Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was tun mit den Linken?
Sargnagel
26.02.2008, 14:29
Alle dachten, dass in der SPD nach Becks Aussage jetzt alle Dämme brechen und böse Richtungsdiskussionen die nächsten Tage/Wochen bestimmen, aber der SPD-Vorstand zeigte sich jetzt fast einstimmig überzeugt von Becks Idee, Ypsilanti von den Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Somit ist der interne Streit erst einmal abgewendet. Ob es klappt, steht auf einem anderem Blatt und man darf sich nicht zu sicher sein- siehe Heide Simonis 2005, wo ein Abweichler in den eigenen Reihen reichte, um ihre Kandidatur zu Fall zu bringen. ;)
Für FDP und CDU ist das natürlich ein gefundenes Fressen, einige beten schon das Ende der großen Koalition herbei- auch wenn die Kanzlerin bislang gelassen bleibt.
Meine Frage an euch: Ist der Schritt der SPD richtig? Oder soll man die Linke links liegen lassen?
Der Börner 3000
26.02.2008, 14:45
Meiner Meinung nach sind die Linken, ein Überbleibsel der DDR, und genau so schlimm wie die Rechte Szene. Die sind alle gegen unsere jetzige Staatsform, protestieren gegen alles und wollen am liebsten, dass alle leute gleich werden - gleich arm.
Avantenor
26.02.2008, 15:09
Die Linken sind zwar ständig dagegen, aber ihre Eliten wissen ziemlich genau, daß der Sozialismus nicht funktioniert hat. Es ist zwar ein Sammelbecken von Träumern, aber scheinbar gibt es genug, die ihre Träumereien teilen, sonst wären sie nicht gewählt worden. Auch denke ich nicht, daß sie in den West-Landtagen gewählt werden, weil alle Wessis auf einmal der DDR-Romantik verfallen sind, im Gegenteil. Abweichler mit kritischen Meinungen gibt es überall, ich erinnere nur an die sehr rechten Aussagen mancher CDU-Politiker und die ultrakonservativen Meinungen der CSU. Da würde jetzt aber auch keiner auf die Idee kommen zu sagen, die CDU / CSU ist keine demokratische Partei.
Die Linke ist Beispiel für die Schwäche der SPD und die rückwärts gerichteten Träume eines Großteils der Bevölkerung nach den goldenen Zeiten des Wirtschftsaufschwungs und des Wohlstands, wie er noch bis Anfang der 90er dauerte. Leider haben sich die Realitäten ein wenig geändert und die SPD hatte sich dem angepasst. Resultat, sie hat ihr eher idealistisches Klientel teiwleise verloren, weil die Regierungspolitik Schröder in manchen Punkten zu pragmatisch war für die Wähler. Bei der CDU erwartet man nichts anderes, aber bei der SPD ist das fast schon ein Verbrechen, wenn sie Realpolitik betreibt.
Dazu kommt auch eine eklatante Führungsschwäche der SPD, wie ich finde. Der SPD fehlt es zur Zeit an führenden Köpfen, die weit genug von der CDU weg sind und dazu noch das Charisma haben, die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Onkel Kurt mag auf dem Mainzer Weinfest gut abschneiden, steht aber jetzt nicht für den großen Weltpolitiker, den wir alle suchen. Dagegen hat die Linke mit Gregor Gysi und Oskar Lafontaine zwei sehr intelligente, charismatische und etablierte Köpfe, die vor allem den ganzen alten Generationen noch etwas sagen. Oskar Lafontaine ist fast schon ein Urgestein. Gysi präsentiert sich immer sehr vernünftig und ist weniger durch Skandale aufgefallen. Was die beiden sagen, wird letztlich auch gemacht, hinter ihnen haben sie dazu noch ein paar PDS-Hasen, die seit Jahren etabliert sind und für Kontinuität sorgen (Biski, Pau).
All das gelingt der SPD eigentlich überhaupt nicht, weil sie hin- und hergerissen ist zwischen Idealismus und tatsächlicher Politik. Aus einer realpolitischen Sicht scheint die Linke zur Zeit also eher ein Klotz am Bein. Aber das gehört bei der Politik und Mehrheitsfindung dazu. Man muss andere von sich überzeugen können und mitziehen. Entweder indem man ihnen die Wähler abjagt oder sie mit einbindet. Die Linke ist dabei noch relativ jung und wird sich wie alle Parteien weiterentwickeln. Die Grünen waren früher auch nicht gerade für ihren Realismus verschrieen und haben sich trotzdem zu einer akzeptablen Partei für Gesamtdeutschland entwickelt. Bei den bisherigen rot-roten Koalitionen kann ich mich auch nicht entsinnen, daß die betroffenen Bundesländer schwer darunter zu leiden hatten.
Die Linke ist eine Partei, die man akzeptieren muss. Das Wählervotum ist eindeutig, also muss man sich damit auseinandersetzen, denn es geht hier ja nicht um irgendeinen dahergelaufenen Verband, sondern um wahltechnisch legitimierte Volksvertreter.
Warbeast
26.02.2008, 16:00
Meiner Meinung nach sind die Linken, ein Überbleibsel der DDR, und genau so schlimm wie die Rechte Szene.
...das halte ich für ein gerücht, wenn ich mal schaue wer da alles in der partei drinne ist, angefangen von lafontaine und die leute von der WASG, dann frag ich mich was die alle mit der DDR zutun hatten!
Die sind alle gegen unsere jetzige Staatsform, protestieren gegen alles und wollen am liebsten, dass alle leute gleich werden - gleich arm.
...ja da hast du recht, eine 2. DDR brauchen wir nicht, aber wenn die linke da ist und die anderen parteien nur ein bisschen sozialer werden und den "reichtum" etwas mehr an alle verteilen, dann hat die linke das getan, was ich mir erhoffe.
meiner meinung nach befinden wir uns mitten im umbau unserer staatsform, die soziale marktwirtschaft exestiert nicht mehr, alle die können, bereichern sich persönlich und die die kaum was haben, die werden noch zwangs enteignet!
leben und leben lassen, so sollte es laufen!
hier mal ein auszug aus dem programm der linken, ich frag mich nur was das mit den rechten zutun haben soll:
- Arbeitszeitverkürzung.
- Neue Arbeitsplätze durch ökologischen und sozialen Umbau.
- Öffentlich geförderte und gestaltete Beschäftigungssektoren.
- Eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die sich auf diejenigen konzentriert, die besonders schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
- Eine Nutzung der Produktivitätsgewinne für höhere Reallöhne und Arbeitszeitverkürzung.
- Einen gesetzlichen Mindestlohn in existenzsichernder Höhe.
- Volle soziale Absicherung aller Beschäftigungsverhältnisse und Humanisierung der Arbeit.
- Gültigkeit der inländischen Sozialstandards für alle hier Arbeitenden.
- Vergabe öffentlicher Aufträge an solche Unternehmen, die hohe soziale und ökologische Standards im Inland einhalten und eine Verbesserung dieser Standards im globalen Rahmen unterstützen.
...ja und deshalb sage ich, das die SPD mit den linken zusammen was machen kann, wenn sie will, weil alle die gewählt wurden die gleiche soziale verantwortung haben!
aber leider wird von unseren politikern in erster linie parteipolitik betrieben!
Die Linke ist eine Partei, die man akzeptieren muss. Das Wählervotum ist eindeutig, also muss man sich damit auseinandersetzen, denn es geht hier ja nicht um irgendeinen dahergelaufenen Verband, sondern um wahltechnisch legitimierte Volksvertreter.
...genau so ist es!
Der Börner 3000
26.02.2008, 18:09
Habe nie gesagt, dass die Linken IRGENDWAS mit den rechten zu tun hat, nur, dass die genauso schlimm sind, und sich bloß hinter ihrem vermeintlich sozialen Programm verstecken und nicht so wie die Rechten "Ausländer raus" brüllen. Natürlich haben die Linke nichts gegen Ausländer - klar, aber der Neid auf Reichere, den mochte ich noch nie. Am besten wenn man garnicht arbeiten muss, aber den Leuten, die arbeiten und viel Geld verdienen, dann noch die höheren Steuern aufbrummen - das ist aus der Sicht der Linken soziale Gerechtigkeit.
Warbeast
26.02.2008, 19:08
...naja, ich finde wenn du sagst, das sie "genauso schlimm" sind, dann stellst du sie mit den rechten gleich, aber krasser können die gegensätze nicht sein.
Am besten wenn man garnicht arbeiten muss, aber den Leuten, die arbeiten und viel Geld verdienen, dann noch die höheren Steuern aufbrummen - das ist aus der Sicht der Linken soziale Gerechtigkeit.
...nein, das ist aus sicht der gerade regierenden parteien gerechtigkeit, weil wir genau diese zustände haben.
leute müssen nicht arbeiten, den geht es t.w. besser als denen die arbeiten gehen.
der kleine mann der sich täglich zur arbeit schleppt, bezahlt den ganzen laden und die gut verdiener verdienen sich dumm und dusselig und bringen ihr geld dann noch vorm fiskus in sicherheit.
ich behaupte ganz einfach, das uns die grosse koalition nur nachteile gebracht hat und wir brauchen eine opposition, die eben krass in die soziale kerbe haut, damit sich die regierenden in diese richtung bewegen, das ist wichtig für die leute, die nichts haben!
soziale ungerechtigkeit und grosse soziale unterschiede führen zu unruhe und stören den sozialen frieden beträchtlich, beispiele gibt es auf der welt genug, irgendwann wird es auch in deutschland zu unruhen kommen.
wer kinder in die welt setzt, der verarmt bei uns, das ist die soziale gerechtigkeit der regierenden.
es gibt keine soziale marktwirtschaft mehr, das schlimmste aber ist, das niemand weiss wohin die reise geht, keiner kann sagen wie sich das land entwickelt, prognosen gibt es genug und die sind düster!
Der Börner 3000
26.02.2008, 19:28
soziale ungerechtigkeit und grosse soziale unterschiede führen zu unruhe und stören den sozialen frieden beträchtlich, beispiele gibt es auf der welt genug, irgendwann wird es auch in deutschland zu unruhen kommen.
Ich sag dazu nur eins: wenn Menschen nichts zu tun haben, dann haben sie schon immer gegen irgendwas protestiert. Leider haben Arbeitslose nichts zu tun.......
DonBilbo
26.02.2008, 19:31
Was soll das denn heißen?
Dass es keinen Grund zum Protestieren gibt, dass die Leute nur aus Langeweile protestieren?
Oder dass alle Menschen, die auf die Straße gehen Arbeitslose sind? Du solltest mit Verallgemeinerungen aufpassen. Zumal nicht jeder Arbeitslose etwas für seine Arbeitslosigkeit kann...
Der Börner 3000
26.02.2008, 20:18
Das war ja auch nicht so ernst gemeint, ich weiß sehr wohl, dass nicht alle Arbeitslose faul sind, aber ich glaube kaum daran, dass eine Partei wie die Linke plötzlich alles besser machen wird, aber man muss auch mit so einer Partei leben.
Greeshadow
28.02.2008, 16:48
Ich habe mit großem Interesse all eure Beiträge gelesen und zu vielem was gesagt/geschrieben wurde stimme ich zu. Trotzdem muss ich mit Erschrecken feststellen, wie im großen und ganzen die Linksverschiebung in Deutschland toleriert wird. Klar; Fakt ist, die Linke ist demokratisch gewählt worden und hat das Recht die Politik zu gestalten. Aber das war es auch schon. Man muss doch mal der Realität ins Auge blicken und sehen, dass in Deutschland tätsächlich wieder Kommunisten in Landtägen und im Bundestag sitzen. Das alleine sollte eigentlich einen Aufschrei im Land quer durch alle politischen Landschaften verursachen. Mann muss sich doch nur mal den Programmpunkt der Linken etwas genauer zu Gemüte führen
"Öffentlich geförderte und gestaltete Beschäftigungssektoren."
Das ist nichts anderes als Zwangsenteignung und Planwirtschaft. Denn "Öffentlich" heißt in dem Fall Staatlich. Denn jeder weiß, dass kommunistische und sozialistische Parteien sich selber, also die Partei als einziges legitimes Sprachrohr der Öffentlichkeit sehen. Des weiteren muss man sich doch nur die Äußerungen so mancher Abgeordneter anhören ("Jeder vernünftige Staat braucht einen Geheimdienst wie die Stasi" usw.) und wem das nicht reicht, dem sollte mal vor Augen geführt werden, dass der Verfassungsschutz die Linke genauso im Auge behalt wie die NPD. Und wer sich die Programme der beiden Parteien anguckt wird feststellen, dass sich diese in vielen Punkten ähneln. Was heißen soll, dass die aufgestellten Programme lediglich dazu dienen auf Stimmenfang zu gehen und zwar auf eine üble populistische Art und Weise. Es wird mit Gerechtigkeit und Solzialenverhältnissen geworben, von dem großen Geldverteilen gesprochen und, dass gerade die "kleinen" Leute immer zu kurz kommen und demnächst besser gestellt werden.
Klar, das ganze hört sich alles super an. Aber wie soll das alles finanziert werden?
Gucken wir uns doch mal an, was die große Koalition in den letzten 3 Jahren alles auf die Beine gestellt hat, sinkende Arbeitslosigkeit auf einem nahezu historischen Tief, die Wirtschaft wächst wieder, die Sozialabgaben wurden gekürzt, das Kinder- und Wohngeld erhöht und und und. Aber das wichtigste ist, wir haben einen ausgeglichenen Haushalt! Und das, ist ein großer Verdienst unserer Regierung, denn nur so, haben wir in Zukunft wieder mehr möglichkeiten die Bürger zu entlasten und den Wohlstand zu sichern. Sicher waren die letzen Jahre für viele hart aber es geht doch wieder voran. Will das denn keiner sehen? Und das alles wieder auf Spiel setzen, indem wir Kommunisten die Möglichkeit geben die Wirtschaft zu ruinieren, Geld aus dem Fenster zu schmeißen nur um in ein paar Jahren zu sehen, dass die Kassen wieder leer sind?
So, das musste jetz raus. Habe leider keine Zeit mehr den Text nochmal durchzulesen, deshalb verzeiht mir bitte die Fehler.
Der Börner 3000
28.02.2008, 17:42
Kann dir nur zustimmen!
Avantenor
28.02.2008, 17:46
Ich könnte nicht behaupten, daß ich begeistert wäre von dem Linksruck, dazu bin ich zu pragmatisch veranlagt. Andererseits muss trotzdem kritisch hinterfragt werden, ob da zur Beschönigung der Statistiken nicht teilweise etwas gepfuscht wurde. Bestes Beispiel sind ja gerade die Briefträger gewesen. Die erhalten zwar Lohn, gelten als arbeitstätig und fallen damit aus der Arbeitslosenstatistik heraus. Gleichzeitig reicht der Lohn nicht für das Existenzminium und sie holen sich den Rest beim Sozialamt wieder ab. Anders wäre die Mindestlohn-Debatte schließlich nicht entstanden. So sieht's bei vielen aus. Sind die Sozialausgaben des Staates wirklich im gleichen Maße gesunken? Oder haben sich nur auf dem einen Excel-Sheet ein paar Zahlen ins nächste verschoben?
Dazu dann rein subjektive Empfindungen. Die Produkte werden teurer, wegen gestiegener Rohstoffpreise. Benzin, Strom, Heizöl, Milchprodukte, und letztlich auch alles, was damit zusammenhängt. Gleichzeitig sind die Löhne jahrelang kaum gestiegen. In einigen Bereichen wurden staatliche Zuschüsse gestrichen, Stw. Pendlerpauschale. Bei vielen Familien kamen Studiengebühren dazu. Sprich, wir haben zunehmende Ausgaben bei relativ gleichbleibendem Lohn und sinkenden staalichen Subventionen. Gleichzeitig sollen wir am besten auch noch kaufen, kaufen, kaufen, denn unsere Läden jammern über zurückhaltende Konsum. Gerade jetzt, wo der Dollar so hoch steht, wäre das sogar wichtig. Nur, womit?
Statistisch gesehen leben die meisten deutschen Haushalte bereits über ihre Verhältnisse. Man schaue sich die Verschuldung an, die Zahl der Privatinsolvenzen, etc. Eigentlich müsste der Konsum also deutlich niedriger sein.
Viele Menschen vermissen den vorherigen Lebensstandard und werden auch in dieser Meinung bestärkt, daß sie daran festhalten sollen, ihn vll sogar noch weiter steigern sollten. Geht aber nicht. Und während beim durchschnittlichen Bürger der Geldbeutel immer schmäler wird, machen die Firmen, die am meisten jammern, Leute vor die Tür setzen, Preise anheben, einen Veruntreuungs- und Finanzskandal nach dem nächsten haben, zweistellige Zugewinne, bezahlen ihren Managern weitere Millionen dafür, daß sie Leute auf die Straße setzen und die Löhne drücken. Da kann man irgendwie verstehen, daß die Bevölkerung da nicht Beifall klatscht.
Irgendwas stimmt nicht, in der heutigen Wirtschaftswelt, und das Problem liegt imho nicht mal in der Politik, sondern im z. Zt. vorherrschenden kapitalistischen Systems. Alles zielt auf Gewinne an der Börse ab. Allerdings produziert die Börse im Normalfall keine Gewinne. Die Börse verteilt Gelder nur um. Böse Zungen behaupten, daß einige wenige Reiche dadurch noch reicher werden, auf Kosten der meisten anderen. Und so ganz falsch liegen sie da nicht. Denn wer hat schon Aktien? Sicherlich nicht derjenige, der sowieso schon jeden Heller umdreht. Auch die Kleinanleger fallen da nicht sonderlich ins Gewicht. Es sind die großen Anteilsbesitzer, die die Firmenpolitik bestimmen und Maßnahmen einfordern. Ein Konzern denkt gewinnorientiert, nicht unbedingt sozial.
Ich sage nicht, daß der Aktienmarkt von Grundauf böse ist. Aber ganz ehrlich, das funktioniert doch nur, weil auch hier abstrakte Zahlen hin und herverschoben werden, bis das Plus möglichst groß wird. Und die Gewinne fließen nicht an den kleinen Mann, sondern an die Großanteilseigner, die sowieso schon überflüssiges Geld haben, sonst könnten sie sich gar keine Aktien leisten. Und da keine Umverteilung der Gelder stattfindet, viele Millionäre irgendwohin auswandern, wo sie keine Steuern zahlen müssen, mit allen legalen und halblegalen Tricks Steuerschlupflöcher ausnutzen oder eben Stiftungen in Liechtenstein anlegen, daher wählen die Leute auch Parteien, die so offen gegen dieses System sind.
Das bisherige System hat ganz offensichtliche Lücken. Gerechtigkeitslücken. Und solange da keine annähernde Lösung gefunden wird, daß es wieder gerechter erscheint, werden Parteien wie die Linkspartei und die NPD gewählt werden. Wobei ich diesen Parteien nicht zutraue, daß sie das Problem lösen könnten, und die eine weniger und die andere mehr für bedenklich halte.
Warbeast
28.02.2008, 19:04
Das bisherige System hat ganz offensichtliche Lücken. Gerechtigkeitslücken. Und solange da keine annähernde Lösung gefunden wird, daß es wieder gerechter erscheint, werden Parteien wie die Linkspartei und die NPD gewählt werden. Wobei ich diesen Parteien nicht zutraue, daß sie das Problem lösen könnten, und die eine weniger und die andere mehr für bedenklich halte.
...genauso sehe ich das auch, die linke hätte nie das zeug alleine in berlin zuregieren, aber als opposition brauchen wir sie!
die leute die nicht auf dem hohen ross sitzen dürfen und die schattenseiten dieser gesellschaft kennen lernen durften, denen ist es egal wer ihnen hilft, ob es sich um die linke handelt, oder z.b. die SPD, die ihre felle im punkto soziales weg schwimmen sieht. die hauptsache ist doch, das etwas geschieht und das jeder in diesem land irgendwie an dem wohlstand beteiligt werden muss, in welcher form auch immer.
viele vergessen hier das wir eine solidargeminschaft sind, aber auch viele politiker vergessen das gerne oder wollen das aufweichen.
ich persönlich bin in einigen bereichen gar nicht gegen eine verstaatlichung, z.b die energiekonzerne könnten alles staatsbetriebe werden, sollten kostendeckend arbeiten und brauche keine hunderte von millionen gewinne für die aktionäre erwirtschaften!
kleiner neben effekt der niedrigen energiepreise wäre übrigens, das deutschland attraktiver für die wirtschaft wäre.
Avantenor
29.02.2008, 02:55
Interessanterweise kam just heute ein Artikel in dieselbe Richtung auf Spiegel.de. Ich hab den Artikel jetzt erst gelesen, aber in großen Teilen enthält er exakt dieselben Gedanken wie ich sie in meinem Post geäußert habe.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,538398,00.html
BeerWulf
29.02.2008, 06:44
Interessanterweise kam just heute ein Artikel in dieselbe Richtung auf Spiegel.de. Ich hab den Artikel jetzt erst gelesen, aber in großen Teilen enthält er exakt dieselben Gedanken wie ich sie in meinem Post geäußert habe.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,538398,00.html
Hast auch mir mit Deinem gestrigen Post aus der Seele gesprochen!!!
Triffst wirklich mit allen Punkten ins schwarze, sodass ich dem eigentlich nichts mehr hinzu fügen kann, außer vielleicht die Sache mit der Inflationslüge, denn die reelle Inflations liegt bei gut 10 %, und wann - wenn überhaupt - gibts für die Großzahl der normalen Angestellten schon mal eine zweistellige Lohnerhöhung!?!
DIE Sachen, die im normalen statistischen Inflations-Einkaufskorb landen, sind nicht nur Butter & Brot, sondern auch u.a. technische Geräte wie Computer und TV, und derartige Sachen kauft und braucht man ja nicht jeden Tag, Milchprodukte aber beispielsweise schon...
Bin zwar dem linken Kurs auch noch etwas skeptisch gegenüber, allerdings bin ich auch wiederum gespannt auf die weitere politische Entwicklung und wie es weiter geht.
Sargnagel
05.03.2008, 13:00
SPD stürzt auf Tiefstwert ab - Protest gegen Ypsilanti
Dramatische Verluste für die SPD: Nach ihrem Linksschwenk kommt sie in einer aktuellen Umfrage nur noch auf 24 Prozent. In der Partei mehrt sich Protest gegen Andrea Ypsilantis Entscheidung, in Hessen mit Hilfe der Linken eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden.
Mit ihrer Entscheidung, sich notfalls von der Linkspartei zur hessischen Ministerpräsidentin wählen zu lassen, hat Andrea Ypsilanti gestern Fakten geschaffen. Doch damit bricht der SPD-Flügelstreit wieder voll aus - und die Wähler sind offensichtlich nicht angetan von den Plänen.
Die Partei hat nach ihrem Kursschwenk im Umgang mit der Linkspartei dramatisch an Zustimmung verloren, zeigt eine neue Umfrage des "Stern". Binnen einer Woche sackte die SPD um 4 Punkte auf 24 Prozent ab - und steht damit so schlecht da wie zuletzt im November. 24 Prozent sind der Tiefstwert der Partei in der wöchentlichen Erhebung seit der Bundestagswahl 2005.
Auch der Parteivorsitzende hat einer "Stern"-Umfrage zufolge ein massives Problem: Nur zwei Prozent der Deutschen glauben demnach, dass Kurt Beck die Probleme des Landes lösen könnte. Selbst unter den SPD-Anhängern trauen ihm dies nur drei Prozent zu. Dass er auf der Seite der kleinen Leute steht, meinen acht Prozent der Bundesbürger, sechs Prozent sagen, er habe das Zeug zum Kanzler, ebenso wenige halten ihn für glaubwürdig. Dennoch möchte knapp die Hälfte (49 Prozent) der Bürger, dass Beck weiter SPD-Chef bleibt.
Quelle (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,539418,00.html)
Abgewatscht!
Der Plan von Beck, die Annäherung an die Linke über den Parteivorstand zu legetemieren, ist also ziemlich nach hinten losgegangen.
Wer sich derzeit in Selbstzerstörung üben will, sollte der SPD beitreten- da gibts Anschauungsunterricht pur. :D :rolleyes:
Keine andere Partei bekommt es so gut hin, beim Aufrappeln nach dem Fall schon wieder über seine eigenen Beine zu stolpern...;)
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