Hab' mich dazu gezwungen, denn 4. Teil heute noch fertig zu schreiben, obwohl ich keine Lust mehr hatte, also nicht wundern, wenn der Teil etwas überhastet klingt. :(
Und natürlich kann man auch HIER wieder alles nachlesen, wie auch zusätzliche Infos (im 1. Post).
IV
Jess folgte dem Weg in Richtung Wald, in Richtung Terabithia. Er wusste, dass es spät werden würde, aber es war ihm gleich. Er wollte nur keine schmerzvollen Gedanken an Leslie haben, das war ihm in diesem Moment wichtiger als alles Andere.
Der Weg war von anscheinend allen Menschen gemieden worden, denn dichte, kleine Sträucher, die das Vorankommen erschwerten, waren auf ihm gewachsen und hätte Jess den Weg nicht gekannt, hätte er ihn wohl nicht für einen solchen gehalten, so bewachsen war er inzwischen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er den Fluss erreichte. Dieser plätscherte ruhig vor sich hin und man wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass hier etwas Schlimmes passieren könnte, wenn man die hübsch blühenden Blumen unter den ehrwürdig wirkenden Bäumen sah. Er ließ seinen Blick umherschweifen, bis er den Rest des abgerissenen Seils erblickte, was ihm einen Stich versetzte. Dennoch ging er weiter auf die morsch wirkende Brücke, die er damals gebaut hatte, zu. Seine Augen wanderten die von Moos bewachsenen Bretter ab, befand sie für stabil genug und wagte sich langsam darauf. Man konnte hin und wieder einen lautes Knacken hören, wenn Jess einen Schritt machte, obgleich hielt sein Werk.
Er ließ den Fluss hinter sich und schritt ziellos weiter in den Wald. Nach ein paar Minuten des Herumschlenderns zwischen den Bäumen, erblickte er das alte Auto. Auch an diesem Ort verfiel er wieder in Gedanken an Leslie – aber es waren keine Trauergedanken, sondern er erinnerte sich daran, was sie gesagt hatte, als die beiden zum ersten Mal hier gewesen waren. „Was ist das?“, erinnerte sich Jess, gesagt zu haben. Die Schlüssel, der um den Rückspiegel des Autos gehangen hatten, hatten gerasselt. „Die Gefangenen, die mit ihren Kette rasseln.“ „Welche Gefangen?“ „Die Gefangen des Dunklen Meisters.“
Während Jess in der Erinnerung schwalg und schon fast sehen konnte, wie Leslie wieder vor ihm stand und sich mit ihm unterhielt, begann er langsam zu lächeln. Doch so schön es auch war, sie gedanklich wieder bei sich zu haben, wollte Jess noch mehr. Also ging er den Weg weiter und kam schon bald an das Baumhaus, das sie zusammen wieder aufgebaut hatten, in dem sie so viel Spaß hatten, von Eich-Hoagern angegriffen worden waren und der Baum eines Trolls sie beinahe erschlagen hätte. All diese Erinnerungen brachten Leslie Jess ein wenig mehr zurück, jetzt wo er hier stand und sich alles wieder in Erinnerung rufen konnte.
Er verbrachte einige Zeit damit, die Wege abzulaufen, auf denen sie früher gemeinsam unterwegs gewesen waren. Nachdem er eine Zeit lang unterwegs gewesen war, bemerkte er, wie dunkel es geworden war und beschloss nach Hause zu gehen. Jedoch war er nicht traurig, im Gegenteil: Er lächelte, er lächelte zum ersten Mal seit 10 Monaten.