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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nickelback - Band des Jahrzehnts?



one-cool
14.12.2009, 01:59
http://www.nationalpost.com/m/story.html?id=2330688&s=Home&p=3

Ja, das ist nicht meine Meinung (wer hätte es gedacht :rolleyes:, sondern vom Billboard magazine.)

Aber mal zu meiner Meinung(und ich werde nicht auf Chad Kroeger selber eingehen...)
Leider ist es die Wahrheit, dass Nickelback wohl das größte Phänomen repräsentiert, was die heutige Musik fast zerstört: Kommerz. Wie kann eine Band mit so einem miserablen, sich ständig wiederholendem Sound so bekannt und beliebt werden? Man spielt einfach die Lieder so lange im Radio, bis die Leute es mögen. Es bleibt einfach im Kopf hängen, wenn man es oft genug hört... und plötzlich laufen sie im Media MArkt an der Wand vorbei, hey das sind doch die, die dieses oder jenes Lied gemacht haben.

Warum aber werden diese miesen Lieder einfach immer wiederholt? Warum werden einfache miserable Rap-Lieder mit einem bescheidenen Synth Beat und den dümmsten Texten überhaupt so hochgepriesen?
MtV? Viva etc?

Ein Musikproduzent schaut nach Talenten die Verträge bei ihnen unterschreiben, und zahlt dann eine große Menge an Geld, damit die Band bekannter wird, so genanntes Marketing in die Richtung von Radiosendern. Wahrscheinlich mögen die meisten Produzenten die Musik gar nicht mehr... vll sogar die Leute, die dahinter stecken. Aber da sie nun mal unter dem richtigen LAbel sind, und man in der Freizeit eh nichts zu tun hat, hilft man einfach denen schon... mit Geld und noch mehr Geld.

Es gibt da draussen so viele gute Künstler, die einfach in die Röhre schauen... früher absolut nicht wahrgenommen helfen nun Plattformen wie last.fm, myspace, torrents, bandcamp und so weiter, damit man eine gewisse BEkanntheit erreicht

Man schaue sich auch einfach an, wie man schlechte Musik inzwischen verkaufen will, (ohja, Alterna Rock, du scheinst sehr populär zu sein, was das angeht), und man versucht auch Bands wie Nirvana neuaufzulegen... (zufall, dass Nirvana wohl die Band ist, die man mit dem Aufstieg von MTV verbindet...)

Es gab schon immer schlechte Bands und Musiker, die berühmt wurden (Blümchen, Creed usw.). Aber es war noch nie so schlimm wie heutzutage...
Was bin ich über Radiosender froh, die wirklich mal Abseits spielen... weit abseits (z.B. Querfunk, sowie LR wasauchimmer, das von Studenten geführt wird, egofm usw.)

Scheinbar war Oink (bzw. das Internet/torrents) erstmal das beste, was für die Kunst der Musik wirklich passieren konnte. Weil einfach die Kunst wieder zurück in die Hand der Künstler und den Zuhörern gegeben wurde... und nicht in die Hände von korrputen Zwischenstationen.

Und DAS ist mMn der Grund, warum viele Leute Nickelback hassen - sie repräsentieren einfach alles, was im heutigen Musikbusiness falsch läuft. Wirklich alles.

Crushd_tin
14.12.2009, 10:47
joa, die alte, leidige Geschichte des Kommerz'.

- Nickelback repräsentiert sicherlich das Phänomen, diese Entwicklung hin zur reinen Geldmacherei repräsentiert Linkin Park aber mMn noch besser. damals eine durchaus ordentlich Band, heute nicht mehr als ein Haufen geldgeiler Idioten, denen die Musik die sie da produzieren reichlich egal ist... und die jedes mikrige Bonusmaterial oder irgendnen billigen Live-Mitschnitt teuer verkaufen und sich durch ihre große, verblendete Fangemeinde (nichts gegen die Oldschool-LinkinPark-Veteranen ;)) besten Verkaufszahlen gewiss sein können....
gut, musikalisch sind sie wohl trotzdem immer noch besser als Nickelback...

- was den Alternative Rock betrifft (ich hasse diese Schubladen :/) muss man sagen, dass die sehr kryptische Definition der Musikrichtung ganz einfach missbraucht wird... fasse ich das Genre als Alternative zur konventionellen Musik auf, kann ich natürlich den größten Scheiß produzieren und es als "anders" verkaufen...
und anders ist ja derbe, "ich bin anders", praktisch die Schwanzverlängerung des kleinen Mannes....

- die Bedeutung des Internets für die Musikszene ist unbestreitbar. außerdem wird der "Mainstream" geschädigt und unbekannte Künstler bekommen die Chance Zuhörer zu erreichen... allerdings gibt es im "Mainstream" durchaus gute Leute, die eine Schädigung nicht verdient haben ("Bat For Lashes", "The XX" um mal zwei "Mainstream"-Newcomer zu nennen), das ist wohl die Schattenseite des Internets...


ansonsten ist die Band des Jahrzehnts eh klar, fängt mit R an... nein es sind ganz sicher nicht die Stones!

Kinman
14.12.2009, 11:31
Ich muss sagen, dass ich die Musik von Nickelback nicht schlecht finde, ABER wie schon gesagt, es nervt ungemein, dass jedes Lied gleich klingt. Einzig Rockstar gefällt mir etwas besser.

Für mich persönlich gibts da weitaus Schlimmeres:
Grönemeyer ist seit "Mensch" grauenvoll
Ich & Ich, Xavier Naidoo, Söhne Mannheims: Ich kann die nicht mal unterscheiden bzw. will es auch nicht. Ebenfalls immer das selbe Gesülze

Creed hingegen würde ich nicht zu den schlechten Musikern zählen. Sie haben zwar nicht viel gute Songs, aber "With arms wide open" ist nicht umsonst so bekannt geworden, finde ich. "Higher" ist ebenfalls ganz gut.

Aber das Problem kann man ganz einfach lösen: Radio aus, eigene Musik rein. Wenn ich den ganzen Tag nur Radio höre, werde ich auch ganz deppert, weil die aktuellen (eigentlich mind. 2-3 Monate alten) Songs auf und ab gespielt werden. Schlimmstes Beispiel war Seal mit "Amazing". Bis zu 15x innerhalb von 8-22 Uhr gespielt und das täglich und über Monate. Jedes mal, wenn ich das Lied höre, könnte ich auszucken.


Wie dem auch sei, ich höre das, was mir gefällt. Völlig unabhängig davon ob es "Kommerz" oder was anderes ist oder welcher Stilrichtung es zugeordnet wird. So kann es durchaus passieren, dass sich in meiner Playlist Pop (vornehmlich Zeugs aus den 80er und 90er), Rock, Techno, Klassik und Soundtracks abwechseln =)

lg Kinman

Shawn
14.12.2009, 17:18
Nickelback sind so erfolgreich weil sie "harte" Musik machen die trotzdem eingänig ist. Das millionenschwere Marketing trägt sein übriges dazu bei und natürlich die Preise die sie bekommen haben (von denen wohl keiner mehr Wert hat als das Material aus dem er ist). Das Phänomen der anspruchslosigkeit der Radiohörer hat glaube den Ursprung das Musik fast niemand ernst nimmt. Soll heißen: die meisten lassen Radio im HG dudeln und wissen nach 2 Liedern auch nichtmehr welcher Song eigentlich davor kam. Aktives Musikhören wird kaum gemacht weil jeder sich irgendwie zusätzlich beschäftigt weil ja heutzutage keiner mehr Zeit hat. Zusätzlich haben Radiosender nur ein begrenztes Budget für den Titeleinkauf und dieses Budget scheint bei den meisten Sendern nicht einmal für 100 Songs zu reichen. Was die nervigen Wiederholungen erklärt.


Schlimmstes Beispiel war Seal mit "Amazing". Bis zu 15x innerhalb von 8-22 Uhr gespielt und das täglich und über Monate. Jedes mal, wenn ich das Lied höre, könnte ich auszucken.
Willkommen in meiner Welt . Auf Arbeit hat mein Chef nur Radio gehört...bei jeder wiederholung dieses unötigen Songs hatte ich ein spontanes Fluchtbedürfniss.
Gute Musik wird extrem unterbewertet wobei auch gute Musik im Aufschwung ist. Was nicht nur positive Seiten mit sich zieht, da sich so Kommerz in Szenen schleicht die sich Ursprünglich gegen die Werte die Kommerz mit sich bringt gewehrt haben.
Dazu haben Linkin Park / Nickelback etc. beigetragen. Vorallem jedoch Slipknot machen Musik die eigentlich nicht unbedingt Massentauglich ist populär. Seit dem hält sich jeder 14 Jährige der Slipknot kennt für nen ganz bösen Jungen. Natürlich reicht das der groben Masse auch aus und sie beschäftigen sich nicht weiter mit anderen Bands aus der selben Richtung.
So entwickeln sich die Szenen aus den Leuten die sich intensiv damit beschäftigen. Der Rest hat irgendwann aufgehört seine Eltern zu erschrecken und hört auch irgendwann wieder damit auf.
Musik ist etwas grossartiges mit dem man eine Menge bewegen kann emotional wie politisch. Wie einige schon bemerkt haben höre ich fast nur Metal (also Metal Metal nicht dieses Weichgespülte grinsegehoppse die zufällig 2 Gitarren und nen Bass gefunden haben) allerdings höre ich auch jüdische Volklore (gewöhnungsbedürftig aber Yeah!) oder simplen Rock (Tenacious D, Black Stone Cherry etc.)
Die Musikindustrie geht unter und dafür ist sie und die Personen die sie repräsentieren verantwortlich + Sämtliche Idioten die immer noch glauben das Deutschland einen neuen Superstar, oder Talente, oder Popstars benötigt.
Die Allgemeine Einfallslosigkeit für neue Methoden, wie man den 10-16 Jährigen das Geld aus der Tasche ziehen kann, führt zum Vollstopfen des Marktes mit Sachen deren Absatz nach 3 Wochen einbrechen weil es bis dahin schon das nächste Marketing Phänomen gibt.
Tolle Konzepte Jugentlichen Hoffnung machen, sich selbst profilieren und danach aus Scheiße Geld machen, bis die Käufer merken das sie Scheiße gekauft haben oder sich nach einem neuen Stück sehnen...
So macht man Geld ...aber keine gute Musik. In Deutschland gibt es eine unglaublich Lebhafte und talentierte Musikerszene die auch fernab von den Charts ein Niveau ereicht von dem manche Musiker die ihr Geld damit verdienen nur träumen können. Also Ohren auf und glaubt nicht alles was sie im Fernsehen sagen....die wollen einfach nur euer Geld ohne sich dafür zu bemühen ..

Kinman
15.12.2009, 09:45
Um ehrlich zu sein, empfinde ich den Anti-Kommerz aber auch als nervig bzw. teilweise die Anhänger davon. Da gibt's so Leute, die bei jeder Gelegenheit losposaunen müssen, wie toll sie doch sind, da sie keinen "Kommerz-Scheiß" hören... Naja, wie sie meinen. Von mir aus können sie hören, was sie wollen, aber diese Missionierung, die da teilweise stattfindet ist ja echt schlimm.

Gestern hatte ich noch mein blaues (:D) Wunder. Ich hab den Avatar Soundtrack bekommen und der letzte Track "I see you" wird von Leona Lewis gesungen. Nun, bei Leona Lewis stellts mir ein wenig die Haare auf wegen "Bleeding Love" (oder war's Bleeding ears :rolleyes:)
Jedenfalls war ich dann erstaunt, wie gut der letzte Track wirklich ist. Gut, dass die Frau an und für sich singen kann, konnte man ja schon hören, aber das gefällt mir wirklich. Da sieht man, was möglich ist, wenn ein (für mich) Profi am Schreiben ist ;)

lg Kinman

AssassinsShadow
15.12.2009, 17:37
Ich mag Nickelback eig auch relativ gern...leider spielen sie die echt guten Songs nicht im Radio:( Sondern wirklich nur diese 08/15 Sülze....Beim Joggen brauch ich was zum abschalten und nichts tiefsinniges mit Geist, aber Justice oder Disturbed geht dabei auch nicht...es muss nun mal ein Mittelding sein.

Also Lady Gaga, Rihanna und noch schlimmer Ich und Ich killn meine Nerven beim Radiohören extrem...Wenn das schon anfängt:"Ich warte schon so lange..."
Ich hab dann immer das Bedürfnis laut aufzustöhnen. Aber ok - dann sollte ich kein Radio hören...tue ich inzwischen auch immer seltener:D...
Aber heutzutage ist es halt nun einmal so, man muss auffallen oder alte Muster stark nachziehen, sodass sie schon wieder auffallen. Anders wird man kaum beachtet und kommt man kaum noch an Ruhm...falls man das so nennen darf(man denke an den Auftritt von Lady Gaga und Rihanna bei den American Music Awards...)
Charts sind meistens Ansammlungen Meinungen, der durchschnittlichen grauen Masse und Musik ist und bliebt eben etwas individuelles. Schwarze Schafe gibts überall...

Tali
15.12.2009, 17:48
Um ehrlich zu sein, empfinde ich den Anti-Kommerz aber auch als nervig bzw. teilweise die Anhänger davon. Da gibt's so Leute, die bei jeder Gelegenheit losposaunen müssen, wie toll sie doch sind, da sie keinen "Kommerz-Scheiß" hören... Naja, wie sie meinen. Von mir aus können sie hören, was sie wollen, aber diese Missionierung, die da teilweise stattfindet ist ja echt schlimm.

lg Kinman

MANN Kin, immer musst du mir zuvorkommen! :motz :angry :baeh ( ... ;) :knuddel )

Aber mal im Ernst, mir kam genau das Gleiche in den Sinn.

Ja, ihr hört nur Musik von Künstlern die nebenher bei ALDI oder Pizza Hut für ihren Lebensunterhalt jobben müssen. Verdammt - ihr seid sowas von cool. Als ich 14 war saß ich im selben Zug und fühlte mich genauso 'erhaben' wie all die anderen "Anti-Kommerz"ler, denn für 'gute' Musik gab es damals für mich nur eine Formel:

gute Musik = Bekanntheitsfaktor y + Einnahmen der Künstler x [y und x streben gegen 0]

Umso niedriger y und x, umso "besser" die Musik. Denn jeder weiß ja - Bands die jeder kennt und die massig Kohle schaufeln sind verdammt uncool. Äh, ich meine, 'untrve'. Gott, was hab ich mir damals für Müll angetan, nur um sagen zu können "Hey, hör du mal dein Linkin Park, ich hab hier und das kennst DU nicht!".

Zum Glück hielt diese Phase keine 2 Jahre an - und seitdem tue ich (wieder) das Unfassbare: Ich höre die Musik, die mir gefällt. So richtig uncool und blasphemisch und rücksichtslos - es juckt mich nicht die Bohne, was die jeweilige Band verdient, bei welchem Label sie unterzeichnet hat und wie bekannt sie sind. Wenn mir ein Lied gefällt, dann gefällt es mir - egal ob es von Nickelback, Disillusion, Submarien, Interpol, Rammstein, The Hives, Seeed oder einem Soundtrack stammt. Und dann höre ich es auch.

Es ist - wie Kinman es schon sagte - in Ordnung wenn [I]ihr das nicht so handhaben wollt. Aber lasst die anderen mit dieser (mMn. kindischen Einstellung) in Ruhe. Ich weiß dass es vielen nicht darum geht 'cool' zu sein, sondern Sony und Konsorten die 'Stirn zu bieten'. Trotzdem bleibt Musik Geschmackssache und ob jemand zugunsten eines Boykotts darauf verzichten will ist ganz allein seine Sache.

gateacc
15.12.2009, 19:28
Na ja, wenn ihr euch so aufregt, warum hört ihr dann nicht einfach andere Musik? ;) Wobei jede Band früher oder später irgendwie versucht Geld mit der Musik zu machen...meistens früher!

Shawn
15.12.2009, 23:01
Wobei jede Band früher oder später irgendwie versucht Geld mit der Musik zu machen...meistens früher!
Vom Christen Rock bis hin zum Black Metal gibet genug Bands die das Gegenteil beweisen. Abgesehen davon sind sich die meisten bewusst das Musik nur sehr selten viel Geld bringt, vorallem wenn man keinen dauerrotationsplatz im Radio oder TV hat. Die meisten Bands machen so wenig Plus, das es grade mal als Kostendeckung für verschleiß/Transport/verpflegung/ etc. reicht. Die meisten haben auch nicht den Anspruch dadurch reich zu werden, also in meinem Umfeld zumindest nicht. Die machen halt Musik weil sie andere Musik scheiße finden und es besser machen wollen....ist vieleicht nicht die beste Motivation aber immerhin *g*



Na ja, wenn ihr euch so aufregt, warum hört ihr dann nicht einfach andere Musik?
Tu ich ja aber leb mal in Berlin...da wirst du dauernd mit irgendwelcher Musik beschossen und das nicht unbedingt freiwillig.

Crushd_tin
16.12.2009, 00:28
niemand hat hier behauptet, dass Mainstream gleichbedeutend mit schlechter Musik ist...

das Problem ist nur, dass Bands wie Nickelback ihre Musik nicht um der Musik willen produzieren, sondern rein finanzielle Ziele verfolgen. die Musik ist somit in keinster Weise autonom, orientiert sich allein an dem Konsumenten. das ist es, was mich stört, da es sich in der Qualität der Musik widerspiegelt, was man vermutlich aber auch nur bemerkt, wenn man sich intensiver damit beschäftigt...
Musik ist keine Kunst mehr, Musik ist ein Produkt. zumindest die Musik, die täglich im Radio läuft, was allerdings ganz sicher nicht bedeutet, dass einem dieses Produkt zwangsläufig entfallen muss...

ps. wenn man offensichtlich dazu neigt völlig am Thema vorbei zuschreiben und dann noch über genügend Ignoranz verfügt, um trotzdem einen völlig idiotischen Beitrag zu posten der andere der Intoleranz bezichtigt, dann ist das wahrlich die hohe Kunst des Schwachsinns, aber leider auch Mainstream... doof!

Tali
16.12.2009, 09:17
niemand hat hier behauptet, dass Mainstream gleichbedeutend mit schlechter Musik ist...

das Problem ist nur, dass Bands wie Nickelback ihre Musik nicht um der Musik willen produzieren, sondern rein finanzielle Ziele verfolgen. die Musik ist somit in keinster Weise autonom, orientiert sich allein an dem Konsumenten. das ist es, was mich stört, da es sich in der Qualität der Musik widerspiegelt, was man vermutlich aber auch nur bemerkt, wenn man sich intensiver damit beschäftigt...
Musik ist keine Kunst mehr, Musik ist ein Produkt. zumindest die Musik, die täglich im Radio läuft, was allerdings ganz sicher nicht bedeutet, dass einem dieses Produkt zwangsläufig entfallen muss...



Ich finde es herrlich dass ihr beurteilen könnt welche Musik 'Kunst' ist und welche nicht. Genauso maßt ihr es euch (indirekt) an zu urteilen ob ein Musiker nur für's Geld spielt, oder ob seine Musik ihm noch 'Spaß' macht und wichtig ist. Das, genau das, ist das Problem an den selbsternannten "Musikschätzern". Traurig sind die Ignoranten, die andere ignorant nennen um von ihrer eigenen Ignoranz abzulenken. Noch trauriger sind diejenigen, die sich ihrer Ignoranz nicht mal bewusst sind. Letzteres trifft auf viele von ihnen zu.

Crushd_tin
16.12.2009, 09:49
Ich finde es herrlich dass ihr beurteilen könnt welche Musik 'Kunst' ist und welche nicht. Genauso maßt ihr es euch (indirekt) an zu urteilen ob ein Musiker nur für's Geld spielt, oder ob seine Musik ihm noch 'Spaß' macht und wichtig ist. Das, genau das, ist das Problem an den selbsternannten "Musikschätzern".

die Beurteilung welche Musik Kunst ist, fälle ich mit meinem subjektiven Kunstverständnis.
wenn Musik zum Produkt wird, ist das objektiv feststellbar, das zeigt sich ganz einfach an der Art der Vermarktung und der Massenkompatibilität. so schöne Sachen wie Bonusmaterial und Bestof-Alben sind auch sehr beliebt.

entweder sind Bands wie Nickelback nur am Geld interessiert oder sie sind chronisch unkreativ, nicht in der Lage mal etwas anderes als ihre Standard-08/15-Riffs zu spielen oder lyrisch mal über das Niveau eines Grundschulkinds zu gelangen. dann ist das aber keine Kunst mehr, logisch?

deine Position ist bequemlich, natürlich kannst du nie mit 100%iger Sicherheit sagen, welche Absichten der Künstler hat, da kann man nur vermuten, aber es zeichnet sich doch meist ein sehr deutliches Bild ab... immer diese Christen...

Kinman
16.12.2009, 10:10
Genausowenig schließt sich aber kommerizieller Erfolg und Kunst nicht aus. Abgesehen von diesen One-Hit-Wonders gibt es genügend Musiker, deren Musik (mMn.) Kunst ist, die abder trotzdem Heidengeld damit scheffeln.

Beispiele?
Genesis/Phil Collins
Elton John
Queen
Cat Stevens (bzw. Yusuf Islam)
John Williams, Hans Zimmer, James Horner
uvm.

Das sind jetzt (abgesehen von den Soundtrackspezialisten) alles Alteingesessene. Das kommt daher, dass ich mich die Beurteilung bei neueren Bands noch nicht so wirklich traue, da es mMn. erst die Zeit zeigt, was wirklich Kunst ist/war und was es nicht war bzw. wer wirklich Künstler ist und nicht nur einen Zufallstreffer landete.

Lady Gaga würde ich vllt. noch nennen, denn (egal ob man sie bzw. ihre Musik mag oder nicht) ihre Arbeit muss man schon irgendwie schätzen können, da soviel ich weiß nahezu alles von ihr selbst erstellt/gemacht ist.

lg Kinman

Crushd_tin
16.12.2009, 10:22
da stimm ich völlig zu, wenn vllt auch nicht bei der Auswahl der Künstler. es geht mir auch weniger um den Erfolg, als vielmehr um die Absicht kommerziell erfolgreich zu sein.
es ist i.O. mit dem was man produziert auch Geld verdienen zu wollen, nur wenn ich da von mehreren Millionen Euro höre, die man sich durch intensivstes Marketing erarbeitet hat, kann ich nur von Musik als Produkt sprechen... unweigerlich

kommerzieller Erfolg macht die Musik noch nicht zum Produkt. (es ist übrigens nicht das BWL-Produkt gemeint)

Tali
16.12.2009, 16:34
es geht mir auch weniger um den Erfolg, als vielmehr um die Absicht kommerziell erfolgreich zu sein.
es ist i.O. mit dem was man produziert auch Geld verdienen zu wollen, nur wenn ich da von mehreren Millionen Euro höre, die man sich durch intensivstes Marketing erarbeitet hat, kann ich nur von Musik als Produkt sprechen... unweigerlich

kommerzieller Erfolg macht die Musik noch nicht zum Produkt.

Fassen wir das Gesagte mal zusammen:

1) Erfolg ist okay, die Absicht kommerziell erfolgreich zu sein hingegen nicht.

2) Es ist in Ordnung kommerziell erfolgreich sein zu wollen, solang sich der Gewinn in Grenzen hält. Ab einem gewissen Einkommen (ca. 6-stellige Beträge) zählt die Musik nicht mehr als Kunst.

3) Kommerzieller Erfolg macht das Musik aber nicht zum Produkt - es kann immernoch Kunst sein!

... und genau deshalb ist die ganze Debatte so unsinnig. Du weißt doch selbst nicht, was du letztendlich noch Kunst nennen 'darfst/willst' oder nicht.

Ich wünschte Fußballfans wären genauso konsequent. Nur noch "FC Hintermdunkelstenstein gegen BC Gleichdaneben" Spiele anschauen, denn ab einem gewissen Einkommen ist Fußball kein Fußball mehr, denn die spielen ja alle sowieso nur noch für's Geld.

Crushd_tin
16.12.2009, 17:47
es ist in Ordnung mit seiner Musik Geld verdienen zu wollen, das sollte allerdings nicht das wesentliche Ziel, sondern eher eine Art gewünschter Nebeneffekt sein. es sollte die Liebe zur Kunst sein, um derer Willen man diese ausübt, und nicht die Liebe zum Geld... da sich praktisch jede Musik an bestimmten Grundstrukturen orientiert, ist es bei ordentlichen Produktionen immer möglich Geld zu verdienen, und das ohne sich dem Konsumenten zu unterwerfen... wenn die Kunst gut ist, dann wird sie Sympathisanten finden, die zahlen.
wenn ich das beherzige und trotzdem, obwohl ich mein eigenes Ding mache, kommerziell äußerst erfolgreich bin, dann ist das in Ordnung, dann ist das weiterhin Kunst und kein Produkt...

so, zugegeben, es war recht kryptisch ausgedrückt, in meinem vorherigen Beitrag, aber ich denke das Hauptproblem ist ein anderes... und wenn's jetzt immer noch nicht verständlich ist, dann darf ich gratulieren.

"(es ist meine Schuld dass ich nicht verstanden werde)
(es ist meine Schuld dass ich nicht verstanden werde)
(es ist meine Schuld dass ...)"

gateacc
16.12.2009, 17:55
Tu ich ja aber leb mal in Berlin...da wirst du dauernd mit irgendwelcher Musik beschossen und das nicht unbedingt freiwillig.

Du führst ein hartes Leben ;).

Immolation
16.12.2009, 19:47
wenn Musik zum Produkt wird, ist das objektiv feststellbar, das zeigt sich ganz einfach an der Art der Vermarktung und der Massenkompatibilität. so schöne Sachen wie Bonusmaterial und Bestof-Alben sind auch sehr beliebt.


Vermarktung sowie Boni übernimmt in der Regel das Label. Ich höre oft von Best of-Alben, die ohne die Zustimmung des Künstlers veröffentlicht werden.

Shawn
17.12.2009, 12:45
Du führst ein hartes Leben .
Ich weiß, ist jeden Tag ein Kampf. :D


1) Erfolg ist okay, die Absicht kommerziell erfolgreich zu sein hingegen nicht.
Das ist glaube eher die Frage wie man so etwas umsetzen will. Die auf biegen und brechen Taktik, oder mit Qualität. Wenn man sich seine Zielgruppe noch vor seiner Musikalischen Ausrichtung überlegt, oder noch besser sie sich von irgendjemanden vorgeben lässt (Castingsshows), ist man ein Produkt, das wird mir auch keiner ausreden.



2) Es ist in Ordnung kommerziell erfolgreich sein zu wollen, solang sich der Gewinn in Grenzen hält. Ab einem gewissen Einkommen (ca. 6-stellige Beträge) zählt die Musik nicht mehr als Kunst.
Ist Metallica jetzt Kunst oder Kommerz :D
Ist doch völlig egal wieviel Einkommen eine Band hat und zu jedem Beispiel das hier als Kunst oder Kommerz gebracht wird spuckt Google mindestens 200 Gegenbeispiele aus.
Kunst - Auge des Betrachters.
Und das Mainstream immer schlecht sein muss finde ich nicht nur Mainstream ist belanglos, da es über gewisse Themen halt nie hinausgeht. Die Themen die im Mainstream meistens besungen werden sind so "leicht" das man nicht grossartig drüber nachdenken muss - halt zugeschnitten auf eine Zielgruppe.


3) Kommerzieller Erfolg macht das Musik aber nicht zum Produkt - es kann immernoch Kunst sein!
Stimmt. Na Ja zwar nicht im eigentlichen Sinne (Musik-Produkt von Arbeit) aber irgendwie stimmt es halt.
Kommerzieller Erfolg macht aber den Musiker zum Produkt, sonst würde es wohl keinen Erfolg geben und genau dieser schmalle grad zwischen sich verkaufen und seine eigene Kunst zu verfolgen ohne in belangslosigkeit zu verfallen macht den Unterschied. Wobei das schöne an Kunst ist das es viele möglichkeiten gibt sie zu deuten und das tut auch jeder nach eigenem Ermessen. Ausserdem wenn alle gleich wären, gäbe es ja gar keine Gründe mehr sich gegenseitig als intolerant zu bezeichnen ...In was für einer langweiligen Welt würden wir dann nur Leben :D

Aquarius
17.12.2009, 14:25
Ich finde es schwachsinnig, Kunst nur der Kunst wegen erschaffen dürfen zu können und nicht gleichzeitig oder primär keinesfalls aus kommerziellen Gründen, weil es dann angeblich nur noch ein Produkt darstellt.

Das ist in meinen Augen eine Forderung aus Prinzip, die keiner rational-triftigen Grundlage entbehrt. :rolleyes:

Chefkoch
19.12.2009, 16:40
Die größten Künstler sind für mich diejenigen die es schaffen ihren eigenen Stil so gut zu verkaufen das es Millionen von Menschen auf einmal top finden. Demnach finde ich die Entscheidung Nickelback als die "Band des Jahrzents" einzustufen da diese ja nicht mal ansatzweise etwas neues machen. Auch ihre Alben sind immer wieder ähnlich. Ich mag zwar die Musik von Nickelback aber es stimmt schon das sich ein Lied einfach anhört wie das andere. Ihr Einfluss auf die Musikindustrie ist also = 0.

Diese Definition von Künstler hat auf die "Kommerzheit" des Künstlers überhaupt keinen Einfluss. Timbaland, Lady Gaga, Kanye West oder David Guetta die ihren neuartigen Stil derart durchgesetzt haben sind für mich richtig gute Künstler. Trotzdem würde wohl niemand sagen das zB Lady Gaga nicht kommerz ist.

Shawn
19.12.2009, 16:53
Die größten Künstler sind für mich diejenigen die es schaffen ihren eigenen Stil so gut zu verkaufen das es Millionen von Menschen auf einmal top finden.
Das schafft kein Künstler alleine dafür ist das Marketing zuständig. Wir leben halt einfach mal nicht mehr in der Zeit wo sich Qualität durch Mundpropaganda durch die Lande verbreitete und Künstler - mögen sie noch so gut sein - werden ohne grosse Firma im Hintergrund niemals Millionen menschen gleichzeitig ereichen. wobei es auch beispiele gibt von Bands die nahe rankommen .


Lady Gaga, Kanye West oder David Guetta die ihren neuartigen Stil derart durchgesetzt haben
Nicht böse sein aber neuartiger stil ist das nicht ist halt Popmusik mit einer etwas anderen Verkaufsmasche.

Chefkoch
19.12.2009, 17:10
Das schafft kein Künstler alleine dafür ist das Marketing zuständig.Ich glaube da hat der Künstler einen riesigen Einfluss drauf. Man kann nicht einfach irgend jemand von der Straße nehmen und aus ihm den nächsten Superstar machen. Würde man irgendjemand dieselben Lieder produzieren, dieselben Outfits geben, dieselben lyrics schreiben wie Lady Gaga, hätte dieser Jemand noch lange nicht den Erfolg den Lady Gaga hat.


Nicht böse sein aber neuartiger stil ist das nicht ist halt Popmusik mit einer etwas anderen Verkaufsmasche.Aha! Kanye West war der erste der "College Rap" erfolgreich gemacht hat und nicht mehr "BangBang ich bin mehr Gangster als du". Heute gibt es Asher Roth, Lupe Fiasco, Kid Cudi und sogar Eminem oder 50 Cent machen keinen Rap im 90er Jahre-Stil mehr. 2008 hat er in 808/Heartbreak ein komplettes Album mit Auto-Tune aufgenommen. Der Trend kam ursprünglich mal von Timbaland und ist jetzt in so gut wie jedem Hip-Hop/Pop/RnB Lied.

Lady Gaga ist Electro-Pop in einer ganz anderen Art. Auf einmal wird Sie von Britney Spears kopiert. Das ist ja wohl Aussagekräftig genug.

Der Stil von David Guetta vom "One Love"-Album ist sowieso nochmal was neues. Muss man nur mal "Sexy Bitch" oder "Memories" anhören...

Und das ist genau das was ich meine. Also sagen wir mal noch eher: Ein großer Künstler ist für mich jemand, der die aktuelle Musik-Szene als Ganzes verändert und beeinflusst. Was jetzt nicht damit zusammenhängt das ich die Künstler alle so toll finde. Lady Gaga find ich zum Beispiel zum kotzen und das neue Timbaland Album reißt mich auch nicht vom Hocker :P

Wraith
19.12.2009, 20:12
Ich finde es schwachsinnig, Kunst nur der Kunst wegen erschaffen dürfen zu können und nicht gleichzeitig oder primär keinesfalls aus kommerziellen Gründen, weil es dann angeblich nur noch ein Produkt darstellt.

Joa. Daran ist nichts Verwerfliches, man wird ja auch nicht gezwungen, Musik zu konsumieren. Wenn jemand nur des Geldes wegen Musik produziert, dann stört mich das nicht der Tatsache wegen, dass sie das aus reiner Profitgier machen, jeder hat das Recht dazu, es wird auch immer irgendwen geben, der das Zeugs dann kauft, es stört mich viel mehr im Bezug auf die Belästigung, die diese Musik dann zeitweilig darstellen kann, gerade Suff-Atzen-Mucke :D

Die verpuffen dann aber auch so schnell, wie sie gekommen sind.
Mit Herzblut geschaffene Musik ist zeitlos. Und das freilich Genre unabhängig.

Dank des Social Networking, allen voraus Myspace, hat heute sogut wie jeder Musiker, der es mit seiner Musik mehr oder weniger ernst meint, eine Plattform, seine Musik publik zu machen, ohne auf kostspieliges Marketing angewiesen zu sein. Und auch die Chancen, einen guten Deal einzusacken. Zu andauerndem Erfolg gehört dann aber sicher etwas mehr als nur ein cooles Image und ein fettes Marketing.

Shawn
19.12.2009, 21:54
Man kann nicht einfach irgend jemand von der Straße nehmen und aus ihm den nächsten Superstar machen.

No Angels?


Würde man irgendjemand dieselben Lieder produzieren, dieselben Outfits geben, dieselben lyrics schreiben wie Lady Gaga, hätte dieser Jemand noch lange nicht den Erfolg den Lady Gaga hat.

Irgendjemanden nicht aber wenn man jemanden nimmt der in das Shema passt und genug Geld investiert würde ich dem widersprechen. Lady Gaga ist auch nur eine Marke die ein Image erfolgreich aufgebaut hat (Was man auch erstmal schaffen muss) und damit Geld verdient


Lady Gaga ist Electro-Pop in einer ganz anderen Art. Auf einmal wird Sie von Britney Spears kopiert. Das ist ja wohl Aussagekräftig genug.

Ok dazu muss ich sagen das ich den unterschied nicht kenne sind für mich eigentlich nur die selben Tonfolgen die es schon tausend mal gab (Töne sind ja sowieso nur begrenzt vorhanden) nur das ihr Stimmt elektronische Effekte bekommt, was jetzt nicht unbedingt die neuerung ist. Meiner Meinung nach ist das ein schöner effekt um Tonschwankungen und eine schwache Stimme zu kaschieren . Fals noch andere neuerungen zu finden sind, sind sie mir leider entgangen.


Kanye West war der erste der "College Rap" erfolgreich gemacht hat und nicht mehr "BangBang ich bin mehr Gangster als du"

Ok das ist echt ne positive Neuerung, auch wenn ich dem HipHop genre als solches nix abgewinnen kann hat mich dieses Proleten getue irgendwie trotzdem immer genervt.


Zu andauerndem Erfolg gehört dann aber sicher etwas mehr als nur ein cooles Image und ein fettes Marketing.

Da gibt es wohl immer solche und solche. Wenn man z.b. Michael Jakson hernimmt kann man glaube nicht sagen das er nicht hart gearbeitet hat um seinen Erfolg zu gewährleisten. Es gehört halt Arbeit dazu aber das ist halt so im Berufsleben.



Mit Herzblut geschaffene Musik ist zeitlos. Und das freilich Genre unabhängig.


Stimmt :)

Tali
19.12.2009, 23:53
Wir leben halt einfach mal nicht mehr in der Zeit wo sich Qualität durch Mundpropaganda durch die Lande verbreitete und Künstler - mögen sie noch so gut sein - werden ohne grosse Firma im Hintergrund niemals Millionen menschen gleichzeitig ereichen.


Äh, ich würde sagen, heute ist es genau andersrum.

Vor 50 Jahren hätte ich nie im Leben die Musik irgendwelcher Hinterhofbands aus der Schweiz oder Tschechien gehört, denn woher hätte ich sie denn kennen sollen? Gerade in Zeiten von myspace, lastfm und co. ist es so einfach wie nie, aus einem bestimmten Genre neue Bands kennen zu lernen und diese bei größeren Veranstaltungen und Wettbewerben zu unterstützen. Ebenso sprießen Festivals wie Pilze aus dem Boden, jedes Kuhdorf hat sein eigenes "Hinterm Wald gleich links"-Festival, wo man sich für 5€ eine Hand voll lokaler Bands anschauen kann - und erfahrungsgemäß sind diese Festivals ordentlich besucht, ist halt ein beliebter Zeitvertreib.

Da du scheinbar an Pop- und HipHop Musik kein Interesse hast, ist die Diskussion eigentlich sowieso etwas "gaga" (nein, nicht Lady Gaga ;) ). Ich meine, was erwartest du denn von der heutigen Musikbranche? Es wird gespielt, was gehört werden will. Da Pop (und HipHop, mit Einschränkungen) einfach ein größeres Zielpublikum anspricht ist es doch klar, das dort das Hauptaugenmerk liegt (Radio, Musikfernsehen, Charts, Awards).

Klar, ich kann jetzt daherkommen und sagen: Brainship (die Band eines Freundes), ist für mich die Band des Jahrzehnts. Und nun? Wen soll das jucken? Für die meisten Leute wäre ihre Musik sowieso nichts. Man kann nicht alles mögen, was für einen vielleicht große Kunst ist, geht anderen sonstwo vorbei.

Eine Sache verstehe ich sowieso nicht: warum beschwert man sich, dass die Musik, die anscheinend 'Kunst' genannt werden darf, nicht kommerziell erfolgreich ist, wenn sie das doch gar nicht sein soll, da es nur in Geldmacherei enden würde? :confused: Es gibt einen Haufen Leute, die heute immernoch die Beatles toll finden, die sind aber wohl der 'Kommerz' schlechthin. Was sie 'besser' macht als Lady Gaga? Ganz einfach: nichts. Sie treffen einfach den Geschmack derer, die sie toll finden.

Und da es letztendlich nur eine 'Geschmacks'-Debatte ist, ist sie eigentlich auch ziemlich überflüssig...

Shawn
20.12.2009, 00:56
Ich meine, was erwartest du denn von der heutigen Musikbranche? Es wird gespielt, was gehört werden will.

Ich erwarte das was ich generell erwarte : mehr
Und mein problem mit der Musikbranche ist das die spielen was gehört werden soll nicht was gehört werden will.

aber geschmäcker sind halt verschieden darüber sind uns schonmal einig *g*

Und Myspace...ehrlich gesagt ist da jede band weltweit verteten und damit verpufft der Werbeeffekt. Die Bands stehen halt in einer grossen Community und können sich Promoten das ist aber nicht unbedingt neu früher gabs halt die Homepages und Magazine mit denen man sich informieren konnte und es gab noch die seeligen Tapetrader Zeiten wo es schwer war etwas gutes zu entdecken (hab ich ja nicht ganz mitgemacht aber kenne viele erzählungen. Hab früher auch selber noch Briefe an private Metal Fanzine rausgeber geschrieben weil es die anders nicht gab ). Heutzutage klatscht jeder der (im optimalfall) 3 grade Töne rausbringt ein Profil zusammen und lässt das auf die öffentlichkeit los, da der Werbeeffekt von Myspace weitaus höher geredet wird als er meiner meinung nach ist und so jedem suggeriert wird das man sehr schnell erfolg haben kann. Wozu das führt sieht man ja...


Vor 50 Jahren hätte ich nie im Leben die Musik irgendwelcher Hinterhofbands aus der Schweiz oder Tschechien gehört, denn woher hätte ich sie denn kennen sollen?

Früher gab es sehr dichte Szenen die auch weltweit agiert haben. Jede Szene ist zwar irgendwie beschränkt (spätestens beim Musikstil) aber Informationen hat man immer bekommen. Die Kommunikation ist witzigerweise im Zeitalter der Kommunikationstechnik gestorben. Da es größtenteils nur noch anonymes gerede ohne Konsequenzen gibt. Denn neue Acounts oder E-Mail adressen sind schnell erstellt.


Klar, ich kann jetzt daherkommen und sagen: Brainship (die Band eines Freundes), ist für mich die Band des Jahrzehnts. Und nun?

nun werd ich mir Brainship mal reinziehen :D Werbung sei dank ;)

Tali
20.12.2009, 02:06
Ich erwarte das was ich generell erwarte : mehr
Und mein problem mit der Musikbranche ist das die spielen was gehört werden soll nicht was gehört werden will.

Aber woher 'weißt' du das? Du kannst nur für dich reden, denn woher willst du wissen, ob dein Nachbar das Radio nicht abdrehen würde, wenn er plötzlich statt Rihanna und Nickelback irgendwelche Indiebands oder Klassik zu hören bekommt?


aber geschmäcker sind halt verschieden darüber sind uns schonmal einig *g*

Das ist ja das Gute heutzutage: niemand 'zwingt' uns, irgendeine bestimmte Musik zu hören. Klar, manchmal ist man 'wehrlos', z.B. in Aufzügen oder wenn ein ganz krasser Fünftklässler seinen Freunden im Bus wieder zeigen muss, was für tolle Musik er auf seinem Handy hat. Aber das sind i.d.R. Ausnahmesituationen (für die man eben einen MP3-Player parat hat), da man die meiste Zeit wohl entweder in der Schule/FH/Uni oder auf der Arbeit ist (wo Musik, je nachdem was für nen Job man hat, eher selten gespielt wird...).

Ich für meinen Teil höre absolut kein Radio, obwohl ich Popmusik nicht generell ablehne. Ich mag's halt nur lieber selber zu entscheiden was ich höre, und die meisten Sachen die ich mag würden eh niemals im Radio gespielt werden (vorallem die ganzen (Anime-)Soundtracks). Und da mir die Freiheit gegeben wird die Musik zu hören, die ich will, kann ich guten Gewissens für unsere jetzige 'Musikkultur' Partei ergreifen. ;)


Und Myspace...ehrlich gesagt ist da jede band weltweit verteten und damit verpufft der Werbeeffekt. Die Bands stehen halt in einer grossen Community und können sich Promoten das ist aber nicht unbedingt neu früher gabs halt die Homepages und Magazine mit denen man sich informieren konnte und es gab noch die seeligen Tapetrader Zeiten wo es schwer war etwas gutes zu entdecken (hab ich ja nicht ganz mitgemacht aber kenne viele erzählungen. Hab früher auch selber noch Briefe an private Metal Fanzine rausgeber geschrieben weil es die anders nicht gab ).

Wer sucht, der findet. Es ist doch klar dass sich nicht jeder "optimal" promoten kann. Das ist doch das selbe wie in der Buchhandlung: nicht jedes Buch kann ganz vorne im Regel liegen, nicht jedes Buch wird neben die Bestseller gestellt. Das ist eben so und daran kann man nichts ändern. Das wär wie ein Wettrennen, bei dem jeder der Erste sein sollte, weils sonst 'unfair' wäre.


Heutzutage klatscht jeder der (im optimalfall) 3 grade Töne rausbringt

Das schimpft sich inzwischen 'Punk' ... *hust* *duck* :D


ein Profil zusammen und lässt das auf die öffentlichkeit los, da der Werbeeffekt von Myspace weitaus höher geredet wird als er meiner meinung nach ist und so jedem suggeriert wird das man sehr schnell erfolg haben kann. Wozu das führt sieht man ja...

Aber das ist ihr gutes Recht. Myspace bedient ein großes Spektrum. Dass dabei von "professionell" bis "bitte wer?" so ziemlich alles vertreten ist, dürfte doch klar sein. Das was ich an Myspace (und ähnlichen Plattformen) so schätze ist die "breite Mitte", gute Bands die regional sehr bekannt sind, es aber aus irgendeinem Grund (kein (großes) Label, unauffälliger Name, etc.) nicht weiter nach vorn schaffen.

Kennst du z.B. Everything But Giants (http://www.myspace.com/everythingbutgiants) ? Dort spielt sogar der Gitarrist von Fanta4 mit und trotzdem kennt sie (relativ gesehen) 'kaum' jemand. Ich habe sie zum ersten Mal auf dem Umsonst&Draußen Festival in Stuttgart gesehen (logisch, sind ja auch Stuttgarter) und ich finde ihre Musik 1000x besser als z.B. die von Nickelback. Trotzdem ist es mir relativ Wurst, dass sie nicht in den Charts tanzen, da ich kein Bedürfniss habe die Welt mit meinem Musikgeschmack zu missionieren. Sie gefallen mir, ich habe ihre EP, und das ist für mich schon das Wichtigste.




Früher gab es sehr dichte Szenen die auch weltweit agiert haben. Jede Szene ist zwar irgendwie beschränkt (spätestens beim Musikstil) aber Informationen hat man immer bekommen.

Ja, aber es war anstrengender. Heute reichen 5 Klicks und 1-2 Eingaben, wenn man z.B. Rammstein mag und eine ähnliche Band sucht. Ich behaupte einfach mal dass es vielen größere Überwindung kostet einen Leserbrief zu schreiben als sich mal eben 5 Minuten an den PC zu setzen und zu 'googeln'...


Die Kommunikation ist witzigerweise im Zeitalter der Kommunikationstechnik gestorben.

Naja, 'gestorben' ist wohl das falsche Wort. Ich denke eher dass viele einfach nicht mehr 'nachfragen', weil sie ja inzwischen bei wikipedia und co. alles selbst 'nachlesen' können. Das geht schneller, genauso effektiv, und schützt davor anderen auf den Wecker zu gehen - nicht jeder mag es ständig gefragt zu werden...


Da es größtenteils nur noch anonymes gerede ohne Konsequenzen gibt. Denn neue Acounts oder E-Mail adressen sind schnell erstellt.

Das allerdings stimmt, bezogen auf das Internet generell. Man denke nur an all die Rassisten, Sexisten, Homophoben, etc. die, wenn sie im Bus einen Türken / eine Frau / einen Schwulen / was-auch-immer sehen, niemals das Maul aufmachen würden, im Internet aber den ganz Starken makieren und rumprollen. Oder die, die immer direkt schreien "Den pädophilen Drecksack würde ich am liebsten tagelang auseinandernehmen!", aber dann wegsehen, wenn in der selben U-Bahn ein Mädchen von 5 Kerlen belästigt wird. Naja, aber die Menschheit ist in dieser Hinsicht nicht erst seit gestern (also dem Internetzeitalter) 'Müll'...


nun werd ich mir Brainship mal reinziehen :D Werbung sei dank ;)

Wird schwer, die faulen Säcke haben es bisher noch nicht geschafft auch nur ein einziges Lied auf ihrer myspace Seite hochzuladen. :D Trete ihnen bei nächster Gelegenheit mal wieder (erinnernd) in den Hintern...

Shawn
20.12.2009, 12:14
Aber woher 'weißt' du das? Du kannst nur für dich reden, denn woher willst du wissen, ob dein Nachbar das Radio nicht abdrehen würde, wenn er plötzlich statt Rihanna und Nickelback irgendwelche Indiebands oder Klassik zu hören bekommt?

Natürlich kann ich nur für mich reden wäre ja schlimm wenn ich für alle reden müsste. Aber meinem Nachbarn ;) wäre es glaube egal
weil Radio etwas sehr beeiläufiges ist und oft genug so weit im Hintergrund verschwindet das es eigentlich ziemlich egal ist was da grade läuft. Zugegeben würde Musik wie Death Metal diesen Hintergrundrahmen sprengen und viele zum umschalten bewegen, aber ich finde das man Musik nicht nur als Hintergrundberieselung nutzen sollte. Aber wenn man Musik so nach hinten rückt, zeigt das meiner Meinung nach, das Musik teilweise etwas sehr belangloses ist womit sich wenige wirklich lange auseinandersetzten. In den meisten mir bekannten Fällen spielt es übrigens auch keine Rolle was im Hintergrund läuft also ob Radio oder TV ist den meisten egal die brauchen nur Hintergrundgeräusche um sich wohlzufühlen.
Denoch würde mich eine größere Liedauswahl bei den einzelnen Sendern freuen, momentan wiederholen die meisten einfach nur 100 Lieder in unterschiedlicher Reihenfolge und diese Lieder sind meistens auch nicht wirklich das beste der letzten Dekaden...wie doch oftmals angepriesen.


oder wenn ein ganz krasser Fünftklässler seinen Freunden im Bus wieder zeigen muss, was für tolle Musik er auf seinem Handy hat

Das ist dann meistens Best of TV Werbung oder von irgendwelchen schlecht animierten Handy Maskottchen welche doch noch etwas schlimmer sind als Radio. Gott wie ich es hasse wenn ich im Halbschlaf auf Arbeit muss und die Mitinsassen der (in meinem Falle) U-Bahn sich schon fröhlich klingelnd und piepsend durch den Morgen bewegen. Zudem die Handy Musik Qualität zwar mitterweile erstaunlich gut - aber noch lange keine Professionelle Quali. hat was den Nervfaktor genauso erhöht wie eine Rückkopplung einer Gitarre auf einem Konzert.


Ich für meinen Teil höre absolut kein Radio, obwohl ich Popmusik nicht generell ablehne.
Ich lehne Pop Musik auch nicht generell ab, auch wenn es etwas anders rüberkommt. Mein Problem mit Popmusik ist halt das es alles in einem Schema abläuft das sehr begrenzt ist, seien es Themen (Liebe, Herzschmerz, Lass uns feiern...gibet noch welche? Ach ja "missverstanden" gibts auch noch) oder die Musik an für sich die meistens langsam (für den Death Metal Head zumindest) und im immer gleichen Rhytmus vor sich hin plätschert, ohne Tempiwechsel, ohne Progresivität es gibt keine avantgarde innerhalb der Popmusik mehr, die sich etwas trauen. Dazu ist das alles in zu festen und natürlich zu erfolgreichen Schienen und wie heißt es so schön: Never change a running system.


Das schimpft sich inzwischen 'Punk' ... *hust* *duck*

Punk braucht tatsächlich schon 2 bis 3 Akkorde, auch wenn das mit den 3 Tönen beim Gesang wohl weiterhin bestand hat.



Aber das ist ihr gutes Recht. Myspace bedient ein großes Spektrum. Dass dabei von "professionell" bis "bitte wer?"
Natürlich jeder hat das Recht sich im I-net zu präsentieren unabhänig von Dingen wie Talentfreiheit oder überflüssigkeit. Es wird ja glücklicherweise auch niemand gezwungen sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen.
Aber mich persönlich stört der profilierungsdrang den Seiten wie Myspace oder auch Youtube mit sich brachten.



Kennst du z.B. Everything But Giants ? Dort spielt sogar der Gitarrist von Fanta4 mit und trotzdem kennt sie (relativ gesehen) 'kaum' jemand. Ich habe sie zum ersten Mal auf dem Umsonst&Draußen Festival in Stuttgart gesehen (logisch, sind ja auch Stuttgarter) und ich finde ihre Musik 1000x besser als z.B. die von Nickelback. Trotzdem ist es mir relativ Wurst, dass sie nicht in den Charts tanzen, da ich kein Bedürfniss habe die Welt mit meinem Musikgeschmack zu missionieren. Sie gefallen mir, ich habe ihre EP, und das ist für mich schon das Wichtigste.


Kenne ich nicht, wusste aber auch ehrlich gesagt nicht das Fanta 4 einen Gitarrenspieler besitzen. Finde es vorallem gut das sie dich Live überzeugen konnten, weil das immer noch etwas schwieriger ist als jemanden mit einer hochproduzierten Platte zu überzeugen.


Ja, aber es war anstrengender.
Ja, das war es aber es hat Musik einen weitaus höheren Status verliehen als es heutzutage möglich ist. Da die meisten Szenen nur noch zulauf aus dem I-Net haben was alteingesessene stört. Aber irgendwie bildet sich ja jeder seinen Musikgeschmack und früher begann diese Bildung halt nicht mit einem Monitor und einer Tastatur.


Das geht schneller, genauso effektiv, und schützt davor anderen auf den Wecker zu gehen - nicht jeder mag es ständig gefragt zu werden...

Wer nicht fragt der nichts erfährt. Ich mag diese Personen nicht die behaupten sie wüssten alles, aber nicht in der lage sind eine klare Antwort zu geben. Die sind eher das Problem als die Personen die nachfragen da man denen ja wenigstens wissensdurst unterstellen kann.


Oder die, die immer direkt schreien "Den pädophilen Drecksack würde ich am liebsten tagelang auseinandernehmen!", aber dann wegsehen, wenn in der selben U-Bahn ein Mädchen von 5 Kerlen belästigt wird.

Man muss um es mal so zu sagen heutztage keine Eier in der Hose mehr haben. Es reicht wenn alle denken das man welche hätte. Wobei Zivilcourage halt auch nach hinten losgehen kann und sich jetzt wegen Todesfällen gleich gar keiner mehr traut den Mund aufzumachen. Wobei die meisten Todesfälle zu verhindern sind wenn von vornherein einfach mal mehr Leute wirklich Eier in der Hose hätten und sich nicht einer gegen mehrere durchsetzten muss die ohnehin meistens schon eine riskante gruppendynamik entwickelt haben.



Wird schwer, die faulen Säcke haben es bisher noch nicht geschafft auch nur ein einziges Lied auf ihrer myspace Seite hochzuladen. Trete ihnen bei nächster Gelegenheit mal wieder (erinnernd) in den Hintern...

habe ja gehofft irgendwo auf Youtube Seite 498(...) ein Live Video zu finden aber irgendwie hab ich auch nichts gefunden. Macht nix werd das mal in erinnerung behalten vieleicht finde ich ja bei meiner nächsten Suche mehr.