Pixeltronic
25.08.2009, 20:29
Ich will euch 3 Mangas vorstellen die mir sehr gut gefallen und zum nachdenken anregen.Da ich aber ein äusers fauler Hund bin habe ich die Beschreibungen nicht selbstgeschrieben vllt. auch zu euren Vorteil ;)
Über Vorschläge für gute Mangas würde ich mich sehr freuen
What a wonderful world
Wunderbare Welten Der junge Mangaka Inio Asano entwirft in "What a wonderful World" Kurzgeschichten um ungewöhnlich-gewöhnliche Charaktere und ihre alltäglichen Konflikte: - Eine Studentin, die das Uni-Leben und ihre Band von heute auf morgen aufgibt. - Eine von ihren Mitschülern gehänselte Grundschülerin. - Ein junger Mann, der seine Leidenschaft für Musik an den Nagel hängt, nur um ein gewöhnlicher Angestellter zu werden. - Ein erfolgloser 35-jähriger Mangaka, der von Frau und Kind verlassen wurde. - Ein Todesgott in Krähengestalt. - Eine Büroangestellte, die sich von ihrem Freund getrennt hat. - Ein Ehepaar, das einander überdrüssig geworden ist. - Ein Schüler einer Vorbereitungsschule für die Uniaufnahmeprüfungen. Asanos sehr realistischer Zeichenstil und die außergewöhnlichen Charaktere seiner Geschichten, die allesamt eine Art Angst und Unzufriedenheit in sich tragen, machen "What a wonderful World" zu einer Kurzgeschichtensammlung der besonderen Art
Welcome To The N.H.K.
Der Hauptcharakter, Tatsuhiro Sato (22 J.), ist ein Hikikomori, ein Mensch, der seit Jahren abgekapselt von der Außenwelt in seiner Wohnung haust, keiner Arbeit nachgeht, keinerlei soziale Kontakte mehr pflegt und unter verschiedenen Psychosen und Phobien leidet. Sato ist sich seines bedenklichen Zustands durchaus bewusst, allerdings unfähig etwas dagegen zu unternehmen. Wegen seinen Wahnvorstellungen dröhnt er sich mit Drogen zu, die ihn wiederum in noch groteskere Fantasien treiben - ein echter Teufelskreis. Den Tiefpunkt erreicht Sato, als er die Elektro- und Elektronikgeräte um sich herum sprechen hört. Diese reden ihm ein, die N.H.K., Japans öffentlich-rechtliche Sendeanstalt, plane eine großangelegte Verschwörung, weshalb Sato es sich in den Kopf setzt, diese aufzudecken. Gerade zu diesem Zeitpunkt lernt er ein süßes Mädel kennen, das zufällig eines Tages als Zeugin Jehovas mit der Zeitschrift 'Erwachet!' vor seiner Tür steht. Die schlaue Misaki entlarvt Sato auf den ersten Blick als Hikikomori und fasst den festen Vorsatz, ihn davon zu erlösen. Nur widerwillig lässt sich Sato auf ihr 'Projekt' ein.
Parallel zu diesem Plot entwickelt sich noch ein weiterer: Satos Nachbar Yamazaki ist ein Otaku. Ähnlich dem Hikikomori verbringt der Otaku die meiste Zeit zu Hause, seine Obsession ist die Flucht in eine virtuelle Welt, d.h. Computerspiele, Animes, Mangas etc. Zusammen wollen Sato und Yamazaki ein Hentai-Computerspiel (Porno) entwerfen. Dies gestaltet sich natürlich nicht so einfach wie anfangs gedacht, deshalb schlittern die beiden Psychopathen in jede Menge aberwitzige Situationen. Wie ihr seht, wird der Sex in N.H.K. nicht keusch umgangen, teilweise erwarten den Leser recht eindeutige Text-und Zeichenpassagen, weshalb der Manga zu Recht vom Verlag ab 16 J. empfohlen wird.
Bereits im ersten Band der insgesamt 8teiligen Serie wird deutlich, dass der Plot außergewöhnlich ist und nicht nur deshalb, weil er ernste Themen beinhaltet, das gibt es woanders auch. Indem N.H.K. die Gefahren durch übermäßigen Konsum von Animes, Mangas und Computerspielen bei Heranwachsenden kritisch beäugt, schneidet sich der Manga sozusagen ins eigene Fleisch und greift damit die eigene Branche an - das finde ich ziemlich mutig. Ebenfalls toll: alle speziellen Begriffe werden erklärt, die wichtigsten sogar ausführlich im Glossar, so kommen auch Nicht-Insider der Branche beim Lesen bestens klar. Nach dem ersten Band ist schwer zu beurteilen, wie sich der Plot entwickeln könnte. Es steckt jedenfalls viel Potential drin, wollen wir hoffen, dass dieses in den nächsten Bänden auch voll ausgeschöpft wird. Hin und wieder sind mir kleinere Widersprüche aufgefallen, z.B. hat Sato einen Monat lang "nicht einen verdammten Schritt vor die Tür gesetzt", trotzdem erstickt er im Müll. Woher sollen die ganzen Abfälle denn stammen, wenn er nie zum Einkaufen war und von was will er die ganze Zeit gelebt haben, eigentlich müsste er doch ohne Lebensmittel längst einen qualvollen Hungertod gestorben sein. Aber ich denke, über diese Kleinigkeiten sollte man geflissentlich hinwegsehen und sich auf die eigentlichen Aussagen der Story konzentrieren.
Goth
In den insgesamt fünf Kurzgeschichten, die der Manga Goth umfasst, lässt sich eines ganz deutlich aus Bild und Wort lesen: die Faszination an der dunklen Seite des Menschen. Nicht nur die Mörder beweisen Lust am Töten und an der Gewalt, auch die beiden Schüler sind getrieben von der Neugier und dem Interesse an den Morden. Allein diese Tatsache schon macht das Buch ungeeignet für Kinder; ein Übriges tun die Bilder und Szenen, in denen jemand entweder ermordet wird oder in denen eine Leiche zu sehen ist. Zwar legt Zeichner Kendi Oiwa den Schwerpunkt nicht auf die Ausarbeitung grausiger Details, jedoch finden sich durchaus brutalere Bilder, die zur düsteren Schwarzweiß-Aufmachung, zur morbiden Stimmung und letztlich natürlich zum Inhalt des gesamten Manga passen. Die übrigen Bilder fangen die fortwährende melancholische, dunkle Atmosphäre stimmig ein und nehmen den Leser gefangen.
Da sowohl Yoru als auch Itsuki sehr eigenwillige, verschlossene Charaktere sind, ist es schwierig, als Leser eine richtige Beziehung zu beiden aufzubauen; ihre Eigenschaften und ihre Freude an mordlüsternen Details wirken teilweise abstoßend, teilweise in ihrer Abartigkeit wiederum interessant.
Goth ist mit Sicherheit keine leichte Kost. Düstere, scheinbar lebensverneinende Jugendliche als Protagonisten, morbide Mörder, die Lust an Gewalt und die Perversion der menschlichen Seele in einem noch vertretbaren Rahmen dominieren in diesem Manga, der nichts für jüngere Leser ist. Wer nicht zimperlich ist und schaurige Geschichten mag, ist hier genau richtig. Zartbesaitete Gemüter sollten sich allerdings nach anderer Lektüre umsehen.
Über Vorschläge für gute Mangas würde ich mich sehr freuen
What a wonderful world
Wunderbare Welten Der junge Mangaka Inio Asano entwirft in "What a wonderful World" Kurzgeschichten um ungewöhnlich-gewöhnliche Charaktere und ihre alltäglichen Konflikte: - Eine Studentin, die das Uni-Leben und ihre Band von heute auf morgen aufgibt. - Eine von ihren Mitschülern gehänselte Grundschülerin. - Ein junger Mann, der seine Leidenschaft für Musik an den Nagel hängt, nur um ein gewöhnlicher Angestellter zu werden. - Ein erfolgloser 35-jähriger Mangaka, der von Frau und Kind verlassen wurde. - Ein Todesgott in Krähengestalt. - Eine Büroangestellte, die sich von ihrem Freund getrennt hat. - Ein Ehepaar, das einander überdrüssig geworden ist. - Ein Schüler einer Vorbereitungsschule für die Uniaufnahmeprüfungen. Asanos sehr realistischer Zeichenstil und die außergewöhnlichen Charaktere seiner Geschichten, die allesamt eine Art Angst und Unzufriedenheit in sich tragen, machen "What a wonderful World" zu einer Kurzgeschichtensammlung der besonderen Art
Welcome To The N.H.K.
Der Hauptcharakter, Tatsuhiro Sato (22 J.), ist ein Hikikomori, ein Mensch, der seit Jahren abgekapselt von der Außenwelt in seiner Wohnung haust, keiner Arbeit nachgeht, keinerlei soziale Kontakte mehr pflegt und unter verschiedenen Psychosen und Phobien leidet. Sato ist sich seines bedenklichen Zustands durchaus bewusst, allerdings unfähig etwas dagegen zu unternehmen. Wegen seinen Wahnvorstellungen dröhnt er sich mit Drogen zu, die ihn wiederum in noch groteskere Fantasien treiben - ein echter Teufelskreis. Den Tiefpunkt erreicht Sato, als er die Elektro- und Elektronikgeräte um sich herum sprechen hört. Diese reden ihm ein, die N.H.K., Japans öffentlich-rechtliche Sendeanstalt, plane eine großangelegte Verschwörung, weshalb Sato es sich in den Kopf setzt, diese aufzudecken. Gerade zu diesem Zeitpunkt lernt er ein süßes Mädel kennen, das zufällig eines Tages als Zeugin Jehovas mit der Zeitschrift 'Erwachet!' vor seiner Tür steht. Die schlaue Misaki entlarvt Sato auf den ersten Blick als Hikikomori und fasst den festen Vorsatz, ihn davon zu erlösen. Nur widerwillig lässt sich Sato auf ihr 'Projekt' ein.
Parallel zu diesem Plot entwickelt sich noch ein weiterer: Satos Nachbar Yamazaki ist ein Otaku. Ähnlich dem Hikikomori verbringt der Otaku die meiste Zeit zu Hause, seine Obsession ist die Flucht in eine virtuelle Welt, d.h. Computerspiele, Animes, Mangas etc. Zusammen wollen Sato und Yamazaki ein Hentai-Computerspiel (Porno) entwerfen. Dies gestaltet sich natürlich nicht so einfach wie anfangs gedacht, deshalb schlittern die beiden Psychopathen in jede Menge aberwitzige Situationen. Wie ihr seht, wird der Sex in N.H.K. nicht keusch umgangen, teilweise erwarten den Leser recht eindeutige Text-und Zeichenpassagen, weshalb der Manga zu Recht vom Verlag ab 16 J. empfohlen wird.
Bereits im ersten Band der insgesamt 8teiligen Serie wird deutlich, dass der Plot außergewöhnlich ist und nicht nur deshalb, weil er ernste Themen beinhaltet, das gibt es woanders auch. Indem N.H.K. die Gefahren durch übermäßigen Konsum von Animes, Mangas und Computerspielen bei Heranwachsenden kritisch beäugt, schneidet sich der Manga sozusagen ins eigene Fleisch und greift damit die eigene Branche an - das finde ich ziemlich mutig. Ebenfalls toll: alle speziellen Begriffe werden erklärt, die wichtigsten sogar ausführlich im Glossar, so kommen auch Nicht-Insider der Branche beim Lesen bestens klar. Nach dem ersten Band ist schwer zu beurteilen, wie sich der Plot entwickeln könnte. Es steckt jedenfalls viel Potential drin, wollen wir hoffen, dass dieses in den nächsten Bänden auch voll ausgeschöpft wird. Hin und wieder sind mir kleinere Widersprüche aufgefallen, z.B. hat Sato einen Monat lang "nicht einen verdammten Schritt vor die Tür gesetzt", trotzdem erstickt er im Müll. Woher sollen die ganzen Abfälle denn stammen, wenn er nie zum Einkaufen war und von was will er die ganze Zeit gelebt haben, eigentlich müsste er doch ohne Lebensmittel längst einen qualvollen Hungertod gestorben sein. Aber ich denke, über diese Kleinigkeiten sollte man geflissentlich hinwegsehen und sich auf die eigentlichen Aussagen der Story konzentrieren.
Goth
In den insgesamt fünf Kurzgeschichten, die der Manga Goth umfasst, lässt sich eines ganz deutlich aus Bild und Wort lesen: die Faszination an der dunklen Seite des Menschen. Nicht nur die Mörder beweisen Lust am Töten und an der Gewalt, auch die beiden Schüler sind getrieben von der Neugier und dem Interesse an den Morden. Allein diese Tatsache schon macht das Buch ungeeignet für Kinder; ein Übriges tun die Bilder und Szenen, in denen jemand entweder ermordet wird oder in denen eine Leiche zu sehen ist. Zwar legt Zeichner Kendi Oiwa den Schwerpunkt nicht auf die Ausarbeitung grausiger Details, jedoch finden sich durchaus brutalere Bilder, die zur düsteren Schwarzweiß-Aufmachung, zur morbiden Stimmung und letztlich natürlich zum Inhalt des gesamten Manga passen. Die übrigen Bilder fangen die fortwährende melancholische, dunkle Atmosphäre stimmig ein und nehmen den Leser gefangen.
Da sowohl Yoru als auch Itsuki sehr eigenwillige, verschlossene Charaktere sind, ist es schwierig, als Leser eine richtige Beziehung zu beiden aufzubauen; ihre Eigenschaften und ihre Freude an mordlüsternen Details wirken teilweise abstoßend, teilweise in ihrer Abartigkeit wiederum interessant.
Goth ist mit Sicherheit keine leichte Kost. Düstere, scheinbar lebensverneinende Jugendliche als Protagonisten, morbide Mörder, die Lust an Gewalt und die Perversion der menschlichen Seele in einem noch vertretbaren Rahmen dominieren in diesem Manga, der nichts für jüngere Leser ist. Wer nicht zimperlich ist und schaurige Geschichten mag, ist hier genau richtig. Zartbesaitete Gemüter sollten sich allerdings nach anderer Lektüre umsehen.