naomi mit leiser Stimme und drehte sich tatsächlich um. Ein diabolisches Grinsen umspielte ihre Lippen. „…könnte Euch mit einem Gedanken zu Asche verwandeln oder mit einer Handbewegung zu Stein erstarren lassen.“
„Ah“, meinte Chizuri möglichst unbeeindruckt. Also war sie eine Magierin.
„Aber das wird nicht nötig sein. Wir haben die Dunkle Brut als gemeinsamen Feind und darauf werden wir uns konzentrieren.“
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Hafenbezirk
Es lag eine gewisse Bitterkeit in der Stimme von Chizuri als sie sich selbst als zum Töten fähig bezeichnete, etwas was der Chaoskultist nicht nachvollziehen konnte
Während des kurzen Austausches zwischen Chizuri und Naomi blieb er still. In Gedanken war der große Chaoskrieger schon weiter, im Wolfspack und bei der kritischen Wirtin. Der Krieger wusste zwar nicht was für eine Rolle die Wirtin in Wahrheit hatte aber bestimmt hatte ihr Wort einiges an Gewicht. Natürlich gab es noch diesen Geoffrey, eine weitere Unbekannte.
Als Naomi von Schlachtfeldern sprach wurde Justinus etwas sehnsüchtig und die Erwähnung eines bevorstehenden Gemetzels spielten ein Lächeln auf sein Gesicht
Dann blieb Naomi plötzlich stehen und drehte sich zu den anderen beiden um und gestand magisch begabt zu sein.
„Wir?“ fragte Justinus unbeeindruckt und ohne stehen zu bleiben. „Wir drei und dieser Geoffrey? Oder ist da noch mehr?“
„Das werdet ihr noch früh genug erfahren aber nicht hier!“ antwortete Naomi ebenso unbeeindruckt und schickte sich an weiter zu gehen.
Eine indirekte Bestätigung dessen was er schon vermutet hatte als er heute bereits im Wolfspack war aber inwiefern Chizuri dazu passte konnte er nicht sagen, zumindest schien sie kein fester Bestandteil dessen sein was das Wolfspack verbarg. In der Tat war der Kultist ein wenig neugierig was er in der Schenke erfahren würde und schon bald erreichen sie auch die Schenke.
Der Hochmut den Naomi an den Tag legte ärgerte ihn überhaupt nicht. Wenn er am Ende das gefunden hatte wonach er suchte würde ihr Schädel neben anderen seinen Gürtel schmücken, er sah dabei zu Chizuri und dachte an all jene die er in den letzten Stunden getroffen hatte.
All diese Schädel würde er seinem waren Herrn opfern, dem ungeteilten Chaos. Bis dahin würde er so viel ihnen lernen wie nur möglich.
-----------> Schenke Wolfspack