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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Saddam Hussein hingerichtet



Thelias
30.12.2006, 12:42
Es sind die letzten Augenblicke seines Lebens, aber Saddam Hussein wirkt wenige Sekunden vor seinem Tod merkwürdig ruhig und gefasst. In einem langen, schwarzen Mantel und weißem Hemd tritt der 69-Jährige vor den Galgen. Er sagt nichts, in seinem Gesicht ist keine Regung erkennbar. Seine Augen sind nicht verbunden. Um den irakischen Ex-Diktator herum stehen mehrere maskierte Männer. Zuerst legen sie ihm ein schwarzes Tuch um den Hals, dann greift einer der Männer nach dem Strick und legt Saddam die Schlinge um den Hals - an dieser Stelle brechen die Bilder ab.

Es sind die ersten Aufnahmen des arabischen Senders al-Arabija von der Hinrichtung Saddam Husseins, die heute im Morgengrauen um 6 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) erfolgte. Wenig später flackern diese Bilder über sämtliche Nachrichtensender der Welt. Der US-Sender CNN zeigt die Aufnahmen, auch das staatliche irakische Fernsehen zeigte die Bilder der Hinrichtung.

Augenzeugen sprachen von einer ruhigen und schnellen Hinrichtung: "Es ging sehr schnell. Er starb sofort", sagte ein irakischer Regierungsvertreter, der bei der Vollstreckung des Todesurteils dabei war. Der 69-Jährige sei gefesselt gewesen. "Er machte einen ruhigen Eindruck, er zitterte nicht", sagte der Augenzeuge weiter.

Saddam sei mit einem Koran in gefesselten Händen in den Hinrichtungsraum geführt worden, sagte Muwaffak al-Rubai, Sicherheitsberater der irakischen Regierung. Kurz vor seinem Tod sei ihm nochmals das Urteil und dessen Bestätigung durch ein Berufungsgericht verlesen worden. Saddam habe wie ein "gebrochener Mann gewirkt", habe aber keine Reue gezeigt, berichtete al-Rubai. Er habe es abgelehnt, mit verhülltem Kopf zu sterben.

Den Angaben zufolge sprach Saddam unmittelbar vor seiner Hinrichtung das muslimische Glaubensbekenntnis "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Prophet". Der Verurteilte habe aber keine andere Bemerkung mehr gemacht, als er von den Polizisten zum Galgen geführt worden sei.

Der Regierungsvertreter machte keine Angaben dazu, wo die Hinrichtung stattgefunden hat. Er sagte lediglich, sie sei nicht innerhalb des stark befestigten Regierungsviertels von Bagdad, der so genannten "Grünen Zone", vollzogen worden. Einem anderen Augenzeuge zufolge wurde sie im so genannten "Lager der Gerechtigkeit" vollstreckt, einem ehemaligen Stützpunkt der berüchtigten Sicherheitskräfte von Saddam, der heute regelmäßig von irakischen Gerichten für Hinrichtungen genutzt wird. Auf den Bildern von al-Arabija ist lediglich ein nüchterner Raum zu sehen: Graue, unverputzte Wände, ein lila-farbenes Treppengeländer.

Die Hinrichtung habe internationalem, irakischem und muslimischem Recht entsprochen, sagte al-Rubai. "Von A bis Z" sei alles gefilmt und auf Fotos festgehalten worden.

Wie der Saddam-Anwalt Curtis Doebbler dem US-Sender CNN sagte, wolle die irakische Regierung den Leichnam Saddams nicht der Familie übergeben, sondern in einem anonymen Grab beisetzen. Dagegen forderte eine Tochter Saddams die vorübergehende Beisetzung im Jemen. Wenn es die politischen Verhältnisse erlauben, solle ihr Vater dann später im Irak seine letzte Ruhe finden. Derzeit befindet sich die Leiche in Gewahrsam der Regierung.

Die irakische Regierung hat Opfern des ehemaligen Diktators die Gelegenheit gegeben, die Leiche des Hingerichteten zu sehen. Dafür wurde der Tote in das Büro des Ministerpräsidenten Nuri al-Mailiki im Bagdader Regierungsviertel gebracht.

"Ich habe geweint, als ich die Leiche in dem Sarg sah", sagte Dschawad al-Subaidi, der in dem Gerichtsverfahren als Zeuge gegen Saddam ausgesagt hatte. "Ich habe mich der Leiche genähert und zu ihm gesagt: Dies ist die wohl verdiente Strafe für jeden Tyrannen." Dabei habe er an seinen Vater und seine drei Brüder gedacht, die unter Saddam umgebracht worden seien. "Nun sind mein Vater und meine drei Brüder zum ersten Mal glücklich."

Saddam war wenige Stunden vor seinem Tod durch den Strang aus amerikanischem Gewahrsam den irakischen Behörden übergeben worden. Dies war eine Voraussetzung für die Vollstreckung des Urteils.

Anzeichen für eine baldige Hinrichtung war auch die Aufforderung an die Anwälte Saddams gewesen, die persönliche Habe des Todeskandidaten aus dem Gefängnis abzuholen.

Ein US-Bezirksgericht in Washington hatte in der Nacht einen Antrag der Anwälte Saddams abgelehnt, mit dem diese in letzter Minute einen Aufschub der Hinrichtung erreichen wollten. Anwalt Doebbler sprach in einem Interview des US-Senders CNN von einem "ungewöhnlichen Schritt" des US-Gerichts. Die bevorstehende Hinrichtung Saddams nannte er eine Ungerechtigkeit, an die man noch lange denken werde.

In der Hauptstadt Bagdad herrschte in den ersten Stunden nach Bekanntgabe der Hinrichtung weitgehend Ruhe. Auch in den mehrheitlich schiitischen Stadtteilen habe es keine Freudenausbrüche gegeben, berichteten Augenzeugen. Nur vereinzelt seien unmittelbar nach Bekanntgabe Salutschüsse zu hören gewesen, die aber nach wenigen Minuten verklungen seien. Am ersten Tag des muslimischen Opferfestes waren die Straßen der Hauptstadt leerer als gewöhnlich.


Quelle: Spiegel online (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,457153,00.html)

gateacc
01.01.2007, 09:11
Meiner Meinung nach richtig so, allerdings denke ich, dass dies nicht umbedingt zum Frieden im Irak hilfreich war :(.

sh4d0wl0rd
01.01.2007, 14:14
Original von gateacc
Meiner Meinung nach richtig so, allerdings denke ich, dass dies nicht umbedingt zum Frieden im Irak hilfreich war :(.

= auch meine Meinung dazu.

Aber defacto scheint sich da eine weitere auswegslose Situation a lá Nahost anzubahnen. :(

gateacc
02.01.2007, 11:29
Wie immer -.-'.

gateacc
06.02.2007, 22:32
Um noch einmal dieses Thema hier aufzufrischen....!!

Wir nehmen gerade Menschenrechte in der Schule durch!!! Was meint ihr, ist ein Staat bemächtigt, über Leben zu entscheiden?!

zyklop
06.02.2007, 23:23
Um noch einmal dieses Thema hier aufzufrischen....!!

Wir nehmen gerade Menschenrechte in der Schule durch!!! Was meint ihr, ist ein Staat bemächtigt, über Leben zu entscheiden?!

Das ist ein sehr schwieriges und umfangreiches Thema. Grundsätzlich würde ich die Frage bejahen. Es hängt halt immer von den näheren Umständen ab.

Wenn ein Polizist (im Dienste des Staates) per finalem Rettungschuss einen Geiselnehmer tötet, so ist diese Handlung nach meinem persönlichen Verständnis von Recht und Unrecht gerechtfertig, ja notwendig. Ein gutes Beispiel dafür ist Gladbeck und das völlige Versagen staatlicher Organe bei der damaligen Geiselnahme. Man hätte beide Täter frühzeitig bei passender Gelegenheit ausschalten sollen - ohne jede Rücksicht auf deren Leben. Das hätte das Leben mindestens einer Geisel gerettet. Denn im Gegensatz zu manch anderem Zeitgenossen bin ich der Meinung, das man durchaus Leben gegeneinander aufwiegen kann. Ich betrachte das Leben eines unschuldigen, wehrlosen Menschen in einer Grenzsituation durchaus als höherwertig als das eines Verbrechers, der sich anmaßt, andere Menschen mit dem Tod zu bedrohen. Daher ist es auch bedauerlich, aber nichts desto Trotz in Ordnung, in einer Notwehrsituation als Ultima Ratio einen anderen Menschen zu töten.

Ob die Todesstrafe gerechtfertigt ist, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt. Das Saddam grundsätzlich den Tod verdient hat, dürften wohl nur wenige bezweifeln. Er war ein skupelloser Massenmörder, man denke nur an die Ermordung tausender Kurden durch Gas. Ich selber wäre sicher auch zufrieden gewesen, ihn in einer Zelle langsam verrotten zu lassen - wäre vielleicht sogar die "bessere" Strafe gewesen. Doch hätte ich selber Familienangehörige durch dieses Schwein verloren, so sähe ich die Sache sicher auch etwas anders...
Die Wahrheit liegt wie so häufig im Auge des Betrachters.
Wenn man sich einfach nur auf das hohe, moralische Ross setzt und Todesstrafen grundsätzlich ablehnt, macht man es sich etwas zu einfach. Denn hinter jedem Mörder stehen auch Opfer, deren Angehörige und Freunde.
Ausserdem zählen in jedem Kulturkreis auch andere Werte, die sich teilweise über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben. Wieso sollten unsere moralischen Wertvorstellungen unbedingt Allgemeingültigkeit haben ?
Menschenrechte sollten in der Tat allgemeingültig sein - ob dazu aber auch das Recht gehört, unabhängig von jedem noch so grausamen Verbrechen, das man begeht, immer das eigene Leben in Sicherheit zu wissen, mag mal dahingestellt sein...

Avantenor
07.02.2007, 14:07
Ich denke nicht, daß man über das Leben eines Menschen entscheiden darf, wenn es eine Alternative gibt. Im Fall einer Geiselnahme mit der Androhung der Ermordung Unschuldiger gibt es keine Alternative, dort stirbt immer ein Mensch. In dem Fall ist das Leben eines Unschuldigen tatsächlich besonders zu schützen, mit allen Mitteln. Das ist im erweiterten Sinne Notwehr und situationsbedingt. Doch im Nachhinein gleiches mit gleichem zu vergelten, ist imho nicht rechtens.
Es gibt in wirklich jeder Kultur den Grundsatz "Du sollst nicht töten". Es gibt keine Religion, kein Volk, keine Kultur, die diesen Grundsatz nicht anerkennt. Die staatliche Hinrichtung ist eine geplante Tötung eines Menschen. Das ist allerdings auch die Definition für Mord nach deutschem Recht, nur daß er in diesem Fall durch eine künstlich geschaffene Institution gerechtfertigt wird, die das Zusammenleben der Menschen regeln will.

Neben dem Problem, daß eine Hinrichtung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und daß es doch sehr oft wieder Fälle gibt, in denen es falsch war, ist es, wie Boris schon sagte, oft auch Ansichts- bzw. Kultursache, wie Bestrafungen gehandhabt werden. Wofür in streng islamischen Ländern jemand den Tod verdient hat, würde man bei uns das Recht der Meinungsfreiheit einfordern. Die Beleidigung des Propheten (wie auch immer die aussehen mag) ist für einen Moslem ein schweres Vergehen, das einem streng Gläubigen zumindest einen seelischen Schmerz zufügen kann. Dafür fordert er strenge Strafen, die er bei uns nicht unbedingt bekommen würde, da wir in dieser Sache keine schwere Straftat sehen können. Wer hat jetzt Recht? Sicher ist aber, in einem islamischen Land hätte das für einen Europäer durchaus weitgehende Konsequenzen, auch wenn wir diese Ansicht nicht vertreten. Würde er dafür hingerichtet werden, würden wir auch sehr laut schreien.

Aber im Prinzip sind diese Aktionen, behaupte ich mal, keine Bestrafung, sondern lediglich die Befriedigung der Rachsucht der Betroffenen. Es ist keine Schutzmaßnahme für die Bevölkerung, denn da gäbe es genug andere Methoden. Der psychologische Effekt ist Augenwischerei. Der Staat sollte sich lieber andere Wege überlegen, wie er diese Sicherheit erreichen kann. Oder glaubt jemand, daß durch das Verbot der Killerspiele Amokläufe aufhören? Auch hier wäre es besser, mehr Sozialarbeiter einzusetzen, um solche Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen, und ähnlich sehe ich es auch in dem Fall.
Hinrichtung ist imho auch kein ausreichendes Abschreckungsmerkmal, denn ich bezweifle, daß sich durch die Hinrichtung von Mördern die Zahl der Mordfälle drastisch abnehmen oder weniger Diktatoren an die Macht kommen. Man blicke mal auf die afrikanischen Staaten. Mordfälle geschehen aus eine kalten Berechnung heraus, und die Ermordung eines Menschen ist nichts, was man so einfach mal beschließt, weil man halt mal ausprobieren will, wie das ist. Auf die Idee käme kein geistig gesunder Mensch (ja, es gibt Ausnahmen). Wenn man es tut, ist man sich der möglichen Konsequenzen durchaus bewußt.
Da also imho weder Abschreckung noch Schutzfaktor gegeben ist, sehe ich da nur die Rache der Betroffenen. Und das, finde ich, hat einen schalen Beigeschmack. Sicherlich verschafft es den Menschen eine gewisse Befriedigung. Allerdings ist das in meinen Augen a) die Befriedigung eines niederen Triebes, über den wir doch eigentlich alle hinwegkommen wollen. Zumindest sagt das unsere gesamte westliche Moralvorstellung. b) machen es sich die Betroffenen sehr einfach, in dem sie die Verantwortung auf den Staat abschieben. Der Staat ist ein unpersönliches Etwas ohne Gewissen. Müsste man das selbst erledigen, würde sich der Betroffene das sicher nochmal genauer überlegen. Es auf den Staat abzuschieben, damit macht man es sich imho ziemlich einfach.
Nein, ich denke, es ist auch Aufgabe des Staates, den Mensch vor sich selbst und seinen Fehlern zu schützen. Besonders vor etwas, was er eines Tages bereuen könnte und nie wieder gut machen kann.

gateacc
08.02.2007, 17:16
Danke für euren umfangreichen Meinungen :). Sehr interessant zu lesen!

Ich sag einfach immer nur...Wenn der Staat einen Verrecher hinrichtet, lässt er sich auf das Niveau des Verbrechers hinab und ist selber ein Mörder ;).

Caine
08.02.2007, 17:32
Ein gutes Beispiel dafür ist Gladbeck
Waren das die beiden Typen die mit einem Auto und Geiseln rumgefahren sind, und dann einen Bus gekidnapped haben?

Nochmal Richtung Saddam: Das Video der gesamten Execution war ja schon wenig später im inet, aber das derbste was ich gesehen habe war auf youtube.
Das Video unterlegt mit In Extremo "Werd ich am Galgen hochgezogen"
Ist aber verständlicher Weise inzwischen gesperrt.
Das finde ich auch ziemlich geschmacklos.
Im SZ Magazin war neulich auch bei der Gewissensfrage ob es recht ist sich das Video anzuschauen. Hat das jemand gelesen?

gateacc
08.02.2007, 17:36
Gelesen hab ich es nicht aber ich gucks mir einfach nicht an, weil ich...
1. nicht dran interessiert bin!
2. ist das sowas von pervers!
3. was bringt mir das?!

MasterBlubb
08.02.2007, 22:23
Das ist ein sehr schwieriges und umfangreiches Thema

Das ist auch das Problem, weswegen es auf diese Frage keine Antwort geben kann, da damit sehr viele weitere Fragen verbunden sind und auch diese sind zum größten Teil kaum zu beantworten sind.
In Latein nehmen wir gerade den gerechten Krieg durch, was man damit durchaus auch verknüpfen kann.
Ein großes Problem bei der Beantwortung solcher Fragen ist die unglaubliche Subjektivität, die ja von Avantenor schon beschrieben wurde.

Ich sehe das recht ähnlich wie Zyklop.
In manchen Situationen ist es einfach nicht sinnvoll ein Leben zu schonen. Ein Mörder landet im Knast, eine gerettete Geisel hat, wenn sie keine psychischen Schäden davon trägt, immerhin noch ein Zukunft vor sich und ich denke in diesem Fall muss bzw. darf man ein Leben nicht verschonen.
Ich persönlich bin mir allerdings nicht ganz sicher über den Wert des Lebens. Natürlich ist jedes Lebewesen individuell. Das hindert uns Menschen allerdings trotzdem nicht daran, dass wir Tiere fangen und töten, was ja durchaus im Sinne der Narungskette ist.
Natürlich ist es auch in meinen Augen logisch das wir uns mit anderem Maß messen als andere Lebewesen, aber man sollte schon einmal drüber nachdenken, dass niemand danach kräht, wenn ein Baum abgehackt wird oder ein Tier geschossen wird, es allerding als Mord gilt und somit mit hoher Strafe geahndet wird, wenn jemand Sterbehilfe leistet, obwohl es außer Frage steht das der Kranke leidet bzw. gelitten hat.

Avantenor
08.02.2007, 23:17
Was das Stichwort Tiere und Pflanzen angeht, ist die Antwort relativ simpel. Es ist erlaubt. Es ist sogar vorgesehen. Es geht nur um die Art und Weise, wie und in welchem Rahmen es geschieht. Ein Tier zu töten, um sich zu ernähren, ist erlaubt. Doch das Tier darf nicht unnötig leiden oder misshandelt werden. Tiertransporte durch halb Europa sind absolut nicht tolerierbar. Man darf auch Bäume fällen und daraus Papier machen. Die Natur ist ein ständiges Geben und Nehmen. Aber alles, was man dem Kreislauf entnimmt, muss ihm auf irgendeine Art und Weise wieder zugeführt werden, das ist das, was der Mensch gerne vergisst.

Was die Sterbehilfe angeht, ist imho das Wort des Betroffenen wichtig. Nicht der Arzt darf entscheiden, wer weiterleben kann / darf, das artet in Euthanasie aus. Aber eine Patientenverfügung für schwere Fälle von künstlicher Lebenserhaltung sind kein Mord, sondern lediglich die Aufhebung einer unnatürlichen Lebensverlängerung. Natürlich spielen die Überlebensfähigkeit des Menschen bzw. die momentan gegebenen Heilungsmöglichkeiten eine Rolle dabei. Ein liebeskranker Teenager, der den Tod sucht, sollte natürlich vor solchen Dummheiten bewahrt werden.

Caine
08.02.2007, 23:23
sehr guter Kommentar :) seh ich ganz genauso
@masterblubb: Euthanasie ist aber find ich was ganz anderes, was man nicht mit dem vergleichen kann

MasterBlubb
12.02.2007, 20:41
Das ist richtig. Aber das ist nicht das worauf ich hinaus wollte.
Meine Frage (wie soll man das nennen??) bezog sich nicht auf das Geben und Nehmen in der Natur (da sieht meine Einstellung ähnlich aus wie bei dir), sondern eigentlich auf den Wert des Lebens, bzw. wie der Mensch alles Leben in bestimmte Werteklassen einteilt.
Meiner Meinung nach ist diese Einteilung nicht möglich, genau wie eine genaue Definition der Menschenrechte nicht möglich ist, man kann es, und vermutlich muss man es sogar, versuchen und eine annähernde Lösung finden. Problem: Nur wer die Unendlichkeit begreift, der ist in der Lage diese Antwort zu geben. (An dem Punkt der Unendlichkeit sind bisher alle gescheitert)
Sterbehilfe wollte ich eigentlich nur als Beispiel für diese Klasseneinteilung geben. Allerdings gibt es ein generelles Problem, welches eigentlich sehr oft bei solchen Fragen ein großes Problem darstellt: "Wer entscheidet das?" bzw. "Wer überprüft das?"

@masterblubb: Euthanasie ist aber find ich was ganz anderes, was man nicht mit dem vergleichen kann
Naja, hier liegt wieder das generelle Problem der Differenzierung. Wenn du das gesamte komplexe (ja wie eigentlich alle Themen (komplex halt^^)) Thema durchdenkst, diskutierst... wirst du natürlich irgendwann auch zum Thema der Menschenrechte kommen. Ob man diese Themen nun als zusammenhängend bezeichen kann ist Ansichtssache. Ich finde auch nicht, das sie sonderlich viel miteinander zu tun haben ;)