PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der weiße Palain



Karrzun
02.08.2009, 11:58
Hi,

ich hab' vor einiger Zeit ja bereits ein Mal das erste Kapitel zu meiner neuen Geschichte im Spaßvogel-Thread gepostet.
Auf der Seite, auf der ich die weitere Story bisher gepostet habe, ist jedoch noch kein Feedback gekommen, also lasse ich das Ganze auch hier noch einmal zurück, in der Hoffnung ein paar Meinungen zu hören.



Hier sind die wichtigsten Länder und Orte aufgelistet.*


Länder:

• Girwenia
- Herrscher: Kanakatosh (Troll)
- Fläche: ~860.000 km²
- Einwohner(-zahl): ~3.700.000; Menschen, Trolle, Zentauren, Orks, Elben, Dunkelelben, Zwerge, Goblins
- Beschreibung: weite und fruchtbare Wiesen und Weiden - vereinzelte kleine Wälder - viele und lange Klippen, kaum Strände an der Küste - im Süden das Harar-Gebirge, das sich ein wenig ins Landesinnere zieht - im Osten erheben sich einige Hügel

• Biskanien
- Herrscher: Enoir (Elb)
- Fläche: ~120.000km²
- Einwohner(-zahl): unbekannt; Elben, Waldschräte (Ents), Dunkelelben, Elfen
- Beschreibung: dichter Urwald - nur wenige, kleine Lichtungen

• Veridorm
- Herrscher: Illuev (Zwerg)
- Fläche: ~230.000 km²
- Einwohner(-zahl): unbekannt; Zwerge, Goblins, unbekannte Kreaturen der Unterwelt
- Beschreibung: das Harar-Gbeirge zieht sich durch den Großteil dieses Landes - Rest wird von der Mineor-Wüste eingenommen


Orte:

• Rádil (Girwenia)
- Einwohner: ~240.000
- besonderes: Hauptstadt von Girwenia

• Trautum (Girwenia)
- Einwohner: ~270.000
- besonderes: größte Stadt in Girwenia - Handelshauptstadt - liegt an der Küste

• Thale (Girwenia)
- Einwohner: ~2.000
- besonderes: Geburtsort von Armon - liegt knapp 50km vor der Grenze nach Biskanien

• Krook (Girwenia)
- Einwohner: ~13.000
- besonderes: Verbrecher-Stadt

• Nyx (Biskanien)
- Einwohner: unbekannt
- besonderes: Hauptstadt von Biskanien - einzige bekannte Stadt in Biskanien

• Arun (Veridorm)
- Einwohner: ~80.000
- besonderes: Hauptstadt von Veridorm - einzige Stadt an der Oberfläche in Veridorm



*wird im Verlauf der Geschichte evtll. noch aktualisiert.
Hier sind die wichtigsten Personen aufgelistet.* (in Erscheinungsreihenflge im Buch aufgelistet)


Armon:
Mensch
Hauptperson
Bauernjunge aus Thale

Era:
Mensch
Mutter von Armon
Bäuerin aus Thale

Iri:
Mensch
Wirtin aus Thale

Hort:
Mensch
Schreiner in Thale

Kanakatosh:
Troll
Herrscher von Girwenia

Illuev:
Zwerg
Herrscher von Veridorm

Enoir:
Elb
Herrscher von Biskanein


*wird im Verlauf der Geschichte evtll. noch aktualisiert



Der weiße Paladin




I. Erwachen


Die schwere Rüstung behinderte ihn, als er den langen, weißen, von Fackeln erhellten Flur aus Marmor entlang rannte. Der goldene Drachenkopf prangte auf seiner Tunika, die er über den Brustpanzer gezogen hatte. Seine schweren Schritte hallten von den Wänden und der Decke wieder, doch es störte niemanden. Wie auch? Alle waren sie draußen vor dem Tor, draußen und warteten auf ihn. Als er die letzten Stufen in die Eingangshalle hinuntergegangen war, blieb er kurz auf dem edlen, roten Teppich stehen und zog sein Schwert aus der Scheide.
Langsam und konzentriert macht er die letzten Schritte durch die Halle und stieß schließlich das große Holztor auf, doch der Anblick, der sich ihm bot, ließ ihn stocken. Es war unmöglich, es musste unmöglich sein! So viel Zeit zum Überlegen blieb ihm jedoch nicht - er nahm sich noch einmal zusammen und stürmte dann los, als er nach wenigen Minuten von einem mannsgroßen, steinernen Hammer durch die Luft geschleudert wurde und ihn, während er noch da lag, schon wieder auf sich zuraßen sah...

Wamm!
Armons Kopf schoss gegen das Schrägdach über seinem Strohbett und ließ ihn schmerzerfüllt zurücksinken. Noch ein wenig schwarz vor Augen, setzte er sich langsam an die Kante seines Bettes. Er war wieder in seinem Zimmer und versuchte sich wieder daran zu erinnern, was er gerade gesehen hatte. War es doch nur ein Traum gewesen? Es hatte doch so real gewirkt, nicht wie ein normaler Traum. Er hatte die schwere Rüstung, die Schmerzen, als er getroffen wurde gespürt und das Blut geschmeckt, das ihm in diesem Moment aus dem Mund floss.
Und dennoch saß Armon hier in seinem Zimmer, ohne irgendeine Verletzung an sich finden zu können. Er ließ sich zurück auf die Strohmatratze sinken und döste noch ein wenig, bis die Sonne ihre warmen, behaglichen Strahlen durch's Fenster warf und den neuen Tag ankündigte.
Wenige Augenblicke später kam auch schon seine Mutter, Era, herein und drängte ihn zum Aufstehen. "Wir müssen los, Armon. Los, steh auf. Der Hof wartet."
Genervt stand ihr Sohn auf, zog seine zerlumpten Klamotten unter dem Bett hervor und kleidete sich ein. Als er zur Haustür hinaus schritt, wartete seine Mutter bereits mit den zwei Pferden auf ihn. Die beiden ritten in der Dämmerung durch die engen Straßen von Thale, hinaus der Stadt, wo ihr Hof lag. Nach rund zehn Minuten hatten sie ihn erreicht und brachten die Pferde in den Stall, wo sie sie an den Wassertrog banden.
Armon griff zur Hacke, während seine Mutter den Eimer holte und sich dann zum Fluss im nahen Wald aufmachte, um dann die Pflanzen zu wässern. Er hatte mit seinen 17 Jahren lange genug Zeit gehabt, um zu üben, und mit seinen muskulösen Oberarmen kam er gut voran, doch mittags wurde es so heiß, dass er beschloss, eine Pause zu machen und sich in den kühlen Stall zu den Pferden zu legen, wo er auch schon bald wieder einschlief.

Karrzun
02.08.2009, 12:00
Weiter geht's mit Kapitel 2...




II. Verschollen


Als Armon wieder erwachte, berührte die Sonne bereits die Spitzen der Bäume des nahe liegenden Waldes und stand kurz davor, völlig zu verschwinden. Langsam stand er auf, strecke sich noch einmal, trat hinaus aufs Feld und sah sich um. Er blickte um sich, bis ihm auffiel, dass etwas fehlte, um genauer zu sein Jemand: seine Mutter. "Sie hat mich hier im Stall wohl nicht gesehen und ist in die Stadt, um mich zu suchen", sagte er zu sich. Als er jedoch sein Pferd aus dem Stallt holen wollte, stand auch Eras dort und ihm kamen die ersten Unbehagen. Warum sollte sie ihr Pferd hier lassen und in die Stadt laufen?

Auf den Straßen in Thale war niemand unterwegs und so beschloss Armon ins Wirtshaus zu gehen, um dort zu suchen. Die halbe Stadt schien hier zu sein und noch mehr drängten weiter hinein. Doch in dem rustikalen Holzgebäude herrschte nicht die gewohnte gute Stimmung, jeder war ruhig und lauschten den Worten eines Mannes, der auf dem Tresen stand und bedeutend gestikulierte. Doch Armon interessierte der Mann nicht. Er quetschte sich zwischen Bäuchen hindurch in Richtung Tresen, hinter die Wirtin Iri stand und ebenfalls gebannt dem Mann lauschte.
"Hey, Iri.", flüsterte Armon, um die anderen nicht zu stören. "War meine Mutter hier?" "Nein. Warum suchst Du sie denn?", hakte die verwitwete Wirtin misstrauisch nach. "Sie wollte Wasser holen gehen und zwischenzeitlich bin ich im Stall eingeschlafen. Ich dachte, sie sucht mich hier vielleicht." Iri wurde bleich. "Nicht Era auch noch!", stieß sie hervor und ein paar Köpfe drehten sich zu ihnen. "Heute war ein Fremder hier, Armon, und mit ihm sind einige aus dem Dorf verschwunden. Auch seine Frau.", schloss sie ab und nickte hinüber zu dem Mann, der immer noch sprach. Armon erkannte, dass es der Dorfschreiner, Hort, war.
"Wir können sie noch finden!", rief Hort durch den Raum. "Aber wir müssen uns beeilen. Alle Freiwilligen treffen sich in einer Stunde mit nötigem Gepäck und Pferden wieder hier." Armon zögerte nicht lange. Er ritt zurück zum Hof, schnappte sich das Pferd seiner Mutter, sein Jagdmesser und packte ein paar Früchte vom Hof in einen kleinen Sack, den er am Sattel befestigte, und galoppierte dann zurück zum Wirtshaus. Noch hatte er ein wenig Zeit, also ging er zu Iri. "Kannst Du auf den Hof aufpassen?", fragte er sie direkt heraus. Sie schien deutlich überrascht, fasste sich aber schnell wieder. "Wie soll ich das denn anstellen, Armon? Ich habe einfach keine Zeit dazu." "Du kannst auch mein Pferd haben, um zum Hof zu kommen, und alles, was dort wächst, gehört Dir.", bettelte er weiter. Die Wirtin schaute in das verzweifelte Gesicht des Bauernjungen und willigte schließlich ein.
In diesem Moment betrat Hort die Kneipe. Er hatte ein prall gefüllte Tasche dabei und ein altes, einfaches Schwert hing an seinem Gürtel. Kurz nach ihm betrat sein Sohn den Raum, er hatte jedoch nichts dabei. "Bist Du der Einzige bisher?", fragte der Schreiner an Armon gewandt. Mehr als ein knappes Nicken bekam er jedoch nicht zur Antwort.
Während innerhalb weniger Minuten mehr Leute eintrafen, nahm Hort seinen Jungen und zog ihn in eine Ecke des Raums. "Kümmere Dich gut um den Laden.", hörte Armon ihn sagen. "Und achte auf Deine Schwester. Sie hat jetzt nur noch Dich." Als er das sagte, stiegen ihm die Tränen in die Augen. Er umarmte seinen Sohn und flüsterte noch einmal "Achte gut auf sie.", bevor sie die beiden schließlich verabschiedeten.
Es dauerte nicht lange bis Hort wieder der Alte war und so trommelte er alle, die gekommen waren, um sich. "Lasst uns aufbrechen! Aufbrechen, um die zurückzuholen, die gegen ihren Willen gehen musste, die man uns geraubt hat, die aber für immer zu uns gehören!"

Karrzun
02.08.2009, 12:01
Und das 3. folgt sogleich...




III. Der Aufbruch


Die zwei Dutzend Mann starke Gruppe ließ das Dorf schnell hinter sich und begannen ihre Reise in Richtung Südwesen, in Richtung Landesinnere. Es war der einzig genutzte Weg, um nach Thale zu gelangen. Alle Anderen führten den Bewohnern zu dicht an Biskanien vorbei, das viele mieden, aus Angst einmal von einem Waldschrat angegriffen zu werden.
Die Männer, allesamt älter als Armon, ritten schweigend und lauschten Hort, der sich als Einziger mit einem deutlich älteren Mann, Ráok, einem älteren Bauern aus Thale, unterhielt. Sie berieten, wo sie den Fremden suchen sollten, der sicherlich bereits viele Meilen zwischen sie gebracht hatte. Er hatte keine Spur hinterlassen, keine Hufspuren, keine Fußabdrücke, nichts. "Vielleicht ist er aus der Umgebung von Krook, dieser Gauner-Stadt. Die ist ja bekannt dafür, dass dort solche Würmer leben.", meinte Ráok abwertend. "Allerdings liegt die Stadt sehr weit im Westen. Soll dieser Mistkerl den ganzen Weg nach Thale gemacht haben, um ein paar Frauen entführen? Es sind immerhin drei Tagesmärsche. Ich kann mir das nur schwer vorstellen.", sagte Hort. "Aber Thale ist sehr unbekannt und in Kanakatoshs Augen eher unwichtig. Niemandem wird es auffallen, was hier geschehen ist, geschweige denn, dass er sich dafür interessiert. Der neue Herrscher wird mehr darum bemüht sein, die Großstädte unter Kontrolle zu halten. Einen Bürgeraufstand kann er sich nicht leisten, dafür hat er, als er die Schlacht um die Krone geschlagen hat, zu viele Soldaten getötet."
Hort wurde nachdenklich. Natürlich hatte Ráok Recht mit dem, was er sagte, aber es wollte einfach nicht in seinen Kopf. Auf dem Weg von Krook nach Thale gab es so viele Dörfer, in denen man seine Beute genau so gut erhaschen hätte können und trotzdem hatte der Fremde Thale gewählt. Warum nur?
Da Hort selbst aber keinen besseren Ort wusste, an dem man hätte suchen können, verkündete er das Ziel ihrer Suche. Es dauerte allerdings nicht mehr lange, bis die Nacht hereinbrach und so mussten sie ihr Lager aufschlagen. Essen mussten sie heute kaltes Brot, da nirgends in der Nähe ein Baum oder auch nur ein Strauch wuchs und sie deshalb nichts zum Feuer machen hatten. Nach dem kärglichen Mahl legten sich die Männer zu ihren Pferden, um zu schlafen. Doch Armon fand noch keine Ruhe. Er musste an sein Mutter denken, wo sie war... ob sie noch lebte. Bei dem Gedanken ihres Todes schauderte er und spürte seine Augen feucht werden, hielt seine Tränen aber zurück.
Erst nach stundenlangem Wälzen fand er schließlich Ruhe und träumte davon, wie es war, als seine Mutter noch bei ihm gewesen war.

Karrzun
02.08.2009, 12:03
Ebenso Kapitel 4...




IV. Überfall!


Auch der nächste Tag verging ereignislos und still. Als die Gruppe am Abend von ihren Pferden abstieg, waren viele der Oberschenkel zwar wund gescheuert, aber sie würden es am nächsten Tag wohl schon gegen Mittag Krook erreichen.
Alle waren müde und fanden schnell den Schlaf. Mitten in der Nacht erwachte Armon jedoch. Er schlug die Augen auf und griff rasch zu seinem Jagdmesser, das neben ihm im Boden steckte. Vorsichtig, bemüht in der Dunkelheit etwas zu erkennen, blickte er sich um. Es schien, als hätte sogar die Nacht aufgehört, ihre sanften, kühlen Winde über das Gras streifen zu lassen, um Armon nicht zu stören. Doch da vom vorabendlichen Feuer nur noch etwas glimmende Asche übrig war, die ihm kein Licht spendete, konnte er nichts Auffälliges in der Umgebung ausmachen.
Langsam ließ der Bauernjunge sich zurück auf den Boden sinken, bedacht auf alles, was um ihn herum passierte, zu achten. Es dauerte kurz, bevor er aus einiger Entfernung deutlich Schritte hörte, die über die Wiese hinweg auf sie zu kamen. Leise, um kein Geräusch von sich zu geben, kam der Junge auf die Beine und schlich hinüber zu Hort. "Psst. Hort. Wach auf.", flüsterte er ihm zu. "Mach schon, steh auf." "Was ist denn?", gähnte der Schreiner dem Jungen entgegen. "Nicht so laut, Hort, hier ist Jemand. Ich hab' sie durch das Gras laufen hören. Hör' selbst hin." Gequält setzte sich der Mann auf und lauschte. Stille. Absolut Nichts mehr war zu hören. "Und was soll ich jetzt hören?" "Sie müssen uns gehört haben, aber sie sind hier. So glaub' mir doch.", flehte Armon ihn an, während Hort sich zurücksinken lies, um wieder zu schlafen. "Lass mich endlich in -", doch der Schreiner konnte den Satz nicht zu Ende bringen. Ganz in der Nähe hatte man deutlich Metall klirren hören und sofort war der Schmied hellwach. "Hey! Wacht auf!", brüllte er die Männer an, während er in der Dunkelheit durch das Lager schritt und sie versuchte, wach zu rütteln. Es dauerte nur wenige Momente und schon standen alle um Hort herum.
"Wir haben Besuch bekommen! Durchstreift die nähere Umgebung!" Die 24 Männer, darunter auch Armon und Hort, strömten augenblicklich in alle Richtungen aus und nur kurze Zeit später waren "Hier sind sie!"-Schreie zu Armons Linken zu hören. Die Männer hatten die Eindringlinge sofort umstellt, die zu viert, allesamt mit gezückten Waffen, von den Anderen umringt standen. Es waren drei Orks, allesamt kräftig und breit, und ein Mensch, der ganz offensichtlich Magie beherrschte. Seine Augen hatten einen gelben Schimmer, er trug ein schwarzes, langes Gewand und einen zu Ende hin kunstvoll verschlungenen, schwarzen Stock. Der Magier nuschelte etwas und sofort ließen alle vier Umzingelten ihre Waffen sinken und zu Boden fallen. Kurz darauf saßen sie aneinander gefesselt am wieder brennenden Lagerfeuer, ihre Waffen in sicher Entfernung.
"Was wollt Ihr?!", brüllte Hort sie an. Keiner von ihnen zuckte auch nur mit dem kleinen Finger, geschweige denn, dass er geantwortet hätte. Der Schreiner war sichtlich in Rage, zückte sein Schwert, hielt es einem der Orks an die Kehle und presste zwischen seinen Lippen hervor: "Was wollt Ihr? Antwortet - oder Ihr werdet alle sterben." Gerade als er ausholte, sprach der Mensch. "Wir sind nur ein paar Diebe, wollten nur etwas von Wert." Er klang ruhig, völlig gelassen, als säßen sie gemeinsam in einem Wirtshaus. "Töten wir sie.", erklang Ráoks Stimme von etwas weiter hinten. "Dann machen sie keinen Ärger." Von den Meisten war anerkennende Zustimmung zu hören, doch der Magier sprach erneut, bevor Jemand reagieren konnte. "Wir könnten Euch behilflich sein. Wir kennen uns hier aus, haben ein paar wichtige Verbindungen. Es wäre reine Verschwendung, uns zu töten."
"Wer ist dafür, sie mitzunehmen?", fragte Ráok und schaute böse in die Runde. Armon war einer der Ersten, die die Hand hoben. Es waren noch ein paar Hände in der Luft, aber er konnte nicht erkennen, wie viele...


Anmerkung zum Kapitel:
Der Magier von den Räubern beherrscht unter Anderem "Nachtsicht", kann also im Dunkeln sehen. Deswegen hat er den anderen 3 auch gesagt, sie sollen stehen bleiben, als Armon zu Hort hat laufen sehen. Er wollte nicht entdeckt werden. Ist ja nicht so gut gelaufen... ;-)

Karrzun
02.08.2009, 12:04
Und Kapitel 5...




V. Ankunft in Krook


"Dann ist es beschlossen.", meinte Hort. "Wir werden Euch nicht töten - noch nicht. Aber wenn Ihr auch nur eine Kleinigkeit versucht, wird Euch das Leid tun." Mit diesen Worten wandte er sich von den vier Verbrechern ab und ging zurück zu seinem Pferd. "Wir sollten versuchen, noch ein wenig zu schlafen. Morgen in der Früh geht es bereits weiter."

Die letzten Stunden der Nacht verstrichen friedlich und ruhig, aber viel zu schnell. Schon bald saßen die zwei Dutzend Männer wieder auf ihren Pferden, vier von ihnen mit je einem der gefesselten Räuber.
Nach wenigen Stunden erreichten sie schließlich Krook. Es stank erbärmlich nach totem Tier, die Häuser waren mehr schlecht als Recht aus allem Möglichen zusammen gehämmert worden und hie und da lugte eine vermummte Gestalt um eine Ecke. Niemand war auf der schlammigen Straße, bei der man bei jedem Schritt knöcheltief im Dreck versank, unterwegs.
Die Männer stiegen von der Pferden und führten sie langsam in die Stadt. Je tiefer sie in die Stadt kamen, desto verwinkelter und dunkler wurden die Gassen. Hier herrschte reges Treiben: Grüppchen von drei, vier Vermummten unterhielten sich laut, ein paar boten kaputte Vasen, alte Pfannen, zerbrochene Schwerter und mehr Gerümpel feil und am Ende der Gasse prügelten sich Männer. Der immer noch gefesselte Magier nickte in Richtung einer dicht bewanderten Gasse und führte die Armon und die Anderen in ein Wirtshaus. In diesem rückten sie drei Tische zusammen, holten ein paar Stühle und bestellten sich ein paar Bier, das in verschmierten Humpen gebracht wurde. "Was wollt Ihr hier eigentlich?", fragte er mit gewohnt gelassener Stimme. "Wir... suchen Jemanden.", antwortete Hort. "Und wen?", wollte der Zauberer mit leicht gereiztem Unterton wissen. "Wir wissen nicht, wie er heißt. Er war vor drei Tagen bei uns in der Stadt und hat ein paar Frauen aus dem Dorf entführt." "Und Ihr seid sicher, dass es ein Mann war? Habt Ihr sein Gesicht gesehen?" "Nun, nein." "Ich glaube, ich weiß, wen Ihr meint."
Die drei Orks blickten sich an und begannen, auf ihren Stühlen hin und her zu rutschen. "Sie heißt Desa und ist eine Dunkelelbin aus dieser Stadt. Sie entführt Mädchen und Frauen und verkauft sie als Sklavinnen im ganzen Land." "Dann dürfen wir keine Zeit verlieren.", brachte sich Ráok ins Gespräch mit ein. "Wo können wir sie finden?" "Ich bin Magier, kein Hellseher." Der Gefesselte blickte herablassend zu Ráok und war sichtlich amüsiert über dessen verdrießlichen Gesichtsausdruck. "Ich könnte Euch natürlich zu ihrem Haus führen, allerdings verlange ich dafür, dass Ihr mich und meine drei Freunde hier frei lasst." "Und wenn nicht?", wollte der erzürnte Ráok wissen. "Dann kann ich Euch leider auch nicht zu ihrem Haus führen. Denk doch nur an Eure armen Frauen, die vielleicht schon morgen auf dem Weg quer durch das Land zu einem neuen Besitzer sind." Er genoss es, dass gesagt zu haben, die Macht. Kurz herrschte Stille, dann grummelte Hort ein "Schön." hervor.
Bald darauf standen sie alle wieder am Rande der Stadt vor einem schmalen, in die Höhe gezogenen Haus. "Seid jetzt besser still.", warnte der Verbrecher die Gruppe. Langsam und leise durchschritten alle die Haustür und fanden sich in einem verstaubten Treppenhaus wieder. "Bleibt hier stehen.", sagte er und schritt selbst vorsichtig die Treppe nach oben. Er war noch nicht viele Stufen hinaufgegangen, als hinter allen Ecken maskierte Männer hervor sprangen. Armon, Hort, Ráok und die anderen 21 zückten augenblicklich ihre Waffen, doch inzwischen waren auch hinter ihnen, an der Haustür, Maskierte aufgetaucht.
Der Magier, der sie hergeführt hatte, begann dreckig zu grinsen. "Lasst Eure Waffen fallen.", befahl er, während ihm ein Anderer mit einem kleinen Dolch die Fesseln an seinen Händen durchtrennte. "Und lasst die Orks herkommen. Na los!" Keiner zeigte eine Reaktion. "Ihr seid umgeben von Magiern. Wir könnten Euch auch töten, wenn Euch das lieber ist. Das wäre schneller und einfacher für uns, aber wir morden nicht, wenn man uns nicht dazu zwingt. Wir wollen nur Sachen von Wert."
Langsam und zögerlich legten alle ihre Waffen nieder. "Mein Name ist übrigens Fercus, Fercus Tenebrae.", sagte der Zauberer noch, bevor langsam die restlichen Stufen nach oben schritt. "Und die Entführerin, die Ihr sucht, ist meine Schwester, also bleibt fern von dieser Stadt."


Am neuen Kapitel sitz' ich schon, wird aber wohl ersten morgen fertig.

Karrzun
05.08.2009, 12:45
Etwas später als gedacht, aber ist es nun doch. ;)




VI. Aussichtslos


Als sie wieder in den Straßen von Krook standen, blickten sie sich ratlos an. Ohne Waffen und mit nicht genug Geld, um Neue zu kaufen, waren sie vollkommen schutzlos, wenn sie jetzt weiter reisen würden, aber auch in der Stadt selbst, war es nicht sicher. Die Männer beschlossen schon nach kurzer Zeit in Richtung des nördlich gelegen Steinbruches zu gehen. Es war ihre einzige Chance zu schnellem Geld zu kommen, wenngleich es eine gefährliche Arbeit war.

Stunden vergingen, bevor die Gruppe an einer mit Höhlen gespickten Felswand eintraf. In einer dieser Höhlen brannte ein Licht, also gingen Ráok, Armon und Hort hinein, um die Quelle ausfindig zu machen. An einer Öllampe saß ein muskulöser, klein gewachsener Mann. Armon war sich sicher, dass selbst, wenn der Mann stände, er ihm nicht weiter als zur Hüfte gehen würde und vermutete zum ersten Mal in seinem Leben einen Zwerg vor sich zu haben.
Dieser schaute nun auf und blickte die drei an. "Was wollt Ihr denn hier?", fragte er mit einer überraschend tiefen Stimme. "Wir brauchen Arbeit. Man hat uns bestohlen und wir benötigen Geld, um alles ersetzen zu können." "Kommt wohl direkt aus Krook, was?", meinte der Zwerg und war ganz offensichtlich erfreut über die Armseligkeit der vor ihm stehenden Männer. "Kommt davon, wenn man sich bei diesen Gaunern herumtreibt. Aber na schön." Er stand auf und griff zu ein paar Spitzhacken, die an der Wand lehnten. "Jeder von Euch bekommt eine Hacke und wir werden zwei Öllampen mitnehmen. Das sollte reichen." Der Kleine wollte schon in den Stollen loslaufen, als Hort zu Worte kam: "Wir sind zwei Dutzend Männer. Die anderen stehen draußen. Und warum wollen sie uns begleiten?" Der Zwerg dackelte zum Eingang des Stollens er sah die übrigen 21 Männer. "Gut. Sie sollen herkommen und sich ihre Sachen holen."
Schon bald waren alle 24 bereit zur Suche nach etwas Wertvollem und drangen tiefer in den Stollen ein. Erneut sprach der Zwerg: "Ich bin Ogmer und Besitzer dieses Stollens. Wenn Ihr etwas findet, holt Ihr sofort mich, damit ich es begutachten kann. Wenn es wertvoll ist, machen wir 50/50." Die Männer empörten sich, doch Ogmer drohte ihnen die Ausrüstung wieder abzunehmen, so dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als darauf einzugehen.

Nach ein paar 100 Meter waren sie an einer Kreuzung angekommen und der Zwerg ordnete an, hier graben zu lassen. Allesamt schlugen auf den harten Fels ein, kamen aber nur langsam voran. Nach einer guten halbe Stunde jedoch, nachdem Armon einen heftigen Schlag gesetzt hatte, hörte man ein Knacken im Stein. Ehe sich alle versahen, brachen tonnenschwere Gesteinsbrocken aus der Decken und den Wänden und drohten, ihn unter sich zu begraben, ihn zu erdrücken. Schnell machte er einen großen Satz zur Seite und drückte sich gegen die Wand, um von den Steinen nicht getroffen zu werden.
Langsam wurde es wieder ruhiger, der Staub legte sich. An der Stelle, wo Armon kurz zuvor noch gegraben hatte, war jetzt ein Loch, das Durchgang zu einem riesigen Hohlraum bot, der über und über mit Rubin besetzt war. Der Junge rannte dicht hinter Ogmer hinein, um sich den Fund genauer anzusehen. Er konnte nicht fassen, was für ein Glück sie hatten! Damit wäre es ihnen sicherlich möglich, schnell wieder die Jagd auf die Entführerin der Frauen und Armons Mutter aufzunehmen. Der Bauernknabe musste an sie denken... wie hat sie hatten arbeiten müssen und wie wenig Geld sie dafür bekommen hatten. Wenn er ihr diesen Schatz mitbringen würde - was würde sie wohl tun?
Er besann sich jedoch sehr schnell wieder. Nun wollte er mit Hort sprechen, doch dieser war nirgends zu sehen. Jetzt, wo er sich umsah, fiel ihm auf, dass etliche Männer fehlten. Armon wurde panisch. Es fehlten acht Männer! Schnell rannte er zu Ogmer, der bereits damit beschäftigt war, die ersten Rubine von der Wand zu schlagen.
"Ogmer, Ogmer! Es fehlen Männer!" Der Zwerg blickte auf, wurde kreidebleich. "Tut mir Leid, Junge, aber wenn sie verschüttet worden,... gibt es kaum Hoffnung für sie."

DieFlamme
09.08.2009, 22:28
bis jezt hammer!!!ich hab schon einige texte gelesen deren autoren das zeug zu einem richtigen "schreiberling" hätten!aber davon merkt man in den buchläden leider nichts...trotzdem:super story,bin gespannt was als nächstes kommt!!...ich weis ja,man soll kein werbung machen aber...lies doch mal "Text ohne Titel"...ist was neues von mir...

Vito
10.08.2009, 00:22
Find das du sehr gut schreiben kannst und find deine ausdrucksweise auch beeindruckend. nur will ich mal kritiker spielen:D:D:D das "dösen" in kapitel eins passt nicht so ganz da das ja eig. nur in deutschlang gesagt wird oder???:D:D:D

Sorry, aber dein Kommentar ist nicht wirklich sinnvoll. ;)

Ich wusste garnicht, dass deine Geschichte weitergeht. :eek: Muss ich nachholen. ^^ Werd' dann meine Meinung noch hier reinschreiben.

Karrzun
26.08.2009, 04:26
So, hier geht's auch mal wieder weiter. ;)





VII. Gefangen in den Tiefen


Die Verbliebenen blickten nun alle unsicher zu Armon. Es schien ihm, als erwarteten sie eine Entscheidung von ihm, doch was sollte er schon tun? Hort, der bisher alle Entscheidungen getroffen hatte, fehlte, ebenso Ráok und eben sechs Weitere. Die Übrigen verließen den neu entstanden Hohlraum wieder und versammelten sich vor der Wand, die jetzt den Tunnel blockierte.
Der Bauernjunge war nervös, hatte Angst, suchte aber Hände ringend nach einer Lösung. "Gibt es nicht einen anderen Weg durch die Stollen, der uns dorthin führt? Vielleicht haben es die Anderen ja doch geschafft.", wobei er die letzten Worte mehr verschluckte, als sie auszusprechen, da er selbst kaum daran glaubte. "Hier war kommen nur noch selten Männer vorbei, um Geld zu verdienen, Junge. Die anderen Stollen sind schon lange nicht mehr in Betrieb." "Trotzdem müssen wir versuchen zu ihnen zu kommen." "Schön. Nehmt Eure Lampen mit.", begann der Zwerg und führte sie aus dem Stollen. "Ich kenne nicht viele dieser Stollen, aber vielleicht finden wir einen, der zu ihnen führt."



Auf der anderen Seite des Steinhaufens herrschte absolute Dunkelheit, doch etwas regte sich. Wenige Männer tasteten den Boden auf der Suche nach ihren erloschenen Lampen ab. Es dauerte nicht lange bis man ein metallenes Klirren vernahm, wenige Augenblicke später entflammte der Docht wieder. "Wer ist hier noch?", sprach der Mann, der die Lampe entzündet hatte. Vier Männer, darunter Hort, traten ins spärliche Licht. "Die Anderen müssen auf der anderen Seite sein. Also, lasst uns versuchen hier raus zu kommen." "Suchen wir erst noch nach ein paar liegen gebliebenen Lampen. Das Licht dieser einen ist sehr schwach", warf Hort ein. Die kleine Flamme war genug, um den Boden zwei Metern Entfernung erkennen zu können. Gebückt gingen alle auf die Suche und schon bald "Ich hab eine." von einem der Männer zu hören. Sie lag halb begraben von den Steinen und mit eingeschlagenen Glas unter ein paar Steinen, der aus der Decke gebrochen waren.Als er sie unter ihnen hervor zog, rutschten auch ein paar der Felsbrocken etwas ab und entbehrten einen grauenvollen Anblick.
Zwischen all dem Geröll ragte ein Teiles eines Mannes hervor - eines Mannes, der offensichtlich von den Steinen erschlagen und zerdrückt worden war. Der Großteil dessen, was zu sehen war, nämlich der linke Arm, ein Teil der Brust und der Halsansatz, war größtenteils kreidebleich, nur an einer Hand, wo sich das Blut unter dem Gewicht der Felsen gestaut hatte, war dunkellila. Der zerschliffene und verformte Arm war zudem offensichtlich einige Male gebrochen und bot einen Übelkeit erregenden Anblick. "Wir gehen wohl besser.", unterbrach Hort das Schweigen und versuchte die Übrigen vom Anblick der Leiche abzuwenden. "Geht die Lampe wenigstens noch?" Ein Kopfschütteln war die Antwort. "Weder Wachs, noch Öl sind darin, geschweige denn ein Docht." "Dann sollten wir noch noch mehr Zeit verlieren, bevor diese auch noch erlischt." Mit diesen Worten schritten sie langsam tiefer in den Tunnel und nahmen es mit der endlosen Dunkelheit des engen Stollens auf.







Habe im 1. Post jetzt übrigens auch eine Karte angehängt - könnt' ja mal drüber schauen. :);) Müsste nur irgendwie noch die Grenzen zwischen den Ländern einzeichnen, aber alles was ich versuche, sieht ziemlich bescheuert aus. Hat da Jemand 'nen Vorschlag? :(

The Infected
26.08.2009, 08:46
Respekt, wirklich. Bis jetzt eine der besten Geschichten, die ich von "Amateuren" je gelesen habe. Ich schreib ja selbst ein bisschen, und behaupte daher, was davon zu verstehen, aber so gut wie du bin ich nicht.
Zum Grenzen ziehen fällt mir leider auch nichts Vernünftiges ein, einfach mit irgendeinem Zeichenprogramm "freihändig" welche einzuzeichnen ist wahrscheinlich ungenau und außerdem nicht gerade schön. Und da Grenzen selten schnurgerade verlaufen, hilft auch Linienzeichnen nichts. Hmmm...
btw, hat jemand einen vernünftigen Titel für meine Geschichte. "Geschichte eines Meuchelmörders" war eigentlich als Notlösung gedacht und dementsprechend unkreativ, nur leider fällt mir nichts besseres ein.