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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geschichte eines Meuchelmörders



The Infected
11.06.2009, 03:35
Ich habe beschlossen, eine FanFiktion Geschichte zu World of Warcraft zu schreiben, und hab - dank der Ermutigung einiger Freunde - nicht aufgegeben^^
Die Geschichte ist meine erste RP Story, also bitte steinigt mich nicht sofort :D
Kritik und Kommentare immer erwünscht, würde mich auch über diverse Feedbacks freuen, Verbesserungsvorschläge sind sowieso willkommen. So, jetzt fängts an:


Kapitel 1

Die Türe der Taverne öffnete sich, und eine schwarz gekleidete Gestalt trat ein. Unter seinen pechschwarzen Haaren konnte man spitze Ohren erkennen, die leuchtend grünen Augen zeichneten ihn unmissverständlich als Blutelfen aus. Auf der linken Schulter hatte er einen Gurt mit 5 Wurfmessern befestigt, auf beiden Seiten seines Körpers hing ein Schwert. Eindeutig ein Schurke. Seinem Aussehen und seiner Kleidung nach zu urteilen war er edler Herkunft, oder hatte zumindest jemanden umgebracht und ausgeraubt, der von derselben war.

Er blickte sich kurz in der Taverne um, ein schelmisches Lächeln huschte über seine Lippen, während er sich einen Tisch in einer Ecke des Raumes aussuchte und ein Glas Wasser bestellte. Langsam tropfte eine seltsam giftgrüne Flüssigkeit von seinen Schwertern auf den Boden und fraß sich mit einem Zischen in das Holz. Er beachtete weder das ätzende Gift noch die anderen Gäste in seiner Umgebung. Eindeutig ein Einzelgänger, man fragte sich unwillkürlich, was bei Elune er hier wolle.

Als der Wirt mit seinem Getränk kam, nahm der Blutelf es wortlos entgegen, trank einen Schluck, verzog theatralisch das Gesicht, um anzudeuten, er habe schon viel besseres Wasser getrunken. Arroganz und Narzissmus hafteten an diesem Mann wie das Gift an seinen Schwertern. Mit leisem Grummeln drehte sich der Wirt um und wollte gehen, als der Killer ihn ansprach : "Gibt es hier in der Nähe einen Meister der Täuschung?" Seine Stimme klang edel, und sie bestätigte den Verdacht, dass dieser Mann beileibe kein Bauerntölpel war.
"Nicht dass ich wüsste, Euer Exzellenz." , antwortete der Wirt, stets bedacht, Schwertern gegenüber höflich zu sein, denn dieser Schurke konnte eindeutig damit umgehen. "Mmhm." , der Schurke klang nachdenklich, ein wenig enttäuscht vielleicht. Er strich sich langsam über seinen wohlgestutzen Spitzbart und blickte dem Wirt dabei so fest in die Augen, dass dieser den Blick abwandte, es galt als unhöflich Leuten von höherem Stand direkt in die Augen zu blicken, also wandte er seine Aufmerksamkeit den Waffen des seltsamen Gastes zu.

Erst jetzt bemerkte er, dass die Schwerter ebenso teuer aussahen, (und es vermutlich auch waren) wie alles andere an dem Besucher. Kleine Symbole auf elfisch waren in die Klinge, eindeutig so messerscharf wie der Verstand ihres Besitzers, eingraviert. Bedauerlicherweise konnte der Wirt sie nicht lesen, zum Einen weil er kein Elfisch verstand, und zum Anderen weil der Mörder ihn beobachtete, ähnlich wie ein Adler eine Springmaus beobachtet, bevor er auf sie zustürzt und sie zerfleischt.

Ein Schauer durchlief den Wirt. Schnell schüttelte er den Gedanken ab, nahm den Mut zusammen den Gast nach seiner Bezahlung zu fragen, öffnete den Mund, und als er gerade zu sprechen anfangen wollte, kam der Schurke ihm zuvor, wieder huschte das Lächeln über sein Gesicht wie eine Eidechse über einen heißen Stein. "Wie viel schulde ich euch, mein Herr?" Seine Worte trieften nur so vor Sarkasmus, er wusste, dass er dem Wirt überlegen war, und das zeigte er ihm auch ganz offen. "Das, äh, das wären dann 10 Silberstücke." , stammelte der Wirt verunsichert. Die Gesellschaft dieses Mannes behagte ihm immer weniger.

Die Augen des Mörders blitzten auf, als er die Münzen aus einem schwarzen Seidenbeutel, der an seiner Gürtelschnalle hing, heraus zog. Übertrieben sorgfältig zählte er sie ab und gab sie dem Wirt in die Hand, dann stand er wortlos auf und verließ das Lokal, ohne sich noch einmal umzublicken.

Der Wirt rannte zurück hinter die vermeintliche Sicherheit seines Tresens, zu seiner Gattin.
"Was hattest du denn so Wichtiges mit dem Blutelfen zu besprechen, das es wert war alle anderen Gäste zu vernachlässigen?" fragte sie leicht entzürnt.
Verwirrt blinzelte der Wirt zweimal, erst dann bemerkte er, wie viel Zeit er eigentlich am Tisch des Elfen verbracht hatte. Seufzend wandte er sich seiner Frau zu und sprach: "Jetzt wo du es erwähnst, Liebste, ich habe absolut keine Ahnung."
Damit ging er wieder zu den anderen Gästen. Er hatte Kunden, und die wollten schließlich bedient werden. Insgeheim betete er, dass sich nie wieder seine Wege mit denen des Schurken kreuzten, denn tief in seinem Herzen wusste er, dass Töten vom Beruf allzu leicht zum Hobby werden konnte. Ein letztes Mal durchlief ihn ein leichter Schauer, dann wandte er sich wieder dem geschäftigen Treiben in seinem Lokal zu.

Falls es euch gefällt, poste ich selbstverständlich noch die weiteren Kapitel hier. Falls nicht, begründet es bitte^^

Lg
The Infected

Raikou_1203
11.06.2009, 12:31
http://www.smiliegenerator.de/s36/smilies-46545.png


Auf event. Rechtschreibfehler hab ich jetzt nicht geachtet. =) Story war fesselnder, als ewige Fehlersuche.

The Infected
11.06.2009, 17:28
Freut mich sehr, dass sie dir gefällt, dann folgt Kapitel 2 natürlich sofort. :D

Kapitel 2

Nachdem der Schurke die Taverne verlassen hatte, begab er sich nach Silbermond, die Hauptstadt der Blutelfen, um einen Klienten zu treffen. Als er durch die Tore der Stadt ritt, sah er, wie ein Mensch, höchstwahrscheinlich ein Gefangener, von 2 Wachen Silbermonds begleitet, durch die Stadt geführt wurde.
„Das könnte lustig werden.“ , dachte der Mörder voller Vorfreude und ging auf die Wachen zu.
„He, ihr da!“, rief er, um die Aufmerksamkeit der Wachen zu erregen. Sie drehten sich zu ihm um, erkannten ihn zuerst nicht, doch dann blitzte in den Augen der rechten Wache Erkenntnis auf. Seine Augen weiteten sich vor Schreck, unauffällig schob er sich immer weiter von dem Blutelfen weg, bis er schließlich eine Ecke erreichte und los rannte. Der Gefangene tat es ihm nach. Die andere Wache war nicht so intelligent, sie erkannte den Mörder nicht, und beschloss, ihn zu schikanieren.
„Was willst du, Hundesohn?“ , fragte sie spöttisch.
„Nun ja, kennt ihr mich nicht?“ , erwiderte der Meuchler ruhig.
„Sollte ich, Arschloch? Wie heißt du?“ Heute war wirklich nicht sein Tag.
„Mein Name...“ sprach der Mörder mit der Ruhe des wahren Profis, „...ist Shalidar. Vielleicht habt ihr schon von mir gehört?“ fragte er die Wache amüsiert.
„Sha...Sha...Shalidar?“, stotterte die Wache, dann beugte sie die Knie und schluchzte.
„Vergib mir, Herr...Ich wusste nicht, dass...Aber ich....ich meine...“ Nun begann der Elf haltlos zu weinen. „Bitte, tötet mich nicht!“
„Shhh, Shhh...“, sagte Shalidar beruhigend, „alles wird gut, vertraut mir.“ Langsam zog er seinen mit Gift überzogenen Dolch aus dem Halfter.
Die Wache stand wieder auf, sah die Waffe Shalidars, er brachte nur noch ein ersticktes Schluchzen heraus, als ihm klar wurde, was der Mörder vorhatte. Denn genau das war er, ein Mörder.
„Bitte, nicht...“ bettelte die Wache.
„Wisst ihr...“ ,sagte der Schurke, die Klinge prüfend betrachtend, „ihr langweilt mich. Nur Betteln und Weinen, ein solches Verhalten gebührt sich nicht für einen Sohn der Sonne. Außerdem habt ihr mich „Arschloch“ genannt.“
„Nein,nein,nein......“ wimmerte der Soldat.
Ein einziger, präziser Schnitt des Dolchs brachte den wimmernden Mann zum Schweigen.
Langsam zog der Schurke ein Stofftaschentuch aus der Brusttasche und säuberte den Dolch vom Blut der Wache. Mit präzisen, geprüften Bewegungen glitt er mit dem Tuch immer wieder über die Klinge, als wäre es für ihn reine Routine das Blut anderer von seiner Waffe zu putzen. Prüfend schaute er sich um, ob jemand seine Tat beobachtet hatte, dann nickte er zufrieden und ging weiter.
„So, genug davon. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen...“ flüsterte er und bewegte sich mit schnellen Schritten zu seinem Ziel, dem Sonnentempel von Silbermond.


Als der Sonnentempel vor ihm aufragte, groß und golden glänzend, musste der Elf unwillkürlich grinsen. „Von wegen arme Kirche...“, dachte er amüsiert. Die weit verbreitetste Religion in Azeroth war der Omnianismus, der angeblich nur von Spenden lebte. Beim Anblick eines solchen Palastes konnte man sich das gar nicht vorstellen. Shalidar hatte nicht viel mit Religion am Hut, er betete nie, meistens waren es die Leute auf der anderen Seite seiner Klinge, die Gott um Hilfe anriefen. Er wusste, dass Gott einem nicht helfen kann, man selbst macht die Welt zu dem, was sie ist.
Als überzeugter Atheist musste er über die Vorstellung grinsen, für einen Mann Gottes zu arbeiten. Aber Geschäft ist Geschäft, seine Kunden kann man sich nicht aussuchen , dachte er seufzend und betrat den Tempel.
In der Kathedrale war der Reichtum der Omnianischen Kirche noch stärker zu spüren als draußen. Gold und Silber schmückten die Wände, lebensgroße Statuen wichtiger Märtyrer aus purem Platin standen in den Nischen. Der Altar war groß, reichlich verziert und hatte, wie der Mörder mit Belustigung feststellte, mehrere Rillen, die in Löcher im Boden führten. „In dieser Kirche wird also nicht nur gesungen und gebetet, sondern auch eine etwas ...direktere Art der Anbetung praktiziert...“ ,dachte der Elf voller Freude. Vielleicht war das Leben eines Gläubigen mit Glück erfüllt, doch das eines Ungläubigen floss literweise durch die Rillen in den Boden...

Der Meuchler ging zu dem dritten Beichtstuhl auf der linken Seite, wie vereinbart, setzte sich und sprach: „Vergib mir, Vater, denn ich habe gesündigt...“ Bei diesen Worten, und der Ironie, die sie enthielten, musste Shalidar sich zurückhalten, nicht laut loszulachen.
Auf der anderen Seite des Beichtstuhls öffnete sich die Türe, und ein Blutelf mit glänzend blondem Haar, in eine weiße Robe gekleidet, trat heraus.
„Ein Priester? Ein gottverdammter Priester will, dass ich im Namen seines Gottes töte?“ platzte Shalidar heraus. Diesmal konnte er das Lachen nicht mehr zurückhalten, laut hallte sein Spott durch die Kapelle.
„Macht nur eure Witze, doch diese Angelegenheit ist von größter Wichtigkeit.“ ,sprach der Priester mit eisiger Gelassenheit.
„Was, will einer eurer Ministranten euch nicht mehr?“ , lachte Shalidar voller Hohn.
„Das ist nicht lustig, Ungläubiger! Bei Gott, wie tief bin ich gesunken, ich bin auf die Dienste eines Atheisten angewiesen...“
„Mein Gott, wie tief bin ich gesunken, ich nehme Aufträge eines Priesters an...“ äffte Shalidar den Priester nach.
„Könntet ihr das bitte unterlassen! Dies ist sehr wichtig für mich! Und die Bezahlung dürfte euren kühnsten Träumen entsprechen.“ Er zog einen Beutel aus den Tiefen seiner Robe, reichte sie dem Mörder und sprach: „1000 Gold, 400 sofort und den Rest nach Erfüllung des Auftrags.“
„Hmmm“ ,sagte Shalidar skeptisch, „um was für einen Auftrag geht es denn?“
„Ihr müsst...ach, ich kann das nicht....“ ,murmelte der Priester verzweifelt.
„Kommt schon, raus damit, Knabenliebhaber.“ , sprach Shalidar mit vor Spott triefender Stimme.
„Nun gut, ihr sollt eure Aufmerksamkeit dem Erzbischof von Silbermond widmen.“ sprach der Blutelf.
„Ihn kaltmachen also.“ stellte Shalidar trocken fest.
„Hört auf mit dem Unsinn! Das ist mein bitterer Ernst!“ , zürnte der Priester.
„Schon gut, schon gut... darf ich fragen, warum ein Diener Gottes einen anderen seines Fachs, quasi einen Kollegen, tot sehen will?“
„Nun, ihr lacht im Spaß über uns Priester und die Gerüchte, die sich um eventuelle.... Liebschaften ranken. Doch das hier ist kein Gerücht. Der Sohn meiner Schwester wurde gestern tot aufgefunden. Er wurde vergewaltigt und anschließend ermordet. Verdammt, der Knabe war gerade mal 12 Jahre alt!“
„Und ihr glaubt nun, der Erzbischof hätte etwas damit zu tun?“ , vermutete Shalidar.
„Ich glaube es nicht nur, ich...“
„Natürlich nicht, aber ansonsten glaubt ihr alles was euch eure Kirche weismachen will, nicht wahr?“ ,spottete Shalidar.
„Würdet ihr wohl aufhören mich zu unterbrechen, Ungläubiger! Was ich sagen wollte, ich glaube es nicht nur, ich weiß es. Mein Neffe ist nicht der erste Ministrant, der dem Bischof gefiel. Es wurden schon vor ihm Kinder vergewaltigt. Doch niemand hat den Mut, etwas zu tun, denn der Erzbischof ist reich und mächtig, und er genießt das Wohlwollen des Sonnenkönigs.“ ,erklärte der Priester.
„Und nun wollt ihr, dass ich den Ministrantenschreck zur Strecke bringe?“ ,fragte Shalidar.
„Schweigt still! Das ist kein Spiel, Schurke!“
„Für mich schon, und“ , er wog den Goldbeutel in seiner Hand, „je besser die Bezahlung ist, desto lustiger wird es.“
Sein Gegenüber seufzte frustriert. „Also, seid ihr einverstanden oder nicht?“ ,fragte er.
„Bei soviel Gold kann ich doch nicht Nein sagen. Außerdem wollte ich schon immer einen triftigen Grund haben, einen Mann Gottes über die Klinge springen zu lassen.“ setzte Shalidar hinzu. „Wo finde ich ihn?“
„Nun, normalerweise verlässt er seine Gemächer nur selten und ist streng bewacht, aber in einer Woche bricht er zu einer weit entfernten Diözese auf, um die dortigen... Bemühungen zu beobachten.“
„Bemühungen? Inwiefern?“ ,fragte Shalidar den Elfen.
„Nun...“ zögerte der Blutelf, „wisst ihr, warum unsere Religion vorherrschend in Azeroth ist?“ fragte er.
„Weil euer Paradies so verlockend ist?“ grinste Shalidar.
„Könnt ihr nicht schweigen! Außerdem habt ihr Unrecht, wir haben nur eine ….radikale Einstellung anderen Religionen gegenüber. Was wisst ihr über die Inquisition?“
„Die Inquisition war eine Zeit des Folterns und des Leids, omnianische Priester folterten und töteten Mitglieder anderer Religionen, weil sie in ihren Augen nicht lebenswert waren.
Aber die Inquisition wurde doch vor 30 Jahren vom Sonnenkönig verboten...“ Langsam begriff der ansonsten nicht so begriffsstutzige Shalidar.
„Verdammt, euch gibt’s noch?“ keuchte er entsetzt auf.
„In der Tat, die Inquisition ist noch nicht ganz so Geschichte, wie wir es dem Rest der Welt weismachen. Hauptsächlich wird sie in kleinen Provinzen verübt, um die dort lebenden Leute auf den Weg des Glaubens zurückzuführen.
„Durch Stiche mit heißem Eisen?“ ,frage Shalidar.
Der Priester zuckte die Schultern. „Euer Spott prallt an meinem Glauben ab, Atheist.“
„Wie schön für euch, doch sagt mir, weiß der Sonnenkönig von eurem zweifelhaften Beruf?“
„Mein Beruf ist ebenso zweifelhaft wie der eure, Mörder. Aber Nein, seine Majestät weiß nicht, dass wir bereit sind, für unseren Glauben zu kämpfen.“
„Hmmm... ist es ein Kampf, wenn man den Gegner fesselt und seine Finger einzeln bricht, bis er sich zum omnianischen Glauben bekehrt?“ fragte Shalidar unschuldig.
„Hört damit auf, was ich tat, tat ich im Namen des Herrn!“ ereiferte sich der Priester.
„Ach ja? Hat Gott euch befohlen, Unschuldige zu foltern, um seine Gefolgschaft zu mehren?“
„Schweigt! Und nun geht, bevor ich euch der Inquisition ausliefere!“
„Keine Sorge, ich weiß mich zu wehren.“ , sprach Shalidar, drehte sich um und ging.
An der Türe der Kathedrale drehte er sich noch einmal um und sprach: „Ich werde den Mörder eures Neffen töten, aber wundert euch nicht, wenn ich auch euch die Klinge durch die Brust treibe.“ Damit verließ er das Gotteshaus und ging langsam Richtung Taverne. Er musste sich ausruhen. Zweifellos wartete viel Arbeit auf ihn.

Karrzun
11.06.2009, 21:27
Hi,

hab' mir gerade das erste Kapitel durchgelesen und muss neidlos anerkennen, dass das wirklich ein super Werk ist.
Ich werde allerdings nicht weiterlesen, da mir persönlich World of Warcraft nicht zusagt (habe es vor Ewigkeiten aufgehört - war selbst Blutelf ;)) und nicht möchte, wieder in dessen Bann gezogen zu werden. :P;)

Die Geschichte ist und bleibt aber echt gut (zumindest das erste Kapitel :D).

The Infected
12.06.2009, 01:36
Hi,

hab' mir gerade das erste Kapitel durchgelesen und muss neidlos anerkennen, dass das wirklich ein super Werk ist.
Ich werde allerdings nicht weiterlesen, da mir persönlich World of Warcraft nicht zusagt (habe es vor Ewigkeiten aufgehört - war selbst Blutelf ;)) und nicht möchte, wieder in dessen Bann gezogen zu werden. :P;)

Die Geschichte ist und bleibt aber echt gut (zumindest das erste Kapitel :D).

Ja ja, das ist ne böse Sucht :D Ich hab selbst vor ner Weile aufgehört, zumindest zeitweise, und dafür angefangen, FF zu schreiben^^

The Infected
22.06.2009, 18:46
Und weiter gehts:

Kapitel 3
[Eine Woche später]

Frisch ausgeruht und mit aufgestockten Vorräten brach Shalidar auf, zielstrebig bewegte er sich zum Schmied, seit seiner kleinen Unstimmigkeit mit der Wache hatte er keine Zeit mehr gefunden, den Dolch zu schleifen, und er wollte, das seine Waffen perfekt waren. Alles an ihm musste perfekt sein, denn er war eine präzise Tötungsmaschine. Fehler passierten anderen Leuten.

Als er bei der Schmiede angekommen war, stieg er vom Pferd, einem Hengst, ebenso schwarz wie die Kleidung und das Haar seines Besitzers. Er band sein Ross an den Pfosten vor der Tür des Schmieds und betrat die Schmiede.
Drinnen stank es nach heißem Metall und Rost, der Mörder verzog angewidert das Gesicht, zornig darüber, dass er die Dienste eines niederen, ihm unterlegenen Tagelöhner benötigte. Aber es musste sein, sein Dolch musste geschärft werden, und so sah er sich forschend nach dem Schmied um.
„Was kann ich für euch tun?“ ,ertönte eine Stimme hinter Shalidar.
Blitzschnell drehte sich Shalidar, zog in der Drehung seine Schwerter, sprang nach vorne und hielt sie dem Fremden an die Kehle. All das geschah wenige Sekunden, nachdem der Schmied den Satz vollendet hatte.
„Hilfe! Was wollt ihr!“ Langsam realisierte Shalidar, was er da tat, sah dem Schmied in die Augen und steckte seine Waffen zurück in die Scheiden.
„Entschuldigt, manchmal kann ich ein wenig... ungestüm sein.“ ,sagte Shalidar.
„Ja, das habe ich bemerkt.“ ,antwortete der Schmied und rieb sich die Kehle. Zwei kleine Schnitte zierten seinen Hals. „Also, was kann ich für euch tun?“
„Ich möchte, dass ihr mir diesen Dolch schleift. Er scheint mir ein wenig stumpf zu sein.“ Shalidar zog den Dolch und reichte ihn dem Mann.
„Ich erkenne keinerlei Abstumpfung, warum soll ich...“ ,sagte er, doch als er Shalidars Blick sah, verstummte er und beeilte sich, die Esse zu schüren. Während er den Dolch bearbeitete, versuchte er, den Blutelfen in ein Gespräch zu verwickeln, was keine gute Idee war.
„Und, was macht ihr hier in Silbermond, Herr?“
„Ich bin auf der Durchreise. Wisst ihr, Ihr erinnert mich an jemanden...“ , sagte Shalidar und strich sich nachdenklich über seinen Spitzbart.
„Ach, wahrscheinlich meint ihr meinen Bruder, den Gastwirt. Wisst ihr, er ist mein Zwillingsbruder, aber mit Gastronomie kenn' ich mich nicht aus, daher bin ich Schmied geworden.“
„Ach, tatsächlich?“ ,fragte Shalidar amüsiert. Wie klein die Welt doch ist... ,dachte er.
„Ja, Ihr müsst wissen, unsere ganze Familie besteht aus Wirten und Schmieden, Herr. Mein Vater war Schmied, mein Großvater Wirt, der Vater meines Großvaters war....“
„Ja ja, schärft meine Waffe und ich bin zufrieden, eure Lebensgeschichte interessiert mich nicht im Geringsten.“ ,unterbrach Shalidar den Schmied ungeduldig.
„Ja, Herr, natürlich, Herr“, entschuldigte sich der Schmied und beeilte sich schnell, weiterzuarbeiten.

Nach einer Viertelstunde war der Schmied mit seiner Arbeit zufrieden und sprach: „Ich bin jetzt fertig, Herr. Wollt ihr es ausprobieren?“, fragte der Schmied und deutete auf die Übungspuppen in einer Ecke des Raumes.
„Ja, das werde ich unverzüglich tun“, antwortete Shalidar mit sadistischem Grinsen, holte aus und trennte dem Schmied mit einem Schlag den Kopf von den Schultern, bevor auch nur ein Laut aus seiner Kehle entweichen konnte. Prüfend betrachtete der Mörder seine Klinge und stellte zufrieden fest, dass sie keinerlei Spuren von Abnutzung zeigte. Geduldig wischte er sie am Hemdärmel des toten Schmieds ab, dann ließ er den Körper langsam zu Boden gleiten, bedacht darauf, kein Geräusch zu verursachen.
„Eine gute Arbeit“ ,murmelte er, während er die Schmiede verließ.

Als er aus der Schmiede trat, schlug ihm unerwartet hell die Sonne ins Gesicht, und er beschattete seine Augen mit der Hand. Mit eisiger Ruhe machte er sein Pferd vom Pfosten los, stieg auf und ritt aus der Stadt.

Raikou_1203
11.08.2009, 09:26
^^ Eine schöne Geschichte.
Auch wenn ich nicht so viel mit dem WoW-Universum zu tun habe und mich auch nichts reitzt, es mal anzuspielen, so lese ich doch mal gerne darüber.

Und deine Geschichte gefällt mir sehr gut. ^^ Hoffe, du schreibst bald weiter. :) Bin bei guten Geschichten immer etwas ungeduldig :D

noobslayer
11.08.2009, 09:52
recht schöne gescichte hab auch ne fanfiction zu schreiben weiß aber net von wasXD

The Infected
25.08.2009, 16:25
So, nach langer Pause gehts weiter, leider keinen Laptop in Amerika dabeigehabt. ;)


Kapitel 4
Nachdem Shalidar die Stadt verlassen hatte, sah er auf der Karte nach, die ihm der Priester gegeben hatte. Laut der Karte war der Erzbischof in eine kleine Provinz südlich von Silbermond aufgebrochen, ein paar Kilometer weit entfernt. Die Angaben dieses Narren sind so schlüssig wie sein Glaube. ,dachte Shalidar verärgert, als er die dürftig beschriftete Karte betrachtete. Am Rande stand eine Notiz: „Reist gen Süden, der Erzbischof ist nach Tristessa unterwegs. Doch passt auf, er ist schwer bewacht und versteht sich auf die Kunst der Magie.“
Ha! Magie!, dachte der Blutelf , Ich habe die Zahl meiner Feinde vergessen, die geglaubt haben, Magie könnte sie schützen. Armselige Narren! Er blickte gen Süden und machte sich auf, dem Erzbischof einen Besuch abzustatten.
Nach dreistündigem Ritt hielt Shalidar es für angemessen, eine kurze Pause einzulegen. Erneut holte er die Karte des Priesters heraus, und überprüfte die nähere Umgebung auf Bauerndörfer.
Und tatsächlich, nur ein paar Kilometer weiter lag ein kleines Dorf, und es lag sogar auf Shalidar's Weg! Der Mörder gab seinem Hengst die Sporen und ritt weiter.

Nach einer halben Stunde kam das Dorf in Sicht, es war nicht mehr als 5 armselige Häuser und eine kleine Kirche.
Ich könnte dieses sogenannte Dorf alleine ausrotten. ,dachte Shalidar voller Vorfreude, doch er zügelte seinen Sadismus, er musste nur kurz seinen Proviant aufstocken und seinem Pferd Hafer geben, dann musste er weiter reiten. Der Erzbischof freute sich bestimmt schon auf seinen Besuch.

Als er in dem Dorf ankam, kamen die Bewohner aus ihren Häusern und starrten den Neuankömmling an. Offensichtlich war man hier nicht an Gesellschaft gewöhnt. Das Oberhaupt des Dorfes, anscheinend der Pfarrer, trat vor, um Shalidar zu begrüßen.
„Seid gegrüßt, Fremder, was führt euch in unser schönes Dorf?“ ,fragte er voller Enthusiasmus.
„Mein Hunger und der meines Pferdes.“ ,antwortete Shalidar trocken und stieg vom Pferd.
„Nun, dann könnt Ihr euch glücklich schätzen, denn unsere Taverne bietet das beste Bier weit und breit!“ Diese Mann war der geborene Optimist, und solchen Leuten gegenüber war Shalidar als verbitterter Zyniker stets skeptisch eingestellt.
„Wir werden sehen.“ Shalidar bemühte sich, möglichst viel Desinteresse in diesen Satz zu stecken, aber der Mann ließ sich nicht entmutigen. Es war frustrierend.
„Nun gut, dann folgt mir. Das wird bestimmt toll! Die Anderen kümmern sich um euer Pferd, Herr.“ So langsam wünschte sich Shalidar, diesem Mann sein zufriedenes Grinsen aus dem Gesicht prügeln zu dürfen.
Widerstrebend folgte er dem Pfarrer zum Gasthaus, während sein Pferd zu den Ställen geführt wurde.

Im Gasthaus angekommen, begrüßte der Pfarrer den Wirt, der dasselbe glückselige Grinsen auf dem Gesicht trug. Shalidar's Gemütszustand hingegen verschlechterte sich zusehends. In diesem Moment verglich er sich mit einem Adler, der in einer Horde fröhlicher Springmäuse gelandet ist, sie aber nicht fressen darf. Noch nicht zumindest....
„Was darf ich euch bringen, werter Freund?“ ,fragte der Wirt mit dem gleichen Enthusiasmus in der Stimme, den Shalidar auch beim Pfarrer gemerkt hatte.
„Ich bin nicht eurer Freund, schon gar nicht ein werter Freund, bringt mir ein Glas Wasser!“ ,schnautzte der Mörder missmutig. Aber anscheinend ignorierte der Wirt alle Aussagen, die ihm nicht freundlich genug für seine heile Welt schienen.
„Ein Glas Wasser, kommt sofort!“ ,strahlte der Wirt. Shalidar bombardierte ihn mit bösen Blicken, doch das nützte nichts.
„Also, was führt Euch in unsere Gemeinschaft, edler Reisender?“ Der verdammte Pfaffe wieder. Gott, es war nicht zum Aushalten. Mit blitzenden Augen drehte Shalidar sich zu dem Mann um.
„Mein Magen, wie gesagt. Ich werde möglichst schnell hier verschwinden, denn ich kann euer Dorf nicht leiden.“ Doch der Pfarrer hatte anscheinend dieselbe Fähigkeit wie der Wirt und übersah einfach alles, was ihm nicht gefiel.
„Na dann wollen wir Euren Magen mal füllen!“ Der Pfarrer grinste übers ganze Gesicht. „Ein großes Spanferkel bitte!“ rief er der Bedienung zu.

Nach einer halben Stunde, 4 Gläsern Wasser und dem unerträglichen Gelaber des Pfarrers kam endlich das Spanferkel. „Auf Euer Wohl, Fremder!“ ,sprach der Geistliche und hob seinen Bierkrug.
„Ja ja, schon gut...“ Shalidar hob missmutig sein Wasserglas. Das Verlangen, das Spanferkel zu vergiften und den gottverdammten Pfaffen einen langsamen, qualvollen Tod sterben zu lassen, wuchs von Minute zu Minute.
Nachdem sie fertig gegessen hatten, (eigentlich aß hauptsächlich der Pfarrer, Shalidar zog aus seinem Appetit sofort Rückschlüsse auf seine Figur, und verschmähte das Spanferkel.), wollte Shalidar aufstehen, um endlich aus dieser gottverdammten Hölle voller Fröhlichkeit zu verschwinden, als ihn der Pfarrer von hinten ansprach. In der letzten Stunde hatte Shalidar ihn hassen gelernt.
„Was wollt Ihr noch?“ , fragte er gereizt.
„Ähm, Ihr müsst schon bezahlen, Herr.“ ,sagte der Mann, im ersten Moment ein wenig verunsichert, dann kehrte sein fröhliches Lächeln in sein Gesicht zurück.
„Ach ja, natürlich.“ , murmelte Shalidar und zog eine Goldmünze aus seinem Beutel und reichte sie dem Wirt.
„Reicht das?“ , fragte er spöttisch.
„Aber, Herr, soviel habe ich nicht! Darauf kann ich nicht raus geben!“ ,stammelte der Wirt überwältigt.
„Schon gut, behaltet den Rest.“ ,sagte Shalidar finster und machte Anstalten wegzugehen.
„Danke, Herr! Ihr seid so großzügig und gutmütig, wie kann ich Euch das je vergelten!“
„Da fällt mir schon noch was ein....“ ,murmelte Shalidar.
Mit diesen Worten verließ er die Taverne, holte sein Pferd aus dem Stall ab und ritt weiter, sein Auftrag wartete auf ihn.

Auf seinem Weg nach Tristessa hörte Shalidar plötzlich ein leises Stöhnen. Er folgte dem Geräusch bis zu einer Straßengablung, dort fand er einen schwer verwundeten Blutelfen. Der rechte Arm des armen Teufels war an mehreren Stellen gebrochen, aus einer Kopfwunde floss das Blut. Selbst ohne das anatomische Wissen, das Shalidar besaß, hätte man gewusst, dass dieser Mann nicht mehr lange zu leben hatte.

Mancher würde an dieser Stelle vielleicht vermuten, Shalidar wollte dem Elfen helfen, oder ihm die letzte Ehre erweisen. Solche Vermutungen beruhen auf unverbesserlichen Optimismus, und ich möchte hier klarstellen: Shalidar ist ein kaltblütiger Auftragsmörder, kein schimmernder Recke. Er bewegte sich aus reiner Neugierde zu dem Verwundeten, eventuell auch, weil er ihn ausrauben wollte.
„Wer hat dir das angetan?“ ,fragte Shalidar neugierig, aber ohne jedes Mitleid.
„Die....die....“ ,der Blutelf fing an zu husten und spuckte Blut auf sein Hemd, „die Inquisition war es, Herr.“ Mit diesen Worten erlosch das Licht in den Augen des Elfen, ein kurzes Fühlen des Pulses bestätigte Shalidar, dass der Mann tot war.
Schnell durchsuchte Shalidar die Taschen des Gefallenen nach irgendwelchen Wertgegenständen, als er nichts fand, wandte er sich enttäuscht ab, und stieg auf sein Pferd, um weiterzureiten.
In diesem Moment sah Shalidar etwas Blitzendes auf sich zufliegen. Nur seinen trainierten, blitzschnellen Reflexen hatte er es zu verdanken, dass ihn das Wurfmesser nicht an den nächsten Baum heftete.
Er sprang vom Pferd, rollte sich ab und zog noch in der Bewegung beide Schwerter. Schon kamen hinter den 3 Bäumen, die Shalidar am Nächsten waren, in rote Kutten gekleidete Gestalten hervor. Ihr kreisförmiger Anhänger, den sie um den Hals trugen, zeichnete sie als Mitglieder der omnianischen Kirche aus. Und da sie mit Waffen umgehen konnten, konnte das nur eines bedeuten: Inquisitoren!

Einer der Männer, der Messerwerfer, zog ein zweites Wurfmesser aus dem Gürtel, der an seiner Schulter befestigt war, und wollte es nach Shalidar werfen, als er sich plötzlich, die Hand zum Wurf erhoben, unterbrach, und an sich herunter sah. Sein erstes Wurfmesser steckte ihm bis zum Haft in der Brust. Lautlos sank der Inquisitor zusammen, während sich langsam eine Blutlache um ihn bildete.
„Regel Nummer Eins, lass deine Waffen nie in der Nähe eines Gegners liegen.“ , sagte Shalidar ruhig, während der Inquisitor nach Luft schnappte.
Die zwei anderen, offensichtlich unbeeindruckt vom plötzlichen Ableben ihres Kollegen, waren vorsichtiger und versuchten, Shalidar einzukreisen. Auf einmal stürzte der eine hervor, seine Klinge hoch erhoben, bereit, sie im Körper des Meuchlers zu versenken. Shalidar parierte den Hieb geschickt, er grinste dabei wie ein Schuljunge. Auch die nächsten Attacken der Inquisitoren wurden mit Leichtigkeit pariert, plötzlich erfolgte ein Vorstoß des linken Inquisitors, mit einer schnellen Riposte lenkte er den Hieb so ab, dass der Folterknecht sein Schwert im Bauch seines Kameraden stieß.
„Regel Nummer Zwei, pass immer auf deine Kameraden auf oder arbeite alleine.“, sprach Shalidar belustigt. So langsam fing das an, Spaß zu machen.
Mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen gab der getroffene Inquisitor einen stummen Schrei von sich und sank dann zu Boden. Während sein Kollege noch vollkommen geschockt dastand, nutzte Shalidar die Gelegenheit, ihn mit einem einzigen Hieb zu enthaupten. Mit einem dumpfen Geräusch schlug der Kopf am Boden auf, während Shalidar sich vom Tod der beiden anderen überzeugte. Auf einmal ertönte ein leises Stöhnen von einem der Totgeglaubten.
„Sieh an, da zuckt ja noch etwas.“ ,lächelte Shalidar amüsiert. „Wer hat euch geschickt?“ ,fragte er den Mann.
Obwohl er unter geradezu höllischen Schmerzen leiden musste, grinste er. „Im Glauben bin ich stark, und wenn ich sterbe, wird mich Om im Himmel willkommen heißen, denn ich habe mir das Paradies verdient.“
„Durch das Abschlachten Unschuldiger?“ ,schrie Shalidar den Mann erzürnt an.
„Gottes Wege sind unergründlich, manchmal mögen sie steinig sein, doch solange ich an Om glaube, werde ich.....“
Shalidar brachte den Mann zum Schweigen, indem er sein Schwert tief in dessen Brust versenkte.
„Mit solchen Leuten kann man nicht normal reden... religiöse Fanatiker.“ , murmelte er finster.
Er hatte große Lust, seinem Frust an einem der Kadaver Ausdruck zu verleihen, doch er musste weiter, durfte keine Zeit verlieren. Schnell riss er von der Robe eines Inquisitors einen Streifen ab, um seine Schwerter zu putzen. Während er mit dem Stoff über die Klinge strich, merkte er, dass auch er eine Verletzung in diesem Kampf davongetragen hatte. Blut tropfte aus einer kleinen Wunde an seinem linken Unterarm, der Schnitt war nicht sehr tief, doch er würde eine Narbe davontragen. Trotzdem musste er die Wunde verbinden, er durfte nicht zulassen, dass ausgerechnet sein Schwertarm nicht zuverlässig war. Also riss er einen weiteren Stoffstreifen von der Robe des Inquisitors ab, um seine Wunde zu verbinden. Das Gewand der Folterknechte bestand aus purer Seide, wie Shalidar feststellte.
„Euer Gott ist anscheinend ziemlich spendabel.“ höhnte Shalidar, doch keiner war da, um seinen Spott zu vernehmen.


Ich tippe das Ganze im OpenOffice, und leider übernimmt er hier keine Kursivschrift, also seht mir nach, falls ich vergessen habe, irgendwo Gedanken kursiv zu markieren. ;)
Kritik, Kommentare und Verbesserungsvorschläge sind wie immer gern gesehen.
Das Kapitel ist etwas länger geworden als gedacht, aber ich wollte den Schreibfluss nicht unterbrechen^^

The Infected
03.09.2009, 22:17
Kapitel 5
Durch den Lärm des Kampfes war Shalidar's Hengst ausgerissen, und so musste er wohl oder übel zur Fuß weitergehen. Stets wachsam hielt er nach weiteren Inquisitoren Ausschau, die ihn in einen Hinterhalt locken könnten. Beinahe wünschte er sich, dass ihm einer dieser sogenannten Männer Gottes über den Weg laufen würde, nur damit er einen Grund hätte, eines dieser Schweine aufzuschlitzen.
Es wurde langsam dunkel, als Shalidar einen kleinen Lagerplatz eines Fischer ausmachte. Er zog sich die pechschwarze Kapuze seines Mantel tiefer ins Gesicht und glitt lautlos in die Schatten.

Wenig später verstaute er die Leiche des Fischers etwas vom Lager entfernt im Wald, wischte seine frisch besudelte Klinge am Hosenbein des toten Fischers ab, und kehrte zu seinem neuen Lagerplatz zurück.
Er verspürte keinerlei Reue oder Schuld, weil er den Fischer ermordet hatte. Immerhin war das sein Beruf.


Nachdem er noch einige Vorkehrungen gegen eventuelle Angriffe im Schutze der Nacht getroffen hatte, fiel er in einen leichten, traumlosen Schlaf.


Es war noch mitten in der Nacht, als Shalidar von einem Schrei geweckt wurde. Er war sofort hellwach, zog ein Wurfmesser aus dem Schultergurt, bereit, es auf jeden Feind in der Nähe zu schleudern. Dann bemerkte er, dass es nur eine simple Eule war, die sich in einer seiner Fallen verfangen hatte. Aus Prinzip tötete er das Tier trotzdem und legte sich beruhigt schlafen.

Als er am nächsten Morgen aufwachte, fühlte er sich wieder erfrischt und bereit, neue Morde zu begehen.
Ha, wenn es eine ganze kirchliche Bewegung voller Menschen gibt, die ohne Reue für ihren Gott morden, dann kann ich das doch wohl auch für Geld tun! ,dachte Shalidar belustigt und machte sich auf den Weg nach Westen, nach Tristessa.
Da sein Pferd zusammen mit Proviant und Karte ausgerissen war, musste er sich nach seinem Gefühl richten und sich am Stand der Sonne orientieren, die im dichten Wald jedoch schwer zu sehen war. Doch nachdem er eine Stunde gewandert war, hörte er Gelächter zu seiner Linken.
Er folgte dem Geräusch und sah wenig später die Kapelle von Tristessa.
„Ich komme, Erzbischof“ ,dachte Shalidar, „und wenn ich da bin, kann dir auch dein Gott nicht mehr helfen.“
Da hatte er eine Idee. Geschwind kehrte er zu den getöteten Inquisitoren zurück und nahm die Robe des Messerwerfers an sich. Er zog sie sich an, und bemerkte erfreut, dass seine Schwerter unauffällig unter dem Gewand verschwanden. Tief zog er sich die blutrote Kapuze der Inquisition ins Gesicht, um nicht erkannt zu werden. Schließlich nahm er eine demütige Haltung ein, die Hände fromm gefaltet, allein sein schelmisches Grinsen könnte ihn verraten.
In dieser Aufmachung schritt er langsam nach Tristessa, um dem Erzbischof einen Besuch abzustatten.
In Tristessa angekommen, bemerkte er, dass dort geschäftiges Treiben herrschte. Leise flüsternd, wie im Gebet, bewegte er sich zwischen den Gläubigen, um nicht aufzufallen. Plötzlich sprach ihn ein Inquisitor an.
„Habt ihr den Schweinehund gefasst?“ , fragte er.
„Was?“ , fragte Shalidar, im ersten Moment verwirrt.
„Den Mörder.“ , sagte der Mann. „Habt ihr den Mörder unserer Brüder gefasst?“ , fragte er.
„Ah, ja. Ja, haben wir, … Bruder.“ , log Shalidar.
„Gut, dann seht zu, dass ihr zum Erzbischof kommt, er will sich persönlich um das Schwein kümmern. Aber passt auf, man hat mir gesagt, dass er sehr listig sei.“
„Ach, wirklich? Danke für die Warnung, ich werde sie beherzigen.“ Shalidar konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
Langsam ging er weiter, zur Kapelle, in der der Erzbischof residierte. Adrenalin schoss ihm ins Blut, als er den Mann erblickte. Er stand gerade über einem gebückten Mann, der nur noch stehen konnte, weil er von zwei Wachen auf den Beinen gehalten wurde.
„Warum wollt ihr weg von hier, mein Sohn? Ich wollte euch nur helfen.“ ,sagte der Erzbischof bedauernd.
„Helfen? HELFEN? Ihr habt mir 3 Finger abgeschnitten!“ , rief der Mann und hielt zum Beweis seine verkrüppelte Hand hoch.
„Das tat ich, um euren Geist zu reinigen, mein Sohn. Und nun geht hin in Frieden. Kehrt zu eurer Kammer zurück.“
„Ihr könnt mich nicht festhalten, ich werden wieder fliehen!“ , schrie der Mann dem Erzbischof ins Gesicht.
„Nein, das werdet ihr nicht.“ ,sagte der Erzbischof ruhig. Und an die Wachen gewandt: „Brecht ihm die Beine, beide.“
Die Augen des Gefangenen weiteten sich vor Schreck, als er sah, wie einer der Wachmänner einen großen Vorschlaghammer hob.
„Bitte tut das nicht! Bitte nicht! Nein!“ , die Schreie des Mannes endeten in einen zweimaligen Knacken, als der Vorschlaghammer seine Schienbeine zertrümmerte. Seine Beine krümmten sich in einem unnatürlichen Winkel, als er weinend zusammenbrach. Der Erzbischof beobachte alles ruhig, dann ging er.
„Schleift ihn in sein Quartier zurück. Er soll über seine Tat nachdenken.“ , sagte er zu den Wachen.
Gegen seinen Willen war Shalidar von der Kaltblütigkeit des Bischofs beeindruckt. Seine Lippen verzogen sich zu einem fiesen Grinsen, als er daran dachte, endlich einen ebenbürtigen Gegner gefunden zu haben. Das klang nach Spaß.
Langsam zog er eines seiner Wurfmesser, bereit, den Erzbischof damit zu töten, sobald er sich umdrehte. Und tatsächlich, in diesem Moment drehte der Bischof ihm den Rücken zu. Shalidar strecke den Arm, spannte die Muskeln und warf.
Mit tödlicher Präzision flog das Wurfmesser auf den Hinterkopf des Erzbischofs zu, und Shalidar hörte bereits den erschlafften Körper am Boden aufschlagen, als das Messer plötzlich in der Luft stehen blieb und zu Boden fiel.
Verdammt! Magie! Das hätte ich mir eigentlich denken können! Der Priester sagte doch, dass der Erzbischof die Künste der Magie beherrschte. , dachte Shalidar verärgert. Doch gleichzeitig freute er sich darüber, jemanden gefunden zu haben, mit dem er sich messen konnte.
Langsam drehte sich der Bischof zu ihm um, hob lächelnd die Hand zum Gruß, und sagte: “Mein Sohn, glaubt Ihr wirklich, ein einfaches Messer könnte mich aufhalten? Doch nicht wirklich, oder? Was wollt Ihr hier?“
„Ich wurde beauftragt, Rache zu üben für die Vergewaltigung und den Mord eines Knaben von zwölf Jahren!“ ,antwortete Shalidar.
“Was, das ist alles? Aber das machen alle!” , lachte der Bischof. “Ja, die ganze Kirche besteht aus Pädoph...” Der Rest des Satzes endete in einem erstickten Keuchen, als Shalidar ihm die Faust in die Magengrube rammte.
“Ihr solltet mehr kämpfen und weniger reden, Knabenliebhaber!” , lachte er den Priester aus.
Schwer atmend trat der Bischof einen Schritt zurück. “Sehr gut, Schurke. Aber eins solltet ihr bedenken: Wir sind in der Überzahl.” Nach diesen Worten traten schweigend 7 Inquisitoren aus den Schatten.
“Sagte Euch Euer Auftraggeber nicht, dass ich schwer bewacht bin? Habt Ihr wirklich geglaubt, ich riskiere mein Leben in einem Faustkampf mit einem drittklassigen Assassinen? Wir sind 8 zu 1 in der Überzahl!” , lachte der Bischof.
“Erstens glaube ich an garnichts, zweitens bin ich nicht drittklassig, und drittens...” Shalidar drehte sich um und stieß seinen Dolch dem nächstgelegenen Inquisitor in die Kehle, “seid ihr nur zu siebt!”
“Ihr haltet das für ein Spiel, Assassine? Aber das hier ist Ernst! Wir arbeiten im Namen Gottes!” , schrie der Bischof.
“Im Namen Gottes? Ihr brecht Unschuldigen im Namen Gottes die Beine? Und Ihr glaubt, Ihr seid im Recht?” Der Mann schien wirklich davon überzeugt zu sein.
“Wir sind im Recht! Warum wollt Ihr das nicht begreifen? Diese Leute mussten sterben, ihr Tod mehrt den Ruhm Oms! Ich tat so, wie der Herr es mir aufgetragen hat!”
“Der Herr? Ihr glaubt wirklich, dass Gott von euch verlangt, zu foltern und zu töten? Ich habe nichts gegen Folter und Mord, aber in Gottes Namen zu töten ist armselig! Sucht euch einen vernüftigen Grund!” Mit diesen Worten attackierte Shalidar den Bischof, er zielte mit seinem Dolch direkt auf die Kehle des Mannes, hätte sie durchschnitten wie ein warmes Messer durch Butter, doch einer der Inquisitoren fing den tödlichen Hieb ab, indem er zwischen Shalidar und den Bischof sprang. Er schrie schmerzerfüllt auf, als das Messer seine Brust zerfetzte. Der Bischof schien es nicht einmal wahrzunehmen. Shalidar blinzelte verwirrt.
“Ich gebe zu, Eure Männer dienen euch mit Leib und Leben, wortwörtlich. Mal sehen wie viele von ihnen ich töten muss, bis ihr Wille gebrochen ist.” , sagte Shalidar.
Nachdenklich strich der Erzbischof über die Blutflecken auf seiner Robe, dann sah er zu dem sterbenden Mann am Boden, als würde er ihn erst jetzt bemerken. Der Mann gab ein röcheldes Geräusch von sich.
“Mein Sohn, fahre auf in den Himmel, auf dass du Oms Güte spüren kannst.” , sagte der Erzbischof ruhig.
Das Licht in den Augen des Sterbenden erlosch endgültig, doch er starb mit einen glückseligen Lächeln auf den Lippen. Erneut war Shalidar beeindruckt, diese Männer taten wirklich alles für ihren Herrn. Plötzlich schrie der Bischof: “Auf ihn! Aber tötet ihn nicht, ich will mich eingehender mit ihm beschäftigen!” Mit diesen Worten drehte er sich um und rannte zu einer Kutsche, die bereitstand.
Nein, nein! , dachte Shalidar verzweifelt. Er darf nicht entkommen, verdammt! Doch die Kutsche startete schon, und mehrere Inquisitoren gingen auf ihn zu und kreisten ihn ein.
Mit einem Hechtssprung schaffte es Shalidar aus ihrer Mitte, doch es war zu spät. Die Kutsche rollte schon los, er konnte sie nicht mehr einholen. Langsam drehte er sich zu den Inquisitoren um. Zorn blitzte in seinen Augen auf, doch sofort beruhigte er sich wieder. Er war Profi. Gefühle konnte er sich nicht leisten. Mit der Ruhe eines Gletschers und genauso tödlich ging er auf den nächststehenden Inquisitor zu.
“Macht euch bereit zu beten, denn ihr seid des Todes!” ,sagte er ruhig. Langsam zweifelten die Inquisitoren an ihrer Überlegenheit. Die zwei unter ihnen, die intelligent waren, ergriffen schlagartig die Flucht. Langsam schritt Shalidar auf die 3 übrig gebliebenen Männer zu. Während er ging, zog er seine Schwerter, von denen das bereits bekannte Gift tropfte und sich mit einem zischenden Geräusch in die Steinfließen fraß. Als ein Tropfen in die Blutlache, die sich um den Kadaver des Inquisitors ausbreitete, fiel, zischte es leise und das Blut färbte sich bläulich.
Die Folterknechte starrten gebannt auf das Blut ihres gefallenen Kameraden, und diese Unaufmerksamkeit nutzte Shalidar eiskalt aus. Er sprang nach vorne, stieß sich im Flug von einem Tisch ab und stürzte, einem Adler gleich, auf einen der Männer zu, die Klingen gekreuzt. Mit einem einzigen, kräftigen Hieb trennte er dem Mann beide Arme ab, und während dieser blutend und schreiend zu Boden ging, widmete Shalidar seine Aufmerksamkeit schon dem nächsten Feind. Der zog seinerseits die Waffe seiner Wahl – ein Kurzschwert – und ging damit auf Shalidar los. Der Mann war ein ungeübter Kämpfer und der Assassine hatte jahrelange Ausbildung genossen. Spielend leicht und mit dem Grinsen des wahren Sadisten parierte Shalidar jeden seiner Schläge, bevor er ihm beide Schwerter gleichzeitig in der Brust seines Gegners versenkte. Stöhnend brach der Mann zusammen. Langsam breitete sich eine Blutlache um seinen Körper aus.
Von Angst geschüttelt ging der verbliebene Inquisitor rückwärts, versuchte zu fliehen. Shalidar drehte sich zu ihm um und zog mit frostiger Ruhe ein Wurfmesser.
Der Mann ging immer schneller rückwärts, stolperte über die Leiche seines Kameraden, fiel zu Boden und reckte angsterfüllt die Hände zum Himmel.
“Bitte, tötet mich nicht! Ich habe im Namen des Herrn gehandelt!” , wimmerte der Mann verzweifelt.
Mit langsamen Schritten und ohne jede Spur von Mitleid in den Augen schritt Shalidar auf den am Boden liegenden Mann zu. “Wisst ihr, ich verachte Euresgleichen. Ihr tötet feige, denn ihr tötet Unschuldige, Frauen, Kinder. Kämpft gegen einen Gegner, der Euch gewachsen ist. Doch erst im nächsten Leben. Grüßt Euren Gott von mir, Priester.” , sagte Shalidar ruhig und stieß dem Mann seinen Dolch in die Kehle. Erneut riss er einen Stofffetzen aus der Kleidung des Toten, säuberte damit seine Klingen und machte sich auf, um den Erzbischof zu finden. Noch nie hatte es jemand geschafft, ihm zu entkommen. Aber er würde ihn einholen... und es zu Ende bringen.

business as usual - Kritik, Kommentare und Verbesserungsvorschläge sind wie immer gern gesehen.

Raikou_1203
04.09.2009, 09:58
0.0 miep?

Kritik? Verbesserungsvorschläge? *lol?* Da fällt mir nichts ein. ^^

Nur eins noch:
Will weiterlesen!! :D:]

The Infected
10.09.2009, 17:41
0.0 miep?

Kritik? Verbesserungsvorschläge? *lol?* Da fällt mir nichts ein. ^^

Nur eins noch:
Will weiterlesen!! :D:]
Danke, wer hätte gedacht, dass die Geschichte so gut aufgenommen wird. :D Das nenn ich mal Motivation zum Weiterschreiben. ;)

Apropos Weiterschreiben:

Kapitel 6

Mit vor Angst schriller Stimme trieb der Erzbischof den Kutscher an. „Schneller, Hundesohn!“ , schrie er. Der Kutscher beeilte sich, so schnell zu fahren wie er konnte, denn er wusste um die Macht der Inquisition. Und um ihre Schüreisen.

Nachdem Shalidar mit der Reinigung seiner Waffen fertig war, ging er langsam durch Tristessa, auf der Suche nach einem Pferd, denn er wusste, dass er zu Fuß kaum Chance hatte den Bischof einzuholen. Leise schlich er durch das Dorf, bedacht darauf, nicht noch weiter Inquisitoren anzulocken, doch er wusste, es würde nicht lange dauern, bis die zwei, die entkommen waren, Verstärkung holen würden. Verdammt, er musste hier weg, bevor...
„Da ist er! Haltet ihn!“ Der plötzliche Ruf riss Shalidar aus seinen Gedanken. Sofort war er wieder bei der Sache, die Schwerter hoch erhoben und bereit für den Kampf.
In der Ferne erschienen 2 Inquisitoren auf Pferden. Er erkannte, dass es dieselben waren, die vorher geflohen waren, und nun kamen sie ohne Verstärkung zurück. Anscheinend vernebelte ihr Glaube ihre Gedanken. Shalidar lächelte finster, während er ein Wurfmesser zog und es mit tödlicher Präzision auf den ersten Inquisitor warf. Das Messer traf sein Ziel und warf den Inquisitor vom Pferd, er blieb reglos liegen. Der andere Mann war vorsichtiger, er stieg vom Pferd, um nicht dasselbe Schicksal zu erleiden wie sein Kamerad. Auf dem Rücken trug er einen langen Holzstab, den er jetzt in die Hand nahm. Bei dem Gedanken, gegen jemanden mit einem Stück Holz in der Hand zu kämpfen, musste Shalidar unwillkürlich grinsen. Doch da stürzte sein Feind schon mit hoch erhobenen Stock auf ihn zu, bereit, ihm die Schädeldecke zu zertrümmern. Der Stock sauste auf Shalidar nieder... und blieb im Schwert des Schurken stecken. Während der Inquisitor noch verdutzt schaute, durchbohrte Shalidar ihn mit seiner zweiten Klinge. Mit dem Fuß stieß er die Leiche aus der Klinge und bückte sich, um seine Waffe an der Robe seines gefallenen Gegners zu säubern. Gegen seinen Willen musste er erneut grinsen.
Verdammt, so viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr... , dachte er amüsiert.
Dann schritt er langsam zu dem Mann, den er mit seinem Messerwurf vom Pferd geholt hatte. Er lebte noch.
„Sag mir, wohin der Erzbischof unterwegs ist! Und ich will keine Zitate aus deinem Heiligen Buch hören, nur Informationen!“ , schrie er den Verwundeten an.
„Du kannst mir nichts anhaben, mein Gott schützt mi....argh!“ Der Mann schrie schmerzerfüllt auf.
„Ich sagte, kein Gottesgerede. Und jetzt erzähl mir was über den Erzbischof, oder soll ich dir noch einen Finger brechen?“ Shalidar grinste. Er liebte es, die Machtposition innezuhaben.
„Schon gut, schon gut.“ Der Mann spuckte blutig aus. „Seine Heiligkeit ist auf dem Weg nach Stormwind.“

[Kurze Erklärung für alle, die nicht so bewandert im Warcraft-Universum sind: Stormwind ist die Hauptstadt der Menschen und Teil des Allianzgebiets]

„Nach Stormwind?“ Shalidar konnte seine Überraschung nicht verbergen. „Wieso sollte er dorthin wollen! Das ist Herrschaftsgebiet er Allianz! Seit Jahrhunderten sind wir verfeindet!“
„Ja, offiziell. Doch die Inquisition kennt keine Grenzen, wir arbeiten fraktionenübergreifend. Und ihr könnt mich nicht töten, nur diese sterbliche Hülle, und dann werde ich in den Himmel auffahr....argh! Hurensohn!“ Ein lautes Knacken ertönte. Erneut schrie der Inquisitor.
„Du lernst nicht aus Fehlern, was? Wenn das so weitergeht, hast du bald keine Finger mehr, die ich dir brechen kann.“
„Ich spucke auf Euch, Atheist. Auf Euch und Euresgleichen!“ Die Stimme des Folterers war nur noch ein leises Flüstern. Er schloss die Augen, bereit, in den Schlaf der Toten zu fallen. Doch diesen Gefallen wollte Shalidar ihm nicht erweisen. Er rüttelte ihn.
„Noch seid Ihr nicht tot! Und ich lasse Euch erst ins Gras beißen, wenn ich erfahren habe, was ich hören will!“
„Lasst mich gehen. Meine Zeit auf dieser Welt nähert sich dem Ende. Selbst Ihr könnt nichts dagegen unternehmen.“ , sagte der Inquisitor mit der Ruhe des wahrhaft Todgeweihten.
„Nein, das kann ich wohl nicht.“ , gab Shalidar zu. Seine Augen blitzten boshaft auf. „Aber ich es Euch unangenehmer gestalten!“ Tief versenkte er seinen Dolch in der Kehle des Mannes, während sich ein Blutschwall auf die Robe des Inquisitors ergoss. Auch die Robe, die Shalidar als Tarnung benutzt hatte, war von Blutflecken geziert. Geschwind zog er sie aus, putzte seinen Dolch und ging zu den Pferden der Inquisitoren. Gott sei Dank hatten sie sich nicht aus dem Staub gemacht. Er stieg auf ein Ross, das dem seinen gar nicht so unähnlich war, auf, und ritt zurück nach Silbermond. Erstmal musste er sich einen Plan überlegen und seine Vorräte nachfüllen. Er konnte nicht einfach nach Stormwind reiten. Wenn es stimmt, was der Mann gesagt hatte, dann war der Einfluss des Erzbischofs in Stormwind ebenso groß wie in Silbermond. Er musste unerkannt nach Stormwind, und er kannte jemanden, der ihm dabei helfen konnte.
„Verdammt, so langsam frage ich mich, ob 1000 Gold das alles wert sind...“, murmelte er finster.


Bald folgt das nächste Kapitel. Ich glaube, es ist nicht nötig zu erwähnen, dass Verbesserungsvorschläge etc. gern gesehen sind?^^