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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Amnesie für Doping-Trainer?



Sargnagel
08.04.2009, 19:30
Doping-Opfer-Hilfe attackiert DDR-Trainer

Die Doping-Opfer-Hilfe (DOH) hat die Erklärung von fünf ehemaligen Leichtathletik-Trainern der DDR massiv kritisiert. Solche Geständnisse hätten mit Aufarbeitung nichts zu tun.

Die Doping-Opfer-Hilfe (DOH) hat vehement Einspruch gegen die Erklärung von fünf ehemaligen DDR-Leichtathletik-Trainern zu ihrer Dopingvergangenheit erhoben und Widerstand angekündigt. "Geständnisse, die nach zwanzig Jahren nicht über längst Bekanntes und Belegtes hinausgehen, die keinen Beitrag zur Aufklärung leisten, sind ein Versuch der Verschleierung der Vergangenheit, nicht Aufarbeitung", heißt es in einer Pressemitteilung des in Weinheim ansässigen Vereins: "Geht eine Resozialisierung der Trainer um des Erfolgs Willen über die Schmerzen der Opfer? Nein!"

Weiter schreib die Organisation: "Meinen diese Trainer wirklich Versöhnung mit den Opfern, wenn sie zugleich im Konjunktiv anmerken: "Sollte es körperliche Beeinträchtigungen gegeben haben, so tut uns dies leid"?"

Die Folgeschäden seien hundertfach belegt. "Ob die ehemalige Leichtathletin Frau G., die durch Dopingmittel lebensbedrohlich erkrankt ist und heute um ihr Leben ringt, diese In-Frage-Stellung (...) versteht? Und mit ihr alle anderen Geschädigten?"

"Generalamnestie" befürchtet

Die Opfer halten die von Bundesinnenministerium, Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) und Deutschem Leichtathletik-Verband (DLV) akzeptierte Erklärung für den Anfang einer "Generalamnestie".

Auch die DOH stehe für Verzeihen und eine zweite Chance: "Aber dies müssen sich die Täter verdienen." Voraussetzung dafür sei eine schonungslose Offenlegung der Beteiligung jedes einzelnen Trainers am Zwangsdopingsystem der DDR. Der Verein erklärte zugleich seine Bereitschaft, eine "redliche Aufarbeitung durch Sportpolitik und Sportverbände" zu unterstützen.

Am Montag hatten sich die fünf Trainer Rainer Pottel, Maria Ritschel, Gerhard Böttcher, Klaus Baarck und Klaus Schneider mit einer Erklärung zu ihren Verfehlungen bekannt und sich bei den Opfern entschuldigt.

http://www.focus.de/sport/mehrsport/allgemein-doping-doping-opfer-hilfe-attackiert-ddr-trainer_aid_388438.html

Erst windet man sich jahre-, wenn nicht jahrzehntelang, und jetzt will man mit so einer lapidaren Entschuldigung reinen Tisch machen? Nix da! So leicht sollten die nicht davonkommen! Vor allem sollten diese Personen nicht weiterarbeiten dürfen!

Wie seht ihr das? Mund abwischen, weitermachen- oder nach all den Jahren einfach Schwamm drüber?

Froschgott
08.04.2009, 20:33
Ich hoffe für ihn, dass er keine Amnesie bekommt. Über eine Amnestie würde er sich aber sicher freuen.

:tongue:

Sargnagel
09.04.2009, 11:41
Ich bin schon seit geraumer Zeit dazu übergegangen, bestimmte Sportarten gar nicht mehr anzuschauen, weil gerade in Bezug auf Doping scheinbar gar keine wirkliche Aufklärung verfolgt wird (Beispiel Drahteselrennen). Blöd nur, dass man kaum noch Sportarten findet, in denen nicht gedopt wird (oder man zumindest stark den Eindruck hat).

Das ist auch der Grund, warum ich übers Doping so wenig schreibe, auch wenn es fest zum Sport gehört und es täglich Neuigkeiten gibt: das Thema ist echt ermüdend...


Dass der Sport sich damit selbst kaputt macht, merken die Sportler aber anscheinend nicht. Bestes Beispiel:


Dopingverdacht: Polizei untersucht Zentrifuge auf Fingerabdrücke

Eine Blutzentrifuge könnte österreichische Sportler des Dopings überführen. Das Gerät wurde in der ungarischen Wohnung des inhaftierten Sportmanagers Stefan Matschiner gefunden.

Die ungarische Polizei, die die Zentrifuge am Wochenende sichergestellt hatte, vermutet, dass Fingerabdrücke zu österreichischen Sportlern führen könnten, die gedopt haben. Der wegen Dopings gesperrte österreichische Radprofi Bernhard Kohl hatte in der vergangenen Woche gestanden, die Zentrifuge zusammen mit zwei weiteren Sportlern gekauft zu haben. Die Polizei hofft, dass sie nun herausfinden kann, wer die beiden anderen Sportler waren.

Dopende Athleten gehen in Österreich straffrei aus. Belangt werden können auch nach Verabschiedung des neuen Dopinggesetzes im Augst 2008 nur diejenigen, die anderen zum Blutdoping verholfen oder mit Dopingmitteln gehandelt haben.

Ungeachtet dessen hat Matschiners Anwalt die Haftentlassung seines Mandanten beantragt.

http://www.zeit.de/news/artikel/2009/04/07/2768879.xml

Nun holen sich die Jungs schon ihre eigenen Geräte! Das ganze hat eine so pervers professionelle Art angenommen, dass man diesen Sport im Profibereich eigentlich ganz einstellen müsste! :(