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DieFlamme
15.05.2009, 18:15
Titel: Lucas
Autor: Kevin Brooks
Verlag: (England) The Chicken House (Deutschland) Hier und jetzt
Besonderes: Jugendliteraturpreis Buxtehuder Bulle 2006
Nominierung für den Deutschen Jugendliterauturpreis 2006
Nominierung für den Gustav- Heinemann- Friedenspreis
Nominierung für den Guardian Children's Book Award
Übersetzung: Uwe-Michael Gutzschhahn

Es war mein Vater, der die Idee hatte, ich sollte über Lucas, Angel und alles andere, was im letzten Sommer passiert ist, schreiben. >>Du wirst dich dadurch nicht besser fühlen<<, sagte er, >> vielleicht wird sogar eine Weile alles noch schlimmer. Aber du darfst nicht zulassen, dass die Traurigkeit in dir drinnen stirbt. Du musst ihr ein bisschen Leben gönnen. Du musst...<<
>> ... alles rauslassen?<<
Er lächelte. >> So ungefähr.<<
>> Ich weis nicht, Dad<<, seufzte ich. >> Ich bin mir nicht sicher ob ich eine Geschichte schreiben.<<
>> Ach was, Unsinn. Jeder kan eine Geschichte schreiben. Es ist das Einfachte von der Welt. Was glaubst du, wie ich es sonst schaffen würde, damit mein Geld zu verdienen. Du musst nur die Wahrheit erzählen, genau so, wie es war.<<
>> Aber ich weiß nicht, wie es war. Ich kenne nicht alle Details, alle Fakten -<<
>> Geschichten sind keine Fakten, Cait, auch nicht Details. Geschichten sind Gefühle. Du hast doch deine Gefühle, oder etwa nicht?<< >> Eher zu viele.<< sagte ich.
>> Na bitte, das ist alles, was du brauchst.<< Er legte seine Hand auf meine. >> Wein dir eine Geschichte, kleines. Es geht. Glaub mir.<< Und genau das habe ich gemacht, ich habe mir eine Geschichte geweint. Und das ist sie.

Klappentext

In die abgeschlossene Welt einer Insel vor der englischen Küste kommt Lucas, ein rätselhafter jugendlicher Fremder, der das Leben der 15- jährigen Cait unwiderruflich verändert.

Die Menschen auf der Insel mögen keine Fremden, die nicht in ihr Bild passen. Und so beginnt in der Schwüle eines drückenden Sommers das Misstrauen zu lodern und falsche Gerüchte werden geschürt- bis eine unauhaltsame Hetztjagd beginnt. Kann Cait, die als einzige von Lucas Unschuld überzeugt ist, die mörderische Meute aufhalten?

Eine Geschichte über Liebe und Hass - und alles, was dazwischen liegt.


Letzter Abschnitt im Vorletzten Kapitel (Zweiundzwanzig)

Der Moment ist ewig.
Lucas war an den Überresten des alten Holzbootes stehen geblieben und warf einen Blick über den Schlick in Richtung Wald. Er stand von mit abgewandt und stützte eine Hand auf den schwärzlichen Balken, der aus dem Schlick emporragte. Ich konnte sein Gesicht nicht sehen, aber das musste ich auch gar nicht. Seine Züge waren fest in meinem Hirn eingeprägt - seine blassblauen Augen, sein trauriges Lächeln, seine flüchtige Gegenwart. Die Wolken teilten sich und eins Lichtsäule brauch aus dem Himmel und hüllte ihn in Gold. Ich sah seine Haut, seine Kleidung, sein Haar, seinen Körper... ich sah, wie er einen morschen Holzsplitter von dem Bootswrack löste und ihn zwischen den Fingern zerrieb. Ich sah, wie er am Wrack vorbei hinüber in die Seele des Schlicks blickte.
und dann trat er mit einer einfache Bewegung aus dem Sonnenstrahl und versank in den Luftlosen Tiefen.

Dreiundzwanzig

Dad hatte recht, als er sagte, ich würde mich, wenn ich dies aufschriebe, nicht besser fühlen - genau so war es. Es hat mir ein paar Dinge klar gemacht. Es hat mich ein bisschen was über mich selbst gelehrt. Es hat mir gezeigt, was ich war oder was ich glaubte zu sein. Und ja, es hat der Traurigkeit ein bisschen Leben gegönnt. Aber ich glaube nicht, dass er mir geholfen hat, irgendetwas zu verstehen. Es hat keine Fragen beantwortet. es hat nichts veröndert.
[...]
Als Lucas aus dem Sonnenstrahl trat und im Schlamm versank, als ich sah, wie der strohblonde Wuschelkopf in den schimmernden Schlick gesogen wurde... das war das Ende des Moments. Er war weg. es war zu Ende. Vorbei. Erledigt. Ich weiß es heute und ich wusste es damals. Auch als sich der Schlamm setzte und keine Blasen mehr aufstiegen, wusste ich es. Auch als ich weinte und schrie und mich in den Schlamm warf, wusste ich es. Auich als Dad und Dominic reinsprangen, mich heraus zogen und mir den Schlamm aus dem Mund kratzten, wusste ich es. Es war vorbei. Ich wusste es tief in meinem Innern.
Es war mein Ende.
Aber alles andere ging weiter.
Die Erde drehte sich weiter.
[...]
Jetzt ist es Spätnachmittag, ungefähr halb sechs. Hochsommer. Heiß, aber nicht zu heiß. warm genug für Shorts und T- Shirt. Der Himmel glänzt in dem wunderbaren silbernen Licht, das bis zum Abend anhält, und das Haus ist still. Dominic ist wieder zurück von der Uni und nimmt grade ein Bad, nachdem er am Strand gejoggt ist. Ich kann den Wassertank auf dem Dachboden tropfen hören - teck, tock, tock... teck, tock, tock...teck, tock, tock - wie eine zögernde Uhr. unten höre ich Dad in seinem Arbeitszimmer tippen. Und aus dem Garten höre ich Deefer im Schhaten unter dem Kirschbaum auf einem Knochen kauen.
Morgen ist Lucas' erster Todestag.
Ich werde früh aufstehen, einen Spaziergang zum Strand machen und dort eine Weile stehen bleiben und über das watt schauen, so wie ich es jeden Tag tue. Wahrscheinlich werde ich ein paar Worte sagen und dem Wind lauschen. Möglicherweise werde ich nach der verfärbten Luft ausschau halten, aber ich weis, dass ich sie nicht finden werde. Ich werde einfach nur da stehen, den Geruch des Meeres einatmen, den Wellen zuhören, wie sie sanft ans Ufer lappen, dem Wind, dem knirschenden Sand, den Seevögeln... und dann werde ich nach Hause kommen und mein Leben weiterführen.
So wird es sein.
man macht einfach weiter.
Es gibt kein Ende.

Über den Autor
Kevin Brooks studierte in Birmingham und London, versuchte sich als Musiker und verdiente sein geld lange teit mir Gelegenheitsjobs, bevor er mit dem Schreiben begann. Kevin Brooks lebt heute in Manningtree, Essex. >>Lucas<< ist sein Zweiter Roman, der in Engaldn für den Guardian's Children Fiction Prize sowie für die Carnegie medal nominiert wurde. Auch in Deutschland wurde das Buch bereits mehrfach ausgezeichnet, es wurde für den Deutsche Jugendbuchpreis 2006 (Jugendjury) nominiert und erhielt im Juli 2006 den >>Buxtehuder Bulle<<, der von einer kritischen Jugendjury vergeben wird.

Kommis sind definitiv erlaubt XD
flämmchen

Der Doktor
15.05.2009, 18:17
Stammen diese Zeilen aus einem Werk von dir oder aus einem kommerziellen Buch? Dann wäre ich ein wenig vorsichtig mit dem Posten längerer Abschnitte, das sehen die Verlage nicht gerne, wenn nicht nachgefragt wird. ;)

DieFlamme
15.05.2009, 21:03
erstes kommi...ich nur WTFO.O??du hast recht,aber das hier is ja eh nur ein eizel post,mehr wirds ned;P