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  1. #1
    Rookie Avatar von Rafael
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    Standard Episodensammlung:Mass Effect-Deukalion

    Guten Abend werte Leser .

    Mein Name ist Rafael und ich gehöre zu denen die Mass Effect ins Herz geschlossen haben. Leider werde ich noch ein wenig warten müssen, bis meine Version ins Haus schneit(ich besitze lediglich einen PC), jedoch haben "die Offenbarung"(nettes Buch. Wirklich ein schöner Prolog ) und diese Seite erheblich dazu beigetragen, dass ich mich riesig auf das Spiel freue. Als allem Hobbyautor fasziniert mich vor allem das Universum, die darin vorkommenden Völker, deren Sitten und Gebräuche ect. , sodass Sie mich dazu inspirierten mit diesem Thread eine Art Sammelstelle einzurichten, in der ich mal kürzere, mal längere Episoden reinposten werde, die hoffentlich bei euch Anklang finden.

    Das Geschehen wird im namensgebenden "Deukalion" spielen, wobei ich noch nicht sicher bin ob es lediglich eine Bar oder eine ganze Raumstation sein wird, jedoch kann ich es mir so durch einen Kunstgriff erlauben, alle darin vorkommenden Episoden in irgendeiner Art und Weise zu verbinden, sollte das denn vonnöten sein .

    Da ich gerne authentisch wäre, bin ich über jede Hilfe dankbar, die mir die erfahreneren Spieler geben können um das besondere Flair des Universums beizubehalten(jedoch bitte ich darum nichts Größeres wie zum Beispiel einen Regierungsumsturz, Sarens Abgang, Shepards weiteres Schicksal oder sonstiges zu erwähnen, da ich es wie gesagt noch spielen und mir nicht großartig spoilern lassen will ).

    Lane Rede kurzer Sinn: Ich hoffe ihr habt euren Spaß beim lesen und freue mich über jedes Schrägstrich jede Kommentar Schrägstrich Verbesserung .

    Gruß Rafael

    -------------------------------------

    Es war alles nur Show.

    Unter dem blauen Licht der Schweinwerfer und den aus den Bäsen tönenden, leisen Rhythmen der Musik, wand sich die Asari geradezu quälend langsam unter den verzückten Augen ihrer Zuschauer. Ihre eigenen waren geschlossen und je länger man ihr zusah, umso mehr drängte sich einem menschlichen Beobachter wohl der Vergleich mit einem wirbellosen Reptil von der Erde auf.

    Selbstverständlich war es das.

    Die Musik wurde immer leiser. Mit jeder schwindenden Oktave näherte sich die Tänzerin den Boden, mit jedem ,in der Leere des Raums verhallenden, Ton wurde sie langsamer und l a n g s a m e r u n d l a n g s a m e r.

    Jeder wusste es.

    Die Stirn der Asari berührte die Bühne. Das Licht ging aus, verglimmte mehr und die Finsternis legte sich über den Raum. Die Musik war endgültig verstummt. Ein bis zwei Gäste räusperten sich, in einem der dunkleren Winkel konnte man jemanden flüstern hören, wenn man über die dementsprechende Wahrnehmung verfügte.

    Aber das...

    Blau, Violett und Grün dominierten plötzlich das Farbspektrum der Bühne. Die drei Asari erhoben sich unisono zur wieder erstarkten Musik, die sich zunächst in der selben Tonlage wieder bemerkbar machte, mit der sie vor wenigen Minuten noch ihren Abschied eingereicht hatte. Eine Einheit bildend, wanden und streckten sich die Tänzerrinnen, gingen langsame Schritte vor und zurück, drehten Pirouhetten um sich selbst und hielten immer noch die Augen geschlossen, während die Musik immer lauter und sich mit einem Mal in einer einzigen Sphärenexplosion entlud, schneller lauter, aggressiver wurde.

    ...hinderte niemanden daran...

    Die Scheinwerfer gaben sich scheinbar der launischen Macht des Chaos' hin, blinkten ,keinen festen Rhythmus folgend, kurz auf und erloschen wieder, beleuchteten mal einsam oder in einer pigmentierten Kombination eine, beziehungsweise zwei der Tänzerrinnen, sollten sich die ihnen zugewiesenen Farben einander treffen. Die Asari selbst verwandeltenm sich derweil in vage Schemen, waren schneller als das bloße Auge zu erkennen vermochte, bildeten Sekundenbruchteile eine Symbiose oder agierten vollkommen unabhängig voneinander. Nur wenn die jeweilige Farbe der jeweiligen Tänzerin aufblinkte, wurde dem Zuschauer gewährt einen Blick auf den vollkommenden Anblick ,der sich ihm bot, zu werfen. Gerade noch drehte sich Blau um die eigene Achse, um dann aus dem Sichtfeld zu verschwinden und Violett freizugeben, die dem Publikum in Raubtierhaltung aus Irislosen Augen entgegenfunkelte, wurde von Grün abgelöst deren Tanzschritt einen wahrhaftigen Beweis wirklicher Gelenkigkeit darstellte, an dessen Perfektion man sich kjedoch nur kurz erfreuen konnte, da der Blick nun auf die vereinten Blau und Violett gerichtet wurde, die sich als Turm der Decke entgegenstreckten.

    ...sich nicht der Illusion hinzugeben...

    Die Musik hatte ihren Höhepunkt erreicht. Längst schon, wusste die meisten schon nicht mehr welche Asari nun welche war oder ob sie wirklich noch wahrhaftig waren. Zu schnell das komplexe Spiel der Farben, welchem sich nun rot, orange und braun hinzugesellt hatten, zu gewagt, nahezu unglaubwürdig, die ausgefallenen Schritte und akrobatischen Darbietungen der Künstlerrinnen, zu unwirklich, einem Drogenrausch gleichend, das Ganze. Der letzte Ton wurde in die Länge gezogen. Die Lichter gingen aus und nun glitzerten sechs verschiedenfarbige Punkte in der Dunkelheit, die sich ebenfalls je nach eigener Passion in verschiedene Richtungen ausdehnten und wieder zusammenzogen.

    Der Ton verstummte.

    Das Licht ging an.

    Die nunmehr sechs Asaris fielen auf die Knie.

    Stille kehrte ein.

    ...und den von ihr ausgehenden Zauber einfach zu genießen.

    Mit bescheidenen Lächeln, nahmen sie den orkanischen Applaus unter vielen, noch bescheideneren Applaus entgegen, hielten sich dabei an den Händen und wurden so zu einem in schillernden Farben strahlenden Regenbogen.
    Geändert von Rafael (24.02.2008 um 01:53 Uhr)

  2. #2
    Meoooooow Avatar von alceleniel
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    Dann sag ich mal ein herzliches Willkommen bei uns Das liest sich schon sehr schön und ich habe den Thread auch gleich mal in unserer Linksammlung zur Fanfiction verlinkt.

    Wenn Quaggan kuscheln, wird's wärmer
    Manchmal muss man Trolle auch mal füttern, dann platzen sie viel schöner

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  3. #3
    Rookie Avatar von Rafael
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    Bitte nicht wundern, wenn es sich ein wenig wie Mike Hammer liest. Das was ich bisher von ihm kenne ist scheußlich, aber ich liebe die Erzählperspektive, nebst dem dazugehörigen, trockenen Humor .

    Viel Spaß beim lesen .

    --------------------------------------

    Das Deukalion.

    Benannt nach dem Sohn einer menschlichen Sagengestalt, die sich von einem übergrößen Exemplar, einer dort heimischen Tierart den Organismus zerfetzen ließ und über die phänomenale Fähigkeit verfügte seine Leber jeden Tag nachwachsen zu lassen.

    Ein erstaunliches, wenn auch unsinniges Talent, wenn er nicht in der Lage, dies auch auf den Rest seines, bestimmt sehr in Mitleidenschaft gezogenen, Körpers anzuwenden. Die Beleuchtung ist mau und auf der Bühne gibt ein menschlicher Entertaimner seinen nicht besonders komischen Wieimmerdasmanjetztauchpolitischkorrektauchnennenm ag zum Besten und unterhält damit nur die menschlichen Gäste. Jedenfalls vermeine ich in den Gesichtern der anderen keinerlei Belustigung zu sehen, was aber auch an den eben angekreideten Lichtverhältnissen liegen mag. Holovids informieren die Interessierten über die politischen Bewegungen der Citadel, die neusten Modetrends, die Aktienkurse und putzige, kleine, Kreuzungen aus Pudel und turianischen Vögel, müssen die Lautstärke aber auf Grund des ach so unterhaltsamen Programms des nervtötenden, dicken Mannes sehr dämpfen.

    Scheinbar gibt es wieder Quereleien wegen der allianz'schen Drogengesetze und der Tatsache, dass die Turianer einen feuchten Dreck darauf geben, die neuste Farbe der Asarisaison ist rot und Dergcorp. musste auf Grund nachgewiesener Plagiate und der daraus resultierenden Schadensersatzzahlungen endgültig Insolvenz anmelden....musste Insolvenz anmelden?

    Die wirklich hübsche Dame, mit dem eleganten, grünen Hautton, bestätigt es mir nochmal, als ich näher trete.

    Dreck.

    Der Abend fängt ja gut an.

    Das schmierige, gemeine Monster verschwindet von der Bühne und eine freundlich, lächelnde Asari, übrigens ein viel angenehmerer Anblick als dieser Abkömmling dieser Aggressorenspezies, lässt nun verkünden, dass die Selusaschwestern sich die Ehre geben, die anwesenden Gäste mit ihrer überirdischen Präsens zu beehren und verspricht eine Supernova der Empfindungen und so weiter.

    Tausende von mühsam angesammelten Creds futsch, weg, an den Varren verfüttert, wie man so schön sagt. Dreck, Dreck, Dreck. Da hätte ich die Kohle auch in was weiß ich, Plice investieren oder mir Land in irgendeiner verfluchten Wüste kaufen können. Die ganze Kohle weg!

    Mit einem bezaubernd liebenswerten Lächeln verlässt die Asari die Bühne. Ich gehöre wohl zu den wenigen Personen, die sie nicht mit Blicken zu verfolgen und unter uns gesagt wohl auch auszuziehen, versucht, was aber auch daran liegt dass ich mich zu orientieren versuche.

    Hier an einem Tisch. Kunststück, davon gibt es hier genug.

    Kurz berühren sich meine und die Schulter einer Menschenfrau und sie lässt mich an dem Duft ihres erlesenen Parfüms, Marke ziemlich viel Alkohol teil haben, bevor sie sich zum Ausgang begibt, um dort mit dem Rest des Universums wieder zu symbiosiieren. Eigentlich hätte ich sowas überhaupt nicht wahrgenommen, geschweige den registriert, aber zur Zeit bin ich wohl über jede Annährung, unabhängig davon ob sie nun wichtig ist oder nicht, dankbar, vor allem wenn sie mich von meinem kleinen finanziellen Debakel und den daraus resultierenden Folgen ablenkt. Man sagt den Salarianern, über alles und jeden bescheid zu wissen.

    Nun, so ungelogen ist das auch nicht, aber DAS habe ich innerhalb der nächsten halben Stunde nun wirklich nicht vorausgesehen. Irgendwas war an der Sache faul, was mir aber nun wirklich nichts nützt und diese eine Sache umso lukrativer macht, allerdings auch schaler da es mir nun endgültig an finanzieller Rückendeckung fehlt, sollte ich, aus welchen Gründen auch immer, mich in der unglücklichen Lage befinden, gewisse mächtige Elemente zu verärgern.

    Eine innere Stimme rät mir mich gewissen Punkten hinter mir zuzuwenden. Ich komme ihr nach und erfasse mit scharfen Blick eine Kellnerin die sich genau hinter mich positioniert hatte und mich mit liebreizenden Lächeln an "meinem Tisch" geleiten will. Bereitwillig lasse ich mich natürlich führen und nur wenige Augenblicke sitze ich dem Volu gegenüber. Gerüchten zufolge arbeitet er für einem mächtigen Turianer, der sich in den weniger legalen Bereichen der Wirtschaft betätigt. Andere, dass er unter einer falschen Schirmherrschaft eines solchen, sein eigener Brötchengeber ist. Ehrlich gesagt weiß ich nicht was mir mehr Angst machen sollte. Die Maske des Aliens gewährt keinerlei Einblick in das Innere seines ,bestimmt komplexen, Seelenlebens und ich muss mich doch schon sehr zusammenreißen als er mir mit dieser eigenartigen Stimme die pummelige Hand entgegenstreckt. Als ich sie ergreife, geht das Licht aus und unter dem blauen Licht der Scheinwerfer erscheint die erste der Schwestern. Und während die anderen Gäste sich dem Reich der spektralen Illusion hingeben, verbleibe ich mit meinem derzeitigen Geschäftspartner in einer Welt, in deren langen Schatten Leute wie wir unser Dasein fristen.

  4. #4
    Rookie Avatar von Rafael
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    Nach langer Zeit mal wieder, was Neues .

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    Christine murmelte eine undeutliche Entschuldigung vor sich hin, als ihre Schulter mit der des blauen Salarianers in dem Trenchcoat kollidierte. Ihr war nicht sonderlich gut zumute. Zuviel getrunken. Sie wusste dass sie das Alienzeug nicht sonderlich gut vertrug.

    Theria sagte das auch immer.

    Schweren Schrittes näherte sie sich dem Ausgang, das Gewicht ihrer Stiefel schienihr unerträglich und zum x-ten Mal fluchte sie innerlich darüber, dass sie ihre WaffeZuhause gelassen hatte.

    Theria zuliebe.

    Prompt verschwanden die vielen Verwünschungen, die ihr noch auf der Zunge gelegen hatten, in den hintersten Winkel ihres Verstandes und wurden dort unwiderruflich in ihrem eigenen privaten Papierkorb entsorgt.

    Sie wusste, dass ihre terranische Freundin an solchen Tage stets etwas überreiztwar. Doktor Livesey hatte sich dazu auch besorgt geäußert, auch wenn er zumindest äußerlich Verständnis dafür gezeigt hatte, dass sie zu diesem Mittel griff. Vermutlich hatte sein Medizinergehirn es als Verarbeitung irgendwelcher Kriegstraumata oder sowas analysiert. Draußen, auf einem Riesenbildschirm verewigt, sang eine berühmte Asari von der Theria sehr schwärmte, deren Namen aber Christine vergessen hatte, ein Lied über die Freiheit und die Beschränkungen der sterblichen Existenz, gleich daneben pries ein multinationaler Konzern seine schmerzfreien Schönheitsoperationen mit solch freundlicher Hingabe, dass man beinahe an seine uneingeschränkte Kompetenz glauben wollte. Christine glaubte sich gleich übergeben zu müssen. Glücklicherweise befand sich ein Schwebetaxi, ihr Gedächtnis hatte sie wieder im Stich gelassen was den Originalnamen anbetraf, gleich in der Nähe. Unglücklicherweise schien der Fahrer ein Batarianer zu sein. Sie zögerte kurz auf ihn zuzugehen, doch als ihre Blicke sich zufällig trafen, wurden ihre Bedenken augenblicklich beiseite geschoben. In den müden, abgehalfterten Augenpaaren des Aliens glaubte sie beinahe so etwas wie eine gewisse Seelenverwandschaft zu sehen und irgendwas an ihm, erinnerte sie an den Krieg.

    Der Fahrer war soviel Gentleman ihr in's Taxi zu helfen und als sie ihre Adresse sagte, nickte er freundlich. Christine lehnte sich leicht an die Fensterscheibe und erinnerte sich an die böse, alte Zeit.

    Der Erstkontaktkrieg. Er hatte nur ein paar Monate gedauert doch selbst nach zehn Jahren war sie in der Lage die Geschehnisse haarklein zu erläutern. Den Geruch des verbrannten Fleischs und des geschmolzenen Metalls, die vor Schreck geweiteten Augen von Louis als ihn genau nur diese geblieben waren, während Cecille leises Weinen im Hintergrund darüber dass sie nicht mehr in der Lage war ihre Beine zu bewegen und das Schrillen der Alarmsirenen, während die Schlacht da draußen weiterhin tobte. Nach einer Untersuchung hatte man Christine als schwer traumatisiert eingestuft und vom Dienst auf unbestimmte Zeit "beurlaubt". Danach hatte sie zu trinken begonnen.

    Das Taxi hielt und der Fahrer half ihr nach der Bezahlung bis zur Tür. Sie blickten sich einen Augenblick noch kurz stumm an und verabschiedeten sich mit einem jeweiligen, verstehenden Nicken. Als Christine das Treppenhaus betrat, hallten turianische Militärmärsche von der Wohnung gleich rechts am Eingang in den Flur hinein. Scheinbar hatten die turianischen Traditionalisten mal wieder Hauptversammlung, was darauf hinauslaufen würde dass die Anwesenden danach wohl noch zugedröhnter waren, als sie selbst. Christine beneidete sie nicht darum. Schlürfend näherte sie sich dem Lift und rief ihn mit ungeduldig grunzenden Drücken, während hinter ihr gerade eine Arie auf die Unbesiegbarkeit der turianischen Legionen gebracht wurde. Sie hätte da ein ganz anderes Lied singen können.

    Theria war sie im betrunkenen Zustand nach einer Schlägerei mit einer ziemlich schlecht gelaunten Aliengang zum ersten Mal begegnet. Als sie erwacht war, hatte sie tatsächlich neben ihr gesessen und gewartet bis sie aufwachte. Es war wie in einem dieser kitschigen Filme gewesen, die sie noch nie sonderlich leiden konnte, nur viel schöner. Viel, viel schöner. Sex war etwas schwierig gewesen und auch das Küssen war zu Beginn eine ziemliche Tortur gewesen, aber sie hatten schlußendlich eine Lösung gefunden. So wie immer.

    Das Innere der Wohnung wurde von den, durch das Fenster reinscheinenden, Lichtern der Stadt beleuchtet. Theria hatte wohl die Schalusinen oben gelassen, damit sie sich orientieren konnte. Sie war ein Schatz. So wie immer.

    Nach einiger Zeit hatte sie wieder angefangen zu arbeiten. Glücklicherweise wurden Leibwächter immer gebraucht und dank Therias Bruder, hatte sie in das Geschäft einsteigen können. Der Job war ganz nett. Manchmal war sie auch nur dabei um die Multikulturällität ihres Auftraggebers extra zu betonen, aber das war schon in Ordnung solange sie dafür bezahlt wurde. Ihre Trinkerei hatte sie wohl auch dank der Therapie in den Griff bekommen und mit ihren Kollegen kam sie trotz einiger noch beschämender Anwandlungen von Vorurteilen, ebenfalls ganz gut aus. Es war schon merkwürdig, so sinnierte sie als sie zur schlafenden Liebe ihres Lebens ins Bett stieg, wie sehr sich eine Situation anhand eines einzigen Augenblickes ändern konnte. Früher hatte sie in Folge ihres Traumas eine Art Hass auf Aliens aller Art entwickelt, wohl um ihre frustrierenden Erfahrungen im Krieg verarbeiten zu können und heute...

    ...ihre Lippen berührten kurz den knochigen Kamm der schlafenden Turianerin, die ein dem Gurren ähnliches Geräusch von sich gab...

    ...und heute ging es ihr nach einer letzten finalen Konfrontation besser denn je, sie war verliebt in eine Angehörige des alten Erzfeindes und ihr Weg schien sich nonstop bergauf zu richten, wenn nichts dazwischen kam.

    Sie umschlang Theria mit Armen und Beinen, schmiegte sich eng an sie.

    Eines hatte der Krieg sie gelehrt. Man konnte nie wissen was als nächstes geschah.

    Nie.

    Ihre Augen schlossen sich und kurz sah sie die lachenden Gesichter ihrer alten Teamkameraden, ehe diese kurz darauf in einem Feuersturm an Substanz verloren und sich in Agonie windend an der Wand verteilten.

    Und nimmer.
    Geändert von Rafael (23.04.2008 um 08:10 Uhr)

  5. #5
    Casual-Gamer Avatar von Immolation
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    Mir gefällt dein Schreibstil.

  6. #6
    Rookie Avatar von Rafael
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    @ Immolation

    Vielen Dank.

    Sowas liest man immer gerne.

    Viel Spaß auch diesmal .

    ----------------------------------------

    Jera lächelte ihn aufmunternd zu, als er die Bühne verließ. Kurz darauf geriet Lokerd in sein Blickfeld, fixierte ihn mit seiner verbliebenen Augenhöhle und deutete mit dem Daumen hinter sich, was bedeutete, auf den Fahrstuhl.

    Der Kloß in seinem Hals drohte ihn die Lungenflügel zu zertrümmern, aber er schien sich das für das große Finale aufheben zu wollen, denn er übte ab dem Einstieg in das praktische Transportmittel, nur noch sanften Druck aus. Die Türen schlossen sich und ob es dann aufwärts oder abwärts ging, wusste er nicht zu sagen. Sein Herr und Meister besaß in dieser Sache entweder kein Vertrauen oder einen übergroßen Hang für Dramatik. Eventuell hatte er aus Geiz auch nur an der falschen Stelle gespart.

    Was auch immer.

    Er seufzte und dachte über seinen eben verstrichenen Auftritt nach. Der Volu hätte es wohl als wenig lukrative Transaktion beschrieben, auf seiner terranischen Heimat, als absoluten Flop. Klar, die Aliens mit der weichen Haut und dem Fell auf dem Kopf hatten sich gegenseitig auf die Schulter geklopft, aber die alteingesessenen Einheimischen hätten ihn wohl lieber dort hin gebracht, wo sich auch die Konzepte für künstliche Intelligenzen befanden. Kurz gesagt: Es war beschissen gelaufen.

    Im Hintergrund summte monotone, nichtssagende Hintergrundmusik, das Licht des Fahrstuhls schien, um einige Grade erhöht, nun wie eine Sonne seine Kopfhaut wegzubrennen, während die sterilen Wände scheinbar gedachten ihre Position im monotonen Gleichschritt immer enger um ihn zu schließen. Er hätte jetzt eine Zigarette gebrauchen können. Andererseits waren die Originale von der Erde preistechnisch nicht von schlechten Eltern und wenn sein Arzt Recht hatte, würde sein Organismus einige Zeit benötigen sich an die Wirkstoffe in den citadel'schen Gegenstücke zu gewöhnen, so wie mit eigentlich allen was mit der Citadel zu tun hatte. Er erinnerte sich nur zu lebhaft an die ersten durchwachten Nächte und seiner ersten Mahlzeit außerhalb der humanen Kochkünste. Jera hatte es ihn verziehen.

    Ohne sie und die anderen wäre er wohl draufgegangen, was angesichts der ungewohnten Verhältnisse wohl durchaus wörtlich genommen werden konnte.

    Jetzt eine Zigarette. Eine gottverdammte, echte, wenn es ginge amerikanische Zigarette, einen Lungentorpedo, ein klein bisschen Heimat, weit weit weg von ihr.

    Er gab sich wirklich redlich Mühe. Jera hatte schon gelacht und Beeg, der Salarianer hinter der Theke ebenfalls. Nur waren das eher Glücksgriffe gewesen, die er weder bemerkt, noch sich aufgeschrieben hatte. Man musste als misstrauisch beäugte Spezies nicht nur darauf aufpassen, nicht so rassistisch rüberzukommen um die noch zu ertragene Grenze zu überschreiten, sondern sich mit der Mentalität seines Publikums auseinanderzusetzen, was schon deswegen ein Problem sein konnte wenn dieses einem absolut fremd erschien und nicht jeder Turianer von ein- und denselben Planeten stammte und sich beispielsweise wenn er auf einer Kolonie aufwuchs, ganz anders fühlte als auf einer Kernwelt. Ganz wie bei seinen eigenen Leuten, nur hatte man daraus ja inzwischen eine Wissenschaft gemacht und die verschiedenen Stilrichtungen, handlich verpackt analysiert und inzwischen konnte jeder Trottel es nachschlagen.

    Vielleicht sollte er das parodisieren, andererseits mochte niemand einen "Verräter", nichtmal diejenigen die sich mit den neu eingewanderten Schädlingen so oder so rumärgerten. Als ob es für die Menschen selber so einfach wäre, sich zurechtzufinden, wenn sie ihre übervölkerte Heimat verlassen und sich zu neuen Ufern aufgemacht hatten. Alleine die Unkosten die es mit sich brachte, während des Eingwöhnungsprozess die extra auf den menschlichen Organismus angepasste Nahrung auf einen längeren Zeitraum zu erhalten, bis man den einheimischen Fraß vertrug, hätten jeden Geldhai während der Rohstoffkrisen vor Freude in Tränen ausbrechen lassen, wenn man das Ganze auf mehrere Millionen, wenn nicht gar Milliarden Auswanderer bezog. Von den Arzt- und Abendschulenbesuchen zur Erlernung der Einheimischen Gebräuche, ganz zu schweigen. Ja die Menschheit war zu neuen Ufern aufgebrochen und hatte mal wieder einen riesen Haufen Probleme mit sich gebracht.

    ...

    Für ihn klang das ein wenig xenophobic, was soviel wie "rassistisch" bedeutete. Er sollte sich diesen Punkt merken und bei seiner Sitzung mit Doktor Livesey ansprechen. Der Gedanke zurückgefallen zu sein, machte ihn Angst, mehr als er jemals bei seinem Ankommen in der neuen Welt, der Kolonie empfunden hatte. Er wollte kein Xenophobiker sein. Doktor Livesey hatte ihm seine Theorie wie folgt ausformuliert, dass die menschlichen Kolonisten wohl bei ihrer ersten Ankunft eine Art Schock erlitten, der sich angesichts der übermassiven ungewohnten Umgebung in extremen Angstzuständen äußerten, die wiederrum dazu führten, dass man, typisch menschlich, versuchte seine Ängste mit ebenso extremen Aggressionen zu überdecken. Ihm war es zu Beginn auch so gegangen, wie er ihn bescheinigt hatte und er hatte ihm versichert, dass er kein, nennen wir es beim Namen da die Bedeutung ja in allen Teilen der Galaxie gleich ist, Rassist war, da diese wohl auch nicht viel über ihre oberflächlichen Beobachtungen nachdachten.

    Na wenn er meinte. Er konnte es nicht sagen, da er mit solchen Leuten keinen Umgang pflegte. Jedenfalls hoffte er das.

    Ihm fiel gerade ein, dass er ganz vom eigentlichen Thema abgekommen war. Andererseits, hing das Eine wohl mit dem Anderen zusammen. Er schwor sich, sich noch mehr anzustrengen. Er würde Jera wohl nochmal fragen. Sie schien ihn zu mögen. Nicht wie man einem Hund mögen würde, mit solchen Reaktionen hatten viele Menschen wohl auch seitens der Natives zu kämpfen, vor allem da diese ja nicht böse gemeint waren, sondern wie einen richtigen, gleichberechtigten Freund und das war überall, egal wo man sich gerade befand, etwas Wunderbares.

    Vor allem wenn der- oder diejenige sich gut in der Gegend auskannte.

    Der Fahrstuhl hielt.

    Die Fahrt hatte insgesamt nur zwei Minuten gedauert. James Timothy King, Sohn von Martha und Paul King, ausgewanderter Kolonist und erfolgloser, humaner Stand-up Comedian in der neutralen Bar Deuakalion, atmete nochmal tief durch und betrat das Büro des Chefs.An seine wirren und vielleicht tiefgehenden Überlegungen, über andersartigen Humor oder denen des großen Mysteriums der Anpassung, verschwendete er keine müden Gedanken mehr, während sich hinter ihm die Tore seiner einstweiligen Zelle schlossen und ihn mit unvergleichlicher Geduld, einer begrenzten Isolationszelle zu erwarten.
    Geändert von Rafael (17.05.2008 um 18:45 Uhr)

  7. #7
    Rookie Avatar von Rafael
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    Die Menschen lachten. Die anderen taten es nicht. Leix tat James etwas leid. Soweit diese Empfindung in der Lage war, sich innerhalb seines auf Transaktionen, Wechseln und Marktanalysen getrimmten Hirns zu entfalten.

    Im Kopf ging er die Möglichkeiten, die daraus resultierenden, negativen Folgen für die Bar nochmal durch und kam wie immer zum gleichen Ergebnis wie eh und je: Sein Chef, hatte Recht, der junge Mann hatte Talent und brauchte nur noch etwas Zeit, um sich vollends zurechtzufinden. Aus langfristiger Sicht würde er zu einer langfristigen Investition werden. Den Volu erfüllte dies mit Stolz für seinen Chef, vor allem wenn man bedachte, dass er Angehöriger einer Spezies war, die nicht viel auf die von ihm scherzhaft titulierte "zivile Kriegsführung" gab. Es erfüllte ihn mit geradezu väterlicher Zuneigung wenn er an ihre bescheidenen Anfänge dachte und wie gut sie sich inzwischen gemacht hatten. Sein Blick fiel schweifte über die Gesichter der anwesenden Gäste und registrierte, dass Mister Degard das Deukalion scheinbar noch nicht mit seiner Anwesenheit beehrte. Da ihm Ungeduld fremd war und der Salarianer noch etwa eine dreiviertel Stunde Zeit hatte, lastete er es ihm noch nicht negativ an. Eventuell hatte er ihn auch übersehen, was aber auch kein sonderlich großes Problem darstellte, da er den Bedienungen seine Beschreibung in aller Ausführlichkeit gegeben hatte, sodass sie ihn mit Leichtigkeit erkennen und an seinen Tisch führen konnten. So gesehen hatte er alle Trümpfe in der Hand. Wie immer, wenn er alles gründlich geplant hatte.

    Planung war alles.

    Das Holovid auf seinem Tisch aktivierte sich pünktlich zum Beginn der Nachrichten und die drei Moderatoren, alle jeweilige Vertreter der Ratrassen, ließen ihn an ihrem reichhaltigen Wissen über das aktuelle Geschehen in der Galaxie teilhaben. Leix hatte das Gerät auf Aufzeichnen der Sendung programmiert und hörte deswegen nur mit halbem Ohr zu.

    Er dachte an die Zeit ihrer Anfänge. Er, der noch junge und unbedarfte und überzählige Sohn eines überbevölkerten Volustammes verkauft an einen Turianer und dieser, sein Meister. Damals war ihm die Welt so grässlich vorgekommen, viel zu groß und die Kompetenz seines Meisters stand für ihn mehrmals in Frage, als er auf einer noch unbedeutenden Kolonie eine leerstehende Bar gekauft hatte, die früher angeblich mal die Zweigstelle einer interstellaren Verbrecherorganisation gewesen sein sollte und die Geschäfte zu Beginn dementsprechend liefen.

    "...***** Sie sich doch ins Knie!", erklang es zensiert aus den Lautsprechern des Holovids. Der Volu meinte zu hören, dass es sich um die aufgezeichnete Befragung eines Allianzmilitärs handelte, der mit ausgewählt wenig Talent für Diplomatie seine Meinung zu dem angesprochenen Thema gab.

    Oft hatte er überlegt wie er es ihm schmackhaft machen konnte, ihn, Leix, erneut zu verkaufen, doch der Boss war eisern geblieben und mit der Zeit hatte sich Leix der wahrhaftige Intellekt seines Herrn entfaltet. Dieser hatte sich nämlich lange mit der terranischen Auswanderungspolitik, den kulturellen Besonderheiten und den bevorzugten Wohngebieten der menschlichen Spezies beschäftigt, deren analysierte Ergebnisse ihn dazu brachten, sich auf dieser einstmals verarmten Welt niederzulassen und sein Geschäft dem, der neuen Einwanderer anzupassen. Zwar waren die meisten menschlichen Kolonisten als Einzelpersonen, bei weitem noch nicht soweit um wirklich als wohlhabend zu gelten, jedoch stimmte die schiere Masse der neuen Siedler und den daraus resultierenden Grundstückkäufen Leix und Ardjon, den Boss, positiv. Die Menschheit war, obwohl die meisten sich dessen wohl noch nichtmal bewusst waren, im Kommen, eröffneten so komplett neue Märkte, an denen auch der kleinste Unternehmer sehr gut verdienen konnte, solange er nur klug genug handelte.

    "...trägt der modebewusste Turianer, nach neusten Analysen, die Rüstung seiner Vorväter, um dieser auch außerhalb seiner beruflichen Betätigung zu ehren. Die Farbe der neuen Asarisaison ist...''

    Heute war er einfach nur froh, in Ardjons Diensten zu stehen. Dieser wusste seine Fähigkeiten auch sehr zu schätzen, denn obwohl er für einen Turianer über ein enormes wirtschaftliches Verständnis verfügte, kam er doch bei weitem nicht an die Fähigkeiten eines Volu heran, jedoch hatte er einen, jungen benötigt, der noch offen für neue Geschäftspraktiken und Experimentierfreude war, da ihm die bewährten aber nichtsdestotrotz konservativen Methoden der erfahreneren Volus nicht sonderlich zusagten. Er hatte Leix' nach vier Jahren die Freiheit geschenkt, da er sehr zufrieden mit dessen Diensten war und sich ab nun mit ihm viel lieber auf gleichberechtigter Ebene kommunizieren wollte. Selbstverständlich war diese Geste rein symbolisch gewesen(denn wohin hätte Leix ohne jegliche Verbindungen zu seiner Familie hingehen sollen), nichtsdestotrotz hatte sie den Volu mehr als nur gerührt und ihm persönlich bewiesen, wie sehr ihn der Turianer inzwischen nicht nur als Partner sondern auch als Freund zu schätzen wusste. Für ihn, der emotional zwar auch nicht über den Durchschnittsvolu hinausschoss jedoch selbstverständlich nicht frei von jeglichen Gefühlen war, stellte dies einen Beweis vollendeter Zuneigung dar.

    "...meldete die Dergcorporation eben gerade auf Grund der aus nachgewiesenen Schadensersatzzahlungen Insolvenz an. Der Vorstand der Alaybank begründete dies in einem Interview wie folgt.''

    Milien trat an seinen Tisch.

    ,,Mister Kartas?"

    Er wandte sich an die gelbhäutige Salarianerrin. Diese neigte respektvoll den Kopf nach vorne.

    ,,Mister Degard ist da.''

    Obwohl sie es nicht sah, konnte sie wohl anhand seiner Körperhaltung sehen wie gut ihm diese Nachricht zupass kam.

    ,,Ausgezeichnet. Sei so freundlich und bring ihn zu mir. Sag Beeg, dass er dir zehn Creds zusätzlich auf deinen Gehaltsstick gutschreiben.''

    ,,Danke Mister Kartas.''

    ,,Ich bitte dich. Ich habe zu danken.''

    Sie lächelte als sie den Tisch verließ. Das Bild verschwand nach einem Knopfdruck, während die eigentliche Apparatur des Holovid weiterlief. Leix blickte auf seine Uhr. Eine drittel Stunde zu früh. Leix wusste sowas sehr zu schätzen. Wie auf's Stichwort dachte er nun über ihren anderen Broterwerb nach. Zwar diente die Bar als überpräsente Einnahmequelle, jedoch stellte sie auch nur den Grundstein für die eigentliche Geschäftsidee Ardjons dar. Die Kolonie würde sich im Laufe der Zeit, auf Grund ihrer Lage und des enormen Bevölkerungszuwachs, in eine Reihe wirtschaftlich wichtiger Planeten etablieren, was die Ansiedlung interplanetare Unterweltgrößen, Industriespionage und die Integrierung in den umfassenden Informationskrieg der großen Citadelrassen mit sich bringen würde. All diese Parteien würden bestimmte informierte Individuen benötigen, um sich über die öffentlich nicht bekannten delikaten Details der großen und kleinen Leute auf den Laufenden zu halten und ab hier kamen die Besitzer des Deukalions und ihre jeweiligen größtenteils noch freischaffenden Angestellten ins Spiel. Sie hielten die Ohren offen und verkauften die jeweilige Information an den meist Bietenden, beziehungsweise handelten im Auftrag gewisser Größen der Galaxie. Derweil verschleierten sie die Beziehung von Ardjon und Leix selbst und schürten so die Gerüchteküche um den geheimnisvollen Arbeitgebers des Volu, woraus sich auch dank der jeweiligen Falschinformationen hier und da etwas dazu verdienen lassen konnte. Niemand, nichtmal die Angestellten der Bar, außer Beeg wusste, um die besondere Beziehung der beiden und aus ihrer Sicht konnte, dass auch für die nächste Zeit so bleiben. Leix seufzte wohlig.

    Das war nun seine Welt. Seine aufregende, von Lügen und Halbwahrheiten beherrschte Welt, voller Kriege, die mit eben solchen und nicht Waffen geführt wurden. Um nichts würde er sie eintauschen wollen.

    Milien kam mit einem Begleiter, einen, in einen Trenchcoat gehüllten, blauhäutigen Salarianer an seinem Tisch zurück.

    ,,Mister Kartas? Mister Degard.''

    Leix nickte.

    ,,Danke Milien. Bitte bring mir doch noch einen Drink. Du weißt schon was. Sie auch Mister Degard?''

    ,,Ein certukaler Whisky wäre sehr nett.''

    ,,Sehr gerne. Milien?''

    ,,Selbstverständlich.''

    Sie nickte ihnen beide nochmal zu und verschwand dann zwischen den Tischen der Bar. Leix bot Degard Platz an, worauf dieser der Aufforderung nachkam. Der Salarianer schien nicht sonderlich erfreut darüber zu sein, in der Mimik seines Gegenübers nichts lesen zu können, was den Volu innerlich sehr amüsierte.

    Nein, um nichts in der ganzen Galaxie wollte Leix, diese aufregende Position aufgeben. Dazu machte ihn das Alles, um es frei von jeglichen produktiven Marktanalysen freiheraus zu sagen, viel zu viel Spaß. Er blickte seinen Gegenüber noch einen Augenblick kurz an und begann dann sich auf das anstehende Gespräch zu konzentrieren. Er streckte Degard seine Hand entgegen.

    ,,Ich freue mich wirklich, Sie kennen zu lernen, Mister Degard.''

    Er konnte noch das knappe Nicken des Privatermittlers sehen, als das Licht ausging und Sinja, die Erstgeborene der Selusafünflinge auf der Bühne erschien und den Anfang für eine Reise in das ferne, in den Schatten des Daseins verborgene Reich der Illusionen machte, in deren Gefilden er schon längst sein Zuhause gefunden hatte.
    Geändert von Rafael (17.05.2008 um 19:14 Uhr)

  8. #8
    Rookie Avatar von Rafael
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    Standard

    Bei dieser Episode finde ich die Grundidee sehr gelungen, deswegen hoffe ich auch dass mir das Gesamtergebnis ebenfalls geglückt ist .

    Leider stand jetzt nichts viel zur batarianischen Biologie und Regierung und dieKommunikation mit dem Durchschnittsbatarianer, weswegen ich diesmal mehr als nur etwas, relativ viel dazu gedichtet habe. Deswegen ist mehr noch als in jeder anderen Episode Kritik erwünscht wenn ich was falsch machen sollte.

    Hoffe wie immer das es gefällt

    Gruß Rafael

    ---------------------------------

    Greryen war müde. Das reizte ihn bis zum Anschlag. Deswegen traf ihn das Zögern der Menschenfraue bei seinem Anblick etwas heftiger als es sonst getan hätte. ER konnte nichts dafür, dass sich die Angehörigen seiner Spezies wie auf Slice benahmen. Ihn erschwerte es die Situation auch umso mehr. Er suchte ihren Blick und ihrer beider trafen sich.

    Irgendwas in ihren Augen, sprach einen gewissen Punkt in ihm an. Eine kleine Weile, vier Sekunden um genau zu sein, verging. Er nickte und öffnete ihr die Tür, half ihr dabei einzusteigen.

    Dann fuhr er los. Der Verkehr war wie zu jeder Urhzeit zum Kotzen. Transporter jedweder Art, unabhängig davon ob sie Taxi oder "Interplanetarer Importexpress Vesco Gmbh" hießen kämpften mit privaten Fortbewegungsmitteln um jeden Zentimeter in dem mit Leuchtbojen markierten Flugzonen. Da sollte noch einer sagen, dass man das Problem mit dem Verkehr endlich gelöst hatte. Sein linker Mittelfinger hob sich wie der Speer eines alten Stammeshäuptlings in die Höhe als der um seinen Platz beraubte Salarianer mit lauten Hupen den Raub der wertvollen zwei Zentimeter in der endlosen Fahrzeugkolone kommentierte.

    Er fühlte wie er auf dem unteren Augenpaar schlaffer wurde, öffnete zuerst sein rechtes oberes, schloß das untere und vollzog den Positionswechsel auch auf der linken Seite. Schon fühlte er sich wieder etwas wacher. Neben ihm, draußen auf einem gewaltigen Bildschirm, sang die berühmte Asari Diva Lunil Dira von der Vergänglichkeit allen Daseins während das minimierte Holoabbild der "Rebellen"band "Torgal!" mit lauten Gebrüll die Traditionsversessenheit ihrer turianischen Mitbürger anprangerten. Wenn sie meinten.

    Der Trick mit den Augen half wirklich. So schränkte er zwar seine Sehfähigkeiten genau um die Hälfte ein, jedoch entlastete er so seinen Organismus um einige kostbaren Stunden, die er bei seinen Schichten gebrauchen konnte. Vor allem wenn die Konkurrenz einen Stoffwechsel wie die Salarianer besaß und nur mit einer einzigen Stunde schlaf auskam.

    Hinter ihm sangen Sirenen das Lied unbarmherziger Gerechtigkeit und Torgal rief gerade zur absoluten Niederwerfung der gesellschaftlichen Ketten aus, während Greyen fluchend das Lenkrad herumriss und zur Seite schwang. Keine Sekunde zu früh, denn genau in diesem Moment schoss ein Gleiter wie ein Pistolenschuss an ihm vorbei, hinter ihm die von Bestrafung und Gerechtigkeit brüllende Polizeistreife. Er blickte nach hinten, sein Fahrgast schien jedoch nichts bemerkt zu haben, nicht einmal dass sich ihre Position auf die andere Seite verlegt hatte. Jetzt machte er sich doch Sorgen. Er betrachtete sie genau, kam dann zum Schluss, dass ihr glücklicherweise nichts zu fehlen schien und gab Gas als der verfluchre Salarianer wieder aufzuholen gedachte. Triumphierend streckte er seinen Speer zum zweiten Mal in die Höhe als er erneut als Sieger aus diesem Konflikt hervorging. Diese Produktion von Glückshormonen lenkte seine düsteren Gedanken kurz ab und ließ ihn an Phena und die Kinder denken.

    Kurz darauf verdüsterte sich sein Gemütszustand wieder. Er war ein Idiot gewesen. Nicht weil er sich eine Arbeitserlaubnis für die Citadel besorgt hatte, sondern weil er die Dummheit besessen hatte sie dort zu lassen, um sie später nachzuholen. Klar ihre Arbeitsstelle war sicherer gewesen und in der Zeit in der sie nicht da war, konnten ihre Großeltern auf sie aufpassen, aber die derzeitigen politischen Entwicklungen machten ihm Angst. Wenn es stimmte, konnte niemand mehr in seiner Familie auswandern. Er selbst hatte in den letzten Monat um jedes bisschen gekämpft um diesen gottverdammten Advokaten zu bezahlen, damit er bleiben konnte. Das nützte aber nichts wenn die batarianische Regierung jetzt tatsächlich die Schotten dicht machte und sich vom Rest der Galaxie verabschiedete. Er schluckte.

    Die Nachrichten fingen an. Den Anfang machte das unflätige Verhalten eines Allianzoffiziers der die Reporter bei zu offensiven Fragen, ebenso offensiv beschimpfte.

    Die Zeichen schienen eindeutig daraufhin hinzuweisen, denn die Bosse in der Geschäftsleitung hatten irgendsoeinen Xenorechtler seine Adresse gegeben, der ihn sehr lange darüber befragt hatte was er denn als Imigrant von der derzeitigen Politik seiner Regierung hielte, wie er sich denn fühle, ob er ungerecht behandelt würde. Natürlich wurde er ungerecht behandelt! Er war Angehöriger einer Rasse von Schwindlern und Betrügern, der es schließlich auf Grund seiner Herkunft VERDIENT hatte schlecht behandelt zu werden! Am liebsten hätte Greyren diesem Bürohengst unzensiert seine Meinung gesagt, jedoch hatte ihn seine angeborene Vorsicht ihm geraten diese walten zu lassen, sodass er die Antworten zwar wahrheitsgemäß aber auch sehr diplomatisch gegeben hatte, was bedeutete dass er ein paar Details ausgeklammert hatte, in diesem Fall diejenigen die näheres über seine Arbeitsverhältnisse ausdrückten. Schließlich konnte man sowas als Hetzerei eines genetisch veranlagten Schurken sehen. Nein er hielt von dieser abschottenen Politik nichts ebenso wenig von den kriminellen Methoden des Regimes, er fühle sich den Umständen entsprechend und man behandelte ihn nicht anders als jeden anderen Einwanderer. Alles war in bester Ordnung.

    Er hielt das Taxi punktgenau vor der Haustür seiner Kundin und führte den Credstab in das Lesegerät. Die Terranerin murmelte noch was von einem Trinkgeld, nannte ihn sogar die genaue Summe. Für ihn stellte schon der Gedanke daran ein Akt tiefsten Mitgefühls dar. Als sie ausstieg, half er ihr noch bis zur Tür. Ihr Atem roch nach mehr als nur über den Durst getrunken. An der Tütschwelle blieben sie noch kurz stehen und blickten sich in die Augen. Der Eine schien im Anderen einen Leidensgefährten gefunden zu haben. Keiner sagte was.

    Ihr Abschied bestand aus gegenseitigen, verstehenden Nicken. Als er den Motor wieder startete, musste er an das "Angebot" denken. Sein besonders xenomaner Freund hatte ihm geradezu kumpelhaft eröffnet, dass er sich falls Schwierigkeiten auftreten würden an ihn wenden könnte, das heißt wenn beispielsweise die Regierung Batarias plötzlich seine Rückkehr in die Heimat forden würde, müssze er sich nur bei ihm, Xinos übrigens sein Name, melden und er würde sich dafür einsetzen, dass er sich dem nicht zu beugen brauchte. Klar würde die Citadel das. In der Summe würde das ein mächtiges Minus in der citadel'schen Wirtschaft bedeuten, wenn man berücksichtigte wieviele billige Arbeitskräfte wahrscheinlich aus seiner Heimat stammten. Außerdem konnte man sich so als Wohlfahrtsstaat porträtieren und weiter darauf hinweisen wie böse die batarianischen Gauner doch alle waren.

    Für Greyren klang das verdammt nach Politik. Und damit wollte er nichts zu tun haben. Der Verkehr kam zum erliegen. Er grunzte missgünstig und schaute auf das Miniholovid. Gerade machte jemand Werbung für die neusten genmanipulierten Haustiere. Knuffi sei ein Mischling aus menschlichen Pudel und einem salarianischen Paradiesvogel, der wenig Dreck machte und dem jeweiligen Kind wohl auch auf Grund der Duftstoffe die er auszustoßen pflegte viel Freude bereiten würde. Desweiteren...

    Das Bild zerstob plötzlich in alle Einzelteile und das Gesicht der asarischen Nachrichtensprecherin erschien mit ernster Miene.

    ,,Wir unterbrechen das Programm mit einer Sondermeldung'', begann sie und brachte damit ein ungutes Gefühl in Greyrens Magengegend.

    ,,Soeben erreichte uns die Nachricht dass...''

    Bitte nicht.

    ,,...die batarianische Regierung offiziel die Beendigung des Fremdenverkehrs auf batarianischen Boden verkündete und die Auswanderung aller eingewanderten Imigranten innerhalb der nächsten hundert Stunden fordert. Der Besitz wird dabei konfessziert. Desweiteren...''

    Er schaltete das Bild aus. Den Rest konnte er sich denken.

    Der Verkehr kam langsam wieder in Fahrt und bewegte sich im gemächlichen Tempo weiter. Er war nicht in der Lage, die in ihm tobenden Gefühle richtig zu katagolisieren, wozu wohl auch seine organische Erschöpfung beitrug. Seine Gedanken kreisten um seine Frau und die Kinder, darum dass er bald Feierabend hatte...

    ...und nochmal telefonieren musste.

    Der Verkehr kam wieder zum Stillstand. Vorne informierte ein Lautsprecher sie alle darüber, dass es gewisse Komplikationen gab und sie sich gedulden sollten. Greyren war das nur Recht. Er legte den Kopf auf das Lenkrad, ging die letzten Monate, seine Ziele und die Entbehrungen durch, dachte kurz über die offen propagierte Freiheit in der großen Citadelfamilie und das was er erreicht hatte nach. Er schaltete den Bildschirm wieder an. Lunil Dira sang erneut mit ihrer bezaubernden Stimme vom Leben und seiner Vergänglichkeit und wie sehr doch so viele Träume an der grausamen Realität zerbrachen.

    Beide Augenpaare des Bataraianers füllten sich mit Tränen und um ihn herum befand sich nur Einsamkeit.
    Geändert von Rafael (08.05.2008 um 10:44 Uhr)

  9. #9
    Rookie Avatar von Rafael
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    Standard

    Hier was Kleines zum einschieben. Ich experimentiere gerne mit allen herum und hierzu kam mir die Idee einfach mal zu überlegen wie es wohl wäre mir eine Vorstellung von der Medienwelt des Mass Effectuniversums zu machen. Natürlich wird der Abschnitt noch kürzer als die vorherigen sein, a es sich wie gesagt um Werbung handelt.

    Trotzdem hoffe ich, dass es gefällt .

    Gruß Rafael

    ------------------------------

    Zwei Kinder laufen über eine Wiese. Sie lachen und über ihren Kopf schwebt ein Drache, den eines der Kinder mit einer Fernbedienung seine Kreise ziehen lässt. Der Himmel ist klar und blau. Die Kinder laufen an einem Baum vorbei, an welchen kurz darauf herangezoomt wird. Ein hübsches Pärchen kuschelt sich aneinander und schaut gebannt das Holoabbild des Allianzzeichens. Das Pärchen wendet den Blick ab und blickt strahlend lächelnd ins Bild. Ihre Zähne sind von strahlenden weiß und ihre Gesichter zeugen von absoluter, genetischer Perfektion.

    Das Bild wechselt nun zum Allianzzeichen, welches sich kurz darauf vergrößert und sich in den Vordergrund rückt, derweil der gesamte Hintergrund verschwimmt und durch absolute Schwärze ersetzt wird. Die aus dem Nichts erscheinende, weibliche Stimme, verheißt absolutes Glück.

    ,,Der größte Schritt der Menschheitsgeschichte ist vollbracht: Die Besiedelung fremder Welten. In Verbund mit der Citadel erlebt die Menschheit ihre größten Stunde. Das Tor zu einem neuen Zeitalter wurde aufgestoßen und wir befinden uns in der glücklichen Lage nun daran teilzuhaben.

    Wir haben alle Chancen für eine bessere Zukunft.''

    In der Schwärze des Universums taucht ein Meer von Sternen auf.

    ,,Und wir werden sie nutzen.''

    Stille. Nur die Sterne und das Zeichen der Allianz verbleiben noch eine Weile.

    Dann blendet der Spot aus.
    Geändert von Rafael (17.05.2008 um 16:05 Uhr)

  10. #10
    Casual-Gamer Avatar von Immolation
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    Standard

    In diesen Thread gehört viel mehr Lob, verdammt nochmal. Ich bin kurz davor einen Fanclub zu gründen.

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